Wie viel % meiner open raise Range muss ich gegen 3bets defenden?

    • Klabautermann
      Klabautermann
      Global
      Dabei seit: 16.02.2013 Beiträge: 1.760
      Ahoi, ich versuche gerade zu berechnen wie viel % meiner open raise range ich gegen 3bets defenden muss
      damit meine Gegner keinen Autoprofit gegen mich haben. [Mir geht es erst mal nur um die Mathematik]

      Meine open raise size: 3bb
      Villain 3bet size: 3x

      Beispiel open raise range:
      22+,A2s+,KTs+,QTs+,JTs,T9s,98s,87s,ATo+,KJo+,QJo ( 246 Kombos )

      Angenommen ich spiele nur diese Hände gegen eine 3bet weiter:
      AA, KK, QQ ( 18 Kombos )

      ( 18 Kombos / 246 Kombos ) * 100 = 7,31%
      100% - 7,31% = 92,69%

      In dem Fall würde ich doch 92,69% meiner Hände folden und Villain könnte ganz easy any2 gegen mich 3betten. :yaoming:

      Aber angenommen ich würde mit dieser Range defenden:
      TT+,AJs+,KJs+,QJs,AQo+,KQo ( 90 Kombos )

      ( 90 / 246 ) * 100 = 36,58%
      100% - 36,58% = 63,42%

      Dann würde ich ja nur noch 63,42% der Zeit auf 3bets folden und Villain hätte keine Autoprofit spot (den hätte er
      ja nur wenn ich mehr als 66,66% der Zeit auf seine 3bets folde). :profit:

      Mir ist diese Rechnung eben spontan eingefallen als ich mir was über 3bets angeschaut habe daher hab ich jetzt keine Ahnung ob diese Rechnung richtig ist.
      Gehe ich an die Sache richtig ran oder liege ich gerade total daneben? :megusta:
  • 7 Antworten
    • vone
      vone
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 09.09.2006 Beiträge: 853
      Jo die Rechnung stimmt schon. Aber bzw ABER^^ ist das eher der theoretische Ansatz gegen gute Spieler welche viel 3betten. Wenn ich das richtig sehe spielst du nl5, dort werden wohl alle so 5% 3betten was ziemlich wenig ist...!
      ..Was sind denn zB Bluffs aus dieser Range...:thinking:

      Ich bring das Bsp ziemlich häufig aber stell dir mal vor du raist am BU und bekommst eine 3b von jmd der nur AA/KK 3betten und wenn du dich jetzt gezwungen fühlst ihm den pre-autoprofit zu nehmen indem du von deiner range nun "genug" defendest dann kannst du dir ja vorstellen was passiert...
      Dann spielst du mit ner schwächeren Range eigentlich immer call, call, fold...
      Gegen diesen Gegner weichst du dann vom deiner ~gto-defend-range ab und nimmst deine explotiv-range wovon du fast alles foldest, wie gesagt als exploit!
      Explotiv kannst du eigentlich die ganze Zeit anwenden solange es keiner merkt und/oder sie falsch adapten etc...
      Btw nur um den Autoprofit zu denyn sich in schwere spots zu manövrieren kann ganz schnell max-EV werden also aufpassen :)

      Btw wenn wir beim Bsp BUvsblinds bleiben:
      Generell folden die Blinds wohl auf einen Steal eh genug, so dass du meist mit nem Steal schon autoprofit hast, dh. theoretisch müsstest du dann gar nichts mehr defenden.

      Noch eine Warnung...^^ wenn man "genug" defendet aber postflop ne Nudel ist kann es EV technisch besser sein lieber nicht zu defenden :f_biggrin:

      Also "MUSS" passt hier halt nicht^^:profit:
      :s_drink:
    • Klabautermann
      Klabautermann
      Global
      Dabei seit: 16.02.2013 Beiträge: 1.760
      Ja, ich spiel NL5 und bald NL10 wenn nicht wieder irgendein scheiss passiert. (In der Regel gibts kurz vorm Aufstieg immer eine Downswing oder direkt nach einem misslungenen Limit Shot. Ist schon 2 mal passiert. :megusta: )

      Die meisten Leuten 3betten schon sehr tight. Aber es gibt auch ein paar Kanidaten die denken sie müssten 10%+ 3betten.^^
    • Zatox11
      Zatox11
      Diamant
      Dabei seit: 09.01.2011 Beiträge: 2.758
      Original von Klabautermann
      [...] Dann würde ich ja nur noch 63,42% der Zeit auf 3bets folden und Villain hätte keine Autoprofit spot (den hätte er
      ja nur wenn ich mehr als 66,66% der Zeit auf seine 3bets folde). :profit:
      Das gilt nur falls du deine gesamte Defendrange 4bettest. Ich gehe aber stark davon aus, dass du Hände wie KJs mittels Call defenden möchtest. In diesem Fall kann Villain aber mit seiner Bluffingrange genug Equity realisieren (weil er einen Flop sieht und jede Preflophand auf gewissen Boards die Nuts floppen kann), um doch wieder einen Autoprofitspot zu haben. Er 3bettet einfach anytwo gegen dich und spielt Postflop z.B. nur noch Trips oder besser weiter.

      In der Praxis musst du also noch deutlich mehr defenden um einen Autoprofitspot für Villain zu verhindern. Deshalb sind momentan Foldto3bet Werte von 55% oder weniger relativ standard.
    • Fronzelneekburm
      Fronzelneekburm
      Bronze
      Dabei seit: 08.10.2013 Beiträge: 675
      Profitabler ist es gute Stats auf Villain zu haben. Wenn er extrem selten 3bettet, dann ist er nittig und ich wuerde die Range eher zumachen, spielt er sehr aggro und 3bettet fast alles dann machst du die Range weiter auf. Eine feste "defend against 3bet" range macht nur gegen unknown Sinn. Wenn die Stats von Villain hergeben dass er 80% auf 4bet foldet dann machst du die 4bet "for info" usw.
    • Member0815
      Member0815
      Bronze
      Dabei seit: 28.03.2010 Beiträge: 8
      es geht hier aber ja um einen Standardplan, natürlich müssen stats zum exploiden herangezogen werden, aber du solltest einen unexploidable Standardplan haben der möglichst nahe an GTO herankommt, im Einzelfall weichst du dann natürlich je nach Reads auf deine Gegner davon ab und adaptest.
    • Diddy81
      Diddy81
      Bronze
      Dabei seit: 14.09.2005 Beiträge: 885
      .
    • Diddy81
      Diddy81
      Bronze
      Dabei seit: 14.09.2005 Beiträge: 885
      Original von Member0815
      es geht hier aber ja um einen Standardplan, natürlich müssen stats zum exploiden herangezogen werden, aber du solltest einen unexploidable Standardplan haben der möglichst nahe an GTO herankommt, im Einzelfall weichst du dann natürlich je nach Reads auf deine Gegner davon ab und adaptest.
      Auf NL5 oder NL10 solltest du imo einen Standardplan gegen den Average Gegner haben. Wenn du da GTO defendest gegen unknown, dann wirst du mit großer Sicherheit mit vielen Händen minus EV-Entscheidungen treffen, da dort der Average einfach wahnsinnig tight 3-bettet.
      Du musst auch bedenken, dass du für einen unknown in der Regel auch unknown bist und dein Gegenspieler daher deinen Foldto3-bet Wert von >80% mit >80% Wahrscheinlichkeit gar nicht attackieren wird. Da denkt sich nämlich niemand: "Oh, der Gegnerpool foldet zuviel auf 3-bets, lass uns mal hart exploiten gehen :D "