Theory of Poker - Effective Pot Odds

    • MateoGrando
      MateoGrando
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      Dabei seit: 28.08.2014 Beiträge: 172
      Ich lese gerade (mal wieder) Theory of Poker, und bin dabei über das Kapitel zu den Effective Pot Odds gestoßen. Slansky beschreibt dort, dass man seine größere Pot Odds braucht, wenn man einen Draw callen möchte und es sich um den Flop handelt. Seine Argumentation ist, dass man zweimal callen muss, um beide Karten zu sehen und dies mit in die Berechnung der Pot Odds einfließen lassen muss.

      Mir erscheint das nicht logisch. Schließlich berechne ich meine Outs und Odds nur für die nächste Karte und evaluiere danach neu?
  • 4 Antworten
    • Favorityz
      Favorityz
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      Dabei seit: 11.05.2010 Beiträge: 687
      Du evaluierst zwar neu, aber auf Flop und Turn doch auch im Hinblick auf zukünftige Streets. Warum solltest du zB einen Draw callen, wenn du nicht wissen würdest, dass er dir dann in zukünftigen Streets Geld bringt.
      Und natürlich sind die zukünftigen Möglichkeiten dich zu verbessern am Flop am höhesten. Schließlich siehst du noch 2 Streets.

      Je niedriger die Pot Odds desto eher kannst du callen. Bei einer AI - Entscheidung am Flop hättest du zwei Streets um dich verbessern zu können, daher höhere probability und daher dürfen auch die Pot Odds höher sein um profitabel callen zu können.

      1:2 > 1:3
    • MateoGrando
      MateoGrando
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      Dabei seit: 28.08.2014 Beiträge: 172
      Original von Favorityz
      Du evaluierst zwar neu, aber auf Flop und Turn doch auch im Hinblick auf zukünftige Streets. Warum solltest du zB einen Draw callen, wenn du nicht wissen würdest, dass er dir dann in zukünftigen Streets Geld bringt.
      Am Flop ist immer Geld im Pot, d.h. wenn mein Draw ankommt, gewinne ich immer Geld. Das mehr Geld reinkommt kann man reinrechnen, dass sind dann die Implied Odds.

      Um zu beschreiben, was ich meine, ein Beispiel aus dem Strategieartikel hier: http://de.pokerstrategy.com/strategy/others/2279/1/

      Das Kartendeck hat 52 Karten. Fünf davon sind dir bekannt. Zwei hältst du auf der Hand und drei liegen am Flop. Es bleiben 47 unbekannte Karten, die am Turn kommen können. Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit, am Turn einen Flush zu machen:

      9 Outs / 47 mögliche Karten = 0,19 = 19% ~ 4 zu 1.


      4:1 ist also die Chance, meine Hand am Turn zu machen. Zu diesem Zeitpunkt ist der River noch garnicht mit eingerechnet. Es geht also nur um den Turn. Am Turn selber rechnet man dann erneut, es sind weiterhin 4:1 und die Pot Odds haben sich verändert, je nach Action am Flop und am Turn, bevor man selber dran ist.

      Was ich nicht verstehe, ist wie Effective Odds hier reinpassen. Wie gesagt, für mich spielt der River am Flop noch keine Rolle, jedenfalls nicht wenn ich mit Odds/Outs rechne. Evtl. rechne ich mit Playability, überlege mir eine Line mit der ich am günstigsten zum River komme usw., aber das sind Konzepte die von vielen anderen Faktoren neben denn Odds bestimmt werden.

      Auch habe ich z.B. hier in der Strategysektion noch nichts von Effective Odds gelesen. Warum?
    • Favorityz
      Favorityz
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      Dabei seit: 11.05.2010 Beiträge: 687
      Original von MateoGrando

      4:1 ist also die Chance, meine Hand am Turn zu machen. Zu diesem Zeitpunkt ist der River noch garnicht mit eingerechnet. Es geht also nur um den Turn. Am Turn selber rechnet man dann erneut, es sind weiterhin 4:1 und die Pot Odds haben sich verändert, je nach Action am Flop und am Turn, bevor man selber dran ist.

      Was ich nicht verstehe, ist wie Effective Odds hier reinpassen. Wie gesagt, für mich spielt der River am Flop noch keine Rolle, jedenfalls nicht wenn ich mit Odds/Outs rechne. Evtl. rechne ich mit Playability, überlege mir eine Line mit der ich am günstigsten zum River komme usw., aber das sind Konzepte die von vielen anderen Faktoren neben denn Odds bestimmt werden.

      Auch habe ich z.B. hier in der Strategysektion noch nichts von Effective Odds gelesen. Warum?
      Hier meinst du wahrsch. River.
      Mir war der Begriff der "Effective Odds" vorher auch relativ unbekannt bzw. verstehe unter seiner Bedeutung ähnliches wie die implieds.
      Habe aber dazu was im Netz gefunden. Da werden die Effectives als das ratio zwischen der Menge, die du zu callen hast und die Menge, die du am Ende der Runde im Pot erwartest beschrieben.
      Handelt es sich also zB um einen multiway-pot und du hälst einen FD, kriegst aber nur 1:3 pot odds hinter dir agieren aber noch Spieler, so adjustierst du quasi deine pot odds, weil du erwartest, dass noch zukünftige Spieler miteinsteigen, und du so profitabel bzw. be callen kannst.
    • MateoGrando
      MateoGrando
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2014 Beiträge: 172
      Original von Favorityz
      Habe aber dazu was im Netz gefunden. Da werden die Effectives als das ratio zwischen der Menge, die du zu callen hast und die Menge, die du am Ende der Runde im Pot erwartest beschrieben.
      Handelt es sich also zB um einen multiway-pot und du hälst einen FD, kriegst aber nur 1:3 pot odds hinter dir agieren aber noch Spieler, so adjustierst du quasi deine pot odds, weil du erwartest, dass noch zukünftige Spieler miteinsteigen, und du so profitabel bzw. be callen kannst.
      Na das macht Sinn. Muss ich mir heute Abend nochmal durchlesen. Klar, wenn hinter mir jemand raisen kann, muss ich das mit reinrechnen. Genauso wenn ich z.B. mit den Flushdraw eine Bet calle und hinter mir sind zwei weitere, bei denen ich davon ausgehe, dass sie ebenfalls callen. Danke!