Vom Schach zum Poker

    • Turm1992
      Turm1992
      Einsteiger
      Dabei seit: 02.07.2015 Beiträge: 4
      Hallo liebe Pokerstrategen,

      nach langen unterhaltsamen Partien in der Schachlandesliga in Schleswig-Holstein möchte ich seit einiger Zeit über den Tellerrand blicken und mich anderen Spielen zuwenden. Poker stand zunächst gar nicht in meinem Fokus, da ich insbesondere Online-Poker als reines Glücksspiel angesehen habe und dies für mich als Schachspieler natürlich nicht akzeptabel war. Als ich dann jedoch im Zuge von einer Veranstaltung an der Uni mit dem Schwerpunkt Spieltheorie dss Video von Liv Boeree bei den Golden Balls gesehen habe, hat es mich dazu gebracht, mich näher mit der Materie zu beschäftigen und habe einen Account bei Pokerstars eingerichtet. Die ersten Monate lief es katastrophal, Ich will gar nicht wissen, wie viele Spieler mir den grünen Ring gegeben haben mit Notes wie "Fish", "moron", "Easy Money" etc. :D Mittlerweile läuft es besser und ich bin gespannt, ob ich zum Winning Player werde. Gespielt wird momentan 10NL bei viiiiieeel zu knapper Bankroll. Da ich mit dem Verlust aber absolut leben könnte, sollte das kein großes Problem sein.

      Dieser Blog soll mir in erster Linie zur Motivation dienen. Ich denke, dass ich einige Hände posten werde und hoffe auf einige Kommentare von euch. Liebe Grüße!
  • 21 Antworten
    • mememeee
      mememeee
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2010 Beiträge: 601
      Viel Spaß und Glück.

      Du bist als Schachspieler ca. 10 Jahre hinten dran. Bei Turnieren war es vor 8 Jahren noch usus in der Raucherecke nicht über Schach, sondern Poker zu reden :f_biggrin:
    • SniffvsSnaf
      SniffvsSnaf
      Silber
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 2.999
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
    • Turm1992
      Turm1992
      Einsteiger
      Dabei seit: 02.07.2015 Beiträge: 4
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Leider immer nur passivere Sachen, mit Weiß immer 1.d4 und mit schwarz immer versucht ins französische überzuleiten. Naja, auch als Nit kann man Geld verdienen. :D
    • ptLoCkE93
      ptLoCkE93
      Gold
      Dabei seit: 26.05.2008 Beiträge: 1.506
      Hast du beim Schach schon mal so richtig auf die Fresse bekommen?
      Wenn nicht - dann ist das leider nix für dich...
      :f_drink:
    • Turm1992
      Turm1992
      Einsteiger
      Dabei seit: 02.07.2015 Beiträge: 4
      Original von ptLoCkE93
      Hast du beim Schach schon mal so richtig auf die Fresse bekommen?
      Wenn nicht - dann ist das leider nix für dich...
      :f_drink:
      Ja, in der Tat. Das Schlimmste ist einfach, von einem gegenüber sitzenden armenischen achtjährigen brutalst auseinandergenommen zu werden und genau zu wissen, dass man selbst dafür verantwortlich ist. Bei KK vs AA pre all-in weiß ich genau, dass ich es optimal gespielt habe und mich das daher nicht im geringsten stört. :)
    • Turm1992
      Turm1992
      Einsteiger
      Dabei seit: 02.07.2015 Beiträge: 4
      Ich habe heute Abend eine Hand gespielt, bei der ich denke, dass ich einen Fehler gemacht habe:

      PokerStars - $0.10 NL - Holdem - 5 players
      Hand converted by PokerTracker 4

      BTN: 103.2 BB (VPIP: 10.34, PFR: 10.34, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 31)
      Hero (SB): 111.4 BB
      BB: 173.2 BB (VPIP: 13.66, PFR: 13.22, 3Bet Preflop: 5.06, Hands: 227)
      UTG: 249.2 BB (VPIP: 18.75, PFR: 12.50, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 49)
      CO: 100 BB (VPIP: 0.00, PFR: 0.00, 3Bet Preflop: 0.00, Hands: 3)

      Hero posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

      Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has T:club: T:diamond:

      fold, fold, fold, Hero raises to 3 BB, BB raises to 9 BB, Hero raises to 28 BB, fold

      Hero wins 18 BB

      Die zwei Tens zu callen macht doch eigentlich keinen Sinn, also entweder Fold oder raise. Meint, ihr, dass tendenziell ersteres hier besser gewesen wäre?
    • Jirek
      Jirek
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2008 Beiträge: 650
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Poker sollte man professionell und mit Spaß angehen, genau wie Schach. Wenn du also Königsgambit gespielt hast, rate ich dir es mit Poker sein zu lassen. Wer so ein Müll spielt, wird es im Schach nie weit bringen.

