Leakanalyse - NL10FR

    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Hi Leute!

      Ich bin recht verzweifelt, da ich anscheinend nicht mal NL10 FR schlage. Ich denke, dass ich vor allem grobe Postflop Leaks habe und auch sehr schlecht im Blinddefenden bin. Ich will mich jetzt auf meine Leaks stürzen und konzentriert an wenigen Tischen an mein Spiel arbeiten. Ich poste einfach mal Stas + verschiedene Graphen. Würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere einen Rat für mich hat.

      50k Hände NL10 FR - Gesamtübersicht


      Filter: VPIP


      Filter: SB und BB


      Filter: VPIP für SB und BB



      Wenn ich mir jetzt nur mal die Grafen mit den Filtern anschaue, fällt mir auf, dass ich mit -10bb/100 NonSD Losses ein extremes Problem habe. Anscheinend performe ich ganz gut, wenn ich freiwillig in der Hand bin, siehe VPIP. Auch wenn ich im SB und BB eine Hand spiele. Also würde mein Fazit hier erstmal sein, dass ich viel zu wenig die Blinds defende? Deshalb hier auch mal Stats:





      Fold Sb to Steal ist 90%
      Fold BB to LP Steal ist 71%

      Aus Unsicherheit wird mein game immer schlechter, ich bluff 3bette kaum noch und habe Angst vorm Defenden. Wo soll ich anfangen?
  • 16 Antworten
    • manic0712
      manic0712
      Bronze
      Dabei seit: 12.04.2007 Beiträge: 5.734
      du 3bettest viel zu wenig am BU und im SB.
      und wenn 2bet %fold der fold to 3bet wert ist foldest du schon ne ganze menge auf 3bets.
      und dein W@SD ist mega hoch. sieht so aus als ob du nur mit nutz+ zum showdown kommst.

      mit -10bb Non SD losses kannst du trotzdem solider winner sein.
      kann auch einfach nen betsize problem sein.
      das sieht man an den stats aber nicht
    • ENEMYfu
      ENEMYfu
      Bronze
      Dabei seit: 15.09.2012 Beiträge: 285
      Also du defendest definitiv zu wenig in den Blinds, man kann bei dir any2 stealen und hat autoprofit. Heißt überlege dir defending/3-betting ranges in den Blinds.

      Mit 3% 3bet bist du halt sehr right, sodass dein Gegner eig. alles außer QQ+ AKs wegschmeißen kann. Versuch auf 5% zukommen, in der Videosektion gibts auch von Benzo z.B. ein Video zu 3-bets. Zudem macht Bierbear grad eine Videoreihe über Preflop Ranges, auch 3-betting / 3-bet-calling ranges etc. - Mastering the Preflop Game heißt der Kurs!


      Zudem foldest du zuviel auf 3-bets. Mit 80% kann man dich wieder theoretisch mit any2 3-betten und hat autoprofit, siehe oben halt 3-bet Callingranges einfallen lassen!


      Hoffe konnte ein wenig helfen!


      Gibt mit Benzo und Samy auch sehr preiswerte Coaches, vllt. sind 2-3 Stunden Coaching sehr hilfreich!
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Ok ich versuche mal anzufangen, mir eine Range für den BU vs BB 3bet zu basteln. Ich mach einfach mal drauf los und ihr könnt mir sagen, ob das richtig ist. Als erstes versuche ich mal weniger zu openraisen im BU und etwas mehr vs 3bets zu defenden. Wenn ich besser werde in dem Spot, kann ich ja langsam wieder an die 60% Range ran. Ich nehme erstmal eine 46% Range. Es geht quasi erstmal gegen unknown:





      Hade die Openraise Range genommen, daraus die nötige Defend Range vs 3bets genommen, um kein Autoprofit zu geben. Danach die Range aufgeteilt in Call/4bet broke/4bet bluff 1:1 ratio

      Ist der Ansatz richtig? Evtl aber nicht volle 30% der Range defenden, wegen Populationstendenzen? Und wie genau errechne ich jetzt meine Defendingrange mit gegebenen 3bet Werten des BB?

