Blinds minimum defending vs Bu open?

    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 865
      Hallo folgendes Problem.
      Ich sitze zb im BB und und der BU Openraised 2BB
      Also wende ich folgende Formel an (1.5)(x)-(2)(1-x)=0 macht 0,571 bzw ich sollte minimum 43% defenden.
      So weit so gut, aber worauf basiert das ganze, bzw wird bei der Formel wohl angenommen BU spielt ebenfalls theoretisch korrekt.
      Also meine Frage worauf basiert das ganze bzw wie bekomme ich den BU Openwert mit rein in die Gleichung.
      43% defenden gegen einen 30%-20% Openraisenden Button macht für mich auf den ersten Blick zb so gar keinen Sinn.
  • 8 Antworten
    • Netgames999
      Netgames999
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2006 Beiträge: 1.453
      Ich kann dir zu deiner Formel nichts sagen, aber wenn jemand mit 2BB stealt und du sitzt im BB dann brauchst du nur ~28% EQ. Das ist nicht viel und kann mit einer sehr weiten Range realisiert werden.
    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 865
      Ja schon aber ich frage mich zb(extremes Beispiel) wenn jemand nur 10% Opened, wie löse ich das dann mathemathisch.
      Mein Ansatz Ranges gegeneinanderstellen, aber dann defende ich wiederum bei weitem nicht genug.
      Noch etwas wo finde ich den eine EV Liste für RFI?
    • AdoRn0
      AdoRn0
      Bronze
      Dabei seit: 27.06.2015 Beiträge: 835
      Original von Simschi
      Mein Ansatz Ranges gegeneinanderstellen, aber dann defende ich wiederum bei weitem nicht genug.
      Doch das machste! Ist ja vollkommen korrekt gegen 10% weniger zu defenden.
      Wenn du die Range deines Gegners kennst, ist es ja maxEV dagegen exploitative zu defenden, sprich eben schauen wie viel Range du callen/3betten kannst und dann abschätzen ob noch mehr/weniger geht, weil gute/schlechte Realisierung.
      Den minimum defend frequency Ansatz, wählst du ja nur, wenn du gegen unknown spielst, von dem du erstmal annimmst, dass er theoretisch korrekt spielt. Wenn du aber eben weißt, Villain opened da zu viel/zu wenig, passt du ja auch wieder deine Range an.
      Ist ja eigentlich immer dasselbe Spiel, siehe z.B. 3bets. Villain opened MP, Hero ist CO. Gegen unknown 3bettest du deine optimale Frequenz und sobald du ausreichend Sample hast oder Notes/Reads, kannst du exploitative mehr oder weniger 3betten.
      Long story short: Gegen unknown GTOish Ansatz wählen; sobald Sample und offensichtliche Leaks -> exploiten.
    • Simschi
      Simschi
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2006 Beiträge: 865
      OK danke.
      Und umgekehrt wenn jemand zu viel defended weniger Open vom Bu/Co? aber dafür größer, oder meine Standard 46%?
      Wird wahrscheinlich auf die Art der defence ankommen gegen caller spielen sich extrem weite Ranges in Pos wohl sehr gut, also quasi normal Standard open?
      Gegen mass 3betting bin ich mir unsicher welcher Ansatz besser ist.
      Ansatz a eigene Range stärken also quasi weniger Open, wobei ich mich dabei frage wo jetzt die Grenze ist.
      Kann ich da hergehen und meine Openrange soweit reduzieren, das ich gegen 3bets bequem meine 60% defenden kann, oder wäre das zu einfach gedacht?
      Ansatz b gegen extreme 3 better, extrem 4bet bzw call 3 bet.
      Wobei ich mich bei dieser Variante doch etwas unwohl Fühle und einige erste Versuche dergleichen schnell zum Maniacwar ausarteten.
      Edit: Zum thema Ranges anpassen, kann man das hier https://de.pokerstrategy.com/video/27425/ anwenden, bzw noch und langfristig.
      Oder wäre das wieder nur ein Bad Habbit, den man sich antrainiert und der NL100+ Reg schmunzelt nur so vor sich hin wenn ich ihm mit sowas daherkomme.
      Ich habe das eine Zeitlang etwas adaptiert die Bluffhandauswahl angewandt, klappte auch ganz gut, aber so ganz der Weisheit letzter Schluss scheint mir das auch nicht zu sein.
    • 11pok11er
      11pok11er
      Gold
      Dabei seit: 06.06.2014 Beiträge: 147
      Original von Netgames999
      Ich kann dir zu deiner Formel nichts sagen, aber wenn jemand mit 2BB stealt und du sitzt im BB dann brauchst du nur ~28% EQ. Das ist nicht viel und kann mit einer sehr weiten Range realisiert werden.
      Dem kann ich so nicht zustimmen. Denn...

