Psyche

    • Slimer1984
      Slimer1984
      Bronze
      Dabei seit: 03.04.2014 Beiträge: 91
      hallo zusammen,

      wollte ein thema ansprechen , was anscheinend einer meiner großen Fehler ist. habe ich längere Zeit keine guten Spots gehabt , fange ich an semitilt mässigen Mist zu bauen.

      Hauptproblem: ich glaube meinen Gegner nicht das er die nuts hat, calle bis zum schluss nur um zu sehen das er sie doch hat.meind drang ich will seinen bluf entlarven und will ihm zeigen das ich mich nicht verarschen lassen. leider hat dann der gegener oft dann doch die nuts ,zumindest in mehr als 50% der fälle.

      Ich weiß gar nicht so ganz wie ich es beschreiben soll, was mich antreibt ist eher eine art neugier, aus intresse was mein gegner wohl halten mag, und der drang ihn beim bluffen zu erwischen,

      leider hindert mich dieses verhalten doch immer wieder daran mich dauerthaft ins + zu spielen.

      fällt mir mein verhalten auf, ist es meisst schon zu spät, und ich bin für dieses session im minus.

      ich will ganz ausdrücklich betonen das es kein tilt ist was mich antreibt ( komme aus einen beruf wo mangelnde geduld das schlimmste wäre ), nein es ist eher die neugier.

      so wollte ich euch fragen , kennt ihr auch solche situationen und wie geht ihr damit um ?!

      freue mich über intressante disskussionen.
  • 11 Antworten
    • Bierb4ron
      Bierb4ron
      Black
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 21.078
      das mit der neugier ist imo nichts weiter als ne ausrede/rechtfertigung.

      erfahrungsgemäß ist es ein ego-problem und ein nicht-wahrhaben-wollen... also tilt.
      wenn du schon weißt, dass du verlierst, was hat das dann noch mit neugier zu tun? wo genau ist da die überraschung?
      interessierts dich wirklich, ob du gegen 555, 666, 777 und gegen 89 verlierst? kann ich nich glauben.

      du musst akzeptieren, dass man zwangsläufig hände verliert und dass folds, die dazu führen, dass man möglichst wenig verliert, wenn man verliert, ein wesentlicher bestandteil des spiels sind.
      da kannst du nicht viel trainieren. du musst es einfach machen, dich dazu zwingen... oder hoffen, dass du mit der zeit einfach abstumpfst und es dir egal ist, folden zu müssen.

      vielleicht freust du dich irgendwann, wenn du gegners obv. nuts nicht bezahlst.
    • Slimer1984
      Slimer1984
      Bronze
      Dabei seit: 03.04.2014 Beiträge: 91
      schön mal einen andere meinung zu dem thema zu hören.

      gibt es denn verschiedene arten von tilt ?!

      mich intressiert ja nicht unbedingt gegen was ich verliere, sondern die tatsache ob der gegner jetzt lügt/blufft oder nicht.

      Meine neugier phase erlebe ich anders als wenn ich mich im besagten tilt modus fühle, da fange ich eher an hyperaggresiv zu spielen, bei spots wo es mir nix bringt.
      du hast recht ich muss lernen das, das folden zu einem guten spiel dazu gehört. (leider habe ich immer wieder im hinterkopf , wenn ich folde eine böse kleine stimme die mir sagt, dein gegner hat dich jetzt an die wand gespielt, ), diese besagte sorgt dann dafür daas man doch durch callt.
    • prom31
      prom31
      Global
      Dabei seit: 01.01.2012 Beiträge: 394
      Original von Slimer1984
      schön mal einen andere meinung zu dem thema zu hören.

      gibt es denn verschiedene arten von tilt ?!

      mich intressiert ja nicht unbedingt gegen was ich verliere, sondern die tatsache ob der gegner jetzt lügt/blufft oder nicht.

      Meine neugier phase erlebe ich anders als wenn ich mich im besagten tilt modus fühle, da fange ich eher an hyperaggresiv zu spielen, bei spots wo es mir nix bringt.
      du hast recht ich muss lernen das, das folden zu einem guten spiel dazu gehört. (leider habe ich immer wieder im hinterkopf , wenn ich folde eine böse kleine stimme die mir sagt, dein gegner hat dich jetzt an die wand gespielt, ), diese besagte sorgt dann dafür daas man doch durch callt.
      natürlich gibt es verschieden arten von tilt. in "the mental game of poker" ist alles haarklein beschrieben, gibt es auch in deutscher ausführung.

      das buch zu lesen und zu verstehen, bringt allerdings auch nicht zwangsläufig eine verbesserung. dein genanntes problem ist mir aus eigener erfahrung bestens bekannt.

      im prinzip kannst du nicht viel ändern, du hast gewisse charaktereigenschaften, die teilweise angeboren sind bzw. in der kindheit ausgeprägt werden, so wirst du sicherlich mit einem gewissen narzissmus "gesegnet" sein, der die gegner vollständig vernichten kann, aber an schlechten tagen auch für ein unterdurchschnittliches spiel zuständig ist.