    • Sailor80
      Sailor80
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2013 Beiträge: 1.386
      Hy

      Also ich weiß das FaLLout in seinem letzten Zoom Coaching genau diese Ranges konstruiert hat. Vielleicht hilft es dir weiter. In der Video-Sektion sind die Coachings hinterlegt.

      Gruß Sailor
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Dein Graph zeigt ganz schön deine Foldleaks. Du gibst einfach zu leicht und oft auf. Blindefense ist ein Punkt. Da kannst du mehr defenden. Vor Autoprofit musst du dich aber kaum schützen. Wenn du nicht BB vs SB spielst, helfen quasi mehrere Spieler zusammen, um dem Raiser das Leben schwer zu machen. Deshalb reicht es idR. 20-30% zu defenden. Wieviel du davon callst und 3bettest, hängt von Villain ab. Wenn er gern callt, bieten sich lighte Value3Bets an. Wenn er wenig callt, passt ne polarisierte Range besser. Meistens wird ip aber viel gecallt. Wenn er postflop viele Fehler produziert aber gegen 3Bets fast alles foldet, ist ein Call oft die beste Option. Overall darf der 3Bet Wert auch über 6-7% liegen. Aber auf den Wert solltest du dich nicht konzentrieren. Versuch dich auf den Gegner zu konzentrieren, sodass sich deine Werte quasi von alleine ergeben. Was sich oft als 3Bet eignet, ist zb. TT+,AQ+, was man auch oft vs. 4Bet broken kann, zzgl. Bluffs.

      Postflop solltest du auf dein Barrelverhalten achten und dabei in erster Linie auf Villains Range. So weißt du besser, wie oft du weiterballern darfst, seis als Bluff oder for value. Frag dich immer, welche guten Karten am Turn und River kommen können, auf diehin du oft weiterbluffen kannst, immer unter Rücksichtnahme auf Villain. Was foldet er gegen 1, 2, 3 Bets. Was raist er und wie exakt nimmt er Heros Range wahr? Je weniger er auf deine Range achtet, desto weniger musst du auf deine repräprsentative Range achten. Vor allem gegen Microregs heißt das, dass du oft bluffbarreln kannst. Wenn Villains Range gut trifft, solltest du deine CBet Frequenz deutlich runterfahren, weil du wenig FE hast. Da du öfter bluffbetten solltest, solltest du entspr. auch öfter, also dünner valuebetten, also öfter bet/folden und seltener check/callen, wieder abhängig von Villain.

      Wenn du nicht PFA bist, musst du noch mehr auf Villains Range aufpassen. Oft kannst du weake Lines entdecken, die du entspr. angreifen solltest. Weake Lines sind oft jene, die einen Check des PFAs beinhalten. Gegen Regs hast du oft viel FE, die du nutzen solltest. Dafür brauchst du aber Mut, Rangeverständnis sowieso. Mut/Cojones ist gefragt, weil Villains Range in solchen Spots oft capped ist und viele mittelmäßige Hände enthält. Um den größten Teil einer capped Range rauszudrücken, muss man groß bluffen, vorausgesetzt, dass Villain keine Station ist. Wenn Villain dabei wenig auf Heros Range achtet, muss Hero auch wenig darauf achten, was zu reppen.

      Gegen polarisierte Ranges solltest du deine Sizes eher klein wählen, weil Villain entweder sehr stark oder sehr schwach ist. Willst du bluffen, reicht oft ne kleine Size von 1/3 Potsize oder noch kleiner. Gegen capped Ranges, die viel mittelmäßiges Zeugs enthalten, musst du oft größer setzen, um Folds zu bekommen, im Bereich voller Potsize oder drüber.

      Im Wesentlichen gehts bei Redline Leaks also ums Bluffen. Valuebetten kannst du ja offensichtlich schon. Aber auch beim Valuebetten solltest du oft versuchen noch dünner zu betten. So bekommst du noch etwas mehr Value durch lighte Calls. Zum Teil hebt das auch deine Redline, weil Villain nicht jede Valuebet callt.

