Haftung Kartfahren

    • cheetah83
      cheetah83
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 2.791
      Hallo zusammen,

      mich interessiert, wie die rechtliche Situation beim Kartfahren auf einer Kartbahn aussieht.

      Laut einer kleinen Google Recherche gilt eine konkludente Haftungsbeschränkung, so dass man als Kunde nur für grob fahrlässige und absichtliche Schäden haftet. Auf der Kartbahn auf der ich demnächst wahrscheinlich fahren werde, heisst es, dass jeder Fahrer für die Schäden an seinem Kart haftet unabhängig davon, wie diese zustande kommen. Dagegen wird eine "Versicherung" für 10€ pro Person angeboten, die "von der Haftung verbindlich freistellt".

      Das ganze kommt mir etwas unseriös vor, leider ist das die einzige Kartbahn, die von allen Teilnehmern gut zu erreichen ist. In wie weit kann hier eine Kartbahn in ihren AGB so eine Haftung einbauen und von der scheinbar normalen konkludente Haftungsbeschränkung abweichen?
  • 8 Antworten
    • weissnich
      weissnich
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2008 Beiträge: 2.016
      reinschreiben kann in seine AGB erstmal jeder was er will.. da dieser passus aber offensichtlich gegen geltendes recht verstösst, wird er in gänze unwirksam sein.. ansonsten müsstest du ja auch haften wenn der betreiber dir ein schrottkart hinstellt und du das nicht sofort merkst.. etc.
    • richum
      richum
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2010 Beiträge: 2.169
      Für selbst verursachten Schaden haftet man immer erst einmal persönlich, ein kaputtes Kart hinstellen und dich dafür haftbar machen kann er aber natürlich nicht, denn dann hat man den Schaden nicht verursacht. Es ist aber durchaus sinnvoll vorher auf Schäden hinzuweisen. Im Zweifel bezahlt bei einem Schaden wohl die Haftpflicht. Wenn man die nicht hat steht man immer erst mal selbst in der Pflicht.
      Muss man Schäden nicht zahlen ist das Kulanz und macht natürlich aus Sicht einer Firma sinn um sich die Kunden nicht zu vergraulen, aber machen müssen sie das nicht.
      Wer einen Vergleich möchte kann das mit der Autovermietung tun, die bieten auch Versicherungen gegen Schäden an, schließe ich die nicht ab muss ich für den Schaden am Mietwagen selbst haften.
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 7.654
      Hm is bestimmt nur son Standardgeplänkel, eigentlich sind die dinger Unkaputbar wenn du dich nich grade überschlägst oder Frontal mit Vollgas vor nen Pfeiler fährst... aber ansonsten müsste eigentlich auch die privat Haftpflicht Zahlen bei sowas??
    • WillMcfly
      WillMcfly
      Bronze
      Dabei seit: 17.02.2008 Beiträge: 4.211
      Eine fahrlässige Sachbeschädigung ist mangels ausdrücklicher Strafandrohung nach § 15 StGB nicht strafbar. Jedoch kann in bestimmten Fällen eine Sachbeschädigung auch durch fahrlässiges Handeln verwirklicht werden.
      Habe ich bisher erstmal gefunden.

      Schwer , dir im Falle eine Schadens auch Vorsatz vorzuwerfen. Das sind meine laienhafte Meinungen.
      Wette aber auch , dass da was nicht stimmen kann mit den AGB :)
    • richum
      richum
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2010 Beiträge: 2.169
      Es braucht keinen Vorsatz bei Schäden, es gilt immer das Verursacherprinzip. Der Mythos das man für Schäden in Firmen nicht haften müsse hält sich hartnäckig ist aber falsch. Wer Schaden verursacht ist für Schaden haftbar es gilt das "Verursacherprinzip". Sofern der Schaden dem Verursacher direkt zugeordnet werden kann steht er in der Haftung. Dabei spielt weder der Ort, die Größe oder Vorsätzlichkeit eine Rolle.

      Wer es genauer wissen will:
      http://www.alinki.com/artikel/752/
    • cheetah83
      cheetah83
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2007 Beiträge: 2.791
      Viele Haftpflichtversicherungen schließen wohl Schäden bei Motorsportveranstaltungen aus, damit würde die hier wohl nicht unbedingt greifen.

      Der Vergleich mit dem Mietwagen passt wohl auch nicht so ganz. Siehe folgender Auszug aus einer Urteilsbegründung, wo es um einen Schaden auf einer Kartbahn ging

      Mit der Entrichtung des Eintrittsgeldes und der Nutzungsgebühr für das GoKart und den Sicherheitshelm ist zwischen der Beklagten und dem Kläger als Betreiber der Kartbahn ein Mietvertrag gemäß § 535 BGB über das GoKart zustande gekommen. Dieser Mietvertrag unterliegt allerdings nicht den Grundsätzen ein es Mietwagenvertrages, sondern es besteht nach dem Sinn und Zweck der Benutzung eins GoKarts auf einer Kartbahn eine konkludente Haftungsbeschränkung auf Schäden, die durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit verursacht worden sind
    • richum
      richum
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2010 Beiträge: 2.169
      Was ich dir Mitgeteilt habe ist die Gesetzeslage bei Schäden, spezielle Gesetze für Kartbahnen gibt es logischerweise nicht. Du nimmst hier ein enzelnes Urteil als Grundlage. Natürlich kann ein Richter andere Gesetze zugrundelegen und zu einem anderen Ergebnis kommen und in dem Fall entscheiden, dass es sich um einen Mietvertrag handelt der nicht mit einer Autovermietung zu vergleichen ist. Ein einzelnes Gerichtsurteil kann dir jedoch nur einen Hinweis darauf geben wie ein Richter entscheiden könnte, andere Richter werden aber sicher auch immer mal wieder anders entscheiden. Das macht noch lange nicht die AGB des Anbieters falsch und wird dir im Zweifel auch keinen Prozess ersparen. Es steht dir letzlich auch frei die 10€ nicht zu zahlen und vor Gericht zu gehen. Im Zweifel gilt jedoch immer: Ddu machst etwas kaputt, du musst dafür zahlen, egal wo.
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.386
      kumpel hat auf ner kartbahn mal ärger bekommen weil er in einen anderen (angeblich) absichtlich reingebrettert ist, aber 1-2 monate trara (wir schalten anwälte ein usw) und dann hat die kartbahn aufgehört zu nerven und er musste nichts zahlen