River Calls

    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Hallo zusammen,

      ich habe irgendwie ein Problem mit meinen River Calls. Das sagt mir zumindest meine River Call Efficiency, die bei 1,21 über die letzten 70k Hände ist.

      Meine Reaktion auf jegliche Bets sehen pro Street so aus:

      Flop:
      Fold: 65%
      Call: 29%
      Raise: 6%

      Turn:
      Fold: 57%
      Call: 35%
      Raise: 8%

      River:
      Fold: 57%
      Call: 38%
      Raise 5%

      Ich folde also bereits zu viel, wenn man bedenkt, dass Villain nur 40% für Autoprofit braucht bei 2/3 PS Bet.

      Kann es wirklich sein, dass ich so blöd bin, dass ich oft Bluffs übersehe und stattdessen an den falschen Stellen Bluffs vermute?

      Oder ist es wahrscheinlicher, dass einfach viel zu wenig am River geblufft wird und ich meine Fold-Rate einfach noch weiter hochschrauben sollte?

      Die 70k Hände sind auf den Limits NL25 bis NL100.

      Noch paar weitere, nicht ganz so wichtige Gedanken:

      Oder dritte Möglichkeit: Es wird so viel am River dünn gevaluebettet und auch geblufft, dass ich mit der River-Call-Efficiency von 1,21 zufrieden sein sollte..?

      Ich hab mal durchgeschaut, bei keinem von den knapp 500 River Calls waren die Nuts dabei.

      Und immerhin hab ich bei den Calls im Schnitt nur -3bb pro Hand verloren, wohingegen ich bei den River Folds -8,58bb pro Hand verloren habe.

      Dürfte auch in etwas hinkommen. Wenn man von einer Durchschintts-Betsize von 3/4 PS Betsize ausgeht, dann würden wir statt durchschnittlich -8,6bb Verlust, 8,6*1,75=15bb gewinnen.
      Die Differenz sind etwa 24bb. Diese mal 20% multipliziert sind etwa 5bb
      und -8,6bb+5bb wären -3,6bb. Kommt mit kleiner Abweichung hin. Die Abweichung ist ja aber normal, da Betsize und Potsize von Hand zu Hand ganz unterschiedlich sind.
  • 29 Antworten
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Was bedeutet denn River call effiency von 1,21? Ich kann mit dem Wert überhaupt nix anfangen.

      Deine Fold Werte sind ziemlich hoch, allerdings sind das ja overall werte, oder? Also auch fold vs cbets im 3way/4way+ pot, check/folds als PFA usw.

      Und immerhin hab ich bei den Calls im Schnitt nur -3bb pro Hand verloren, wohingegen ich bei den River Folds -8,58bb pro Hand verloren habe.


      Das zeigt doch, dass deine Rivercalls i.d.R. gut sind. Wenn du nach River calls filterst, wirst du immer ne negative winrate haben. Du brauchst bei 3/4 PS ja nur zu 30% die Hand zu gewinnen.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Der Wert gibt den ROI% für die Calls von Riverbets/raises an. Je höher der Wert ist, desto öfter callt man mit der besseren Hand. Spieltheoretisch wär ein Wert von 1 wohl perfekt, weil man damit gegen andere starke Spieler break-even wär. In der Realität sollte der Wert aber imo schon deutlich höher sein, weil auch am River nicht ansatzweise ideal gespielt wird. Wie hoch der Wert sinnvollerweise sein sollte, weiß ich auch nicht. Das Problem ist nämlich, dass wenn man einen zu hohen Wert hat, man es zu oft verabsäumt zu valueraisen. Wenn man am River selbst mit den Nuts callt, wär der Wert am höchsten, kA wie hoch genau. Dann ließe man aber viel Geld liegen, weshalb der Wert nicht allzu hoch sein sollte. Außerdem hängt der Wert auch ein bisschen davon ab, wie loose man selbst valuebettet bzw. wie früh man auf bluffcatchen umsteigt.

