Inkasso und die Gebühren

    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      Ok hier geht es nicht um mich sondern um meinen Bruder

      Mein Bruder bekommt seit ca 1.5-2 jahren Hartz 4 und kann deswegen seien Haftpflich nicht bezahlen.
      Hat schon mehrere Mahnungen zu offenen Beträgen bekommen. Allerdings immer nur eine 1te Mahnung zum Quartal die er icht bezahlen konnte.
      am 25ten hat er einen Brief zur Versicherung geschickt mit einer Kündigugn aufgrund von Hartz 4 und das sie ihm bitte alle kosten zuschicklen sollen die er noch zu begleichen hat.

      Jetzt hat er vor 2 tagen ein inkasso schreiben bekommen datiert 25. august in dem steht das er den betrag bis zum tag x zahlen soll. dazu kommt dann noch da 100% kosten durch inkasso dazu. Hauptforderung bezieht sich auf knapp 70 euro inkass auf ca 65.(45€ geschäftsgebühr, 9€ Post und Telekommunikations pauschale, 10,26 mehrwertsteuer) habe mich mal ein bisschen informiert und habe gefunden das wenn klar hervorgeht das der empfänger nicht zahlen will und kann dann oder auch hartz 4 bekommt dann sind solche inkasso gebühren nicht rechtmäßig . hier mal ein auszug was ich gefunden habe :

      Befinden Sie sich mit der Zahlung einer Geldforderung in Verzug, können grundsätzlich die Kosten für die Beauftragung für ein Inkassounternehmen Ihnen gegenüber geltend gemacht werden.
      AUSNAHME:
      Bei Verzug müssen Sie die Kosten eines beauftragten Inkassounternehmens nur zahlen, wenn ein wirtschaftlich denkender Mensch die Beauftragung für zweckmäßig und notwendig erachtet hätte. Daraus folgt: Inkassokosten müssen Sie dann nicht zahlen, wenn schon bei Beauftragung der Inkassofirma erkennbar war, daß Sie die Hauptforderung nicht erfüllen wollen bzw. aus Geldmangel nicht erfüllen können. Kurzum: Wer Haartz IV-Empfänger oder anderen finanzschwachen Mitmenschen unnötigerweise noch Inkassogebühren aufhalsen möchte, handelt unrechtmäßig.

      Hoffe ihr versteht was ich sagen will. finde die inkasso forderung schon recht übertrieben und würde meinem bruder empfehlen nciht zu zahlen. nen p konto zu machen und es auszusitzen, da er eh ncihts von wert hat was gepfändet werden kann.

      grüße
  • 16 Antworten
    • Floppy05058
      Floppy05058
      Global
      Dabei seit: 17.03.2010 Beiträge: 1.796
      Ja gut, aber dann hätte dein Bruder ja bei der allerersten Mahnung bzw am besten schon davor, als er gewusst hat, dass er nicht mehr dazu in der Lage sein wird, die Beiträge zu zahlen, bereits den Versicherer informiert. Der Versicherer hat ja vermutlich das Inkassounternehmen schon beauftragt, bevor er wusste, dass dein Bruder nicht in der Lage ist zu zahlen...
    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      hat er wohl gemacht.. es waren schon mal beträge offen da hat er bei der versicherung angerufen das er es nicht zahlen kann da hartz 4. die haben alles erlassen und gesagt kündigungsfrist 1 jahr.

      von daher sollte doch zahlungunfähigkeit auffallen. oder nicht?

      mein bruder und ich haben usn weiter im internet informiert und gesehen das es wohl sinnvoller ist nur die hauptforderung direkt an die versicherung zu zahlen und das inkasso zu ignorieren. dann wird man wieer briefe von denen bekommen die man so beantwortet

      "...Sehr geehrtes Inkasso Team - ich weise die Forderung vollumfänglich zurück - weitere Briefe Ihres Hauses sowie Ihrer Vertragskanzlei werden zu keiner Zahlung führen - einen gerichtlichen Mahnbescheid werde ich deshalb widersprechen - mit der Weitergabe meiner Daten bin ich gem BDSG nicht einverstanden - ich untersage expl die Kontaktaufnahme per telefon .."