      sobald es sich anbahnt, pausen einbauen.
    • Bierb4ron
      Bierb4ron
      Black
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 21.078
      Original von Slimer1984
      du hast recht ich muss lernen das, das folden zu einem guten spiel dazu gehört. (leider habe ich immer wieder im hinterkopf , wenn ich folde eine böse kleine stimme die mir sagt, dein gegner hat dich jetzt an die wand gespielt, ), diese besagte sorgt dann dafür daas man doch durch callt.
      spiel doch man just for fun komplett ohne bluffs und ohne catches, mit 100% fold gegen raises, außer du hast die nuts.
      Bis einschließlich NL10 bin ich mir sicher, dass du ne positive winrate haben wirst, solange du odds und outs ein wenig beachtest.
      das mag jetzt easy klingen, aber glaube es.... isses nich ^^
      konsequenz ist extrem wertvoll. selbst wenn man sich so einfache und klare vorgaben macht, weicht man davon ab. obwohl ich das jetzt schreibe udn dich damit herausfordere, wirst du im verlaufe einer woche zahlreiche spots haben, in denen du dich ärgern wirst, nicht konsequent gewesen zu sein.
      umso schwieriger ist es dann, wenn man noch reads mit einbauen will und am ende auch entgegen der reads agiert, weil der gegner ja auch in 1 von tausend fällen mal was anderes als die obv nuts raisen könnte... und er hat sie doch wieder.
    • viktoalia
      viktoalia
      Bronze
      Dabei seit: 11.02.2009 Beiträge: 3.019
      Es gibt eine sehr interessante Doku über das Suchtverhalten beim Spielen. Es handelte sich um eine psychologische Langzeitstudie. Untersucht wurde warum Menschen, obwohl sie verlieren, trotzdem weiterspielen. Leider fällt mir auch nach langer Überlegung nicht mehr der Titel dieser Doku ein. Ist sehr lange her. Da müsstets du mal intensiver recherchieren. Auch erinnere ich mich nur vage an eine Schlussfolgerung dieser Studie: Der Verlust aktiviert gewisse Hirnareale und damit ein bestimmtes Gefühl (Ohnmachtsgefühl). Dieser Zustand wird als so intensiv empfunden das der jeweilige Spieler - bewusst oder unbewusst - nach dessen wiederholung strebt. Diese Verhalten würde bei der überwiegenden Zahl an Spielern festgestellt. Bei einer sehr kleinen Zahl an Spielern wurde ein gegenteiliger Effekt beobachtet. Wie die genaueren Zusammenhänge und Ergebnisse aussehen wird in der Doku beschrieben. Wenn du diese Doku suchen solltest und wieder findest, dann würde ich dich bitten sie hier zu posten.
    • Bierb4ron
      Bierb4ron
      Black
      Dabei seit: 05.04.2009 Beiträge: 21.078
      sucht nach ohnmachtsgefühl? klingt interessant und verwirrend zugleich.

      was ich bis heute nicht verstehe, ist dieses "jetzt isses eh egal"-verhalten... also der zeitpunkt, an dem sich alle schleußen öffnen und jeder widerstand zur inkaufnahme des maximalen verlustes überwunden wird.
      das ist absolut unlogisch. das als unlogisch und unvernünftig zu erkennen, bedarf keines überdurchschnittlichen IQs. trotzem scheint es dem menschlichen naturell zu entsprechen. aber warum? welchen nutzen verspricht sich unser kopf davon? ist es irgend ne fehlsteuerung? ein ngativer reiz, der genauso funktioniert wie ein positiver und daher genauso ins extrem geführt wird?
    • Acryl
      Acryl
      Silber
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 2.411
      was du beschreibst ist ein entscheidungsprozess der sich auf emotionaler basis gründet. die wahrheit ist eher, dass du immer emotional spielst und entscheidungen vorwiegend nach gefühl triffst. ein mensch mit einem taschenrechner als gehirn der das game quasi solved hat, täte dies nie und würde nie nach gefühl entscheiden.

      nach gefühl zu entscheiden ist eine form menschlicher intelligenz, die unterbewusst mehrere gesammelte informationen (erfahungswerte) mit einbezieht und daraus eine entscheidung kombiniert. es ist natürlich dass du "neugierig" bist und dieser neugier nachgibst, weil du damit deine persönliche "datenbank" dieser "erfahrungswerte" nährst und vergrößert, was IDR(!) langfristig dazu führt dass du wahrheitsgemäßere entscheidungen triffst. damit fällst du aber immernoch unter die kategorie "gefühlsspieler" und deine entscheidungen werden dadurch immer etwas ungenau und angreifbar sein, gerade durch die ganzen zwischenmenschlichen gefühlsduseleien die das spiel von "gewinnen und verlieren" so mit sich bringt ("ich will ihm zeigen, dass er das nicht einfach mit mir machen kann", usw.).


      streng genommen tiltest du eigentlich immer, auch wenns gut läuft, nur dann hinterfrägst dus weniger.
    • Slimer1984
      Slimer1984
      Bronze
      Dabei seit: 03.04.2014 Beiträge: 91
      wircklich sehr intressante antworten und zugleich sehr spannende ansätze.