      @Witz17
      Dass du recht gerne foldest, weißt du selbst. Ich frage mich allerdings schon, was du am River noch weiterspielst? Wenn du schon auf Flop und Turn so viel foldest, bleibt ja am River schon kaum noch was übrig. Und trotzdem findest du noch viele Folds. Die Werte dürften aber sicher overall sein, sodass man das relativieren muss. ZB. sollte in den Werten check/fold als PFA enthalten sein. Der Wert liegt idR. schon irgendwo im Bereich von 50%, wenn man seine Checks halbwegs vernünftig defendet. Wenn man zu oft foldet, liegt der Wert leicht mal über 60%, was da in den overall Wert natürlich reinspielt.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Was bedeutet denn River call effiency von 1,21? Ich kann mit dem Wert überhaupt nix anfangen.
      Die River Call Efficiency gibt an, wie gut Deine River Calls sind.
      Hierbei wird der Pot berücksichtigt.

      Berechnung: Gesamtgewinn/Gesamteinsatz bei Rivercall

      Ein Wert von 1 bedeutet also Du kriegst im Schnitt genauso viel zurück wie Du callst. Du hättest also genauso gut jedes Mal folden können.

      Ein Wert von 2 bedeutet dementsprechend, dass Du im Schnitt doppelt so viel zurückbekommst wie Du am River callst.

      Also ist erst mal alles über 1 schon mal gut.
      Jedoch wird man manchmal gepusht, wenn man gerade die Nuts hält. Hier ist der Call also ein No-Brainer und daher sollte der Wert etwas mehr als nur leicht über 1 sein, damit man diese Fälle kompensiert.

      Deine Fold Werte sind ziemlich hoch, allerdings sind das ja overall werte, oder? Also auch fold vs cbets im 3way/4way+ pot, check/folds als PFA usw.
      Ja das sind Overall-Werte, auch gegen Donks, Multiway, Freeplay.
      Mein FTCB-Wert liegt aber mit 50% auch etwas hoch, das ist auch noch ein Problem von mir.


      Hab gerade in dem Thread hier
      http://www.pokerstrategy.com/forum/thread.php?threadid=197930
      gelesen, dass bei Leakbuster sogar erst 1,7 bis 2,5 ein Indikator für gutes Play ist.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      @Renne:
      Hab grad mal noch etwas anders gefiltert.
      Hier sind die Werte, wenn ich preflop coldcalle und am Flop HU bin:

      Meine FTCB Werte sind hier
      Flop: 48% (48% Fold vs any Bet)
      Turn: 40% (47% Fold vs any Bet)
      River: 48% (44% Fold vs any Bet)

      River Call Efficiency = 0,84

      Hier fold ich etwas weniger.
      Meine RCE sagt mir aber, ich sollte mehr folden (oder besser ?( ).

      Wenn ich preflop raise und genau einen Coldcall kriege siehts so aus:
      Fold vs Bet:
      Flop: 50% (check/fold 54%)
      Turn: 45%
      River: 55%

      Hier ist der RCE 1,19
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Renne01
      Der Wert gibt den ROI% für die Calls von Riverbets/raises an. Je höher der Wert ist, desto öfter callt man mit der besseren Hand. Spieltheoretisch wär ein Wert von 1 wohl perfekt, weil man damit gegen andere starke Spieler break-even wär.
      Kannst du das nochmnal erläutern?

      Verstehe ich nicht warum der Wert 1 ideal sein soll. Es bedeutet ja dass wir durch unsere Rivercalls nichts gewinnen.

      "Gegen andere starke Spieler break-even"...abgesehen davon dass der Wert ja auf alle Gegner bezogen ist möchte ich ja nicht unbedingt break even spielen, sondern +EV!?

      Wie kann denn break-even (abzüglich Rake, also machen wir minus) ideal sein? ?(
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Witz17
      @Renne:
      Hab grad mal noch etwas anders gefiltert.
      Hier sind die Werte, wenn ich preflop coldcalle und am Flop HU bin:

      Meine FTCB Werte sind hier
      Flop: 48% (48% Fold vs any Bet)
      Turn: 40% (47% Fold vs any Bet)
      River: 48% (44% Fold vs any Bet)

      River Call Efficiency = 0,84

      Hier fold ich etwas weniger.
      Meine RCE sagt mir aber, ich sollte mehr folden (oder besser ?( ).
      Also irgendwas passt da nicht.