      scheint wohl recht erfolgreich zu sein
    • Floppy05058
      Floppy05058
      Global
      Dabei seit: 17.03.2010 Beiträge: 1.796
      Naja, dann würde ich mir an seiner Stelle erstmal einen Antrag auf Übernahme von Rechtsberatungskosten holen und einen Anwalt aufsuchen. Kostet ihn ja nichts außer Zeit.
    • kallvestor
      kallvestor
      Black
      Dabei seit: 25.06.2005 Beiträge: 618
      Wenns dein Bruder ist, gib ihm die Kohle, da die Haftpflicht eine der wenigen sinnvollen Versicherungen ist...70 € oder meinetwegen 140 € sollte einem der arme Bruder Wert sein.
    • lastdayever
      lastdayever
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2006 Beiträge: 659
      Definitiv nicht zahlen, viel zu hohe Forderung. P-Konto und aussitzen, aber natürlich den geforderten Betrag (ohne Inkasso) begleichen. Inkasso können mal gar nichts und hoffen nur auf ängstliche Menschen, die brav zahlen.
    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      ich nehme an den Betrag nicht an di einkasso zahlen sondern direkt an die versicherung?
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Bronze
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 2.050
      Original von lastdayever
      Inkasso können mal gar nichts und hoffen nur auf ängstliche Menschen, die brav zahlen.
      Wieso sollte das Inkassounternehmen seine eigenen Gebühren nicht gerichtlich geltend machen können? Ist ein übliches Verfahren.
    • DJ1966
      DJ1966
      Bronze
      Dabei seit: 22.12.2009 Beiträge: 4.050
      Auf jeden Fall den Dialog mit dem Versicherer suchen und die Hauptforderung inkl. der
      dort angefallenen Mahngebühren zahlen. Die können das Inkassobüro dann zurückpfeiffen
      und Dein Bruder hat Ruhe.

      Da muß aber definitiv mehr Schriftwechsel als eine 1te Mahnung gekommen sein. Aufgrund einer
      1ten Mahnung wird kein Inkassounternehmen beauftragt.

      Wenn er keine Kohle hat soll er mal mit dem Amt reden, die übernehmen dann auch die grundlegenden
      Versicherungen Haftpflicht/Hausrat.
    • Cuoco199
      Cuoco199
      Bronze
      Dabei seit: 23.02.2009 Beiträge: 7.526
      ist das wirklich so, kann mir kaum vorstellen, dass man als Hartz IV Empfänger keine Inkassogebühren zahlen muss. Kann das jemand bestätigen?
    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      soweit wie ich weiß kam eimmer ene werste mahung. die versicherung wurde so abgeschlossen das alle 3 monate bezahlt wird. also kam für jede ausgelassene zahlung 1 mahnung. nicht für alle ausgelassene zahlungen komplett eine mahnung sondern für jede einzelne ausgelassene zahlung eine einzige mahnung
    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      zum thema warum inkasso die gebühren nicht einklagen könne oder tun habe ich das hier gefunden was auch noch sehr aktuell ist


      Vorgerichtliche Inkassogebühren externer Inkassobüros werden i.d.r. mangels Erfolgsaussichten aufgrund der inkassounfreundlichen Rechtsprechung nicht eingeklagt
      Dies gilt vor allem dann wenn es sich bei dem Forderungsinhaber (Gläubiger) um ein geschäftserfahrenes Unternehmen handelt

      Die Inkassobranche versucht verständlicherweise in Ihren Mahnschreiben unter Auflistung von vermeintlich Inkassofreundlichen Gerichtsurteilen ( z.b u.a BGH Az. VII ZB 53/05 / BVerfG, 1 BvR 1012/11 vom 7.9.20111 ) das Gegenteil zu suggerieren um den Schuldner zur Zahlung der Inkassokosten zu "motivieren"


