Postflop Gameplan: Wie und wo anfangen?

    • DerEismann
      DerEismann
      Silber
      Dabei seit: 17.07.2007 Beiträge: 2.084
      Hi,
      spiele seit längerer Zeit lediglich NL25 und wollte mich endlich mal verbessern. Runne zwar besser als breakeven, aber wohl auch nicht gut genug für NL50.

      Hab mir erstmal einen Preflop Gameplan erstellt, das war unter Zuhilfenahme diverser Videos noch relativ einfach.
      Postflop als Caller habe ich zumindest (auch Dank Tackleberrys Post hier ) eine grobe Vorstellung davon, wie ich an das Analysieren eines bestimmten Szenarios herangehen kann.
      Als PFA allerdings hörts auf. Hab Tackleberrys GTO Thread gelesen, den ich sehr interessant fand, der teilweise jedoch einfach zu fortgeschritten ist, und dazu sagen mir diese CREV-Bäume leider wenig.
      Auf den ersten beiden Seiten wurde aber etwas diskutiert, was bei mir immer noch Fragen aufwirft. Es geht um das Verhältnis von Valuebets zu Bluffs auf den einzelnen Streets, wenn wir PFA sind. Verstanden habe ich, dass Hände, die wir auf der nachfolgenden Street bluffen, in unserer Valuerange auf der vorhergehenden sind. Auch das Bestimmen des Bluffanteils am River ist soweit klar, dass es von unserer Betsize abhängt und diese so auch das Verhältnis von Valuebets zu Bluffs am Turn beeinflusst.
      Und da häng ich fest. Es erschließt sich mir immer noch nicht, wie man dieses Wissen am Tisch umsetzen kann, da man dort ja zuerst am Flop ist und weitere Karten massiv beeinflussen, was nun Value oder Bluff ist bzw. wird. Aber wie sollte ich überhaupt erstmal weitermachen, um ein besseres Gefühl für meine Postflop Ranges als Aggressor zu bekommen?
      Dieses Konzept hier mit den Standard Flops klingt gut. Oben angesprochenes Problem bleibt trotzdem erstmal bestehen. Wie lös ich das nun auf? Gibts ne Faustregel bzgl. der Ratio, mit der man sich erstmal durchschlagen kann? Und nehm ich die Standard Flops und betrachte dann jeden noch aufgeschlüsselt nach verschiedenen Turn und River Karten? Wie fahre ich fort, um mein Postflop Play (als PFA) weiter ans GTO anzunähren?

      Btw ab wann empfiehlt es sich, CREV zu kaufen? Genau jetzt?
      Freu mich über jede Hilfe, leg mich jetzt aber erstmal hin. Wollt eigentlich schon vor Stunden im Bett sein.
  • 3 Antworten
    • Happa2
      Happa2
      Silber
      Dabei seit: 14.08.2010 Beiträge: 3.638
      als PFA mache ich das so:

      am Flop cbetten mit Barrelpotenzial+Chance zu improven. Was heißt das? Overcards betten, backdoordraws, aber versuchen gute Equity zu haben.
      Die Checkingrange sind dann schwache Toppairs und Middlepairs. Du brauchst auf jeden Fall Hände in deiner Checkingrange, die du gegen 2 Bets problemlose callen kannst.

      Wenn ein Flushdraw liegt macht es außerdem Sinn, einen Flushdraw zu check/callen.
      Beispiel: Nehmen wir an du Openraist aus MP und der Button callt. Das Board kommt runter

      :Qh: :Th: :2d:

      Du checkst, der Gegner bettet, du callst.

      Turn :7h:

      Wenn du auf diesem Turn niemals den Flush hast, dann befindest du dich in einer Welt voller Schmerzen, wenn dein Gegner das weiß.
      Deshalb Flushdraws auch mal check/callen.

      Dann macht es Sinn auf einigen Boards Backdoordraws zu balancen.