      Du foldest am Flop fast die Hälfte deiner Range (ok, ist jetzt nicht das große Problem) und gibst an Turn und River jeweils nochmal grob die Hälfte auf.

      Du hast somit am Turn eine 52% Range, am River 31% und zum Showdown trägst du demnach gerade mal 16%!

      Wie kann die RCE noch negativ sein (muss mich aber direkt Sonmokuh anschließen, hatte mich vorher mit dem Wert nicht wirklich beschäftigt, aber die Logik sagt ja dass hier irgendwas nicht stimmen kann).

      Kann ja sein dass du einen komischen Style hast und jede made hand so aggressiv spielst dass du nur marginale Hände runtercallst die du dann entweder noch aufgibst oder aber die schwach am Showdown sind?
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      @Miiwiin
      Theoretisch betrachtet man den Gegner als optimal spielend. Wenn er optimal spielt, wir also keine Edge haben können, ist break-even das Optimum. Mehr können wir nicht rausholen. Ein Wert von 1 ist also ideal, exkl. Rake dann ein Nullsummenspiel. Praktisch sollte der Wert höher sein, weil die Gegner idR. kaum optimale Lines spielen. Wie hoch genau, weiß ich auch nicht. Allerdings sollte der Wert nicht astronomisch sein, weil wir dann Value liegen lassen würden (also zu selten valueraisten).


      Warum Witzs RCE da so klein ist, verstehe ich auch nicht. Bei den Foldwerten sollten am River normalerweise nur gute Hände übrigbleiben. Vll. spielt er seine mittelmäßigen Hände wirklich zu aggressiv oder foldet sie zu leicht. Und vll. hat er dann am River häufiger busted Draws und schwächere Madehands. Oder er spielt auf der anderen Seite wieder einige starke Hände zu passiv, sodass er hinten raus gegen ankommende Draws verliert. Möglichkeiten gäbs ein paar.

      @Witz17
      Wenn du 1 investierst und bei Call 1 zurückbekommst, ist das nicht dasselbe wie jedes mal zu folden. Denn wenn du gegen die Riverbet jedesmal folden würdest, hättest du nie die Gelegenheit dein Investment zurückzubekommen. Dh. break-even bist du nur dann, wenn du oft genug callst. Sobald du zu oft oder immer foldest (oder zu oft callst), verlierst du.
    • SgtJackColt
      SgtJackColt
      Silber
      Dabei seit: 05.03.2011 Beiträge: 695
      Ich hatte vor einiger Zeit eine ähnliche Frage und fand die Antwort von SonMokuh recht aufschlussreich. Vielleicht hilft es dir ja bei deinem Thema.

      River Leak, massiver Downswing 50+ stacks
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Hallo Renne,

      ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir das Gleiche meinen und nur vielleicht ein Missverständnis vorliegt.

      Ich formuliere es daher etwas genauer, was ich unter River Call Efficiency verstehe:
      - wir sind am River
      - Villain bettet oder raist
      - Wir stehen vor der Entscheidung Call oder Fold (Was bisher investiert wurde ist bereits "weg", der Fold hätte also 0 EV)
      - Wir entscheiden uns für Call und zahlen Betrag x (= das Investment)
      - wir kriegen zurück: y
      - wenn wir hinten liegen ist y = 0
      - wenn wir vorne liegen ist y = gesamter Pot (inkl. Bets und Call)
      - wenn wir splitten ist y = halber Pot (inkl. Bets und Call)

      Die RCE ist dann (Summe aller y) / (Summe aller x)
      Der ROI ist aber Reingewinn/Investment, also (sum y - sum x) / (sum x)
      Demnach ist RCE = ROI + 1

      Wir sind breakeven, unsere Calls haben im Schnitt 0 EV, wenn RCE = 1 oder ROI = 0. Wir haben mit unseren Calls also nix gewonnen und haben den gleichen EV von 0, wie wenn wir jedes Mal gefoldet hätten.