      Rein mathematisch benötigt unser Hero ca. 22% Equity. Aber wieviel davon kann er realisieren?
      Die Einflussfaktoren sind:

        - Positionsnachteil
        - Gecappte Callingrange
        - Insgesamt sehr weite Range


      Wenn man jetzt sehr pessimistisch rechnet (wir wollen also an dieser Stelle dem Hero weing postflop Edge geben, denn es geht hier um das Minimum), dann nimmt man den Realisierungsfaktor von 0,6 oder so:

        EQ(nötig) = EQ(math) / RF = 22% / 0,6 = 37%
    • Tobitor9
      Tobitor9
      Bronze
      Dabei seit: 18.06.2015 Beiträge: 115
      Blöde Frage: man braucht doch nur 22% rein equity-technisch, oder nicht?

      Button raist auf zwei BB, SB foldet (0,5 BB), man selbst hat schon 1 BB drin: ich muss also 1BB zahlen, um 3,5 zu gewinnen. Das heißt: ich brauche 1/4,5 BB Equity, damit ich auf Null bin. Das sind dann 22%.
      Oder hab ich da irgendwo einen Denkfehler drin? Oder rechnet man da dann tatsächlich 1/3,5? Das wären die 28%, was aber meiner Meinung nach keinen Sinn machen würde. Ich brauche ja auch keine 100% Equity, wenn ich einen BB in einen 1BB großen Pot zahlen muss, sondern nur 50%, um auf Null zu kommen.
    • 11pok11er
      11pok11er
      Gold
      Dabei seit: 06.06.2014 Beiträge: 147
      @ Tobitor9: hopsala! :s_drink: Recht du hast. (c) 22%

      Edit (s. oben)
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.540
      Wenn du die optimale Defendfrequency rausbekommen willst, musst du das Szenario bis zum Preflop Allin durchrechnen, ausgehend von der Openrange. Also Hero openraist x%, Villain muss y% defenden, um Autoprofit zu vermeiden, dann muss wieder Hero z% gegen Villains Defendrange defenden, um wieder Autoprofit zu verhindern, usw. Schau dir den Artikel an. Der veranschaulicht das ganz gut: http://en.donkr.com/Articles/optimal-3-bet-4-bet-5-bet-strategies-in-nl-holdem-6-max---part-1-329

      Zum Thema ERF will ich sagen, dass ich den für unnötig, weil unpraktikabel und für gefährlich halte. Denn wie kommt man dazu zB. von einem Faktor von 0,6 auszugehen? Warum nicht 0,7 oder 0,8? Oder vll. doch nur 0,5? Ein besserer Begriff dafür wäre imo Wischiwaschifaktor. Klar, gute Spieler können den Faktor recht gut einschätzen, weil sie eben viel Erfahrung haben. Weniger erfahrene Spieler schätzen aber leicht weit daneben, was massive Auswirkungen auf den EV haben kann. Darum empfehle ich niemandem mit einem so "weichen" Faktor zu hantieren. Es bleibt eine rein subjektive Angelegenheit, und man kann sich alles schönreden. Besser ist es imo, wenn man das im Trial und Error Prinzip angeht, also erstmal schaut, was das Minimum darstellt und von der Basis aus dann x% extra defendet. Alle paar k Hände kontrolliert man dann, wies läuft (Hand EV Chart, Handanalysen). Läufts gut, loost man nochmal auf, läufts schlecht, versucht man die Problem zu lösen und streicht ggf. wieder ein paar der Extradefends. Das geht auch in die andere Richtung, dass man um x% weniger defendet als es das Minimum vorsieht, was oop oft der Fall sein kann. Viele Spieler machen gerne alles kompliziert, oft komplizierter als nötig. Vermutlich ist so dieser ominöse ERF entstanden. Wissenschaftlich ist das aber nicht, nur weil es einige so praktizieren. Damit will ich den Faktor aber nicht ausschließlich schlecht reden. Ich persönlich halte zwar nichts davon. Das soll aber nicht heißen, dass man damit nicht gut zurechtkommen kann. Ich würds halt sein lassen.