SB Openraising Adjustings (exploitation)

    • BReWs7aR
      BReWs7aR
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 26.03.2007 Beiträge: 7.740
      Hallo!

      Um mein Game noch ein bisschen zu optimieren, habe ich jetzt auch für jede Situation andere Betsizes eingeführt und mir immer mehr Gedanken dazu gemacht.
      Um das Problem näher zu beschreiben, gehe ich mal nur von Preflopsituationen im Headsup aus, da es Postflop ein wenig zu komplex werden würde.

      Ich betrachte nur eine Setzrunde, unter der Annahme, dass der SB nach dieser Setzrunde in Position weiterspielen wird und beide Spieler Postflop optimal gegen die jeweils andere Strategie spielen. (Ich hätte das auch Bu vs BB genannt, aber dann wäre der SB noch dazu gekommen und es würde die Situation unnötig verkomplizieren)

      Es geht erst einmal einfach nur um SB vs BB Situationen.

      Bezugsrahmen:

      Wir openraisen im SB auf 2x ca 85%. Die absoluten unplayable 15% Hands lassen wir weg. Der BB ist unknown und entwickelt eine Gegenstrategie, bei der er mehr als 55% seiner Hands foldet, 35% callt und 10% 3bettet. Wir exploiten ihn nun dadurch, dass wir anfangen, unsere Openraisingstrategie zu verändern und beginnen 100% zu openraisen auf 2x. Wir erzielen dadurch einen Autoprofit und es sollte die maxEV-Strategie darstellen. Im Laufe des Games entwickelt der Gegner wieder eine andere Strategie, bei der er nun 30% foldet, 50% callt und 20% 3bettet.

      Kurz gesagt: Wie müssen wir unsere Strategie(100% Openraise) gegen 55% Fold Preflop in eine Strategie gegen 30% Fold, 50% call und 20% 3Bet verändern, um den optimalen Exploit zu erzeugen?!


      Meine Gedanken dazu sind folgende:

      1. Wir überlegen uns eine mögliche Range des Gegners und passen unsere Range dagegen an. Wir folden also Hands, die gegen die Callingrange des Gegners schlechter performen, unter der Vorraussetzung, dass jede Hand eine FE von 30% besitzt. Also gilt es FE und EV der jeweiligen Range zu beachten.

      2. Wir passen unsere Openraisesize der Callingrange des Gegners an und vergrößern die Raisesize.

      a. um ihn dazu zu zwingen weniger zu callen?!
      b. um einen größeren Pot in Position zu erspielen?!

      3. Wir passen die Raisesize der Callingrange an und passen diesbezüglich auch unsere Openingrange an.

      4. Wir passen die Raisesize und Callingrange dahingehend an, dass wir berücksichtigen 30% FE zu haben und danach in Position weiter spielen zu können.


      Bei diesen Überlegungen tauchen eine Menge Fragezeichen bei mir auf.


      ?1?: Wo setzt man denn den unteren Schnitt einer Range an, um herauszufinden, welches die schlechteste Hand ist, die man durch den Positionsvorteil noch profitabel spielen(openraisen) kann?

      ?2?: Ist es besser die Raisesize zu erhöhen und die Range gleich zu lassen?

      ?3?: Inwiefern ist es besser die Range zu verkleinern ohne die Size anzupassen, um mit einer stärkeren Range gegen eine schwache zu spielen?!


      Als kleines Beispiel:
      Hero openraist Q5o und hat die Wahl zwischen 2x und 3x Openraises. Der Bigblind callt 100% seiner Hands auf 2x und 3x Openraises. Mit Q5o haben wir 50% gegen seine Range. Jetzt ist es sicher besser größer zu openraisen, da wir den Positionsvorteil haben.
      Was machen wir aber mit Q3o(48%EQ)? Größer openraisen? Kleiner openraisen? Folden? Wenn Q3o ein Openraise ist, bei welcher Hand setzen wir den Cut und folden? Wie kommt man auf diesen Cut? Probieren? Berechnen?





      Um mich richtig zu verstehen: Ich denke nicht, dass es hierfür eine dogmatische, richtige Lösung geben wird. Meine Fragezeichen müssen auch gar nicht alle beantwortet werden. Ich möchte lediglich dazu anregen, sich Gedanken darüber zu machen, wie man zu einer annähernd optimalen Lösung kommen könnte.



      Euer Brew :s_smile:
  • 10 Antworten
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Mit größeren Raisesizes würde ich nicht arbeiten, weil Villain dann wieder insta adapten kann.

