FL HU vs. Maniac

    • LUST942
      LUST942
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2014 Beiträge: 54
      Leider ist der Artikel "Gegnertypen: Wie spielst du gegen Maniacs?" erst ab dem Gold-Stutus verfügbar.
      Kann mir jemand etwas zum HU-Play sagen?

      Preflop SB/BU vielleicht mehr limp/call und weniger openraise/call-3-bet spielen.
      Draws möglichst checken und middle pair in position auf villains bet callen und nur top pair+ raisen, etc..
      Wie sieht es mit call c-bet oop aus, deutlich weniger?

      Wie spielt ihr?
  • 10 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Generell sind Maniacs HU nicht die angenehmsten Gegner, weil HU weite Ranges gespielt werden, auf die der Maniac Druck ausüben kann. Die wichtigste Frage ist erst mal: lohnt es sich, gegen diesen Spieler zu spielen? Es lohnt sich dann, wenn man einen Plan hat, wie man dem Spieler begegnet. Ist man sich unsicher, dann lohnt es sich oft nicht, da man dann viele Fehler macht, die der Maniac ausnutzt. Spielt man vor allem, weil man sich herausgefordert fühlt und ihm nicht klein beigeben will, dann lohnt es sich in der Regel nicht. Auf einen Ego-Wettbewerb ist der Maniac aus.

      Die nächste wichtige Frage ist, herauszufinden, wie genau der Maniac denn spielt. Es gibt viele Unterarten von Maniacs. Der generelle Tipp gegen Maniacs ist, sie nicht zu bluffen und equitybasierte Calldowns zu machen. Das gilt jedoch nur dann, wenn der Maniac nicht in der Lage ist zu folden. Kann er folden, dann ändert sich das und es ist eine mehr balancierte Spielweise vorzuziehen. Es ist immer gut, wenn man so viel über den Gegner herausfindet, dass man gezielte Exploits spielen kann.

      Da man gegen Maniacs darauf angewiesen ist, viele Calldowns zu machen, sonst nehmen sie einem zu viele Pötte ab, muss man lernen, wie viel Equity eine Hand gegen die Range des Maniacs wert ist. Die Calldowns erfolgen nach der Equity, also nach der Gewinnwahrscheinlichkeit am Showdown. Die muss man abschätzen können. Zum Glück machen Maniacs es einem insofern einfach, dass sie sehr hohe Contibet Werte in allen Streets aufweisen und man ziemlich weit kommt, wenn man ihre preflop Range zur Abschätzung heranzieht (ist der Maniac auf dem Button, dann hat er im Zweifel eine random Hand). Das kann man üben, z. B. mit dem Equilab.

      Wenn du das machst, dann wirst du herausfinden, dass HU ein middle Pair oft eine starke Hand ist, die stark für Value gespielt werden kann. Bei günstiger Boardentwicklung manchmal auch ein low Pair.

      Preflop können Limps auf dem BU eine gute Idee sein. Das hängt davon ab, wie oft eine 3-bet kommt. 3-bettet der Maniac sehr häufig (>50%), dann kann man die schlechteren Hände limpen. Das ändert aber nichts daran, dass man trotzdem 100% oder nahe 100% der Hände spielt. Man hat auf einen Treffer schliesslich gute implied Odds und nie unter 25% Equity gegen die Range des Maniacs (so dass es von den Odds her profitabel ist, jede Hand zu spielen).

      oop passt man die Calls von Contibets der Equity an. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass häufige Folds dem Maniac Autoprofit auf seine Contibets geben. Ist der Pot am Flop 4 SB gross, dann macht der Maniac mit seiner Contibet immer Profit, wenn man in mehr als 17% der Fälle foldet. 20% folden ist schon nicht viel, da man in mehr als 50% der Fälle kein Pair am Flop hat. Man muss also viele Hände weiterspielen, obwohl man kein Pair getroffen hat und daher ist es wichtig zu wissen, wie gross die Equity einer Hand ist. Ebenso wichtig ist es, Outs gut abschätzen zu können. HU haben auch Karten Outs, die auf weniger als top Pair ziehen. Auch für den Maniac gilt, in mehr als 50% der Fälle hat er am Flop kein Pair. Trotzdem muss man sich der Boardstruktur anpassen. Man kann nicht auf allen Boards 80% seiner Range weiterspielen.

      Weiterführender Link: Der selektive Calldown
    • balrog25
      balrog25
      Silber
      Dabei seit: 03.11.2006 Beiträge: 656
      kurz gesagt:
      - preflop etwas tighter werden, aber nicht viel (limpen kann ok sein, cappen ist ein muss mit staerkeren haenden)
      - postflop mit staerkeren made hands viel (viiiiiiiiiiiiiiel) mehr gas geben und mit schwaecheren made hands ebenfalls etwas mehr gas geben
      - draws, v.a. schwache, passiver spielen
      - im zweifel die variante calldown waehlen, also nicht overfolden und sich nicht auf ein spewfest mit dem maniac einlassen

      du gewinnst weniger poette als normal, dafuer sind die poette, die du gewinnst, viel (viiiiiiel) groesser