      Das ist wie wenn ich mit KJo einfach mal gamble weil die Hand gut aussieht.:facepalm:
    • PontiusGR
      PontiusGR
      Black
      Dabei seit: 16.08.2006 Beiträge: 836
      Dir als strategischem Spieler versuche ich mal an die Hand zu legen, wie du einen Weg finden kannst selber zu Ergenissen zu kommen.

      1. Poker ist ein Spiel der Informationen---> in dem Fall wäre Smaplesize auf das Spielverhalten deiner Gegner am wichtigsten.

      - Schau Dir an wieviel BB vs SB Openraises 3bettet, da findest du dann eine Zahl (zum Visualisieren, welche Hände diese Zahl enthält einfach mal 5 oder 8 oder 12 % in Stove eingeben und aufs Bild schauen)
      - Dann schauen wie Villian auf 4bets reagiert (wieviel folded/called/shovt er)
      - Daraus kannst du dir dann herleiten mit welchen Händen V z. Bsp broked in dem Spot.
      - Stoven wieviel Equity du vs seine Broke Range(Range i.e. alle Hände, die er rein stellt) hast.
      - Odds anschauen, und schauen ob Equity reicht.

      - Der nähste Schritt wäre abzuwägen, welche Line deinerseits den höchsten EV hat.
      - Bsp. V 3bettet 12% in dem Spot und foldet 80% auf 4bets. Dann wäre eine 4bet massiv +EV, weil er einfach zu viel folded. Allerdings brauchst du dazu keine TT, die ggn seine 3betRange guter Favorit sind. Hier könntest du quasi any two 4betten, WENN V nicht adapted.
      -Du siehst wo das hinführt...Zahlen Zahlen Zahlen
      -Wenn du denkst, dass V dich ip so sehr ausspielt, dass du mit TT hier keinen +Ev Call hast, dann macht 4bet z.Bsp mehr Sinn. Muss aber nicht heißen, dass es in der Theorie das beste Play ist.
      Dann solltest du unbedingt an deinem Postflopplay arbeiten.


      2. Falls keine genauen Informationen vorhanden sind, hilft ein GTO basierter Gameplan. Standards sozusagen, die man ertmal runter spielt. Was hier die beste Line auf NL 10 ggn super nitty Villain ist vermag ich nicht zu sagen, da ich 0 populationstendenzen kenne. Ich würde es vermutlich callen, da ich das Gefühl hätte mich mit ner 4bet ggn besseres zu isolieren, und er schon genug 3btten wird bb vs SB, dass folden bei 2 zu 1 def zu weak ist.

      3. As Played: Dein Sizing sucked maximal. Viel zu groß. 22BB reichen vollkommen um den gleichen Effekt zu erreichen. VOm exploitiv Standpunkt aus schreit deine Hand genau nach dem was es ist. Nehme mal an, dass du AA/kk kleiner 4bettest. Sind aber nur Annahmen.

      Hoffe ich konnte helfen.
      Hast noch ne Menge Arbeit vor Dir. Kopf einschalten hilft!
    • SniffvsSnaf
      SniffvsSnaf
      Silber
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 2.999
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Poker sollte man professionell und mit Spaß angehen, genau wie Schach. Wenn du also Königsgambit gespielt hast, rate ich dir es mit Poker sein zu lassen. Wer so ein Müll spielt, wird es im Schach nie weit bringen.

      Das ist wie wenn ich mit KJo einfach mal gamble weil die Hand gut aussieht.:facepalm:
      meinst du das etwas so?

      AA = Damengambit
      KJo = Königsgambit

      Ein Boris Spassky hat es also nicht weit gebracht? Selbst Fischer hat nach seiner Analyse : "A bust to the King's Gambit" jeniges selbst wiederholt erfolgreich gespielt.

      Imo erhöht das Königsgambit zwar etwas die Varianz aber ist unterm Strich nicht -ev. Oft genug trifft man Schwarz ohne Plan - oder wenn er einen hat wird er ab und zu verführt unter Druck davon abzuweichen, weil z.B. die erinnerten Eröffnungszüge plötzlich fraglich erscheinen. Im Poker ist es halt auch so, das man versucht mit einer gewissen Aggressivität den Gegner vor Probleme zu stellen.

