redline? 6max

    • Walclol
      Walclol
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2009 Beiträge: 850
      Hi Leute! bzw Hallo 6max Spieler!

      Die Frage gab es sicher schon 100mal und ich würde trotzdem gerne wissen WIE bekomme ich eine "bessere" REDLINE?

      Die Theorie dahinter ist mir schon klar... Stealen, ThinVbetten, früher folden, oop sich "nicht floaten lassen", limper attackieren, Autoprofitspots ausnützen etc..

      Habe auch eroticjesus Posts gelesen, er macht ja auch ne Videoserie jetzt, Es gibt ja auch ne Diamondserie von denen ich einige Videos geschaut haben nur jetzt fehlt mir der status.
      ABER egal was ich "lerne" und versuche umzusetzen. Ich merke keine Auswirkungen auf die REDLINE oder auch auf die Blaue falls Vbets gecallt werden.

      Ich frage mich nun... WIE spielen Redliner? bzw was machen Leute bei denen sagen wir mal die Redline nur zu 30% die Blueline auffrisst.

      WAS IST DER GOTO MOVE :D ? so wie damals die Cbet - mit welcher Line "stealt" oder gewinnt man einfach am öfftersten die Pötte ohne SD welche sich massiv auf die Redline+Winnings auswrikt. Das ganze natürlich Postflop und nicht Preflopsteals :P und dass wir nonSD verlieren weil wir Fehler machen lasse ich mal außer Acht. Aber vlt hat jemand einen Tipp welchen Fehler die meisten machen und wo man sich Geld sparen kann.

      und ich rede hier von nl50+ eher nl100+ 6max
  • 12 Antworten
    • Tackleberry
      Tackleberry
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 05.05.2006 Beiträge: 1.668
      Hallo Walclol,

      da Du EroticJesus ja schon ins Gespräch gebracht hast ... seinen Post kennst Du?

      Probleme mit der Redline? - eroticjesus hilft!

      Und die Videoserie ist doch ab Gold, oder?

      Redline Videos von EroticJesus
    • FaLLout86
      FaLLout86
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 22.02.2005 Beiträge: 6.450
      Hi Walcol,

      würde auch den Post von Jesus empfehlen der ist wirklich recht gut und in seinen Videos solltest du einen Eindruck bekommen wie das ganze funktioniert.

      Klar ist auch dass die Redline teilweise auf kosten der Blueline gehen muss. Gerade auf Nl100 braucht man keine 45°C Redline um ein sehr guter Winner zu sein.
      Aber ich denke auch dass Jesus einige Spots in seinen Videos anspricht die einfach noch viel zu wenig gemacht werden damit man die Rote Linie eben doch etwas mehr nach oben bringen kann.

      Ansonsten solltest du mit HM2 recht gut sehen können wo dein Redline Geld hingeht und wieso.
      Gruß FaLLi
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.694
      Zum einen gibts natürlich einige Steal- und Bluffspots, wie schon angesprochen. Die Videos von eroticjesus dazu finde ich ziemlich cool.

      Auf der anderen Seite - und da habe ich meine Redline durch gebessert, aber immer noch Verbesserungspotential - sollte man eben auch versuchen, Spots auszulassen, in denen es keinen Sinn macht, zu bluffen.

      Meine Redline hat sich auch dadurch gebessert, als ich angefangen habe, nicht mehr 80% zu cbetten und die Spots, wo ich 2ndbarrel oder 3rdbarrel besser auszuwählen und - auf den Micros - im Zweifelsfall eher c/f spiele, als durchzubarreln.
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      Original von Sim87
      funfact: die meisten HS SH regs haben keine positive redline
      Verstehe nicht warum man seine Gedanken immernoch explizit auf die Redline lenkt, anstatt auf die Gesamte Winrate. Natürlich kannst du diverse Spielzüge, welche die Redline schädigen, einfach aus deinem Gameplan entfernen. Das wären dann z.B. Lines wie (x/c, x/c, x/f), bei denen viele behaupten, man sollte entweder den River callen oder gleich am Turn folden, sonst sei die Line "inkonsequent". Spieltheoretisch brauchen wir aber genau so eine (x/c, x/c, x/f Range), denn wenn nicht, exploitet uns Villain ganz easy, indem er den Turn unverhältnismäßig oft und den River dafür nie blufft.

