Maklerrecht

    • Powerqueen
      Powerqueen
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2011 Beiträge: 473
      Kennt sich jemand mit Maklerrecht aus?


      Wir haben mehrere Gespräche mit einem Bauträger geführt. Dieser bot uns an, auf einem Grundstück ein unseren Wünschen entsprechenden Haus zu errichten. Grundstückswert: 250.000 EUR, Hauswert: 725.000 EUR. Bei dem Gespräch wurde ein Beratungsvertrag unterschrieben mit dem Inhalt, dass der Bauträger den Namen des Eigentümers des Grundstück bekannt gibt und wir für den Fall, dass wir den Gesamtvertrag nicht mit dem Bauträger abschließen und uns direkt an den Eigentümer wenden eine Provision von 5% des Auftragswertes (975.000 EUR) und nicht des Grundstückswertes (250.000 EUR) an den Bauträger zahlen müssen. Wir haben aufgrund bestimmter Umstände vom Gesamtvertrag mit dem Bauträger Abstand genommen und würden gerne direkt mit dem Eigentümer über den Erwerb des Grundstücks führen. Ist diese Klausel gültig? Hat jemand Erfahrungen mit solchen Verträgen?
  • 17 Antworten
    • Gluecksfisch
      Gluecksfisch
      Einsteiger
      Dabei seit: 28.05.2009 Beiträge: 3.054
      mach Dich nicht lächerlich.

      Haus bauen für angebliche 1 Million und in einem Pokerforum nach rechtlicher Beratung fragen. Keine 200 Euro für einen Anwalt über?

      Ob ein Vertrag mit 15-50 Seiten rechtswirksam ist kann von hier ohne Einsicht niemand bewerten; kannst diesen aber ja einscannen und hier posten.

      edit: Inhaltlich macht es zumindest Sinn. Wendet ihr euch direkt an den Eigentümer und sucht euch dann einen anderen Bauträger entgeht dem ersten der gesamte Umsatz/Gewinn. So hat er sich ein wenig abgesichert und kassiert dann entsprechend für die Vermittlung an den Grundstücksbesitzer.
    • annobln
      annobln
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2007 Beiträge: 5.973
      Ein Makler hat das Recht auf die volle Provision, selbst wenn er dir nur die Adresse vermittelt. :truestory:

      Da ist es auch egal, wenn du den Makler umgehst und direkt mit dem Eigentümer den Kaufvertrag abschließt.
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Gold
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 1.948
      Original von annobln
      Ein Makler hat das Recht auf die volle Provision, selbst wenn er dir nur die Adresse vermittelt. :truestory:

      Da ist es auch egal, wenn du den Makler umgehst und direkt mit dem Eigentümer den Kaufvertrag abschließt.
      Ich denke, der User Powerqueen wollte wissen, ob er die 5% Maklerprovision aus 250.000 oder aus 1.000.000 zahlen muss.
    • annobln
      annobln
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2007 Beiträge: 5.973
      Ok, wenn ich das richtig lese, dann hat powerqueen diesen ominösen Vertrag mit dem Bauträger sogar unterschrieben, richtig? Ich sehe da eigentlich keine Chance drum herum zu kommen, denn der Beuträger hat euch ja nicht getäuscht o.ä. Ob es eine Chance gibt, kann eigentlich nur ein Anwalt sagen. Aber grundsätzlich stehen die Chancen sehr schlecht, wenn ihr solche Knebelverträge unterschreibt.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.290
      sehe solche "knecht" verträge ziehmlich häufig in der heutigen zeit. wenn das dort so steht und er das unterschrieben hat, dumm gelaufen. deshalb liest man erst, denkt nach und unterschreibt dann :coolface: bin kein rechtsverdreher aber glaube keine chance. wenns vor gericht geht, sitzen die baufirmen oft am längeren hebel, haben mehr zeit und kapital die ganze sache auszusitzen und es ist dann meist auch nicht ihr erster fall dieser art. würde die baufirma mal googlen.
    • Powerqueen
      Powerqueen
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2011 Beiträge: 473
      Original von BrEaKdOwNpG
      deshalb liest man erst, denkt nach und unterschreibt dann :coolface: .
      Ohne Unterschrift zu dem Beratervertrag wären wir nicht in Vertragsverhandlungen (Grundstück + Neubau) mit dem Bauträger eingetreten. Hätten wir abgelehnt, wäre das Gespräch beendet gewesen. Mir sind schon bewußt, dass ich diese Maklerprovision zahlen muss; nur bin ich nicht bereit, diese Provision in Höhe des entgangenen Auftrags zu zahlen. Deshalb meine Frage, ob die Höhe der Provisionszahlungen an einen geplanten Auftragswert gekoppelt werden kann.