      So, ich hoffe, das hilft dir weiter. Ich hab versucht es allgemeiner zu halten und bin nicht auf deine Stats eingegangen, weil die einzelnen Werte aus den Foldleaks entspringen. Die Foldleaks wiederum haben ihren Ursprung immer im mangelnden Rangeverständnis oder im Vernachlässigen des Rangethinkings aka weaker Autopilot. Und oft mangelt es an den Cojones. Wenn man eine Schwäche in Villains Game findet, ist es nicht so easy diese hart zu attackieren, weil man dafür oft viele Chips in die Hand nehmen muss. Deshalb ist es auch wichtig, nicht zu hohe Limits zu spielen.
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Danke für die umfangreiche Antwort Rene. Es ist teilweise so, dass ich theoretisch viele Dinge weiß, die du schilderst. Wenn ich all diese Informationen habe, ahne ich in etwa was richtig ist. Was ich aber feststelle, sind die oft fehlenden "cojones" :D Ich zieh die Sache zu selten durch, bzw nur an einer oder zwei streets und folde dann Turn oder River.
      Was mir aber noch viel mehr Probleme bereitet, ist das Spiel vs Unknown. Und da NL10 stark fluktuiert ist, habe ich oft nicht die nötigen Informationen. Ich will also erstmal ein Plan vs Unknown machen und daran meine exploit Strategien ableiten. Ich habe quasi keine Bluff 3bet/4bet/2nd+3rd barrel Ranges vs Unknown. Daher habe ich erstmal versucht die Situation oben zu konstruieren. Ist da von der Herangehensweise denn richtig?
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Das ist auf jeden Fall ne gute Idee. Dabei würd ich die Ranges aus der Strategiesektion als Grundlage heranziehen und schauen, wo ich diese angreifen kann. Ich weiß aber nicht, wie aktuell und realitätsnah der/die Autor/en die Dinger gebaut hat/haben. Auf den ersten Blick sehen die Ranges aber realistisch aus. Bluffs brauchst du schon, außerhalb des Blindbattles aber nur wenige. Wenn du in die Videosektion nach Renne01 suchst, findest du ein paar Blufflisten, die du als Grundlage nehmen kannst. Je nach Tightness deiner Games müsstest du sie vll. noch etwas tighter machen. Sie sind aber bereits auf der tighten Seite, weil eben auf den Micros noch ehrlicher gespielt wird als auf den Midstakes.

      Postflop solltest du auch nen groben Plan vs. Unknown haben. Der sollte drauf rauslaufen, dass du light valuebettest und vs. Weakness light bluffst.

      Versuch aber immer möglichst schnell ne Schublade für deine Gegner zu finden, also erstmal im Sinne ABC Reg, good Reg (verhältnismäßig), LAG, Station,... also ganz grob. Dann läufst du weniger Gefahr jemanden sinnlos mit Bluffs zu füttern.

      Das Cojones-Problem ist ein sehr teures, weil du oft 'Deadmoney' bist. Das sind aber viele andere Spieler auch. Also versuch das Problem zeitnah zu lösen. Dann geht deine Redline durch die Decke anstatt durch den Kellerboden.

      Viel Erfolg und dann Spaß beim Exploiten.

      Edit: Erklär mir bitte deine geposteten Ranges. Wie bist darauf gekommen, was hat du dir dabei gedacht? Was ich daran gut und was weniger gut finde, lass ich mal außen vor.

      Btw. würd ich nicht so sehr an "Autoprofit" denken. Das Thema kriegen viele Leute in den falschen Hals. Nur weil du irgnendwo Autoprofit verhindern willst, rechtfertigt das noch lange nicht entsprechend looser zu defenden, weil man auch die dafür notwendigen Skills mitbringen muss. Aus der Sicht des Autoprofiteurs kann es auch viel besser sein eben nicht jeden Autoprofit mitzunehmen, um vom jew. Leak möglichst lange profitieren zu können. Damit will ich aber nicht sagen, dass das Gerede über Autoprofit, GTO, usw. Unsinn ist. Das Verständnis von GTO hilft nämlich super dabei das eigene Spielverständnis auf ein höheres Level zu bringen, auch wenn man in der Praxis dauernd anders spielt.
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Ok, ich versuche mal zu erklären, was ich da gemacht habe. Das dies fehlerhaft ist, dachte ich mir schon. Deshalb möchte ich ja auch hier Feedback bekommen.