      es tut gut diesen punkt des "tilts" auch mal so, aus einer anderen perspektive zu sehen.

      ich möchte einfach mal zu einzelnen punkten stellung beziehen.

      spiel doch man just for fun komplett ohne bluffs und ohne catches, mit 100% fold gegen raises, außer du hast die nuts.
      Bis einschließlich NL10 bin ich mir sicher, dass du ne positive winrate haben wirst, solange du odds und outs ein wenig beachtest.
      das in der tat eine option, mit der ich denke, auf dauer ist es effektiv.
      Da habe ich dann aber den hintergedanken, die gegner bekommen es spitz und spielen mich dann anhand dessen aus.
      also verfällt man wieder in sein muster.

      wobei ich jetzt dieses option, des spielens (keine bulffcatcher, fold auf raise ) nicht aussetzen möchte, mit dem argument, ich kann nicht, das ging noch nie usw.
      ich denke wenn man erfolgreich pokern will , muss man sich manchmal derbe zusammen reissen.


      Auch erinnere ich mich nur vage an eine Schlussfolgerung dieser Studie: Der Verlust aktiviert gewisse Hirnareale und damit ein bestimmtes Gefühl (Ohnmachtsgefühl). Dieser Zustand wird als so intensiv empfunden das der jeweilige Spieler - bewusst oder unbewusst - nach dessen wiederholung strebt.
      auch hier ein sehr intressanter ansatz. Leider weiß ich auch nicht um welche doku es sich im speziellen handelt.
      aber das erklärt vielleicht manchmal mein wahnwitzigen calls. calls wo mir eigentlich zu 95% bewusst ist, das ich verliere, mache in trotzdem.
      ich rede mir ein, um einerseist meinen gegner zu zeigen was für ein "toller spieler" ich bin, wenn er denn man in den 5% blufft,anderseits dieses gefühl von neugier ?!

      meine theorie , bezogen auf die suche nach ohnmachtsgefühl:

      der spieler also ich, gibt sich immer wieder in situationen wo er nur verlieren kann, damit er in der gewohnten umgebung ist, und nicht auf der gewinnerseite, was ihm ja irgendwie angst machen würde , weil er es so nicht kennt.

      in einer meiner letzten sessions, war ich nach etwas spieltzeit , um das 8fache meines ursprünglichen buy ins angewachsen. gefühlt habe ich dabei nichts. habe es einfach so hingenommen. genrell neige ich dazu , meine erspieltes geld, durch wahnwitzige aktionen am pokertisch wieder zu verzocken.
      (von anderen "glückspielen" lasse ich übrigens grundzäzlich die finger.)

      so, bringe ich mich dann aber in spielsituationen wo ich fast sicher verliere,. dann kommen irgendwelche gefühle wieder auf. Erklärt es dann ein wenig.?!!

      Suche hier weder psychotherapie noch sonst was, finde es aber intressant, so über die psyche der spieler zu sprechen.
    • Sprotze
      Sprotze
      Bronze
      Dabei seit: 20.06.2011 Beiträge: 1.417
      http://de.pokerstrategy.com/video/27799/


      Sünde 5 ab Minute 45:05 bitte anschauen, wird da sehr gut erläutert.

      Im Großen und ganzen ist Neugier ein Problem des Egos.
    • hally
      hally
      Bronze
      Dabei seit: 08.11.2006 Beiträge: 1.358
      Moin,

      die Sache mit dem Ego triffts ziemlich. Hast du ein hohes Machtmotiv? Das teste mal im netz mit entsprechenden Tests. Geht um die Motivstruktur deines Wesens.

      Gutes Poker besteht aus Bluffs und valuebets in den richtige Frequenzen. Du musst also auch immer geblufft werden, damit er überhaupt value betten darf. Also das sollte dir absolut egal sein. Achte eher auf die Tendenzen des Gegners mit deinem HUD. Dann kannst du öfter oder weniger downcallen, je nach Stats. Das baord, Position, deine und seine Range musst du auch noch beachten. Es gibt immer Karten und Situautionen, wo dein Gegner mit fast Any 2 bluff kann, da kannste nix gegen machen und solltest nur mit den besten Bluffcatchern runter callen und den Rest folden. Nutze diese Situationen für dich auch aus und dann passt das wieder. Lieber die gängigen Spots ordentlich lösen und den Spieler vorher klassifizeiren, ehe du in so einen Sport kommst.
    • sekri12
      sekri12
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2012 Beiträge: 291

      das in der tat eine option, mit der ich denke, auf dauer ist es effektiv.
      Da habe ich dann aber den hintergedanken, die gegner bekommen es spitz und spielen mich dann anhand dessen aus.
      also verfällt man wieder in sein muster.

      Dieses gefühl kenne ich auch; dennoch bzw. GERADE dswegen: Spiele ausschließlich die guten Hände, streng nach Odds und Outs . Es wird zwar streckenweie "langweilig" dafür zahlt Dich dann der eine Spot evtl aus, wenn Du wirklich die nuts hast. Dann bluffen nämlich o.g. villains mit Nichts und das Geld kommt zu Dir. (<-- toll, in der Theorie klingts easy, es wird nicht immer klappen;-) )