      Anwaltskosten: kein geeigneter Rechtsanwalt wird aufgrund einer Erstberatung (RVG) abrechnen.
    • Gluecksfisch
      Gluecksfisch
      Einsteiger
      Dabei seit: 28.05.2009 Beiträge: 3.054
      Original von Powerqueen
      Anwaltskosten: kein geeigneter Rechtsanwalt wird aufgrund einer Erstberatung (RVG) abrechnen.
      ... dann habe ich wohl bei 2 Immobilien sowie mein direkter Nachbar beim Erwerb seiner Immobilie keinen geeigneten Rechtsanwalt erwischt; macht nix, hat trotzdem funktioniert und wir das Feedback auf Rückfragen für "wenig" Geld erhalten.

      Man könnte auch einfach die entsprechenden Passagen des Vertrages als Zitat auf einem frag-einen-Anwalt-Portal (zB 123recht.de) posten mit selbst definiertem Preis. Die Frage ist recht simpel und in 3-4 Sätzen erläutert, mit Vertragspassage dabei ist das nicht sonderlich kompliziert.
      Alternativ in einem Fachforum wie hausbau-forum.de nachfragen, wo Bauträger, Verkäufer und Makler aktiv sind.
    • SmartDevil
      SmartDevil
      Bronze
      Dabei seit: 26.01.2007 Beiträge: 9.457
      Ich war jahrelang Makler und für mich hört sich das nach einem rechtswidrigen Kopplungsgeschäft an, wenn der Bauträger die Provision am Gesamtbetrag fix macht. Ich gehe aber davon aus, dass der Vertrag eine salvatorische Klausel enthält und deshalb nicht der gesamte Vertrag rechtswidrig ist, sondern lediglich die Provisionsvereinbarung.

      Er versucht dich durch die erhöhte Provision an sein Bauträgergeschäft zu binden. Das ist illegal!

      http://lexikon.immobilien-fachwissen.de/index.php?UID=313690806&ATOZ=K&KEYWORDID=5211

      Ich würde ihm schriftlich anbieten die 5% aus der Grundstückskaufsumme zu zahlen und darauf hinweisen, dass er im Falle der Nichtannahme des Angebotes mit dir vor Gericht ziehen muss und dann der Richter über seine rechtswidrigen Verträge entscheiden soll.
      Letzteres würde ich fast wörtlich so schreiben.

      Und dann schau mal wie er reagiert.

      Sollte der Bauträger auf eine Klausel im Notarvertrag bestehen, dann laß diese einfach ERST BEIM STATTFINDENDEN NOTARTERMIN streichen. Will der Bauträger beim Termin dabei sein, dann schick ihn aus dem Zimmer.
      Alles deine Rechte die du problemlos umsetzen kannst.

      Da DU den Notar bezahlst, ist es auch dein Recht den Notar auszuwählen, also geh vielleicht nicht unbedingt zu dem Notar, den der Bauträger oder der Verkäufer vorschlagen.

      Unabhängig davon würde ich versuchen schnellstmöglich einen Notartermin mit dem Verkäufer zu vereinbaren. Dem sollte das ja recht egal sein.
    • Kampfschildkroete
      Kampfschildkroete
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2006 Beiträge: 1.833
      Original von SmartDevil
      Da DU den Notar bezahlst, ist es auch dein Recht den Notar auszuwählen, also geh vielleicht nicht unbedingt zu dem Notar, den der Bauträger oder der Verkäufer vorschlagen.
      Das stimmt so nicht, das ist üblich, aber (soweit ich weiß) kein Recht.
      Wenn es dem Verkäufer nicht passt, dass er den Notar nicht aussuchen darf, nimmt er im Zweifelsfall den nächsten Interesenten, der damit einverstanden ist.