      Beispiel:

      Du openraist MP, der BB callt.
      Board :Qs: :7c: :2h:

      Auf diesem Board macht es Sinn zu 50% eine Hand wie :As: :Js: zu checken und zu 50% zu betten.
      Wenn du in deiner Checkingrange ip niemals den Backdoorflush hast, kann dich der Gegner mit Overbets auf dem River unter Druck setzen, bzw. Semibluffpossibilities am Turn aufgabeln.

      Nächstes Thema: Capped Ranges erkennen.

      Wenn du BU minraist und der BB callt dann musst du einfach im Kopf haben, dass der Gegner kein TT+,AQ+ hat, weil das standard 3bettinghände sind BB vs BU minraise. Auf nl25 würd ich aber denken, dass einige Leute TT vs minraise flatten, weil sie nicht wissen was sie gegen die 4bet tun sollen.

      also quasi das viele kein TT+,AQ+ haben hat zur folge, dass immer wenn eine T,J,Q,K,A liegt du für jede Hohe Karte 3 Setkombinationen mehr als dein Gegner hast und bei A K Q ist es noch extremer, weil du auf diesen Karten mehr Pairs,2pairs,Sets hast.

      Also kann man sich im Kopf behalten: T,J sind besser für die Toprange von Button, Q,K,A sind exzellent für den Button, weil die Bluffcatcher von Villain dann sowas wie AJ sind auf A72 zB.

      Oder Board ist Q72 bester Bluffcatcher ist KQ und der BU hat AQ,QQ,KK,AA als Toprange.
    • bulldozzer7
      bulldozzer7
      Gold
      Dabei seit: 07.11.2010 Beiträge: 719
      Guter Post Happa!

      Zur Frage: Man nimmt sich einfach mal ein möglichst einfaches Board raus - A72r - und schaut dann wie verschiedene Ranges das Board hitten. Dann kann man sich überlegen was man oft 3mal for Value betten kann und welche Bluffs sinn machen etc.
      Dann kommt man schnell zu solchen Erkenntnissen wie Happa sie aufführt.
    • DerEismann
      DerEismann
      Silber
      Dabei seit: 17.07.2007 Beiträge: 2.084
      Danke Happa! Wirklich guter Post. Die Sache mit den BDFDs hatte ich gar nicht aufm Schirm, hab die bisher meist einfach gebettet.
      Ansonsten bin ich eigentlich auch so an die Sache rangegangen, wobei ich meist ne Hand genommen hab, bei der ich ingame unsicher war, welches Play nun am meisten Sinn macht.
      Trotzdem kommts bei nem ungünstigen Boardrunout manchmal vor, dass wirklich Probleme bekomme, gerade vernünftige X/c-Ranges zu konstruieren, ohne auf einmal 4. Pair o.ä am River x/c zu müssen, damit ich nicht zuviel wegfolde.
      Ich frag mich, ob ich da grundlegend was falsch mach oder es einfach so ist, dass bestimme Runouts schwierig zu spielen werden.
      Folgende Frage von cYde verfolgt mich dabei ebenfalls.
      Wie berechnen wir die Anzahl der Kombinationen von Händen mit denen wir den Turn bluffen können, wenn wir den River nicht kennen?

      Auch über Folgendes (beides im Eingangspost von Tackleberrys Labor zu finden) hatte ich mir bisher keine Gedanken gemacht, wie soll man das nun handhaben?
      Vom Bauchgefühl her denke ich, dass man die mittelstarken Hände, die wir am Turn noch "valuebetten", mit dem Plan, sie am River zu checken, vermutlich eh nicht in die Berechnung einbeziehen sollten, wenn wir also mit 20 Combos am Turn barreln und am River im Schnitt noch mit 12.5 Combos barreln, würde ich von 12.5 Valuecombos ausgehen, die im entsprechenden Verhältnis am River / Turn mit Bluffs balancen und die medium Hände einfach on top betten."
      Würd das halt alles gern so gut machen, wie es mir mit aktuellem Kenntnisstand eben möglich ist. Hab den Eindruck, da würde noch mehr gehen.

      Naja, alles recht theoreotisch. Vielleicht sollt ich einfach mal nachfragen, wenn ich konkrete Probleme hab bei ner Hand. Dank euch!