      Es lassen sich sicher noch unzählige weitere solcher Beispiele finden, wo man Entscheidungen zu Gunsten seiner Redline und entgegen eines vernünftigen Gameplans treffen könnte. Ich sehe aber absolut keinen Sinn darin, denn das oberste Ziel besteht doch darin EV maximierende Spielzüge zu tätigen. Deshalb finde ich es einfach total unsinnig, sein Spiel auf eine gute Redline auszulegen.
    • onese7en
      onese7en
      Bronze
      Dabei seit: 19.12.2010 Beiträge: 4.694
      Da stimme ich dir absolut zu, Zatox!

      Bei mir wars halt vor einiger Zeit der Fall, dass die Redline so steil nach unten ging, dass sie meine komplette Blueline egalisierte, die recht ansehlich nach oben stieg. So konnte ich halt zumindest tendenziell herauslesen, wo ich zu viele Verluste mache und das war eben in Spots, wo zu zu wenig gestealt, zu wenig gerestealt habe, zu spewy beim Barreln war, zu spewy beim Bluff3betten und in 3bet- und 4bet-Pots, usw. und da ist die Redline als sich halt schon nützlich.

      Dass es Unsinn ist, die Redline isoliert zu betrachten und "auf Teufel komm raus" irgendwie ins positive zu bekommen, sehe ich absolut genauso. Solange die Greenline stimmt, ist alles gut ;)
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Das mit der Redline ist nicht so wild, wie es vll. den Anschein haben mag. Du brauchst dazu auch eigentlich keine besonderen Videos oder so anschauen. Das was du brauchst ist besseres Handreading und Mut, keine Überskills.

      Wenn du dich stärker auf Ranges fokussierst, fällt dir öfter auf, wo Villains Range schwach ist und wo sie stark ist. Ist sie stark, folde früher. Wenn sie schwach ist, attackiere sie. Wichtig ist dabei dann auch, dass du auch den Mut aufbringst dein ganzes Magazin zu leeren, wenn es angebracht ist.

      GTO ist dabei nicht des Rätsels Lösung. Was dir hilft ist gutes Rangethinking und cojones.

      Beispiel:
      Villain openraist aus MP und du callst vom BU. Villain cbettet den Flop und du callst. Villain checkt den Turn und du bettest (abhängig von Villains Range groß oder klein). Villain callt. Was machst du am River? Wie siehst du Villains Range?
    • Walclol
      Walclol
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2009 Beiträge: 850
      Einige misinterpretieren meinen Beitrag über das ganze Redlinethema. Es sollte doch klar sein dass das Endziel die grüne Line ist und um es besser zu formulieren: wo gibt es noch Spots die man mit nonSD gewinnen kann.

      Weiters hat mich grundlegend interessiert was so ein "Redliner" macht weil ich es mir schwer erklären kann da bei solchen Spielern die Blaue und Rote quasi vertauscht sind.


      GTO ist dabei nicht des Rätsels Lösung. Was dir hilft ist gutes Rangethinking und cojones.

      Beispiel:
      Villain openraist aus MP und du callst vom BU. Villain cbettet den Flop und du callst. Villain checkt den Turn und du bettest (abhängig von Villains Range groß oder klein). Villain callt. Was machst du am River? Wie siehst du Villains Range?
      mmn hast du Renne01 vlt mein Problem am besten erkannt, aber entweder ich habe schlechtes timeing im Bezug auf Cojones oder ich nehme sie nicht immer in die Hand, aufgrund von "Erfahrungen" mit schlechtem Timeing weil sies ja "eh herocallen" auch wenn mein Handreading nicht wirklich Abseits war, nur dass Villans doch dann "weiter" herocallen als vermutet.