      Daher kommt es eher auf den Markt an:
      Gibt es viele Interessenten, bestimmt eher der Verkäufer die Musik. Gibt es alle Jubeljahre mal einen Interessenten wird der Verkäufer eher weniger auf seinen eigenen Notar bestehen.
    • SmartDevil
      SmartDevil
      Bronze
      Dabei seit: 26.01.2007 Beiträge: 9.457
      Original von Kampfschildkroete
      Original von SmartDevil
      Da DU den Notar bezahlst, ist es auch dein Recht den Notar auszuwählen, also geh vielleicht nicht unbedingt zu dem Notar, den der Bauträger oder der Verkäufer vorschlagen.
      Das stimmt so nicht, das ist üblich, aber (soweit ich weiß) kein Recht.
      Wenn es dem Verkäufer nicht passt, dass er den Notar nicht aussuchen darf, nimmt er im Zweifelsfall den nächsten Interesenten, der damit einverstanden ist.

      Daher kommt es eher auf den Markt an:
      Gibt es viele Interessenten, bestimmt eher der Verkäufer die Musik. Gibt es alle Jubeljahre mal einen Interessenten wird der Verkäufer eher weniger auf seinen eigenen Notar bestehen.
      Natürlich ist es mein Recht den Notar auszusuchen, wenn ich ihn bezahle.

      Ausserdem ist es total unüblich, dass der Käufer den Notar auswählt. Das macht normalerweise der Makler.
      Red bitte keinen Quatsch!
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.290
      ich bin kein anwalt aber meines erachtens ist das gar nicht rechtswidrig. ein makler kann dir auch ein grundstück verkaufen mit dem zwang eine bestimmte hausbaufirma zu wählen, ansonsten gibts das grundstück nicht. er verdient dann auch an der hausbaufirma und am grundstück und das ist nichts rechtswiedrig, sonst würde der makler mit dem ich das büro teile das eher nicht machen ;-)

      ist doch im prinzip nur eine umgedrehte art der reservierungsvereinbarung eines maklers. wenn du einem makler unterschreibst, eine reservierungsgebühr in höhe von 50.000€ zu zahlen, dann hast du das unterschrieben, ob diese 50.000€ nun prozentual nur am grundstück oder am gesamtbetrag bemessen sind, kann meines erachtens nicht ausschlaggebend sein.

      edit: 5% sind allerdings enorm viel, üblich ist 1% reservierungsgebühr.
    • SmartDevil
      SmartDevil
      Bronze
      Dabei seit: 26.01.2007 Beiträge: 9.457
      Original von BrEaKdOwNpG
      ich bin kein anwalt aber meines erachtens ist das gar nicht rechtswidrig. ein makler kann dir auch ein grundstück verkaufen mit dem zwang eine bestimmte hausbaufirma zu wählen, ansonsten gibts das grundstück nicht. er verdient dann auch an der hausbaufirma und am grundstück und das ist nichts rechtswiedrig, sonst würde der makler mit dem ich das büro teile das eher nicht machen ;-)
      Was du da beschreibst ist ein höchst illegales Kopplungsgeschäft! Leider in der Branche sehr üblich.

      edit: Die Reservierungsgebühr hat übrigens nichts mit der Provision zu tun und ob 5% viel sind, liegt am Bundesland. In Deutschland ist von 3 bis 6% + MWSt. alles möglich.
    • Kampfschildkroete
      Kampfschildkroete
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2006 Beiträge: 1.833
      Original von SmartDevil
      Original von BrEaKdOwNpG
      ich bin kein anwalt aber meines erachtens ist das gar nicht rechtswidrig. ein makler kann dir auch ein grundstück verkaufen mit dem zwang eine bestimmte hausbaufirma zu wählen, ansonsten gibts das grundstück nicht. er verdient dann auch an der hausbaufirma und am grundstück und das ist nichts rechtswiedrig, sonst würde der makler mit dem ich das büro teile das eher nicht machen ;-)
      Was du da beschreibst ist ein höchst illegales Kopplungsgeschäft! Leider in der Branche sehr üblich.
      Zusätzlich muss man Grunderwerbssteuer auf Grundstück und Haus zahlen, da es als "einheitliches Vertragwerk" gilt, oder?
    • SmartDevil
      SmartDevil
      Bronze
      Dabei seit: 26.01.2007 Beiträge: 9.457
      Ja!!! :s_thumbsup:

      Danke, ich wollte gerade meinen letzten Post editieren und auch darauf hinweisen.

      Und nochmal zum Eingangspost. Es kann dir natürlich keiner verbieten mit dem Eigentümer direkt zu verhandeln.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.290
      erzähl mir bitte warum riesige hausbaufirmen dann kopplungsgeschäfte ohne probleme tag täglich durchführen wenn sie doch ach so illegal sind? haben die alle rechtsabteilungen denen das scheiss egal ist? Das sind multiomillionen euro unternehmen. sind die makler alle so dumm und riskieren ihre Zulassung sowie ihre Zukunft für so etwas? zeig mir mal bitte einen paragraphen. Es gibt darüber hinaus auch nur sehr wenige banken in deutschland, die es überhaupt interessiert ob ein kopplungsgeschäft vorliegt (kenne eigentlich nur eine), sofern es zu einer finanzierung kommt. da dies illegal sein soll, müssten alle banken hier höchst vorsichtig sein weil es sonst zu rückabwicklungen in massen kommen kann. die banken machen sich wegen jedem kleinen mist ins hemd, daher denke ich das immer noch nicht solange kein beweis vorliegt. anfechtbar sind diese geschäfte vielleicht, aber das kommt wohl eher auf den einzelfall an. bitte zeige mir den paragraphen der dies illegal macht.

      die 1% war auf eine reservierungsgebühr bezogen, dort ist das üblich. hier in berlin nimmt ein makler üblicherweise 6%+MwSt, darf aber sogar bis zu 15% nehmen. dass das anderswo anders ist, ist mir durchaus bekannt.
    • cHaiNSawMasSacRe
      cHaiNSawMasSacRe
      Silber
      Dabei seit: 05.11.2011 Beiträge: 4.899
      Original von Powerqueen
      Mir sind schon bewußt, dass ich diese Maklerprovision zahlen muss; nur bin ich nicht bereit, diese Provision in Höhe des entgangenen Auftrags zu zahlen. Deshalb meine Frage, ob die Höhe der Provisionszahlungen an einen geplanten Auftragswert gekoppelt werden kann.
      natürlich nicht.
      man muss ja schlicht die frage stellen, was für ein leistung der bauträger dir gegenüber erbracht hat. solange er nicht irgendwelche individuellen planungen gemacht hat, bleibt ja nur eine profane maklertätigkeit.
      die prov bezieht sich natürlich nur auf das gemakelte objekt (also nur grundstück). und wenn du mit dem veräußerer einen günstigeren kaufpreis aushandelst, dann ist selbstverständlich die prov nur auf diesen notariellen kp zu berechnen.
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.290
      er hat aber unterschrieben dass er im falle eines nichtzustande kommens 5% auf alles bezahlt. der baufirma entgeht ja hier größtenteils der hausneubau, also wenn überhaupt kommt er vielleicht um die prov fürs grundstück drum herum, fürs haus wohl eher nicht. kann nur ein anwalt beantworten. ich habe schon öfter kunden gehabt die aus solchen verträgen auch mit anwaltlicher hilfe nicht herauskommen und zahlen müssen. kommt sicherlich aufs kleingedruckte an.

      @smartdevil, toller edit. einfach mal alles löschen :coolface:
      sicher kann ihm auch keiner verbieten direkt mit dem eigentümer zu verhandeln, solange der kontakt aber über einen makler entstanden ist darf er auch den makler bezahlen egal ob der makler noch am verkauf mitwirkt.