      "(Lasker) hat nicht der wissenschaftlich richtige Zug, sondern immer nur der für den konkreten Gegner unangenehmste Zug interessiert."

      Zusätzlich macht es halt noch Spaß... und darum ging es dir doch auch - oder?!
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.676
      Habe zwar immer nur Damengambit gespielt, aber Laskers Ansatz finde ich gut und macht auch am meisten Spaß. Leider schaffe ich es zu selten, gegen Spieler, die mich kennen und mich wild rumballern lasssen, den Gang wieder rauszunehmen. Aber gegen NITs ist es enfach schön, mit viel Aggression Pötte zu gewinnen, die man nie bekommen dürfte.
    • the_typhoon
      the_typhoon
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2005 Beiträge: 1.362
      Lasker = exploitive
      Tarrasch = GTO

      =)
    • Hausierer
      Hausierer
      Bronze
      Dabei seit: 10.05.2005 Beiträge: 13.009
      Hmm Landesliga S-H, dann kennen wir uns ja vll sogar persönlich:thinking:
    • Jirek
      Jirek
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2008 Beiträge: 650
      Original von SniffvsSnaf
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Poker sollte man professionell und mit Spaß angehen, genau wie Schach. Wenn du also Königsgambit gespielt hast, rate ich dir es mit Poker sein zu lassen. Wer so ein Müll spielt, wird es im Schach nie weit bringen.

      Das ist wie wenn ich mit KJo einfach mal gamble weil die Hand gut aussieht.:facepalm:
      meinst du das etwas so?

      AA = Damengambit
      KJo = Königsgambit

      Ein Boris Spassky hat es also nicht weit gebracht? Selbst Fischer hat nach seiner Analyse : "A bust to the King's Gambit" jeniges selbst wiederholt erfolgreich gespielt.

      Imo erhöht das Königsgambit zwar etwas die Varianz aber ist unterm Strich nicht -ev. Oft genug trifft man Schwarz ohne Plan - oder wenn er einen hat wird er ab und zu verführt unter Druck davon abzuweichen, weil z.B. die erinnerten Eröffnungszüge plötzlich fraglich erscheinen. Im Poker ist es halt auch so, das man versucht mit einer gewissen Aggressivität den Gegner vor Probleme zu stellen.

      "(Lasker) hat nicht der wissenschaftlich richtige Zug, sondern immer nur der für den konkreten Gegner unangenehmste Zug interessiert."

      Zusätzlich macht es halt noch Spaß... und darum ging es dir doch auch - oder?!

      AA entsprechen sicherlich nicht Damengambit.
      Königsgambit ist crass -ev und auf meinem Niveau und auf dem Niveau der Top-Großmeister wird es nicht mehr gespielt.

      KTo UTG Fullring gegen einen sehr fischigen Tisch zu raisen ok. Gegen Regs wirst du damit vernichtet auf Dauer.

      Wenn du beim Schach allerdings nur die Ambition hast 1600 zu erreichen, kannst du alles spielen. Königsgambit ist wohl die meistüberschätze und schlechteste Eröffnung. Gegen 2.Sf3 habe ich 54% auf 200 Partien. Gegen Königsgambit 88% auf ca 20 Partien. Ich rede hier von Langzeitpartien. Im Blitzen und Schnellschach schneidet KG noch schlechter ab.

      Übrigens sagte Lasker mal zum KG:
      "By what right does White, in an absolutely even position, such as after move one, when both sides have advanced 1. e4, sacrifice a pawn, whose recapture is quite uncertain, and open up his kingside to attack? And then follow up this policy by leaving the check of the black queen open? None whatever ! "

      Ist ähnlich wie im Poker, manches sieht gut aus, aber man erkennt das manche Spielzüge einfach nur -ev sind auf Dauer.
    • prom31
      prom31
      Global
      Dabei seit: 01.01.2012 Beiträge: 394
      viel erfolg, das logische denken wird sicherlich in einigen situationen nützlich sein, auf NL10 mag ein zu hoher iq / elo aber auch kontraproduktiv sein.

      coaching für NL50+ nehmen, alle für deine variante erlaubten hilfsprogramme zumindest ansehen und dann zulegen, was für deinen spielstil notwendig ist. zu beginn reicht oft table-ninja, ein seatscript und hem2. eine angemesse BR ist sowieso pflicht, 100 buyins sind keine seltenheit.

      ps: auch ich kam vom schach zum poker und war deshalb auch im headsup am besten aufgehoben.
    • SniffvsSnaf
      SniffvsSnaf
      Silber
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 2.999
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Poker sollte man professionell und mit Spaß angehen, genau wie Schach. Wenn du also Königsgambit gespielt hast, rate ich dir es mit Poker sein zu lassen. Wer so ein Müll spielt, wird es im Schach nie weit bringen.