      Ich finde das sehr interessant. Würde das gern genauer analysieren, wenn ichs hinbekomme -.-

      Dazu brauch ich aber paar Infos. Rake? Rakeback?

      geschätzte Equityrealsierung für:

      SB und BB im SRP

      SB im 3bet pot

      SB im 4bet pot

      Angenommene 3bet-Range vom BB.
    • BReWs7aR
      BReWs7aR
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 26.03.2007 Beiträge: 7.740
      Also wir haben ja schon im Skype darüber gesprochen. Ich denke um es einfacher zu halten sollte man 3Bet- und 4Bet-Pötte mal außen vor lassen. Rake und Rakeback sind natürlich mit einzubeziehen. Aber um es simpel zu halten, kann man es auch erst einmal missachten.


      Wie meinst du schätzt man denn die Equityrealisierung ein,
      1. gegen jemanden der den gleichen Skill besitzt wie man selbst?
      2. gegen jemanden den wir nicht ansatzweise kennen?


      Wieso schreibt hier keiner etwas dazu? Wegen diesem Thema werden doch jeden Tag neue Threads eröffnet. Entweder ich hab hier Poker fast gelöst und es getraut sich keiner das Thema zu hypen oder es versteht keiner ODER ABER es ist völliger Blödsinn der hier geschrieben wurde ;)


      Um es hier noch einmal anders zu beschreiben:

      Wir spielen gegen Unknown erst einmal GTO-Gameplan. Solange bis wir denken, erste Exploits gefunden zu haben, werden wir auch nichts an unserer Strategie adjusten. Dann bekommen wir irgendwann mit, dass die Samplesize für bestimmte Frequencies ausreicht, um daraus Schlüsse auf Villains Play zu ziehen. Man beginnt zu adjusten, um Villain zu exploiten.
      Die Frage war, wie adjusten wir unsere Range, wenn Villain plötzlich mehr callt Preflop. Wie wenn er mehr 3bettet, wie wenn er mehr foldet. Wobei die erste Frage eigentlich die ist, die am schwierigsten zu beantworten ist.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Original von BReWs7aR
      Also wir haben ja schon im Skype darüber gesprochen. Ich denke um es einfacher zu halten sollte man 3Bet- und 4Bet-Pötte mal außen vor lassen. Rake und Rakeback sind natürlich mit einzubeziehen. Aber um es simpel zu halten, kann man es auch erst einmal missachten.


      Wie meinst du schätzt man denn die Equityrealisierung ein,
      1. gegen jemanden der den gleichen Skill besitzt wie man selbst?
      2. gegen jemanden den wir nicht ansatzweise kennen?


      Wieso schreibt hier keiner etwas dazu? Wegen diesem Thema werden doch jeden Tag neue Threads eröffnet. Entweder ich hab hier Poker fast gelöst und es getraut sich keiner das Thema zu hypen oder es versteht keiner ODER ABER es ist völliger Blödsinn der hier geschrieben wurde ;)


      Um es hier noch einmal anders zu beschreiben:

      Wir spielen gegen Unknown erst einmal GTO-Gameplan. Solange bis wir denken, erste Exploits gefunden zu haben, werden wir auch nichts an unserer Strategie adjusten. Dann bekommen wir irgendwann mit, dass die Samplesize für bestimmte Frequencies ausreicht, um daraus Schlüsse auf Villains Play zu ziehen. Man beginnt zu adjusten, um Villain zu exploiten.
      Die Frage war, wie adjusten wir unsere Range, wenn Villain plötzlich mehr callt Preflop. Wie wenn er mehr 3bettet, wie wenn er mehr foldet. Wobei die erste Frage eigentlich die ist, die am schwierigsten zu beantworten ist.
      grobe Vermutung:

      Die up to Smallstakes-Spieler schreiben nichts dazu, weil sie sich dazu in aller Regel gar keine wirklichen Gedanken machen, die Midstakes+ Spieler schreiben nichts, weil sie ungern ihr erarbeitetes Wissen preisgeben wollen und so ein Post etwas länger ausfallen wird.

      Du kannst das aber alles irgendwo berechnen, was du da für Ranges im Groben spielen kannst. Ich hab das Ansatzweise in meinem Redline Feedback und Fragen Thread mal gemacht BBvsSB dort bin ich auch drauf eingegangen, wie man das berechnen kann, sollte dir eigentlich die entsprechenden Tools liefern.

