Wieso "mittelmäßige Hände" auf dem River nie betten?

    • protP
      protP
      Einsteiger
      Dabei seit: 14.07.2014 Beiträge: 16
      Hallo,

      Auf vielen Seiten im Internet habe ich gelesen, dass man mit mittelmäßigen Händen auf dem River nie betten soll (hat angeblich nur negative Folgen).

      Jetzt habe ich mich in den letzten Tagen aber mit polarisierten und gemergden Spektren beschäftigt und aus diesem Grund kann ich die obige Aussage nicht mehr verstehen.

      Wenn man mittelmäßige Hände auf dem River nie betten soll, dann heißt das ja, dass man auf dem River praktisch immer ein polarisiertes Spektrum hat. Ich bette mit starken Händen und mit Bluffs, während ich mit den mittelmäßigen Händen auf einen günstigen Showdown hoffe.

      Irgendwann findet mein Gegner heraus, dass ich auf dem River ein polarisiertes Spektrum habe. Was macht der? Er wird auf dem River mit Bluffcatchern callen, um meine Bluffs auffliegen zu lassen.

      Wenn ich bemerke, dass mein Gegner mit Bluffcatchern gegen mein polarisiertes Spektrum auf dem River vorgeht, dann wäre es doch ein guter Zug, wenn ich beginne, meine mittelmäßigen Hände zu betten und so ein gemergdes Spektrum erzeuge. Da meine mittelmäßigen Hände stärker als seine Bluffcatcher sind, habe ich dadurch eine zusätzliche Möglichkeit, tatsächlich Value Bets zu bringen und gleichzeitig tut sich mein Gegner mit meinem nun gemergden Spektrum viel schwerer, da er nicht einfach nur zwischen Nuts or Nothing unterscheiden muss.

      Wäre toll, wenn mich da jemand aufklären könnte. Zurzeit ist das alles noch etwas verwirrend.

      Danke für Eure Hilfe

      Gruß

      protP

      (Wie lautet eigentlich die richtige Übersetzung für gemerged? Ich finde größtenteils nur Englische Artikel im Internet)
  • 4 Antworten
    • DasWodka
      DasWodka
      Bronze
      Dabei seit: 25.11.2009 Beiträge: 5.684
      natürlich kannst du auch mittelstarke Hände am river thin value betten wenn du denkst, dass du gegen die calling range >50% hast
    • protP
      protP
      Einsteiger
      Dabei seit: 14.07.2014 Beiträge: 16
      Danke für die Antwort. Thin Value Bets sind also ein sehr gutes Mittel, wenn mein Gegner mit Bluffcatchern gegen mein polarisiertes Spektrum vorgehen will?

      Jetzt habe ich da noch einen Satz in einem Strategieartikel gelesen:

      "In Position sollte man mit einem polarisierten Spektrum und OOP sollte man mit einem gemergden Spektrum spielen."

      Allgemein verstehe ich das polarisierte Spektrum so, dass ich neben den starken Händen auch schwache Hände spiele, um eine Balance in mein Spektrum zu bringen. Würde ich z.B. nur starke Hände vom CU raisen, wäre mein Spektrum unbalanced und sehr einfach durchschaubar. Deshalb raise ich zusätzlich noch schwache Hände, damit mein Gegner nicht zwischen meinen Value Hands und schwachen Händen unterscheiden kann. Ich erhalte also zusätzlichen Value, wenn ich mit meinen schwachen Händen den Pot gewinne, und in Zukunft, wenn mein Gegner meine starke Hand mit einem Bluffcatcher ausbezahlt.

      Sitze ich jetzt aber z.B. im SB oder BB und der CU oder BU raist, dann spiele ich lieber mit einem gemergden Spektrum, welches mehr Valuehände enthält. Das aus dem einfachen Grund, weil meine Gegner im CU oder BU mit einem viel looseren Spektrum callen. Ich erweitere also mein Spektrum dahingehend, dass ich mehr Valuehände einbaue, aber die Bluffs komplett weglasse.

      Was ich jetzt allerdings nicht verstehe. Ich würde hier im SB oder BB nur mit guten Händen z.B. 3 betten. Aber ist das dann ein gemergdes Spektrum (ich spiele ja nur eine Sorte von Händen)? Außerdem wäre dieses Spektrum ja unbalanced, da ich nur Value Hände spiele?

      Ist das eine richtige Schlussfolgerung oder habe ich da einen Denkfehler drin?

      Danke für die Hilfe
    • Happa2
      Happa2
      Silber
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 3.633
      Im Small Blind spielen einige Leute 3bet-only, weil eine Calling Range im SB vs BU meistens capped ist und deshalb leicht durch ein Squeeze angegriffen werden kann.

      Im Big Blind hingegen schließt du die Action ab, also kannst du eine Calling Range haben. Da empfiehlt es sich dann alles zu callen was einen positiven Erwartungswert hat (größtenteils mittelstarke Hände). Dann 3bettest du alle starken Hände zB TT+,AQo+,ATs+ und dann noch ein paar blockerhände wie ZB A2s-A9s,
      und du callst dann hände wie 76s 78s 89s T8s KTo QTo JTo K9s K8s K7s.
    • protP
      protP
      Einsteiger
      Dabei seit: 14.07.2014 Beiträge: 16
      Diese 3 - Bet - Only - Methode finde ich klasse, danke dafür. Vor allem, weil ich auf meinen aktuellen Limits (NL2,NL5) sehr häufig sehe, wie der SB einen BU - Open - Raise callt. Werde mir diese Strategie jedenfalls noch genauer ansehen.

      Was mich noch interessieren würde: Ab welchem Limit fangen die oben besprochenen Taktiken an zu greifen? Bei NL2 und NL5 reichen mir eine ABC - Spielweise, um Profit zu machen. Bisweilen habe ich mich nur stark mit Theorie beschäftigt, als in den Limits aufzusteigen. Aber nun frage ich mich eben, ab welchem Limit ich mir wirklich Gedanken machen muss, ob mich mein Gegner auf ein polarisiertes Spektrum setzt, oder mein Gegner in LP ein polarisiertes 3 - Bet - Spektrum hat?