      Ich wollt mich erstmal ans BU Spiel machen, da es dort am einfachsten ist die Leaks zu beseitigen und der potentielle Profit auch höher ist. Bisher habe ich dort eine 60% Openraising Range gehabt. 2bb Openraise und fatale 82% gegen Resteals gefoldet. Ich will meine Range erstmal verkleinern, denn ich kann nicht plötzlich anfangen extrem viel zu defenden, da die Spots natürlich eher ungewohnt sind für mich. Daher habe ich, wie in der Abbildung zu sehen ist, erstmal eine 46% Range vs Unknown genommen. Das ist die Range 1 mit 614 Combos.

      Dann habe ich versucht zu ermitteln wieviel FE der SB oder BB braucht, um Autoprofit gegen mich zu haben in Restealspots. Daraus habe ich dann die 30% abgeleitet, die ich theoretisch von meiner Openraising range defenden müsste. Das ist Range 2 mit den 182 Combos.

      Und zuletzt habe ich meine Defend Range noch gesplittet in Calls, 4bet/broke und 4bet/fold. Das 4bet Value/Bluff Verhältnis ist dabei etwa 1:1 (32:34 Combos).

      > Das wäre die Theorie, so wie ich sie verstanden habe.
      > Jetzt denke ich, dass natürlich auf NL10FR von der Populationstendenz her nicht mit solchen exploits zu rechnen ist. Ich muss also nicht immer vor Autoprofit protecten, ohne weitere Reads.
      > Wie ich da jetzt weiter ran gehe, weiß ich aber nicht. Evtl. sollte ich diese Defend Range jetzt etwas minimieren mit ein Faktor von 0,5 oder 0,7 z. B.? Einfach um die Population so gut es geht zu exploiten ohne reads.

      Ich hoffe, dass ich es verständlich erklärt habe. Wenn nicht einfach nochmal fragen. Danke dir!
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Ok, die Openingrange zurückzufahren, ist der richtige Weg, wobei 46% vll. noch zu viel sein könnte. Klar, wenn die Leute oft genug folden, machst du Profit. Allerdings kanns passieren, dass du in den anderen Fällen unnötig Geld verlierst. Das kann vor allem mit dominierten Händen passieren, wie Q2s, K7o, Q8o. Das wär kontraproduktiv. Aber da die Range schon deutlich tighter ist, kannst du mal mit 46% starten und schauen, ob du damit klarkommst. Das kontrollierst du allle paar k Hände via HM oder PT. Hände, die du -EV spielst, streichst du dann raus. Wenn du sicher gehen willst, kannst du auch mit 40% starten. Solltest du alle Hände +EV spielen, fügst du 5% mehr Hände hinzu und kontrollierst wieder. Irgendwann wirst du dann wieder irgendwo um die 60% landen. Ich persönlich open vs Unknown im Bereich von 50% und 2.5bb. Die 2.5bb sind so zu sagen ein Kompromiss. Ich will großzügig openraisen und postflop etwas größere Potts spielen, weil ich in Position bin und mehr für meine Edge haben will. 2bb sind grundsätzlich auch ok. Da du aber NL10 spielst, würd ich zugunsten der größeren Potts, in Verbindung mit den schwachen Gegnern, größer raisen. Ich empfehle gerne bis NL50 3bb zu raisen, 4bb wärn auch noch gut.