      wenn cjheigl sagt, maniacs sind nicht die angenehmsten gegner, meint er sicherlich das thema varianz/kurzfristige einbußen, langfristig ist dieser gegnertyp auch im HU einer der - wenn nicht der - profitabelste gegnertyp (wenn es sich um einen richtig durchgeknallten maniac handelt, und keinen semi-maniac, ist das ganz sicher so).
    • Heiliger
      Heiliger
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.619
      hu würde ich gegen einen maniac nicht tighter werden. er würde das gnadenlos ausnutzen. preflop etwas looser, postflop etwas passiver.
    • balrog25
      balrog25
      Silber
      Dabei seit: 03.11.2006 Beiträge: 656
      @Heiliger: das soll sich jetzt nicht fies anhoeren, aber:

      ich weisst nicht ob du trollst oder ob du das ernst meinst, aber dein rat ist in dieser kuerze voelliger quatsch.

      preflop:
      es geht darum, statt einer 90% range o.ae. ca. 10-20% weniger zu eroeffnen. im gegenteil kannst du den maniac mit deiner staerkeren range dann postflop bestrafen, indem du oefter mit mehr EQ zurueckhaemmerst bzw weniger oft mit total air dastehst. diese haende beziehen ihren value v.a. aus dem faktum, das man position hat und der gegner im normalfall oefter ui foldet, was ein maniac nicht tut.

      postflop:
      hier generell passiver zu spielen ist das schlimmste, was du machen kannst. im gegenteil musst du selektiv extrem viel aggressiver werden, und zwar mit made haenden, und mit dem bluffanteil deiner normalen action-range passiver werden und einfach hit-or-fold spielen und mit den schwacheren made hands einfach calldown.

      was du vorschlaegst, ist als gameplan im hu gg maniacs voellig ungeeignet, wenn du es nicht nach handkategorien differenzierst.
    • Heiliger
      Heiliger
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.619
      dann spiel mal 20/40+
      wenn du so spielst, wirst du extrem gläsern.
      preflop und postflop wird er dann sofort wissen, wie stark deine hände sind.
      fast jedes a-high bringe ich zum sd.
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      was hat bitte die höhe des gespielten blinds mit einer allgemeinen strategie gegen einen gewissen gegnertyp zu tun?
      ein maniac ist nicht gerade dafür bekannt durchdachte spielzüge zu wählen. mir persönlich ist es daher scheiß egal ob meine strategie objektiv betrachtet "gläsern" ist solange mir der maniac mit nem schwachen gutshot weiter die chips um die ohren haut.
    • Heiliger
      Heiliger
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.619
      ok, das heißt also, dass du ohne treffer contibettest, obwohl du weißt, dass du jedesmal ein raise kassierst? das wäre nämlich ein standard-spielzug gegen einen regular. das wäre nicht mal aggressiver gespielt, als hier gefordert. aggressiver wäre, das ich bei jedem raise, re-raise. wie soll ich gegen einen maniac aggressiver spielen?
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Ich glaube, es gibt Aggressivität nicht nur im Sinne von mehr oder weniger, sondern auch im Sinne von womit. Gegen einen Maniac muss man häufiger in den Showdown und er foldet seltener als andere Spieler. Daraus ergibt sich, dass man den Anteil an Bluffes reduzieren sollte. Jedoch haben made Hände einen grösseren Wert, da der Maniac schwache Hände überspielt. Das bedeutet, dass made Hände gegen einen Maniac aggressiver gespielt werden sollten als gegen einen anderen Spieler. Unter dem Strich ist das Spiel gegen den Maniac vielleicht gar nicht so viel passiver, es hat aber eine andere Verteilung der Handqualitäten, wenn man aggressiv spielt.

      Man sollte es sich gegen einen Maniac leisten können, ziemlich weit gläsern werden zu können, da er sich auf Grund seiner Eigenschaften daran nicht anpasst. Wenn er sich anpassen kann, dann wäre er ein LAG.
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      danke cjheigl genau so wars natürlich gemeint.

      auch balrog schrieb selektiver aggressiver spielen. also etwas mehr action mit guten madehands und weniger mit draws (mangels foldequity).

      ich denke wir haben alle etwas aneinander vorbeigeredet. heiliger meinte mit passiver werden vermutlich eine geringere cbetting frequenz (80% oder weniger) was gegen nen maniac natürlich auch sinnvoll ist.
    • balrog25
      balrog25
      Silber
      Dabei seit: 03.11.2006 Beiträge: 656
      Original von balrog25

      postflop:
      hier generell passiver zu spielen ist das schlimmste, was du machen kannst. im gegenteil musst du selektiv extrem viel aggressiver werden, und zwar mit made haenden, und mit dem bluffanteil deiner normalen action-range passiver werden und einfach hit-or-fold spielen und mit den schwacheren made hands einfach calldown.

      so wars gemeint. hast getroffen, mehr gas geben, hast nicht getroffen, einfach oft aufgeben, auch wenn du im lead bist (ergo weniger contibetten mit trash und lieber free card nehmen). diese strategie ist max exploit, immer wenn man sich von GTO weit entfernt, kann man selber easy exploitet werden. die voraussetzung dafuer ist aber, dass der gegner erstens registriert, was man macht und dann zweitens dagegen adaptet und den exploit seinerseits aushebelt. das macht/kann ein maniac nicht.