      Jedoch sind vorgerichtliche Inkassogebühren externer Inkassobüros im Gegensatz zu Rechtsanwaltsgebühren im Verzugsfall nur sehr selten durchsetzungsfähig
      Die meisten Gerichte dezimieren diese Gebühren erheblich bzw streichen oft sogar komplett
      Unabhängig von diesem Sachverhalt sind Inkassogebühren grundsätzlich nicht zusätzlich zu den Anwaltsgebühren erstattungsfähig
      Inkasso - Mahnen gleich mit Anwalt - Meldung - Stiftung Warentest
      Eine Klage seitens des Forderungsinhabers expl wg vorgerichtlicher Inkassogebühren eines ext Inkassobüros ist deshalb extrem wenig wahrscheinlich

      Ich empfehle das 1 Schreiben des Inkassobüros zunächst komplett zu ignorieren und die unstrittige Hauptforderung plus 2,50 € pro vom Gläubiger verschickten Mahnbrief unangekündigt und zweckgebunden (nur Hauptforderung) direktauf das Konto des Gläubigers ( nicht aufs Inkassokonto ) zu überweisen
      Anmerkung : Gerichte anerkennen zwischen 1 € (z.b AG Bad Segeberg Urt. v. 25.11.2011 − 17 C 160/11)und 2,50 € (z.b AG Brandenburg a.d. Havel Urteil vom 25.1.2007 – 190/0631 C ) an Mahngebühren pro Mahn Schreiben

      Handelt es sich um einen Lastschriftrückläufer mangels Kontodeckung dann ca 6 € dazurechnen (Bankstornogebühren)
      Resultiert dieser Lastschriftstorno aus einer mangels Kontodeckung fehlgeschlagenen EC Zahlung dann nochmals 10 € dazurechnen (Kosten einer EMA Anfrage/Adressermittlung durch die Bank )

      Eventuell angefallene Verzugszinsen ebenfalls dazurechnen

      Mit der zweckgebundenen Zahlung der unstrittigen Hauptforderung zusammen mit den oben aufgeführten durchsetzungs und erstattungsfähigen Positionen ist der Schuldner aus dem Schneider - eine Klage expl wg vorgerichtlichen Gebühren eines ext Inkassobüros ist aufgrund der uneinheitlichen Rechtsprechung ( Urteile bitte runterscrollen ) extrem wenig wahrscheinlich

      Trotzdem sollte man sich mental auf 2 bis 4 weitere durchaus nervende Briefe einstellen in welchem das Inkassounternehmen dem Schuldner unter Auflistung vermeintlicher Pro Inkasso Gerichtsurteilen zu "erklären" versucht warum die Kosten der Inkassobeauftragung als Verzugsschaden angeblich vom Schuldner zu tragen sind
      Telefon Inkasso Einsatz durch externe Call Agents ist ebenfalls sehr wahrscheinlich
      Einige Inkassodienstleister schieben zusätzlich ein Schreiben einer Vertragskanzlei nach um das Druckpotenzial zu erhöhen
      In sehr seltenen Fällen kommt es zu einem gerichtlichen Mahnbescheid welchen man natürlich begründungslos und vollumfänglich widersprechen sollte
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Bronze
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 2.050
      Original von Cuoco199
      ist das wirklich so, kann mir kaum vorstellen, dass man als Hartz IV Empfänger keine Inkassogebühren zahlen muss. Kann das jemand bestätigen?
      Hartz 4 hat damit nichts zu tun. Nach der Rechtsprechung besteht kein Anspruch des Inkassounternehmens, wenn die Beauftragung nicht erforderlich war. Dies ist dann der Fall, wenn der Schuldner zahlungsunwillig oder zahlungsfähig war. Zahlungsunwillig: wenn der Schuldner Einwendungen gegen die Hauptforderung erhoben und dem Gläubiger deutlich gemacht, er werde nicht zahlen. Ferner darf dem Gläubiger nicht die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bekannt sein (OLG Oldenburg, Urt.v. 24.04.2006, Akz. 11 U 8/06; OLG Dresden, Urteil vom 04.04.1995, Akz. 13 U 1515/93; OLG Karlsruhe, Urt.v. 11.06.1986, Akz. 6 U 234/85). Da hier der Bruder in der Vergangenheit immer etwas gezahlt hat, kann von keiner Zahlungsunfähigkeit ausgegangen werden.
    • Siedepunkt
      Siedepunkt
      Bronze
      Dabei seit: 08.10.2008 Beiträge: 2.050
      Original von Patte87