      Als Nächstes hast du ausgerechnet, dass du +- 30% gegen 3Bets weiterspielen "musst", je nach Sizes. Abhängig von deinen Skills und der gegnerischen Range musst du ggf. auch weniger defenden. Btw. müssen das nicht genau 184 Kombos sein. Wenn du 180 oder 190 Kombos spielst, ist das genau genug. Wichtig ist nämlich, dass du die Ranges ungefähr im Kopf hast und verstehst, und nicht stur nach Chart spielst. Denn was machst du, wenn Villain nicht Potsize 3bettet? Sagen wir er macht 2.5x oder 3.5x. Das wirkt sich auf deine Defendrange aus. Du könntest auch für alle Eventualitäten eigene Ranges erstellen. Das ist aber nicht Sinn und Zweck des Ganzen. Deine Defendrange geht in die richtige Richtung, ist aber zu tight. Du hast nämlich deinen Positionsvorteil nicht berücksichtigt. Du hast immer das letzte Wort und kannst deine weaken Hände somit leichter zum Showdown bringen und auch leichter bluffen, Stichwort Equityrealisierung. Wieviel du genau durchbringst, hängt wieder von vielen Faktoren ab. Das lässt sich nicht exakt bestimmen. Sicher ist nur, dass du in Positon mehr Hände durchbekommst als ohne Position. Deshalb würd ich schon noch mal ein bisschen was draufschlagen und wieder alle paar k Hände kontrollieren, ob das zu loose ist oder nicht. Mit "ein bisschen was" meine ich etwas im Bereich von, sagen wir 20% mehr, also vll. 40 Kombos. Je besser du wirst, desto mehr Hände wirst du profitabel defenden können. Wenn du alle Hände +EV spielst, fügst du wieder 5% mehr Hände hinzu.

      Du hast die Range nun in zwei Ranges aufgesplittet. Es fehlt aber die 3Bet Callingrange. Ich versteh natürlich, dass du Probleme mit 3Bet Potts hast. Das geht den 3Bettors in den Blinds aber genauso, mit dem Unterschied, dass sie mehr schwitzen, weil sie oop sitzen. Dein positioneller Vorteil ist viel wert. Darauf solltest du nicht verzichten. Du wirst Fehler machen. Das macht aber nix, weil die Blinds oop viel mehr Fehler machen werden, solange du bemüht bist deine Range vernünftig weiterzuspielen. Pack also mal die ganzen mittelmäßigen Hände in eine Callingrange. Du könntest evt. noch ein paar Kombos AA und KK hinzufügen oder zumindest vormerken für später. Auf NL10 musst du die Ranges nicht durchmixen. Geradliniges Spiel funktioniert dort meistens besser.

      4Bet Bluffs mit sowas wie JJ oder AQ ist btw. kein guter Plan. Die Hände sind viel zu schade. Nimm lieber schlechte Hände, die du sonst raise/folden würdest, zB. K7s oder A3s.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Original von Witz84
      ...
      > Jetzt denke ich, dass natürlich auf NL10FR von der Populationstendenz her nicht mit solchen exploits zu rechnen ist. Ich muss also nicht immer vor Autoprofit protecten, ohne weitere Reads.
      Das stimmt. Du darfst aber nicht auf deinen positionellen Vorteil vergessen. Dieser rechtfertigt es looser zu defenden. Wieviel du genau defendest, liegt aber primär an deinen Skills. Wenn du postflop komplett verloren bist, macht es auch Sinn tighter zu werden. Die Probleme in 3Bet Potts rühren aber idR. daher, dass die Leute plötzlich aufhören in Ranges zu denken. Vom Prinzip her ist das Spiel nämlich dasselbe wie in normalen Potts, nur mit dem Unterschied, dass die Reststacks kleiner werden und dass die Ranges klarer definiert sind.

      Original von Witz84
      > Wie ich da jetzt weiter ran gehe, weiß ich aber nicht. Evtl. sollte ich diese Defend Range jetzt etwas minimieren mit ein Faktor von 0,5 oder 0,7 z. B.? Einfach um die Population so gut es geht zu exploiten ohne reads.
      ...
      Wenn du die Population exploiten willst, schaust du dir an, wie Populationsranges aufgebaut sind und richtest deine Ranges danach aus. Wenn die Population zB. statt +-30% gegen 3Bets defendet, nur 20% defendet, 4bettest du nicht mir mit 40/60, 50/50 Verhältnis, je nach Sizes, sondern deutlich blufflastiger. Wichtig ist, dass du nicht übertreibst. Die Gegner sollen nicht gleich merken, dass sie exploitet werden. Da kannst du dich wieder schrittweise rantasten (vll. wieder 5-10% Schritte) und immer mal wieder ein paar Bluffs mehr raisen. Du solltest aber irgendwo die Grenze ziehen, um nicht zu viel Aufmerksamkeit auf das Leak zu ziehen.