      ODER und das spielt ja mit dem beschriebenen Problem cojones zusammen, dass ich die Ranges einfach schlecht interpretiere weil es beispielsweise keine cb,xc,xf Range gibt ODER ich bette zu klein und traue mich nicht 2xPot Overbetten (cojones)

      Aber der Ragethinking Punkt ist sicher verbesserungswürdig und werde mich damit jetzt mehr beschäftigen.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Wenn die Leute dich herocallen, gibts dafür mehrere mögliche Gründe:
      - Du bluffst in den falschen Spots
      - Du bluffst gegen die falschen Gegner
      - Du bluffst nicht oft u/o groß genug (bezogen auf die Spots, wo Villain nicht polarisiert ist)

      In dem Beispiel, was ich kurz angesprochen habe, würdest du vermutlich ungern am River nochmal betten oder vll. nur halben Pott oder so. Häufig ist jedoch eine weitere große Salve sehr wahrscheinlich genau das was Villain braucht, damit er folden kann. Wenn Villain cbettet und dann check/callt, hält er sehr oft eine mittelmäßige Hand, die nicht viel Druck aushält. Du musst dann aber auch den Mut aufbringen und Villain auch aus dem Pott drücken. Dabei musst du dir auch kaum Sorgen um deine eigene Range machen. Soweit denken nicht so viele Spieler.

      Achte einfach auf Ranges, die capped oder polarisiert sind. Lässt sich nicht so schwer erkenne, weil die meisten Spieler ihre Ranges kaum durchmixen. Natürlich wirst immer mal wieder beim Bluffen erwischt, weil Villain auch immer mal nen crying Call machen kann oder zufällig hinten raus gehittet hat oder dich doch mal slowplayed. Longterm machst du aber nen schönen Profit, wenn du die gegnerischen Schwächen (also die schwachen Ranges) angreifst. Wenn du eine schwache Range siehst und der Gegner auch Hände loslassen kann (die meisten Regulars und die weak-tighten Spieler können das), solltest du diese Schwäche auch gnadenlos ausnutzen. Dabei ist noch wichtig, dass du deine Betsize richtig wählst. Gegen polarisierte Ranges braucht du nicht zu potten, sondern nur 1/3 oder 1/2 potsize betten. Ist die Range capped, musst du größer betten (potten oder overbetten) und teilweise auch mehr als eine Street. Achte außerdem auch noch darauf, dass du nur Hände mit Equity bluffst. Das stellt sicher, dass du nicht übertrieben aggressiv wirst und rumspewst und du kannst Villain noch aussucken, falls er mit einer starken Hand aufwartet oder sich dazu entschlossen hat loose runterzucallen.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Ich schreib am Mittwoch mal was zur Thematik, wenn ich wieder am rechner bin und bringe dann auch mal den post auf stand 2014 :)
    • Witz17
      Witz17
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2008 Beiträge: 807
      Deine Redline ist unabhängig von Deinem Spielstil auch sehr stark von Deinen Gegnern abhängig.

      Spielst Du primär gegen Regs, kannst Du mit guten Bluffs Deine Redline schön nach oben bringen, wenn Du im Gegenzug nicht zu tight auf Ihre Bluffs foldest.

      Spielst Du hingegen oft gegen Fishe und primär Callingstations... na viel Erfolg dabei, die mal wegzubluffen!
      Da heißt es brav folden (die Redline sinkt) und geduldig warten, bis man was trifft, dreimal kräftig bettet und seine Blue-Line zum Ausgleich weit nach oben katapultiert.

      Wie es Zatox sagt, entscheidend sind die Winnings, bzw. der EV.

      Wobei natürlich eine zu stark fallende Redline schon zu bedenken geben kann. Hat da nicht wer mal auch ne Zahl genannt in bb/100 ab der man sich Gedanken machen könnte? EroticJesus?

      Achja.. falls Du den ultimativen TIPP haben möchtest für eine super monoton steigende Redline.. immer betten und niemals folden! Aber stell dann keine Ansprüche an die Blueline ;)
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Der Funfakt trifft imo auch eher auf Highstakes zu, wo die Gegner halt viel mehr denken. Auf den Lowstakes wird aber mehr geklickt als gedacht, zu sehr die eigene Hand, als die eigene/Villains Range gespielt und die eigene Hand hittet halt nicht oft, weshalb man auf den Lowstakes auch noch viel Geld "via Redline" machen kann, was auf den Highstakes in vielen Spots unmöglich sein wird...

