Die Range des Gegners nach oben hin begrenzen um eine stärkere Hand repräsentieren zu können

    • FlopXXXX
      FlopXXXX
      Einsteiger
      Dabei seit: 31.12.2006 Beiträge: 15
      Hallo :)

      ich schreibe auf meiner Seite www.DiamantLinks.de ab und zu Beiträge zum Thema Poker-Strategie. Beim aktuellen Beitrag geht's darum die Range des Gegners nach oben hin zu begrenzen um eine stärkere Hand repräsentieren zu können. Ich würde mich freuen, wenn ihr den Beitrag mal lest und mir Eure (gerne auch kritische) Meinung dazu sagt.

      Und jetzt der Beitrag:
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      Mit Informationen wie den Setzmustern des Gegners, den Board-Karten etc. versucht man dem Gegner für die aktuelle Situation eine Range an Händen zuzuweisen. Man setzt den Gegner bewußt nicht auf eine bestimmte Hand sondern auf eine oder 2 Kategorien von Händen... zB. Monster mit denen er einen großen Pot spielen möchte oder mittelstarke Hände, mit denen er günstig zum Showdown kommen möchte und Draws oder andere schwache Hände mit denen er selten ohne einen Bluff gewinnt.

      Am Turn oder River ist man in einer Hand oft soweit sehr sicher sagen zu können, dass der Gegner in der spezifischen Situation selten oder nie eine Monsterhand bzw. die Nuts hat. Mit dieser Feststellung können wir die Stärke der gegnerischen Hand also nach oben hin begrenzen. Man nennt das auch eine "gecapte Range". Wann immer man es schafft eine solche Grenze zu ziehen, kann man seine guten Hände erfolgreicher value-betten und bessere Hände repräsentieren, wenn ein Bluff nötig ist.

      Oft gibt es zwei Wege, wie ein Bluff schief gehen kann. Entweder hat dein Gegner tatsächlich eine sehr starke Hand, vielleicht sogar genau die, die du selbst mit deinem Bluff vorgibst zu halten... oder er setzt dich auf einen Bluff und callt mit einer schwachen Hand runter bzw. reblufft dich aus diesem Grund. Wenn du in der Lage bist, seine Range nach oben hin zu begrenzen bringst du ihn in die unkomfortable Situation nie eine stärkere Hand zu halten, als diejenige die du repräsentierst. Das Beste was er tun kann ist abzuschätzen wie oft du bluffst und dich entsprechend runter zu callen.

      Ein einfaches Beispiel:

      Starten wir mit einem sehr einfachen Beispiel um das Thema zu verdeutlichen. Angenommen du spielst $5/$10 Fullring. Der Spieler UTG eröffnet mit einem Raise auf $40. Er spielt sehr tight und vorhersagbar und du weißt, er würde von dieser Position nur mit einem großen Paar setzen, vielleicht Zehner oder besser oder ein starkes As. Weil du so einen präzisen Read hast und die Stacks mit $2.000 sehr deep sind callst du am Button mit suited JT. Der Rest des Tisches foldet.

      Der Flop kommt 982 rainbow und gibt dir einen open-ended straightdraw. Dein Gegner setzt $70 und du callst. Der Turn ist eine 6 und dein Gegner setzt $150. An diesem Punkt kannst du basierend auf seiner sehr tighten Preflop-Raising-Range eine klare Obergrenze für seine Range feststellen. Er kann keine stärkere Hand halten als ein Paar, wenngleich auch ein starkes Paar. Du selbst kannst durchaus ein Set, 2-Pair oder sogar eine Strasse halten. Du raist also auf $500 und dein Gegner callt.

      Der River ist eine 4. Dein Gegner checkt und du gehst allin für etwas mehr als den aktuellen Pot. Dein Gegner jammert, spielt mit seinen Chips, beschwert sich über deine Müll-Hände und foldet.

      Ein etwas komplizierteres Beispiel:

      In einem 6-handed $5/$10-Spiel eröffnet der Spieler am Button mit einem Raise auf $35. Die andere Spieler folden zu dir im BigBlind und du callst mit T9 in Pik. Die Stacks sind etwa $1.000. Der Flop kommt 7c 5c 4d und verpasst dich komplett. Du checkst, bereit zu folden, aber dein Gegner checkt auch.

      Was kannst du bis jetzt über diese Hand sagen? Viele Spieler eröffnen eine breite Range von später Position, also hast du preflop wenig Information. Aufgefallen war lediglich, dass er den Flop hinterher-gecheckt hat.

      Es ist kein Flop bei dem man häufig mit Slowplay rechnet. Wenn dein Gegner 2pair oder ein Set flopt hat er genug Grund zu setzen, ganz einfach weil am Turn gefährliche Karten kommen können. Aus seiner Perspektive könnten solche Karten deine Hand zur stärkeren Hand verbessern. Wenn solche Karten deine Hand nicht verbessern, könnten sie dich vielleicht verschrecken und davon abhalten, ihn mit einer zweitbesten Hand auszubezahlen.

      Durch das recht koordinierte Board gibt es viele Möglichkeiten, dass du die zweit-beste Hand geflopt hast. Etliche Hände von einem schlechten 2pair über ein einzelnes Paar, einen StraightDraw bis hin zu OverCards oder einem FlushDraw wären bereit auf diesem Flop etwas in den Pot einzuzahlen. Wenn dein Gegner eine starke Hand flopt hat er viel Anreiz zu setzen. Weil er aber checkt, kannst du recht sicher sein, dass er kein 2pair oder besser hat...
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      Das war der nur erste Teil des Beitrages!
      Weiterlesen könnt ihr auf meiner Seite:
      http://www.diamantlinks.de/poker-strategie/gecapte-hand-ranges

      Gruß Christian
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