Handanalyse

    • Nilbob
      Nilbob
      Platin
      Dabei seit: 07.01.2012 Beiträge: 297
      Guten Morgen,

      hab mir heute mal vorgenommen ein Hand die ich gestern gespielt habe zu analysieren. Würde euch bitten hier zu schauen ob ich das richtig gemacht habe.

      Villain: 20/16/7,7 3bet/ 63 ft3bet / cbet Flop 71 / Turn 40 / River 67 (6)

      folgende Hand:
      Poker Stars, $0.25/$0.50 No Limit Hold'em Cash, 6 Players
      Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

      SB: $19.99 (40 bb)
      Hero (BB): $54.66 (109.3 bb)
      UTG: $51.76 (103.5 bb)
      MP: $59.59 (119.2 bb)
      CO: $80.43 (160.9 bb)
      BTN: $50.75 (101.5 bb)

      Preflop: Hero is BB with K Q
      UTG folds, MP raises to $1.29, 3 folds, Hero calls $0.79

      Ich defende hier gegen Villain ungefähr folgende Range:
      QQ-66,ATs+,KTs+,QTs+,JTs,T9s,AQo+,KQo , insgesamt 109 Kombinationen

      Flop: ($2.83) 5 6 K (2 players)
      Hero checks, MP bets $1.63, Hero calls $1.63

      Villain bettet hier 1,63 um einen Pot von 4,46 zu bekommen, braucht also ca. 37% FE. Ich spiele auf diesen Board folgende Hände weiter:
      QQ-66,AKs,KTs+,AhQh,AhJh,QhJh,AhTh,QhTh,JhTh,Th9h,AKo,KQo,AhQd,AhQs,AhQc
      insgesamt 79 Handkombinationen. Ich folde also in diesen Spot (79/109) ~28% meiner Hände, somit hat Villain am Flop kein Autoprofit. Von diesen Händen raise ich folgende Kombinationen 66, AKo,AKs ( 15 Handkombinationen)
      Also kommen wir zum Turn mit insgesamt 64 Handkombos.

      Turn: ($6.09) 7 (2 players)
      Hero checks, MP bets $3.51, Hero calls $3.51

      Am Turn bettet Villain 3,51 um 9,6 zu bekommen, sprich wieder um die 36% FE. Von meinen 64 Handkombos defende ich nun folgende:
      77,QdQh,QhQs,QhQc,KTs+,AhQh,AhJh,QhJh,AhTh,QhTh,JhTh,Th9h,KQo,AhQd,AhQs,AhQc,
      das sind 34 Kombos , ich folde also (34/64) 53% aus meiner Range, was Villain am Turn praktisch autoprofit gibt.
      Von diesen Handkombos würde ich 3 raisen, die nutflushes : AhTh,AhJh,AhQh
      Ich komme also zum River mit 31 Kombos

      River: ($13.11) 5 (2 players)
      Hero checks, MP bets $10.03, Hero folds

      Am River bettet Villain 10 um 23 zu bekommen, entspricht ca. 43% FE. Ich hab ingame jetzt KQ gefoldet, weswegen ich mich dann im nachhinein gefragt habe ob ich hier dann nicht zuviel folde. Wie ich jetzt sehe würde ich nur noch 13 Hände defenden:
      77,KJs-KTs,QhJh,QhTh,JhTh,Th9h , was also 13 Kombinationen entspricht.
      Raisen würd ich hier dann 77
      Ich folde hier also (13/31) 59% meiner Range, womit ich Villain hier wieder Autoprofit gebe. Wenn ich aber KQs/KQo calle , defende ich 25 kombos und folde also nur 20% meiner Range und gebe Villain kein Autoprofit.

      1) Wäre KQ hier am River foglich ein Call?
      2) Stimmen meine Berechnungen überhaupt?
      3) Ich habe jetzt in jeden Spot eine Value raising Range, aber keine Bluff raising Range. Müsste ich die mir hier auch noch aufbauen (zum Verhältniss 2:1?)


      Results:
      $13.11 pot ($0.72 rake)
      Final Board: 5 6 K 7 5
      Hero mucked K Q and lost (-$6.43 net)
      MP mucked and won $12.39 ($5.96 net)
  • 1 Antwort
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.535
      War jez grad zu faul die Kombos u. Berechnungen zu kontrollieren. Ist schon spät für mich heute. Ich glaub dir aber, dass du dich nicht vertan hast. Sind ja auch keine schweren Rechnungen. :)

      Am Flop hast du dich entschieden auch AK in die Raisingrange reinzunehmen. Dabei musst du immer dran denken, dass du damit Toppairs blockst. Wenn du trotzdem genug Hände callen siehst, ists ok. Wichtig ist dabei also, dass du nicht automatisch auf Raise klickst, wenn du hohe TPTK Hände floppst. Wenn das Board zB. K22 kommt, würd ich keine Hand raisen und alles flatten. Eine Ausnahme kann sein, dass ich trotz der wenigen guten Hände in Villains Rane raise, wenn ich glaube ihn reinlullen zu können. Dann vorzugsweise mit Minraises.