      In meinem ersten Vid zur Thematik Redline, habe ich gesagt, sinngemäß: "wenn du Probleme mit der Redline hast, dann schalte sie einfach aus".

      Die Redline hat sich im Laufe der Zeit zum Gift für Grinder entwickelt (so wie die all-in-EV-Linie das schon immer war), denn viele fokussieren sich zu stark drauf. Blueline zu Gunsten der Redline einzubüßen ist in Ordnung, Redline zu gunsten der Blueline einzubüßen ebenso, am wichtigsten dabei sollte halt obv sein, dass man sich auf die Winrate konzentrieren sollte, wie man gewinnt (longterm) ist dabei doch total irrelevant. Die letzen Improvements, die ich für mein Game getan habe, haben meine Redline auch fallen lassen.

      Mit Zahlen kann ich nicht dienen. Wenn ich aber einen Graphen sehe, der eine starke Blueline aufweist, ein stark fallende Redline und eine BE (+/- 2bb/100) Green-Line, dann ist der Fall eingetreten in denen meine Vids und mein Post schonmal gut weiter helfen sollten, denn in aller Regel sind es genau die Probleme, die ich anspreche.

      DIE Line gibt es nicht. Renne01 hat ja schon ein paar gute Punkte angesprochen.

      Weil der Post ja so viel Anklang gefunden hat, quote ich den hier noch mal und überarbeite ihn auch. (grüner Text ist neu).


      Original von eroticjesus
      Die Redline auf den Micros bis Smallstakes sollte aus Fehlern der Gegner resultieren und nicht abgefahrene Triplebarrel-Bluffs, die meist nichts bringen, oder fancy play usw, bzw. sicke herocalls, die leider meist -EV sind. Ich denke das bedeutet für dich "auf Redline spielen".

      Ein Crusher Graph auf den Micros/Smallstakes sieht so aus, dass Red und Blueline in etwa gleich sind und weit drüber ist die grüne Linie (obv Redline+Blueline halt^^). Die Redline kommt auf diesen Stakes von einem guten Spieler folgendermaßen zu Stande (imo stimmt das noch so, aber ich habe auch schon crusher-graphen gesehen, die das Gegenteil beweisen) :

      - massig stealen (wenn ein Villain seinen BB vs SB zu 80% foldet, dann snapraise ich 82o aus dem SB als openraise)
      Hier haben viele Regs leaks, die Redline würde hier schon min. 2bb/100 steigen, weil der Spot öfter vorkommt, als man denkt---> maxEV

      Das stimmt auch in diesem Jahr noch, wobei ich "exploitive" den bottom-Teil meiner Range folde, damit Villain auch sieht, dass ich mal folde und ich so einen sicheren Exploit behalte.

      - im Vakuum stealen ---> wenn BB callt und man eine Hand, die Preflop nur Stealequity hat (am BU oder CO), dann ist die Hand am Flop Geschichte, ausser Villain foldet auch noch zu oft auf Cbets oder man hittet 2 Pair+
      Hier fangen Regs oft an Fancy zu werden und schauen oft in einen lighten downcall am River, oder cbetten nur einmal und geben dann später auf, WOZU? Wenn man das lässt verhindert man ein Fallen der Redline und erhöht gleichzeitig die Overall Winnings--->maxEV

      Verbesserung: Hände die sich nicht in der planmäßigen default-Range befinden und als exploit gestealt werden, fallen in die Kategorie, wenn man bspw. 97s in der default Range hat und ein Board hittet auf dem man entsprechend bluffen will, dann sollte man mit dieser Hand (also mit seiner default-Range halt) auch entsprechend Poker spielen.

