Mal ne Frage zum Einstieg ins Multitabling

    • turbo
      turbo
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2005 Beiträge: 1.662
      Moinsen,

      würde gerne mal Euren Erfahrungsschatz anzapfen bzgl. MTT-Multitabling :f_grin:

      Wie war das bei Euch, als Ihr damit angefangen habt?

      Ich frage das, weil ich doch sehr überrascht bin, wie sehr mich das fordert.

      Seit etlichen Jahren bin ich Feierabendspieler. Das bedeutet: ich mach mir Abends was leckeres zu Essen, öffne ein berauschendes Getränk, schalte den Fernseher ein und logge mich bei einem oder zwei Turnieren ein (je nach Uhrzeit). Übrigens spiele ich nur PLO und PLO hi/lo.

      Am Wochenende, oder wenn ich sonstwie Zeit habe, füttere ich HoldemManager2 mit den Daten der letzten Tage, sehe mir die Keyhands an und versuche daraus zu lernen. Lifetime (seit 2006) habe ich ca. 2000 MTTs gespielt, durchschnittliches Buyin 18$, mit einem ROI von 35% (Pokerprolabs behauptet sogar 75% aber OfficialPokerRankings sagt 35%, keine Ahnung, was stimmt, ich denke, Letzteres).

      Da mir die Schufterei doch ziemlich auf den Sack ging, bin ich seit Anfang 2015 erst mal ohne Job und lebe von meinen Rücklagen. Wie es weiter geht, weiß ich noch nicht, aber jedenfalls sind zusätzliche Einnahmen höchst willkommen.

      Jedenfalls dachte ich mir, dass ich mal tagsüber bisschen grinden könnte und habe eine Schedule von 10 MTTs geplant und gespielt. Meistens waren so 5-7 Tische gleichzeitig auf, außer ganz am Anfang und am Ende der Schedule.

      Ich muss schon sagen, dass ich am Ende des Tages ziemlich fertig war. Sich auf mehrere Tische zu konzentrieren und dabei auch noch die Bubble-Situationen im Auge zu haben ... puh, das fiel mir doch nicht so leicht. Dabei ist die Anzahl der Tische gar nicht so groß. Dazu kommt noch, dass ich bei etlichen Situationen, wenn alles reingeht zum Beispiel, doch erhebliche Andrenalinschübe kriege.

      Nun meine Frage: Gewöhnt man sich daran? Entsteht so etwas wie Routine? Oder bin ich einfach nicht intelligent, reaktionsschnell oder gelassen genug, um zu multitabeln?

      Wie ging es Euch am Anfang? Und vielleicht habt Ihr auch Tipps, wie man an die Sache rangeht.

      Danke schon mal.
  • 4 Antworten
    • mnl1337
      mnl1337
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 13.01.2008 Beiträge: 15.462
      gewöhnt man sich dran, also langsam tischanzahl steigern und gucken was möglich ist. jeder hat ne andere maximalgrenze.
      es ist auch hilfreich ein soliden gameplan zu haben, weil man dann in jeder situation weiss was zu tun ist und nicht überlegen muss. theoretisch. du hörst dich eher nach gefühlsspieler an, daher der tipp bischen zeit in theoriecontent zu stecken
    • turbo
      turbo
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2005 Beiträge: 1.662
      Original von mnl1337
      gewöhnt man sich dran, also langsam tischanzahl steigern und gucken was möglich ist. jeder hat ne andere maximalgrenze.
      es ist auch hilfreich ein soliden gameplan zu haben, weil man dann in jeder situation weiss was zu tun ist und nicht überlegen muss. theoretisch. du hörst dich eher nach gefühlsspieler an, daher der tipp bischen zeit in theoriecontent zu stecken
      Danke, dass Du mir geantwortet hast (in diesen turbulenten Zeiten). Der Gameplan ist wirklich eine gute Anregung über die ich nachdenken werde. Allerdings kann ich mir aktuell schwer vorstellen, wie der bei PLO / PLO hi-lo aussehen soll. Da gibt es so viele mögliche Kombinationen, und das auch noch in Verbindung mit der jeweiligen Turniersituation ... na mal sehen.
    • RoXmoon
      RoXmoon
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2013 Beiträge: 1.575
      Hey turbo,

      ich denke, die meisten bevorzugen Hold'em. In dem Fall ist Multitabling natürlich etwas "einfacher". Omaha ist ja schon aufgrund der vier Holecards bedeutend fordernder für die Denkmurmel.

      Am besten erfolgt die Steigerung der Tischanzahl mMn in Stufen, so ähnlich wie z.B. im Sport. Es gibt halt verschiedene Parameter, die man nach und nach anpasst und wenn man alle gut beherrscht, dann kann man einen weiteren Tisch hinzufügen, sollte dann allerdings bei seinen Parametern wieder von vorne anfangen.

      ein sehr grober Ansatz von mir:
      1. Von den niedrigsten Limits zu den höheren (bis zu deinem Wohlfühl-/"Wunsch"-Limit.
      2. Von einer sehr tighten Starthandauswahl zu einer positions- & gegnerbezogenen Range.
      3. Von wenigen simplen Wenn-Dann-Verbindungen zu einem komplexen range-, positions- & gegnerbezogenen Gameplan.
      4. Tischanzahl um 1 erhöhen.

      Bei jedem neu dazukommenden Tisch beginnt man quasi wieder auf dem niedrigsten Limit, mit tighter Range und simplen Wenn-Dann-Verbindungen. Funktioniert dies gut und stressfrei, kann man nach und nach die Range erweitern und und komplexere Aktionen einfließen lassen. Klappt alles so wie gewünscht, man ist sicher und entspannt in seinen Entscheidungsprozessen, kann man wieder einen Tisch dazunehmen. ...
    • turbo
      turbo
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2005 Beiträge: 1.662
      @RoXmoon
      Danke Dir. Wie gesagt, es geht nur um MTTs. Im Cashgame war ich noch nie wirklich erfolgreich. Hatte mich damals, so vor drei Jahren, mal für das PLO Coaching von Nazgul beworben, damit ich endlich lerne, auch außerhalb von MTTs zu zerstören. Der Platz ist aber leider anderweitig vergeben worden. Wenn ich sehe, wie Kollege TomGrill davon profitiert hat, macht mich das traurig :f_frown: und natürlich auch ein bisschen wütend :evil: (nur Spaß).
      Jedenfalls werde ich versuchen, mal einen Gameplan zu stricken, sowohl für PLO, als auch für hi/lo. Und sukzessive die Anzahl der Tische erhöhen. Wahrscheinlich ist es, wie so oft, nur eine Frage des Trainings.