      Mir macht sowas echt Spaß, nur hab ich atm keine Zeit dafür, weil ich mich um andere Bereiche in meinem Game kümmern muss, sonst wärs nen Snapcall für mich, das mal genauer zu durchleuchten.
    • Findblisch
      Findblisch
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2013 Beiträge: 1.213
      also ich finde das Thema durchaus interessant und kann spontan nicht mit der ultimativen Lösung aufwarten.

      würde mir das Thema gerne mit dir vornehmen

      allerdings würde ich das auch lieber via Skype tun

      kannst mich ja mal Adden im comtool
    • lust1gerMolch
      lust1gerMolch
      Bronze
      Dabei seit: 28.12.2008 Beiträge: 2.490
      würde es erstmal mit 100% equity versuchen zu lösen und dann einfach in eine ev formel packen.
      0.3*fold+0.5*equity*callpot+0.2*equity*3betpot (oder irgendwie so, hab jetzt nicht genau drüber nachgedacht aber du wirst wahrscheinlich wissen was ich meine) das ergebnis ist dann wahrscheinlich any2 und je nach postflop passivität deines gegners kannst du auch in die richtung gehen.

      fakeedit: crev sagt 82%, naja fast ^^
      edit: nee doch 100% hatte was vergessen. :f_cool:

      ist halt extrem vereinfacht aber ist keinesfalls blödsinn, sondern interessant :)

      liegt halt jetzt obv echt an den realisierungs faktoren, da kann ich dir aber leider auch nicht weiterhelfn also ist mein post sinnlos :|

      werd aber trotzdem draufklicken dann hab ich bald 2000
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Kann man eigentlich einzelne Hände einfach vernünftig performen lassen im CREV?

      Also einfach bottom-Range in Gruppen packen. Mit 97o hat man vielleicht nur ein R von 0,8, mit 42s vielleicht eher um die 0,9 IP. Da kommt man dann schon auf bessere Ergebnisse für die ganzen Kategorien, also man setzt halt pro Tree die einzelnen Gruppierungen ein, die keinesfalls 100% EQ-Realsierung haben, würde das gehen, oder wirds fehlerhaft?

      Edit: Mit 100% kann man nicht rechnen imo, weil es zu viele Hände in der Range gibt, die da nicht ranreichen und dann gibts welche, die zu mehr als 100% ihre Equity realisieren.
    • habeichja
      habeichja
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2007 Beiträge: 7.053
      habe nicht alles gelesen, aber im Bezugsrahmen du openraist 85% und er foldet 55? Was sind denn das für Annahmen?
    • Findblisch
      Findblisch
      Bronze
      Dabei seit: 04.05.2013 Beiträge: 1.213
      Original von eroticjesus
      Kann man eigentlich einzelne Hände einfach vernünftig performen lassen im CREV?

      Also einfach bottom-Range in Gruppen packen. Mit 97o hat man vielleicht nur ein R von 0,8, mit 42s vielleicht eher um die 0,9 IP. Da kommt man dann schon auf bessere Ergebnisse für die ganzen Kategorien, also man setzt halt pro Tree die einzelnen Gruppierungen ein, die keinesfalls 100% EQ-Realsierung haben, würde das gehen, oder wirds fehlerhaft?

      Edit: Mit 100% kann man nicht rechnen imo, weil es zu viele Hände in der Range gibt, die da nicht ranreichen und dann gibts welche, die zu mehr als 100% ihre Equity realisieren.
      Bin nicht ganz sicher, ob ich verstanden habe was du willst.

      Ich glaube alles zusammen zeitgleich für alle Hände geht nicht, falls du das gemeint hast.

      Aber du kannst dir halt den Tree mit Villains Ranges,Frequenzen und Sizings basteln und nimmst dann immer eine Gruppe deiner Range und lässt das ausrechnen. Das geht.

      Sollte die Frage noch anders gemeint sein einfach nochmal anders stellen pls.
    • eroticjesus
      eroticjesus
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 4.875
      Ja, so meine ich das und ich weiß auch, dass das geht, die hautpsache ist ja, ob das Impact auf die Gesamtberechnung hat, als wenn man halt mit der gesamten Range rechnet, aber ich glaube CREV nimmt ja immer alle Hände aus der Range und ermittelt dann den Gesamt-EV sowie halt EV Hand für Hand, also sollte das wohl möglich sein^^
    • lust1gerMolch
      lust1gerMolch
      Bronze
      Dabei seit: 28.12.2008 Beiträge: 2.490
      wie sind denn deiner meinung nach die realisierungs faktoren für verschiedene handtypen? hast das schonmal irgendwie nachgerechnet oder so?