      Vorgerichtliche Inkassogebühren externer Inkassobüros werden i.d.r. mangels Erfolgsaussichten aufgrund der inkassounfreundlichen Rechtsprechung nicht eingeklagt
      Jedoch sind vorgerichtliche Inkassogebühren externer Inkassobüros im Gegensatz zu Rechtsanwaltsgebühren im Verzugsfall nur sehr selten durchsetzungsfähig
      Die meisten Gerichte dezimieren diese Gebühren erheblich bzw streichen oft sogar komplett

      Eine Klage seitens des Forderungsinhabers expl wg vorgerichtlicher Inkassogebühren eines ext Inkassobüros ist deshalb extrem wenig wahrscheinlich

      Quatsch. Berechtigte, außergerichtliche Inkassoforderungen werden von den Gerichten anerkannt. Insbesondere nach der gesetzlichen Neuregelung ist auch die Höhe festgelegt.
    • Patte87
      Patte87
      Bronze
      Dabei seit: 10.11.2008 Beiträge: 3.879
      nur was juckt dich das inkasso wenn du die forderung schon komplett an die versicherung bezahlt hst? du hast ja kein vertrag mit der inkasso gemacht
    • ipraythesun
      ipraythesun
      Bronze
      Dabei seit: 11.01.2011 Beiträge: 594
      Original von Patte87
      nur was juckt dich das inkasso wenn du die forderung schon komplett an die versicherung bezahlt hst? du hast ja kein vertrag mit der inkasso gemacht
      Falls die Zahlung der vollständigen Hauptfoderung an die Versicherung nach der Bauftragung und dem Tätigwerden des Inkassounternehmens erfogt ist, ist danach zu differenzieren, ob die Foderung an das Inkassounternehmen verkauft (also übertragen) wurde nicht. Ist das nicht der Fall, kann der Gläubiger, hier die Versicherung, die Kosten des Inkassounternehmens gegen den Schuldner geltend machen. Dies wird im Wege des Verzugsschadens geltend gemacht. Die Höhe der Forderung für die Beauftragung des Inkassounternehmens bemisst sich nach 4 Abs. 5 S. 1 RDGEG i.V.m. dem RVG.
    • Cuoco199
      Cuoco199
      Bronze
      Dabei seit: 23.02.2009 Beiträge: 7.526
      Original von Siedepunkt
      Original von Cuoco199
      ist das wirklich so, kann mir kaum vorstellen, dass man als Hartz IV Empfänger keine Inkassogebühren zahlen muss. Kann das jemand bestätigen?
      Hartz 4 hat damit nichts zu tun. Nach der Rechtsprechung besteht kein Anspruch des Inkassounternehmens, wenn die Beauftragung nicht erforderlich war. Dies ist dann der Fall, wenn der Schuldner zahlungsunwillig oder zahlungsfähig war. Zahlungsunwillig: wenn der Schuldner Einwendungen gegen die Hauptforderung erhoben und dem Gläubiger deutlich gemacht, er werde nicht zahlen. Ferner darf dem Gläubiger nicht die Zahlungsunfähigkeit des Schuldners bekannt sein (OLG Oldenburg, Urt.v. 24.04.2006, Akz. 11 U 8/06; OLG Dresden, Urteil vom 04.04.1995, Akz. 13 U 1515/93; OLG Karlsruhe, Urt.v. 11.06.1986, Akz. 6 U 234/85). Da hier der Bruder in der Vergangenheit immer etwas gezahlt hat, kann von keiner Zahlungsunfähigkeit ausgegangen werden.
      achso, dankeschön