      - dünne Valuebets, die meisten Gegner machen eher schlechte Calls als schlechte Folds auf den Stakes, von daher sind dünne Valuebets essentiell, dass da denn öfter mal ne schlechtere Hand foldet ist normal, aber es kommt halt auf die Callingrange an, weiterhin kann man durch ne zu dünne Valuebet auch mal was besseres zum folden bringen)
      Ich muss immer wieder lachen, wenn Villain seine AA auf dem River behind checkt. Dünnes Valuebetten, vA vs. Fisch ist essentiell. Wird gefoldet, dann geht die Redline hoch und man ggf. einen Fehler gemacht, andererseits ist es kein Fehler, weil man dadurch aggressiveres, besseres Poker als die anderen spielt und noch schwerer zu lesen ist. Aufmerksame Gegner werden dich depolarisiert wahrnehmen, weshalb man bei ihnen öfter Equity mit einer polarisierten Range zum folden bringen kann. Insgesamt bringt dünnes Valuebetten ersteinmal mehr Winnings und durch einige folds auch eine steigende Redline.--->maxmaxmaxEV

      Das kann man immernoch so stehen lassen, denn auf den Lowlimits muss man nicht zwingend anfangen, eine dünne Valuehand zu checken, nur weils spieltheoretisch so sein sollte, wenn man noch schwächere Hände callen sieht.

      - dünn for Value squeezen, wenn Fisch vs Reg overcallt. Bspw KJo, die Hand ist vs Fischrange fast immer besser und man kann ggf. KQo oder gute Equity beim Reg zum folden bringen, wärend der Fisch mit einer schwächeren Range callt. Manche Fische spielen auch, und vor allem in 3bet Pots, fit or fold, weshalb man auch da Postflop viel Equity zum Folden bringt. Wenn beide folden ist das Resultat auch nice und viel einfach er zu spielen.
      Hier ist der Redlineboost obv und imo ist auch das ganze--->maxEV

      - b/f statt x/c, wenn man sich unsicher ist, was man machen soll (bsp. KK auf A high board im 3bet Pot oop, als Aggressor, oder Overpair oop am River bei blödem Runout).
      Nicht undbedingt/immer max EV, aber einfacher zu spielen und immer noch +EV ---> Redline erhöht sich, ohne perse -EV zu spielen

      - die line call Flop/fold turn oder noch schlimmer call flop/call turn/fold River mit marginaler Madehand ist quasi nicht vorhanden.
      Die Line ist eh fast nie +EV und hat ein starkes abfallen der Redline und Greenline zur folge, das weitestgehend zu lassen ist--->maxEV.

      Find das inzwischen Bullshit. Wenn man seine Hände ordendlich plant, mit entsprechenden defend-Ranges, dann geht es vollkommen klar, Hand x aus der Range, zwei mal zu callen um am River zu folden (wenn man den River nicht zu oft foldet, mit seiner Range obv). Wenn die Redline aufgrund eines soliden Plans fällt, der in sich +EV ist, dann ist es besser sie fallen zu lassen ;)

      - overbets for Value vs Fische. Die Redline steigt hier nur, wenn der Fisch seine Random Floats foldet, was für dich an sich schlecht ist und du ja auch solche Hände zum callen bringen willst. Der größte EV in der Overbet bspw mit AA auf Q96+ Flushdraw, liegt aber in der immer noch sehr weiten Callingrange (draws, Qx 9x usw.) die der Fisch einfach nicht foldet, hier liegt extremst Value. Das aber nur am Rande, weil es weniger mit Redline zu tun hat.
      Hier machen die Regs halt Fehler, weil sie trotzdem nur 2/3 betten und nicht den maximalen EV sehen, sondern den Fisch nicht verjagen wollen...lol


      - Die Line "one and done" gibt es nur als reinen Exploit (vs fof-Spieler) in einem Handplan eines guten Spielers. Ansonsten plant man seine Hand auf allen Streets durch und gibt entweder gleich am Flop auf, oder plant oft b/f b/f b/f, oder b/f x/r donkshove oder was auch immer, kommt halt drauf an, wichtig ist der Plan und nicht ---> Autocbet---> Villain callt oder raist ---> "mh wasn jetzt ?( "
      Dass das mit einem Anstieg der Redline einhergeht und immer maxEV ist, muss ich nicht erklären, denke ich. Aber hier machen auch noch die meisten Regs arge Fehler, leider sind die neuen PS.de Sachen da ganz gut, ich hoffe einfach es ist wie mit dem anderen guten Content, er wird konsumiert, aber an der Praxis wirds scheitern^^

      Auch hier hab ich nach meinem heutigen Wissensstand etwas zu weit ausgeholt -.- Ein Plan ist natürlich wichtig, sollte aber auch "cbet flop/give up later" beeinhalten. Würde man so "kompakt" spielen, wie ich es overall in dem Post geschrieben habe, dann wäre man in vielen Spots einfach zu gut exploitbar. Hier bsw. kommt das x/f-Leak zum tragen, was viele haben, die den beschriebenen Ansatz spielen.