      Beispiel:

      Wir kriegen bei 3 verschiedenen Händen am River eine Bet.
      Wir callen jedes Mal.
      Einmal $30, einmal $20, einmal $10.
      Wir verlieren zwei mal und einmal gewinnen wir den Pot, der $80 beträgt.
      Unsere RCE ist demnach 80/(30+20+10) = 1,33
      Der ROI wäre (80-60)/60 = 0,33

      Wenn in dem Beispiel der gewonnene Pot statt $80 nur $60 gewesen wäre, dann wäre
      RCE = 60/60 = 1 und
      ROI = (60-60)/60 = 0
      Hätten wir jedesmal auf die Bet gefoldet, wäre unser Gewinn am Ende der Gleiche.

      RCE = (60+30)/(30+20+10) = 90 / 60 = 1,5
      ROI = (90-60)/60 = 0,5 = 50%


      Ich hab leider etwas zu wenig Ahnung von GTO, aber mein Verständnis sagt mir da folgendes:
      Wenn Villain nur mit stärkeren Händen am River betten würde, dann sollten wir immer folden. Mit einem Call würden wir nämlich nur verlieren.
      Ein optimal spielender Villain versucht aber am River den Pot auch mit Bluffs zu bekommen (bei Check bzw. Fold hätte er den Pot verloren).

      Uns steht also ein Anteil am Pot zu. Den sollten wir mit Calls verteidigen, also bluffcatchen. Demnach haben gute Calls einen höheren EV als ständige Folds und demnach müsste der RCE über 1 sein.
      RCE = (Callsize+EV)/Callsize


      ... soweit zu meinem Verständnis :) oder sieht hier jemand einen Denkfehler?

      Hallo SgtJackColt,
      danke für Deine Verlinkung.

      SonMokuh hat das schon richtig erklärt.
      Der Haken bei Dir war, dass Du nur auf die saldierten Winnings geschaut hast in solchen Situationen.

      Wenn Du bis zum River $30 in den Pot investiert hast und am River nochmal für den Call $30 investierst, zeigt Dir HM beim Gewinn -$60 an, wenn Du verlierst. Wenn Du gewinnst zeigt er auch nur +$60 (HU ohne Rake)
      Für die Entscheidung am River ist aber nur der Invest von $30 interessant.
      Demnach wäre ein Verlust bei dieser Entscheidung -$30 und ein Gewinn $90 (Pot $60 + Invest von Villain $30)

      Du hast jedoch in Deinem Post etwas geschrieben, das auch ein Grund für meine geringe RCE ist.
      Wenn man mit starken Händen am River nicht nur callt, sondern oft dünn raist, dann "schadet" man auch der RCE, weil man ja einen sicheren Call nochmals riskiert.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      [quote]Original von MiiWiin
      Original von Witz17
      Wie kann die RCE noch negativ sein (muss mich aber direkt Sonmokuh anschließen, hatte mich vorher mit dem Wert nicht wirklich beschäftigt, aber die Logik sagt ja dass hier irgendwas nicht stimmen kann).

      Kann ja sein dass du einen komischen Style hast und jede made hand so aggressiv spielst dass du nur marginale Hände runtercallst die du dann entweder noch aufgibst oder aber die schwach am Showdown sind?
      Tja.. da bin ich auch überfragt.. :)

      Deswegen hier die Frage.. und deswegen auch die vielen Hand-Posts mit River-Calls.

      Ich hau gleich mal noch paar mehr rein.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Noch eine kleine Korrektur:

      Mir ist gerade aufgefallen, dass HM bei RCE nicht die Situation berücksichtigt, wenn wir bet/callen.

      Es werden also nur calls oder x/c am River berücksichtigt.

      Spielt für die Berechnung jetzt aber keine große Rolle.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Hier mal so ein Beispiel von einer Hand, wo ich mit einer Hand statt zu callen, sehr dünn 4 Value betten würde.

