Anwendung EV-Formel

    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Ich habe mal wieder die Videoserie Crushing NL50 von hasenbraten angesehen und da wurde im dritten Teil auf die EV-Formel eingegangen. Diese sollte ja allgemein bekannt sein und im Video wird gesagt, dass manche Leute diese Formel im alltäglichen Spiel anwenden. Natürlich sollte man diese in der Nachbereitung verwenden oder grob im Spiel abschätzen, ob eine Line profitabel ist, doch mich würde interessieren, ob es wirklich Leute gibt, die in jeder Situation im Spiel den EV berechnen. Finde diese Vorgehensweise ziemlich interessant, da man meiner Meinung nach sehr genau abwägen kann, welche Line die beste wäre und kann nicht viele Nachteile erkennen, sobald man die Formel schnell genug anwenden kann.

      Meine Fragen also:
      gibt es Spieler, die die EV-Formel permanent im Spiel verwenden?
      kann man jede Aktion im Spiel abhängig von der Formel machen oder gibt es weitere Faktoren, die einbezogen werden sollten?
  • 10 Antworten
    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Noch keine Antwort hierauf? Ist die Frage einfach zu blöd?
    • Benzodiazepin
      Benzodiazepin
      Coach
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      Dabei seit: 16.07.2009 Beiträge: 3.456
      nur die einfachsten ev berechnungen kann man in game im kopf lösen. das gilt vor allem für spots, wo ranges möglichst klar definiert sind und keine weiteren streets of play folgen, also all-ins und rivercalls. selbst dafür muss man kombinatorisch fit sein und häufige EQ-verteilungen auswendig kennen.

      sobald weite ranges aufeinandertreffen, man bluff und valueverteilung nur grob abschätzen kann, die finale potgröße aufgrund mehrere streets left unbekannt ist, etc lässt sich das im kopf nicht mehr bewältigen. dafür gibt es extra programme, vornehmlich cardrunners ev.
    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Mir ging es vor allem um diese Formel:

      EV = [FE*Pot] + (1-FE)*[Equity*(Gesamtpot-Einsatz-Rake) - (1-Equity)*Einsatz)]

      Hiermit kann man doch vor jeder Entscheidung den EV für eine bestimmte Aktion berechnen. Wenn ich nun immer die Aktion durchführe, die mir laut der Formel den höchsten EV verspricht, müsste ich doch theoretisch optimal spielen können.

      Es ist natürlich nicht möglich, jedes Mal hundertprozentig die richtige Entscheidung zu treffen und jedes Mal die Formel im Kopf anzuwenden, aber mich beschäftigt vor allem die Frage, ob die Faktoren in der Formel ausreichen, um optimale Entscheidungen zu finden.
    • mnl1337
      mnl1337
      Coach
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      Dabei seit: 13.01.2008 Beiträge: 15.462
      Selten. Manchmal wenn ich in einer Situation allin oder fold bin, dann überschlage ich bzw. weiß intuitiv wieviel FE ich benötige wenn ich diese oder jene Equity habe. Die FE im entsprechendem Spot ist dann ein Erfahrungswert. Genauer wird das aber wohl kaum jemand öfters ingame ausrechnen.
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Es wird Genies geben die das drauf haben.

      Ich habs leider nicht drauf. :D

      Dafür gibts ja letztlich einfachere Methoden, bestes Beispiel sind Odds&Outs. So kommt man zumindest in Spots mit Draws an eine grobe Equity heran und kann korrekte Entscheidungen treffen.

      Oder aber am Riverspot in Position wo du definitiv über 50% Equity brauchst um zu valuebetten. Das wird natürlich meistens grob abgeschätzt, aber durch Erfahrung sollte man sich longterm schon annähern.

      Bei dieser Rechnung musst du ja theoretisch Villains ganze Range kennen, du musst wissen wie sie sich postflop verhält (was foldet, was callt) und wie deine Equity gegen die weiterspielende Range aussieht.