      - viel 3betten IP. Coldcalls bringen nur bei guten Reads was. Hier muss man überlegen, was wirklich maxEV ist und zwar Spot für Spot, manchmal ist coldcallen maxEV, manchmal ist 3betten maxEV, manchmal ist folden maxEV. In der Praxis ist meist die 3bet das bessere play. Man hält seine 3bet Range weit, baut Druck auf und der Gegner ist unter Zugzwang, wenn man dann noch Postflop je nach Equity gut aggressiv bleibt, erhöht das die Redline nochmal und man spielt nur sehr selten -EV, vor allem bei gutem Handreading und Plan.
      Hier werden die Regs insgesamt immer besser, wobei ich auch auf NL200 noch sehr viele sehe, die viel aus den blinds 3betten und am BU meinen müssen eher coldzucallen, weil sie denken, sie können einen ausspielen, den readapt merken sie scheinbar gar nicht dabei. Es ist viel fieser den Gegner ständig IP zu 3betten, weil er hier viel mehr Fehler macht (großer Fehler ist dabei callen). Wie gesagt ist Fallabhängig, aber bei den meisten Holdings, die sonst geflattet werden ist eher die 3bet ---> maxEV

      Ich finde es inzwischen nicht mehr so "leaky", wenn jemand bspw. eine höhere 3bet-Frequenz aus dem SB, als vom BU aus hat. Bspw. wird eine 3bet-only Range aus dem SB vs. BU immer populärer. Dadurch, dass das defend-game in den Blinds immer weiter voran schreitet und viele Spieler mitbekommen haben, wie wichtig eine gute Defend-Strategie ist, ist es durchaus reasonable auch viel aggressiv zu defenden. Das hat aber auch viel damit zu tun, dass die Leute auch mehr stealen vom BU als zum Zeitpunkt meines Posts (dort wurde NL200 schon viel gestealt und hat sich imo auf den lowstakes auch durchgesetzt). Also weitere Stealranges sollten obv weiter attakiert werden, weshalb man gegen eine 60% BU-Range natürlich öfter aggressiv defendet, als gegen eine 25% CO vom BU.

      - tightes, am besten nittiges oop-Spiel vs. Raises aus frühen Positionen und 3bets oop. AQo vs UTG-Raise ist bei mir ein Standard-Fold. Dieses tighte folden hat meine Winrate in den Blinds ziemlich erhöht. Vs. Steals bin ich obv viel viel looser. Wenn man oop tight ist vs. frühe Raises, dann hat man kaum Spots, wo man guessing Game hat, oder viel gezwungen ist fof zu spielen. Das die Redline dadurch weniger fällt und auch die Greenline weniger angegriffen wird, sollte obv sein. Das gleiche gilt für calls oop auf 3bets. Gerade auf den Micros Smallstakes wird man seltener geblufft, als man denkt. Wenn Villain viel 3bettet IP dann kann man einiges machen um dagegen vorzugehen (wobei folden trotzdem oft noch die beste Line ist) und alle Ansätze (bis auf call Pre und dann durchcallen als Exploit und nicht weil man von seinen 3bets genervt ist) erhöhen die Redline, also das wären light 4betten oder callen mit dem Plan boards zu raisen, die Villain selten hittet. Ein weiterer Ansatz ist eine tightere Range zu openraisen, ob es die Redline erhöht, kommt eher auf Villains Verhalten an.
      Hier machen viele Spieler Fehler am laufenden Band, die ihre Redline oft stark angreifen (callen und fof spielen, keinen Plan haben, 4bet/folden usw.). Ein einfacher fold greift hier die Redline am wenigsten an und zwar meist 3bb auf eine Hand, wenn man openraist, oder halt mal 0,5 oder 1bb wenn man den Blind halt tight foldet