      Edit: Oi! Hier war ich mal wieder in Schreiblaune. War vll. etwas zu umfangreich. Zur Not musst du die Posts halt zweimal lesen.
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Original von Renne01

      ...
      Du hast die Range nun in zwei Ranges aufgesplittet. Es fehlt aber die 3Bet Callingrange. Ich versteh natürlich, dass du Probleme mit 3Bet Potts hast. Das geht den 3Bettors in den Blinds aber genauso, mit dem Unterschied, dass sie mehr schwitzen, weil sie oop sitzen. Dein positioneller Vorteil ist viel wert. Darauf solltest du nicht verzichten. Du wirst Fehler machen. Das macht aber nix, weil die Blinds oop viel mehr Fehler machen werden, solange du bemüht bist deine Range vernünftig weiterzuspielen. Pack also mal die ganzen mittelmäßigen Hände in eine Callingrange. Du könntest evt. noch ein paar Kombos AA und KK hinzufügen oder zumindest vormerken für später. Auf NL10 musst du die Ranges nicht durchmixen. Geradliniges Spiel funktioniert dort meistens besser.
      ...
      Erstmal wieder danke für deinen Post und das du dich um mich kümmerst :D
      Nochmal zu der letzten Range: Eventuell irritieren die Farben etwas. Da ist schon die 3bet-Call Range dabei. Das sind im letzten Bild alle blauen Hände. Also von den ~180 Combos aus dem Bild drüber. Die gelben Hände sind einerseits die 4bet/broke Hände (QQ+, Ako+) und die restlichen gelben sind die Bluff 4Bet Hände (ATo, KTo, A2s-A5s) als Beispiel. Also alle blauen für den passiven Defend. Wollte das nur optisch trennen. Hätte noch eine dritte Farbe nehmen sollen und eine Legende dazu schreiben sollen. Also so hier, um es nochmal visuell darzustellen:

      Range für den Default Gameplan im Spot BU (Hero) vs BB 3bet (Unknown) NL10 FR ZOOM



      Edit: Das mit dem größeren openraisen macht Sinn. Das werde ich umstellen und die Ranges nochmal erstellen mit 3bb open und 10bb 3bet. Da kann ich gleich wieder ein wenig üben. Wenn jemand kleiner/größer 3bettet ist mir schon klar, dass ich differieren muss. Aber wie du schon sagst, sollte das im Kopf ablaufen aufgrund meines Basiszenarios. Will das ja auch jetzt ein paar mal machen, damit das ins Unterbewusstsein kommt so langsam. Ich hoffe jedenfalls, dass die Sache oben jetzt klarer Verständlich ist. Thx!
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Jo, eigentlich wars eh kaum zu übersehen. Mach noch ein paar Kombos mehr rein. Bei deinen 4Bet Ranges kanns sein, dass sich was tut, abhängig von den Populationstendenzen. Vll. wandert JJ noch in die Brokerange. Vermutlich kannst du blufflastiger 4betten.
    • Avanti64
      Avanti64
      Bronze
      Dabei seit: 18.06.2008 Beiträge: 875
      guter Beitrag
    • 10playmaker10
      10playmaker10
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2011 Beiträge: 2.082
      hey du solltest dort einfach normales value poker spielen und dir nicht zuviel gedanken über 3 bets oder 4bets machen.

      3 bets only for value und alle 250-300 hände kannste mal eine 3 bet bluff spielen

      4bets brauchst du garnicht bluffen ausser (du triffst wirklich mal wenn du aj open geraised hast auf einen 22% 3 bet spieler :D dann kannste auch aj als 4 bet bluff spielen)


      3 bets und 4 bets sind überbewertet da die leute und fische dieses nachmachen nachgemacht haben von den spielern auf den höheren limits und dieses muster 3 bets 4 bets immer weiter die limits runter gegangen ist durch videos etc
      du hast im enddefekt soviele schlechte spieler die das 3 bet 4 bet spiel nicht behereschen und unglaublich viel mist produzieren dadurch (im glauben sich eine edge aufbauen zu können aber seit jahren nicht vorankommen oder einfach suchtis sind)diese spielen auch noch auf nl100

      viele spieler kommen auch die limits nicht mehr voran weil sie unglaubliche viele blinds in 3 bet pötten sinnlos verspielen und sich am ende wundern warum sie 4bb losingplayer sind :D anstad einfach sauberes value poker zu spielen und ab und an mal nen bluff zu spielen pre flop.