      Und das dann noch über drei Streets - theoretisch hilft einem das alles weiter, aber wer die da ansatzweise korrekte Zahlen während des Spielens liefern kann - Respekt! :D
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von sebjel
      Es ist natürlich nicht möglich, jedes Mal hundertprozentig die richtige Entscheidung zu treffen und jedes Mal die Formel im Kopf anzuwenden, aber mich beschäftigt vor allem die Frage, ob die Faktoren in der Formel ausreichen, um optimale Entscheidungen zu finden.
      Natürlich, es ist ja alles drin was du brauchst!

      1) Villains komplette Range

      2) Der Teil der auf deine Bet hin foldet

      3) Die Equity gegen die weiterspielende Range


      Mit diesen drei Informationen könntest du optimale treffen.

      Oder was würde dir da noch fehlen? ;)
    • sebjel
      sebjel
      Bronze
      Dabei seit: 19.11.2010 Beiträge: 572
      Original von MiiWiin
      Original von sebjel
      Es ist natürlich nicht möglich, jedes Mal hundertprozentig die richtige Entscheidung zu treffen und jedes Mal die Formel im Kopf anzuwenden, aber mich beschäftigt vor allem die Frage, ob die Faktoren in der Formel ausreichen, um optimale Entscheidungen zu finden.
      Natürlich, es ist ja alles drin was du brauchst!

      1) Villains komplette Range

      2) Der Teil der auf deine Bet hin foldet

      3) Die Equity gegen die weiterspielende Range


      Mit diesen drei Informationen könntest du optimale treffen.

      Oder was würde dir da noch fehlen? ;)
      Ich bin mir eben nicht sicher, welche Rolle die zukünftigen Entscheidungen spielen. Manchmal gibt es ja z.B. Spots, wo eine Aktion zwar nicht den höchsten EV hat, man dafür aber durch diese Aktion in eine Situation kommt, die einen noch höheren EV bietet. Bestes Beispiel sind sehr loose Steals preflop, weil man weiß, dass Villain sehr oft auf CBets foldet.

      Wie kann man also den EV einer gesamten Line errechnen? Muss man dafür die EV's der einzelnen Aktionen zusammenrechnen oder gibt es dafür andere Formeln?
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Das ist leider kein Bronze-Content, sondern da sind wir im Gold/Platinum Bereich :/

      Vakuum Handanalyse.
      Steal-EV

      Ansonsten for free vielleicht interessant:
      Equity-Realisierungsfaktor

      Ansonsten zu deiner Frage: Man trainiert sein Gehirn abseits des Tisches auf Muster und während der Session hat man dann Orientierungspunkte. Ziel ist es also selten viel zu rechnen, sondern eher zu "wissen, wiedererkennen und evtl anzupassen"

      Vermutlich für dich interessant: Perfekte SessionReviews
    • Allin5288
      Allin5288
      Gold
      Dabei seit: 18.08.2006 Beiträge: 695
      Warum wird in der Formel vom gesamtpot der Einsatz abgezogen ?!
      Mann gewinnt doch den gesamten Pot mit seiner Equity und nicht nur den halben ?!
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Original von Allin5288
      Warum wird in der Formel vom gesamtpot der Einsatz abgezogen ?!
      Mann gewinnt doch den gesamten Pot mit seiner Equity und nicht nur den halben ?!
      Es ist ja nur der Teil der deinen Gewinn berücksichtigt.

      Und dafür musst du eben deinen Einsatz bringen.

      Beispiel: Du stealst am Button mit 1,5BB um die 1,5BB abzugreifen. Dein "Gewinn" danach kann 1,5Bb betragen - aber nicht 3BB. 3Bb reiner Gewinn stimtm eben nicht, weil du deine 1,5BB ja nur zurückbekommst.

      Wenn da 100BB im Pot sind und du 100BB nachlegen musst riskierst du eben 100BB die du verlieren kannst gegen 100BB die du gewinnen kannst - somit 50/50.

      Du kannst ja nicht als Verlust nur die 100BB annehmen, als Gewinn aber 200BB. =)