      Mit einigen Einschränkungen kann das so stehen bleiben. Den SB defend ich generell nur noch mit 3bets, ausser ich habe einen Grund. Das 3bet-Game ist imo schon aggressiver auf den Lowstakes geworden, weshalb man dort auch in Sachen passives defenden entsprechende Pläne haben sollte. Auch ein gesundes passives Defend-Game im BB wird immer wichtiger, weil die meisten Regs default sehr weit im BU openen. Das weiter auszuführen, würde eher in die Richtung defend-game gehen und hat weniger mit der Redline an sich zu tun.

      Deadmoney finden und abgreifen. Da gibts sehr viele Spots. Stealen bspw. wurde schon behandelt. Weiterhin gehts da auch wieder Richtung Leaks exploiten. Oder der Spot, CO raist, man callt am BU mit 55 und SB squeezed (er squeezed öfter) CO fold, man shoved halt. Das Deadmoney macht das Play +EV, vA weil man meist 45%+ Equity zum folden bringt, was niemals schlecht ist, vA mit dem Geld im Pot. Oder jemand packt den Deadblind, da sollte man any two isolieren, weil es einfach +EV und gratis Geld ist.
      Hier haben sehr viele Regs Probleme und das oft, ohne es zu wissen. Das Deadmoney abzugreifen erhöht die Redline nochmal und ist ---> maxEV

      - allgemeine Leaks der Regs exploiten wo es nur geht.

      Jeder Villain hat Leaks und viele Leaks, die bestraft werden, erhöhen oftmals die Redline von Hero. Da gibts halt einiges und würde den Rahmen sprengen.
      Die meisten Spieler spielen sowieso ihren Stiefel an 8+ Tischen runter, bis NL200 werden da die Fehler kaum bestraft, weshalb die Limits bis dahin extrem profitabel, vor allem für exploitative Spieler sind, weil ihre Fehler, die aus ihrem Ansatz resultieren kaum bestraft werden.

      Ausser der letzte Punkt, sind auch alles nur Basics. Da sind noch nichtmal Advanced-Konzepte, wie Merged-Range, Madehands in Bluff Turnen usw. drin, die die Redline nochmals erhöhen. Spieler die diese Basics nicht befolgen und Winnings ohne Redline haben, haben eigentlich nur Glück, dass die Games doch noch ziemlich soft sind. Aber keine Sorge, es wird auch so bleiben. Mit diesem Ansatz schafft man selbst auf NL10 eine positive Redline, weil man ganz andere Sachen angreift, als dumme downcalls der Geger.

      Befolgt man nun diese groben Richtlinien, dann gehts in Richtung maxEV play. Alle Richtlinien erhöhen im Endeffekt die Redline, ohne spewy oder zu bluffheavy zu werden und haben zT. viel mehr mit Passivität an richtiger Stelle, als mit purer Aggressivität zu tun.

      So sieht richtiges "auf Redline spielen" aus und das geht mehr Richtung Optimum, als das ganze nicht zu tun und steigert im Endeffekt die Winrate exorbitant, das die Redline dabei steigt ist normal, aber nur ein Nebeneffekt.

      Im Grunde ist das immer noch ein guter Leitfaden, für Playes die Redline zu Gunsten der Greenline beeinflussen, natürlich mit entsprechenden Anpassungen aufgrund eines besseren Wissensstand meinerseits + Entwicklung der Games. Natürlich gibt es noch viele andere Bereiche, die die Blueline erhöhen, aber es geht ja um Redline. Was in dem Post noch fehlt, wäre sowas wie capped Ranges angreifen, den Gegner vom Split moven, oder sowas in die Richtung, aber das werden meine Vids für die Redline abdecken.
    • Walclol
      Walclol
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2009 Beiträge: 850
      Top Beiträge! Danke!

      Jetzt bleibt nur noch studieren, grübeln, anwenden und eventuell Verbesserungen überlegen :)