Brauche Hilfe von Hobbyjuristen: Handykauf von Privat zu Privat vor mehr als 4 Jahren

    • JoeKehr
      JoeKehr
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2008 Beiträge: 5.350
      Mal angenommen eine private Person A kauft im Dezember 2010 über das Internet von einer privaten Person B (26 Jahre, verheiratet, 2 Kinder) ein Handy (Wert 450 Euro). Das Geld wird überwiesen, das Handy kommt beim Käufer A jedoch nicht an, weil das Paket (angeblich) vom Versandunternehmen beschädigt wird und zu Verkäufer B zurückgeschickt wird. Verkäufer B erklärt sich daraufhin bereit, das Geld zurück zu überweisen, tut dies jedoch nicht, da er in Geldsorgen geraten ist (Schriftverkehr ist vorhanden).

      Es steht der Verdacht des Betrugs im Raum.

      Im März 2011 wird daraufhin ein Mahnbescheid gegen Verkäufer B erlassen. Der Schuldner B zahlt daraufhin nicht. Vollstreckungsbescheid wird durchgeführt, bei einer Sachpfändung vor Ort durch den Gerichtsvollzieher kann der Schuldner B auch nicht zahlen.

      Im April 2011 gibt der Schuldner B seine Eidesstaatliche Versicherung ab.

      Im Juni 2011 erfolgt eine kleine Ratenzahlung in Höhe von 50 Euro.

      Im November 2011 erfolgt eine erneute Ratenzahlung in Höhe von 50 Euro.

      1 1/2 Jahre passiert dann gar nichts mehr.

      Im März 2013 wird erneut ein Vollstreckungsbescheid beauftragt -> Sachpfändung

      Im April 2013 ist die Sachpfändung erneut erfolglos, Schuldner ist arbeitslos und verfügt über keine Vermögensgegenstände.

      Erneut passiert 2 Jahre gar nichts mehr.

      Im März 2015 beträgt die Gesamtforderung gegen den Schuldner B mittlerweile 740 Euro. Was würdet ihr dem Gläubiger jetzt raten?

      1. Macht es Sinn erneut einen Vollstreckungsbescheid zu veranlassen? (Kostet dem Gläubiger erst mal 60 Euro, auch wenn er die Kosten auf den Schuldner übertragen kann).
      2. Könne solche privaten Forderungen seriös verkauft werden an ein anderes Unternehmen?
  • 8 Antworten
    • MLP123
      MLP123
      Bronze
      Dabei seit: 30.05.2006 Beiträge: 602
      Original von JoeKehr

      1. Macht es Sinn erneut einen Vollstreckungsbescheid zu veranlassen? (Kostet dem Gläubiger erst mal 60 Euro, auch wenn er die Kosten auf den Schuldner übertragen kann).
      2. Könne solche privaten Forderungen seriös verkauft werden an ein anderes Unternehmen?

      Ich gehe davon aus, du meinst Vollstreckungsauftrag, oder? Ein VB liegt ja bereits vor.
    • JoeKehr
      JoeKehr
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2008 Beiträge: 5.350
      Richtig, mein Fehler. Also ob es Sinn macht, den Gerichtsvollzieher noch mal vorbeizuschicken. Wäre dann ja quasi auf gut Glück, in der Hoffnung, dass er mittlerweile einen Job hat. Will für die Info aber auch nicht im 2 Jahres Takt 60 Euro bezahlen. Oder gibt es da andere Wege das rauszubekommen?
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Gold
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 1.950
      Bin kein Zwangsvollstreckungsexperte: Antrag beim zuständigen GV auf Abdruck des letzten Vermögensverzeichnisses des Schuldners. Es gibt meines Wissens nach eine zentral geführte Datei.
    • fischief
      fischief
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 4.801
      Ich würde es bei der Summe lassen und gut ist, die Chance das du draufzahlst ist doch sehr hoch...
    • duwollenrosekaufen
      duwollenrosekaufen
      Global
      Dabei seit: 04.03.2015 Beiträge: 9
      Kannst die Forderung auch verkaufen - sofern ich mich nicht irre.

      Z.B. da
      http://www.hoffmannkanzlei.de/leistungen/ankauf-von-forderungen-gegen-privat.html
    • JoeKehr
      JoeKehr
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2008 Beiträge: 5.350
      Nehmen wir an, nach einiger Recherche findet der Gläubiger ein gewerbliches Angebot vom Schuldner bei "Autoscout24.de". (Der Schuldner hat sich in der Zwischenzeit vermutlich in der Tiefbaubranche selbstständig gemacht). Dort veräußert der Schuldner nun gewerblich ein Betriebsfahrzeug (Radlader) in Höhe von 42.000 Euro.

      Hat der Gläubiger eine Möglichkeit sich diesen Sachverhalt zu Nutzen zu machen?
    • MLP123
      MLP123
      Bronze
      Dabei seit: 30.05.2006 Beiträge: 602
      Ist er als Einzelkaufmann tätig oder handelt es sich um eine Personengesellschaft oder GmbH?
      Sollte er als Einzelkaufmann tätig sein, ist eine Kontopfändung der ideale Weg.
    • JoeKehr
      JoeKehr
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2008 Beiträge: 5.350
      Ich kann das Gewerbe nicht mal finden. Und die Firmenandresse in der Anzeige ist identisch mit seiner privaten Wohnadresse. Wird er wohl von zu Hause aus machen denke ich. Also GmbH sicher nicht, wird nen "Ein-Mann-Betrieb" sein.

      Muss ich eigentlich 2 Jahre warten, bis ich den Gerichtsvollzieher wieder zu ihm schicke? Denn der letzte Termin inkl. Abgabe der eidesstaatlichen Versicherung ist jetzt erst 1 Jahr und 10 Monate her. Da ich keinen Bock, dass er bis dahin wieder broke ist, würde ich natürlich so schnell wie möglich handeln.