      Das ist wie wenn ich mit KJo einfach mal gamble weil die Hand gut aussieht.:facepalm:
      meinst du das etwas so?

      AA = Damengambit
      KJo = Königsgambit

      Ein Boris Spassky hat es also nicht weit gebracht? Selbst Fischer hat nach seiner Analyse : "A bust to the King's Gambit" jeniges selbst wiederholt erfolgreich gespielt.

      Imo erhöht das Königsgambit zwar etwas die Varianz aber ist unterm Strich nicht -ev. Oft genug trifft man Schwarz ohne Plan - oder wenn er einen hat wird er ab und zu verführt unter Druck davon abzuweichen, weil z.B. die erinnerten Eröffnungszüge plötzlich fraglich erscheinen. Im Poker ist es halt auch so, das man versucht mit einer gewissen Aggressivität den Gegner vor Probleme zu stellen.

      "(Lasker) hat nicht der wissenschaftlich richtige Zug, sondern immer nur der für den konkreten Gegner unangenehmste Zug interessiert."

      Zusätzlich macht es halt noch Spaß... und darum ging es dir doch auch - oder?!

      AA entsprechen sicherlich nicht Damengambit.
      Königsgambit ist crass -ev und auf meinem Niveau und auf dem Niveau der Top-Großmeister wird es nicht mehr gespielt.

      KTo UTG Fullring gegen einen sehr fischigen Tisch zu raisen ok. Gegen Regs wirst du damit vernichtet auf Dauer.

      Wenn du beim Schach allerdings nur die Ambition hast 1600 zu erreichen, kannst du alles spielen. Königsgambit ist wohl die meistüberschätze und schlechteste Eröffnung. Gegen 2.Sf3 habe ich 54% auf 200 Partien. Gegen Königsgambit 88% auf ca 20 Partien. Ich rede hier von Langzeitpartien. Im Blitzen und Schnellschach schneidet KG noch schlechter ab.

      Übrigens sagte Lasker mal zum KG:
      "By what right does White, in an absolutely even position, such as after move one, when both sides have advanced 1. e4, sacrifice a pawn, whose recapture is quite uncertain, and open up his kingside to attack? And then follow up this policy by leaving the check of the black queen open? None whatever ! "

      Ist ähnlich wie im Poker, manches sieht gut aus, aber man erkennt das manche Spielzüge einfach nur -ev sind auf Dauer.
      Deine 88% auf 20 Partien bedeuten statistisch nichts. Zugegeben ist es natürlich so, wenn man als Weiß seine Königsgambithausaufgaben nicht ordentlich gemacht hat, steht man schnell vor Problemen - im Blitzen natürlich ganz extrem. Schwarz muss nicht so viel lernen wie Weiß, um solide dazustehen. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt es sich natürlich zeitlich eher in andere Eröffnungen zu investieren.

      Schönes Zitat von Lasker übrigens, konnte aber leider nichts über Jahr und Zusammenhang herausfinden. Sicher bleibt, das Lasker das Königsgambit als Weiß gespielt hat, und wahrscheinlich auch immer wieder gespielt hätte, wenn er sich davon einen Vorteil gegen seinen Gegner erhoffte:

      http://www.chessgames.com/perl/chess.pl?pid=19149&playercomp=white&opening=C33-C39&title=Emanuel%20Lasker%20playing%20the%20King%27s%20Gambit%20Accepted%20as%20White

      Zwar nur ne 20 Minuten out ouf Tournament Partie aber dafür auf Großmeister Level:


      Aber du hast natürlich recht - in der heutigen Großmeister Turnier Szene, ist das Königsgambit irrelevant.

      End of derailing... :s_zZz:
    • Jirek
      Jirek
      Bronze
      Dabei seit: 21.12.2008 Beiträge: 650
      Original von SniffvsSnaf
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Original von Jirek
      Original von SniffvsSnaf
      Ich war in Schach immer so mittelmäßig - im Poker hab ich es aber trotzdem zum Winningplayer geschafft. Bin darüber immer wieder erstaunt. :f_biggrin: Wenn du gerne Königsgambit gespielt hast bist du bei Poker genau richtig.