      Also ich würde das hier auch mit AK so spielen und am River klein raisen.
      J9s Bluff Raise am River

      Vielleicht ist sowas auch der Grund für meine geringe RCE ..
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Ja, wenn du den River betrachtest und Call = 0EV und Fold = 0EV hast, macht das für die Street keinen Unterschied. :)
      Die Einstellung ist aber schlecht, weil du Pott um Pott herschenkst, den du vorher mitaufgebaut hast.

      Die Beispielhand ist nicht gut gespielt. Wurde aber eh schon bewertet. Am River reppst du für viele kein AK und wenn dann AK oder Air. Da callt dich jeder mitdenkende Spieler mit any Madehand, vll. ab der 8 oder auch mit weniger. Gut, kann aber sein, dass du auf NL10 damit durchkommst. Dann go for it, aber nur als harten Exploit und mit Air. Die 3Bet ist auch nicht gut und hätte einen Tick größer ausfallen sollen. Call wäre besser und wenn du da 3bettest, erwartest du eigentlich Folds und wenig Calls, weils hier kein Blindbattlespot ist. Wenn du also Folds willst, braucht deine Hand keine postflop Playability sondern max. Foldequity. Dafür verwendest du dann besser was mit Blockereffekten, also Ax, Kx.

      Dadurch dass du hier auch AK raist, in anderen Spots vermutlich auch solche Lines spielst, callst du weniger Hände. Deine Callingranges werden dadurch schwächer, was sich entsprechend auf den RCE Wert auswirkt. Ich würd jetzt aber nicht auf diesen Wert achten. Das ist ein Leak. Du solltest nicht versuchen Wert xy auf ein bestimmtes Niveau zu bringen nur um des Wertes wegen. Die Werte sollten sich aus gutem Spiel ergeben und eben nicht erzwungen werden.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Hallo Renne,

      danke für Deine Antwort und Analyse meiner geposteten Hand (auch wenn das gar nicht direkt gewollt war von mir :) )
      Ein Punkt, den ich in der Hand gar nicht bemerkt habe, ist dass ich da AK ja schon am Flop meist behindchecke.. also bleibt noch KQ und das würde ich wohl schon seltener am River raisen..


      Original von Renne01
      Du solltest nicht versuchen Wert xy auf ein bestimmtes Niveau zu bringen nur um des Wertes wegen. Die Werte sollten sich aus gutem Spiel ergeben und eben nicht erzwungen werden.
      Das ist wahr.. ich seh das nur als Anhaltspunkt, dass bei mir irgendwas falsch läuft.. entweder es sind wirklich nur die River-Situationen oder eben schon schlechtes Play vorher, das mich in blöde River-Spots bringt.

      Ich hab auch grad eine Vermutung, dass ich dazu neige, manch Fishe zu schnell in Richtung Maniacs einzustufen und am River dann zu loose bluffcatche..
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Schlechtes Riverplay hat seinen Ursprung in schlechtem Flopplay, gefolgt von schlechtem Turnplay. Klingt blöd, is aber so. Und wenn das Flopplay auch noch nicht so richtig läuft, hakt es vermutlich schon preflop. Wenn du am River nur noch schwache und ein paar mittelmäßige Hände hast, ist also schon vorher was schief gelaufen. Such also auf früheren Streets nach Fehlern. Am River passieren zwar auch Fehler. Dort ist der Käse aber oft schon angerichtet.

      Was sein kann ist zb, dass du vll trockene Flops check/raiset. Dadurch hast du eine starke Raisingrange. Für die Callingrange bleibt dann aber nicht mehr viel übrig. Vor allem wenn du auch TP raist, hast du am River gar keine vernünftigen Bluffcatcher mehr.