      Am Turn bettet Villain nicht übermäßig viel weiter, am River wieder mehr. Das könnte bedeuten, dass er am Turn gern mal Bluffs aufgibt, Potcontrol betreibt, die Sample klein ist,...
      In solchen Fällen helfen WWSF und W$SD Werte aus. Daran kann man gut ablesen, ob er zu viel blufft oder zu passiv spielt. Du gibst ihm wohl ein bisschen Credit, imo aber erstmal zu viel. Was ist zB. mit JJ oder TT? Du gibst am Turn recht viel auf, und am River dann nochmal. Da bleibt nicht mehr viel übrig. Auf kleineren Stakes machen das viele Regs, was aber gut sein kann. KQ ist meistens die Grenzhand zwischen Call und Fold.

      Wenn Villain merkt, dass du hinten raus gern foldest:
      Einfacher Exploit gegen dich -> bet - bet - bet mit allerhand Müll. Dass du dabei noch so ehrlich raist, macht das Ganze für Villain noch einfacher. Du raist, er foldet. Du callst, er bettet weiter. Du brauchst also einerseits ein paar Bluffs in der Raisingrange (Backdoors, Gutshots mit OC etc., zB. AxQh )und auch mal ein paar Floats (auch zB. AxQh in dem Spot), je nachdem was das Board eben hergibt. Wenn das Board nicht viel bietet, musst du deine Raisingranges eben kleiner halten. Für die Floats gilt das ebenso. Oder du lässt eine Range weg. Auf sehr trockenen Flops macht es zB. Sinn, die Raises wegzulassen. Das Problem wär sonst nämlich, dass die eigene Callingrange darunter leiden würde.

      Wenn du hinten raus KQ folden willst, kann das, wie gesagt, gut sein. Wenn du aber AK noch for Value raist, ist die stärkste Callhand KQ und sollte auch nicht so einfach weggelegt werden. Da würd ich die Grenze defaultmäßig schon etwas niedriger ziehen, also bei KJ. Ob die jew. Grenzhand dann noch ein Call oder schon ein Fold ist, muss man individuell entscheiden. Da hilft einerseits die Berechnung, wie du sie ansatzweise gemacht hast. Was aber einfacher ist und auch besser hilft, ist, sich frühere Spots mit Showdown zu merken bzw. ne Note zu machen. Für die häufig wiederkehrenden Spots macht das sehr viel Sinn. Die Note verrät dir dann, wie loose Villain am River bettet.

      Von "Autoprofit verhindern" zu reden und dann zwei Streets deutlich zu viel zu folden, ist natürlich nicht ideal. Außerdem hast du keine Checking- und Bettingranges für Villain aufgestellt (vll. nur zu faul beim Handposten oder generell?). Die würdest du aber brauchen, um zu wissen, welche deiner Hände du in welche Range packst und vorallem um zu wissen, wie du konkret vom "Optimum" abweichen willst (Exploitation, weil maxEV). Du machst das nach dem Prinzip "irgendwie übern Daumen". Damit spielst du irgendwie so GTOisch und dann doch nicht, weil zu mühsam. Am Ende spielst du wieder so wie immer, fällst also zumindest teilweise ins gewohnte Muster zurück und spielst dadurch nicht besser als vorher. Und wenn du das GTOische durchziehst, gewinnst du vll. sogar weniger als vorher, weil du fast nie maxEV spielst. Das ist imo vll. DAS Leak 2014. Mittlerweile versuchen schon sehr viele Leute Autoprofite zu verhindern ohne tiefergehend nachzudenken. Meistens ist das "stinknormale" Exploitation-Game viel besser, vor allem dann, wenn die Gegner sich nicht richtig wehren können, was auf NL50 oft der Fall ist. Klar werden viele Regs anfangen zu 4betten, wenn du viel 3bettest. Isoliert betrachtet, schauen die Preflopranges sicher schon recht solide aus. Wenn du deine 3Betsize aber sehr klein wählst, passen ihre gewohnten Ranges nicht mehr so gut, sie fangen an mehr zu callen als zu 4betten, haben dann aber weiterhin ihre Schwierigkeiten im 3Bet Pot, weil die einen am Flop oder ab dem Turn viel folden, die anderen vll. zu light broken etc. Warum soll ich gegen solche Leaks einfach nur Autoprofit verhindern, wenn ich selbst ordentlich Profit generieren kann? Die Autoprofitgeschichten sind schön und gut, sollten imo aber nur als sicher Hafen angesehen werden, wenn gegen einen bestimmten Gegner garnichts geht.

      So, jetzt bin ich etwas abgeschweift. Ich hoffe aber, dass dir das trotzdem weiterhilft. Die Hand ist hier bis jetzt untergegangen. Poste deine Hände nächstes Mal besser ins HBF. Dann musst du nicht so lange warten. :)