      Viel Erfolg!
      Poker sollte man professionell und mit Spaß angehen, genau wie Schach. Wenn du also Königsgambit gespielt hast, rate ich dir es mit Poker sein zu lassen. Wer so ein Müll spielt, wird es im Schach nie weit bringen.

      Das ist wie wenn ich mit KJo einfach mal gamble weil die Hand gut aussieht.:facepalm:
      meinst du das etwas so?

      AA = Damengambit
      KJo = Königsgambit

      Ein Boris Spassky hat es also nicht weit gebracht? Selbst Fischer hat nach seiner Analyse : "A bust to the King's Gambit" jeniges selbst wiederholt erfolgreich gespielt.

      Imo erhöht das Königsgambit zwar etwas die Varianz aber ist unterm Strich nicht -ev. Oft genug trifft man Schwarz ohne Plan - oder wenn er einen hat wird er ab und zu verführt unter Druck davon abzuweichen, weil z.B. die erinnerten Eröffnungszüge plötzlich fraglich erscheinen. Im Poker ist es halt auch so, das man versucht mit einer gewissen Aggressivität den Gegner vor Probleme zu stellen.

      "(Lasker) hat nicht der wissenschaftlich richtige Zug, sondern immer nur der für den konkreten Gegner unangenehmste Zug interessiert."

      Zusätzlich macht es halt noch Spaß... und darum ging es dir doch auch - oder?!

      AA entsprechen sicherlich nicht Damengambit.
      Königsgambit ist crass -ev und auf meinem Niveau und auf dem Niveau der Top-Großmeister wird es nicht mehr gespielt.

      KTo UTG Fullring gegen einen sehr fischigen Tisch zu raisen ok. Gegen Regs wirst du damit vernichtet auf Dauer.

      Wenn du beim Schach allerdings nur die Ambition hast 1600 zu erreichen, kannst du alles spielen. Königsgambit ist wohl die meistüberschätze und schlechteste Eröffnung. Gegen 2.Sf3 habe ich 54% auf 200 Partien. Gegen Königsgambit 88% auf ca 20 Partien. Ich rede hier von Langzeitpartien. Im Blitzen und Schnellschach schneidet KG noch schlechter ab.

      Übrigens sagte Lasker mal zum KG:
      "By what right does White, in an absolutely even position, such as after move one, when both sides have advanced 1. e4, sacrifice a pawn, whose recapture is quite uncertain, and open up his kingside to attack? And then follow up this policy by leaving the check of the black queen open? None whatever ! "

      Ist ähnlich wie im Poker, manches sieht gut aus, aber man erkennt das manche Spielzüge einfach nur -ev sind auf Dauer.
      Deine 88% auf 20 Partien bedeuten statistisch nichts. Zugegeben ist es natürlich so, wenn man als Weiß seine Königsgambithausaufgaben nicht ordentlich gemacht hat, steht man schnell vor Problemen - im Blitzen natürlich ganz extrem. Schwarz muss nicht so viel lernen wie Weiß, um solide dazustehen. Unter diesem Gesichtspunkt lohnt es sich natürlich zeitlich eher in andere Eröffnungen zu investieren.

      Schönes Zitat von Lasker übrigens, konnte aber leider nichts über Jahr und Zusammenhang herausfinden. Sicher bleibt, das Lasker das Königsgambit als Weiß gespielt hat, und wahrscheinlich auch immer wieder gespielt hätte, wenn er sich davon einen Vorteil gegen seinen Gegner erhoffte:

      http://www.chessgames.com/perl/chess.pl?pid=19149&playercomp=white&opening=C33-C39&title=Emanuel%20Lasker%20playing%20the%20King%27s%20Gambit%20Accepted%20as%20White

      Zwar nur ne 20 Minuten out ouf Tournament Partie aber dafür auf Großmeister Level:


      Aber du hast natürlich recht - in der heutigen Großmeister Turnier Szene, ist das Königsgambit irrelevant.