      Ein anderes Problem, das sicher immer verbreiteter auftreten wird, sind GTO nahe Calldownfrequencies. Langsam aber sicher wird in den Communities von einigen Coaches, nicht nur hier, das GTO Thema ausgeschlachtet, um mehr neue Schüler zu gewinnen. Damit werden dann Microstakesspieler angelockt, die mit dem Thema aber völlig überfordert sind. Außerdem bringt ihnen das Ganze nichts für ihre Games. Ein Fehler der aus dem GTO Konzept, das schon super ist, resultiert, ist eben das zu loose postflop Spiel und auch das zu loose preflop Spiel. GTO bedeutet nämlich sehr loose und aggro zu spielen, was auf den kleinen Limits kontraproduktiv ist, weil dort nicht annähernd optimal gespielt wird. Du hast auch schon darüber gesprochen. Vergiss das aber erstmal lieber wieder. Du tust dir damit keinen Gefallen, obwohl dein Spielverständnis schon davon profitieren wird, keine Frage. Zumindest solltest du nicht nach GTO spielen.
      Das andere neupopuläre Thema ist das der Verbesserung der Redline. Das wird auch aufgepauscht, ist dabei aber deutlich sinnvoller für unerfahrenere Spieler. Im Grunde ist das aber auch keine Hexerei. Man muss nur mehr auf Ranges achten, dass einem die Schwächen in den gegn. Ranges auffallen. Die nutzt man dann zum Bluffen aus und fertig.

      Jetzt bin ich aber ein wenig abgeschweift. Sry. :) Aber vll. hilft dir das ein bisschen weiter.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Original von Renne01
      Jetzt bin ich aber ein wenig abgeschweift. Sry. :) Aber vll. hilft dir das ein bisschen weiter.
      Na auf jeden Fall, hilft mir das, danke Renne!

      Das mit dem GTO Ansatz sehe ich auch etwas zwiespältig.
      Ich versuche sozusagen die Idee dahinter zu verstehen und z.B. in richtigen Verhältnissen zu betten oder zu callen, aber wie es ja auch schon Tackleberry gesagt hat, GTO ist v.a. wichtig, dass man selbst nicht exploitet wird.

      Auf den niedrigen Limits ist das eher unwichtig, weil andere wenig Deine Leaks exploiten.
      Wichtiger ist da von GTO abzuweichen und ihre Leaks zu exploiten.

      Nur möchte ich das eben auch schon für später lernen ;)

      Und Redline.. ja das ist immer gut, da find ich die Serie von eroticjesus echt gut.

      PreFlop Ranges müssten denke ich bei mir passen. Habe da aus der Serie von SonMokuh mir einen ausführlichen Plan erstellt.

      Arbeite gerade daran sie noch etwas flexibler zu gestalten, als bisher.

      Und hey.. meine RCE wird schon langsam besser :) zumindest diesen Monat über 5k Hände bei 1,64, yeah!
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.527
      Sauber! =)
    • Tackleberry
      Tackleberry
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 05.05.2006 Beiträge: 1.668
      Hey, bin gerade über den Thread gestolpert, interessante Diskussion. :)

      Rein von meinem Bauchgefühl (und nachdem was ich so mit anderen diskutiert habe), würde ich einen RCE-Wert von 1.3 anstreben. Weit drüber sollte er nicht sein, weil wir dann vermutlich einige +EV-Calls auslassen. Ein RCE von 1.2 ist also nicht wirklich schlecht ... bedenklich ist er aber auf jeden Fall, sobald wir am Flop und Turn schon zu hohe Foldraten ausweisen, dann wäre die Rangeconstruction in Gänze unter die Lupe zu nehmen.
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Original von Tackleberry
      Rein von meinem Bauchgefühl (und nachdem was ich so mit anderen diskutiert habe), würde ich einen RCE-Wert von 1.3 anstreben. Weit drüber sollte er nicht sein, weil wir dann vermutlich einige +EV-Calls auslassen.
      Oha, sowas hör ich zum ersten Mal :)

      Wie gesagt, so Tools wie Leakbuster erachten da Werte von 1,7 bis 2,5 als normal und alles andere als Leak.
      Aber vielleicht ist das ja auch out of date.

      So btw. was habt Ihr denn für RCE-Werte?
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