      es gibt ja auch die spieler die der meinung sind wenn ich eine 3 bet spiele dann spiele ich auch immer eine cbet oder wenn ich mit ak eine 3 bet spiele und nichts habe spiel ich trotsdem eine cbet um noch value vom fisch zu hollen oder so einen mist :s_ugly: ich frage mich da immer wer ist da eigentlich der fisch.


      das 3bet 4bet spiel wurde erfunden um sich gegen regulars auf höheren limits eine edge aufbauen zu können und schlechtere regulars die dieses spiel nicht beherschen auszunehmen wieder limits weiter nach unten zu schicken,und gegen fische dieses einfach for value zu spielen.
      wie du jetzt bemerkst sind diese schlechten regulars und fische eindeutig in der unterzahl und man kann konnte diese gut ausnehmen in 3 bet 4bet pots du hast es aber auf den unteren limits mit einer mehrzahl von schlechten regulars zu tun und solltest dich nicht dort hineinziehen lassen in das ganze system an den tischen den sonst hast du eine schlacht mit mittelmäßigen händen die du gegen das rake und die mittelmäßigen spieler die ihr geld im system von links nach rechts schieben keine chance


      gl dir
    • Witz84
      Witz84
      Bronze
      Dabei seit: 20.11.2007 Beiträge: 6.145
      Ja dessen bin ich mir bewusst. Aber du sagst ja selbst, dass die Leute das vermehrt nachmachen. Und es gibt eben viele die einiges 3betten, gerade in den Blinds vs Steals. Und da kann ich eben nicht 60% openraisen und davon dann über 80% auf die 3bet folden. Gerade weil viele stumpf Cbetten nach einem resteal. Und auf die 4bet spielen 95% der Leute ehrlich weiter. Viele 3betten unmengen aus den Blinds und folden eben auf die 4bet. Viele haben Werte von 70%+. Ich bin natürlich Microspieler aber denke, dass Bluff 4bets sogar gerade auf den Limits noch viel mehr value als in den Midstakes haben, da eben nie der 5bet bluff kommt und fast die gesamte Range gefoldet wird; Calls gibt es auch fast nie, gerade auf Zoom. Ich will auch nicht in jeder Posi eine Bluff 4bet Range haben. Eigentlich fast nur im Bu vs Blinds und seltener im CO vs BU. Das wars. Und wenn ich mal viele Stats habe, brauche ich ja einen Basisplan/range, von der ich dann abweiche, um zu exploiten. Dafür dienen diese Basisübungen.

      Aber was natürlich viel wichtiger ist und mich auch am vorankommen hindert ist mein schlechtes Postflopplay. Daran arbeite ich auch gerade.
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      10playermaker10 hat in gewisser Weise sicher recht. Viele Spieler versuchen Midstakeszeugs zu kopieren, oft mehr schlecht als recht. Und aufgrund der vielen Fehler, die sie produzieren, kommt man mit Valuepoker noch gut durch. Deren Schwächen aktiv anzugreifen ist aber besser. Dadurch steigen die Winnings und die Skills ebenso, was ja für später wichtig ist. Vor allem sind Fehler, die beim Aneignen neuer Fähigkeiten unvermeidbar sind, auf den Micros deutlich billiger. Da verballer ich meine x Stacks lieber auf NL10 als auf NL100. Wenn ich aber ohne Lerneffekt meine Micros massig durchgrinden will, funktioniert 10playermaker10s Idee aber sicher nicht schlecht. 4-stellige Winnings sind da auf den Micros schon möglich, auch wenn der zeitliche Aufwand dafür relativ groß ausfallen dürfte. Aus Sicht der Hourlymaximierung macht das aber trotzdem nicht so viel Sinn. Besser erst auf NL50 oder NL100 aufsteigen und dort grinden. Kommt mehr bei raus. :)