      End of derailing... :s_zZz:

      Blitz und Schnellschachstatistiken habe ich sogar über 90% und guck dir einfach sämtliche Datenbanken einiger Spieler ab 2200 an. Alle so zwischen 75-90% mit Schwarz. Wenn du angreifen willst, dann spiel wenigstens etwas auf einer positionellen Grundlage. Kannst ja auch nicht am Turn einfach All-in gehen, wenn es dir gefällt. Muss schon auf irgendeinem Read beruhen. 2.f4?? macht einfach keinen Sinn.
    • Sendrafreak
      Sendrafreak
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2011 Beiträge: 2.074
      Hallo Turm1992,

      willkommen bei pokerstrategy.com! Einige Anmerkungen aus Coach-Sicht:

      - Ich gehe davon aus, dass Du ein Pokerneuling bist. Sollte dies stimmen, würde ich Dir folgende Dinge ans Herz legen:
      --> Ich würde zu Beginn auf den ganz kleinen Limits anfangen und die ersten, sagen wir 100k, Hände zunächst einmal die bei uns gelehrte Anfängerstrategie durchziehen und so gut wie nie davon abweichen.
      --> Ganz wichtig ist dabei, das tighte Spiel zu erlernen, denn ein guter Pokerspieler, selbst ein looserer als der Durchschnitt, foldet immer mehr als 50% seiner Hände bereits preflop.
      --> Ich würde zunächst mit Texas Hold'em Fixed Limit anfangen. Warum ist da so? Das ist deswegen so, weil man bei dieser Pokervariante wegen der festen Betgröße viel mehr postflop spielt (bzw. spielen muss) und so wesentliche Dinge wie Odd&Outs erlernt. Später kann man immer noch wechseln, wenn man die Grundlagen verinnerlicht hat.
      --> Auf Letzteres Bezug nehmend kann ich Dir meinen Anfängerkurs (click n o w) vom Beginn des Jahres empfehlen.
      --> Sollte es denn doch unbedingt NL sein, kann ich Dir die NL-Kurse von Paxis empfehlen. Es gibt dort wie bei meinem FL-Kurs feste, solide Ranges preflop, die ich mir an Deiner Stelle ausdrucken und dann langfristig auswendig lernen würde.
      --> Die extrem advancten Bemerkungen eines Users weiter oben (die sicherlich fachlich fundiert sein mögen, aber darum geht es hier nicht) würde ich zunächst einmal ignorieren und mich wirklich nur der sicheren Beherrschung einer fundierten Anfängerstrategie widmen, alles andere ist zu Beginn einfach zu viel des Guten.

      So, das wars dann mal von meiner Seite, hoffe, dass Du meine Tipps beherzigst und wünsche Dir viel Erfolg an den Tischen!

      Gruß,
      Sendrafreak
    • mememeee
      mememeee
      Bronze
      Dabei seit: 27.02.2010 Beiträge: 601
      Ich spiele das gerne gegen Gegner von denen ich weiss, dass sie es nicht kennen. Dann soll der das im Schnellschach erstmal am Brett wiederlegen. Aber gegen Leute, die sich ein wenig damit auskennen kann das böse enden. Da haben manche Leute am Brett echt schon sehr obskure Lösungen gefunden...

      Sorry für eine Frage in deinem Thrad meinerseits. Aber seht ihr Seating Scripte als so essentiell an heute? Welche würdet ihr empfehlen?
    • PontiusGR
      PontiusGR
      Black
      Dabei seit: 16.08.2006 Beiträge: 836
      Original von Sendrafreak

      --> Ich würde zu Beginn auf den ganz kleinen Limits anfangen und die ersten, sagen wir 100k, Hände zunächst einmal die bei uns gelehrte Anfängerstrategie durchziehen und so gut wie nie davon abweichen.
      Ganz ehrlich, das ist doch maximaler Quark. Wirst du von PS.de bezahlt dafür, dass du die User animierst ihren Kopf auszustellen, und dann nach "ewiger Theoriearbeit" auf NL50 be zu grinden? Und natürlich zu raken.
      Ich kenne viele, die es im Poker recht weit gebracht haben, und die talentiertesten haben immer selbst gedacht. Klar hilft es zu Anfang Strategietheorien zu konsumieren, aber doch nur um zu verstehen, weshalb sie so sind. Und dazu sind die nackten Zahlen in einem Mathematik basierten Spiel das Beste.

      Und wenn OP Schach spielt, dann ist er in der Regel nicht der Typ der versucht Emily Chenneye Blue mit seinen Autoscooterskills auf dem Jahrmarkt aufzureißen. Deswegen bin ich zum animieren des Denkens bewußt etwas übers Ziel hinausgeschossen.

      Pokertheorie kann wirklich auch Spaß machen. Das auswendig Lernen von einer Holzkopfstrategie ist sicher nicht so unterhaltsam. Aber gut, du bist Coach, wirst ja schon wissen was für die Schäfchen hier das Beste ist!
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