Range- und Betsize-Bestimmung am Flop

    • rookician
      rookician
      Bronze
      Dabei seit: 09.01.2008 Beiträge: 511
      Nachdem ich mich größtenteils durch die Mathematik aus Jandas Buch durchgekämpft habe, frage ich mich jetzt, wie ich das praktisch anwende. Wollte das Spielen erstmal etwas zurückfahren und mich mehr der Theorie zuwenden, um mein Spiel zu verbessern.

      angenommen ich habe meine preflop Ranges festgelegt und OR aus UTG (rd. 13%) mit 3bb. BB callt und wir sind zu zweit am Flop.

      am Flop kenne ich die Fortentwicklung des Board nicht und muss anhand der gegebenen Informationen entscheiden, was value Hände sind und was nicht.

      ich lege mich fest, dass ich noch 45/176 kombos for value cbetten kann. entspricht 26%, was zu einer 2/3 potsize Bet führt, wenn ich drei streets barreln möchte.

      mit der Faustregel 2:1 Bluff-value kann ich theoretisch noch 90 weitere kombos bluff-cbetten.

      soweit erstmal alles korrekt? die Anzahl der value kombos ist natürlich von Board zu Board unterschiedlich ;-) welche kombos ich bluffe, sollte auch boardabhangig festgelegt werden.

      wie verhält es sich, wenn meine 45 kombos aber 25 enthalten, die nur für 2 streets geeignet sind?!?

      verringert sich meine bluff Kombi Anzahl am Flop dann auf 2x20 + 1x25 = 65?
      und wie wirkt sich das auf meine betsize aus? gar nicht?
  • 4 Antworten
    • rookician
      rookician
      Bronze
      Dabei seit: 09.01.2008 Beiträge: 511
      weitere Frage:
      meine Value Range am River wird ja definitiv nicht der Value Range am Flop entsprechen, sie ist also dynamisch.

      jetzt ist es in der Theorie einfach, das Ganze rückwärts zu betrachten und seine Hand so im Nachhinein zu analysieren. am Tisch hilft mir das ja zunächst nicht weiter.

      ich muss mich ja an Flop für ne Range entscheiden, die ich cbette. Value-Bluff Anteil 1:2 als Faustregel. meine betsize mache ich abhängig von der Anzahl der Value kombos?!?

      was, wenn ich nur 12% Value kombos in der Range habe?!? spiele ich dann keine CBet, weil ich für ne potsizebet mindestens 18% bräuchte?!

      oder anders gefragt: angenommen ich will in einer bestimmten Hand zu 100%profitabel cbetten. muss ich die CBet dann auf 2xpotsize wählen, damit ich die 12% "profitabel" mache??
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.534
      Überleg dir für alles praktikable Faustregeln. Die ganzen Faustregeln bastelst du dir für 3-4 gängige Bet- und Raisesizes zusammen. Damit spielst du Street für Street, legst die Verteilungen also quasi immer isoliert fest, angepasst an die jew. nach bestem Wissen und Gewissen gewählte Size.

      Die perfekte Verteilung kannst du sowieso nicht hinbekommen, weil du nicht weißt, wie deine Valuerange am River aussehen wird und damit nicht sagen kannst, wieviele Kombos du am Flop haben musst. Das ist aber auch nicht notwendig. Dh. also, dass du am Flop und Turn nicht sagen kannst, ob Size x die beste ist. Das geht nur am River, wenn die finalen Ranges und das Board feststehen.

      Wenn du irgendwo nicht genügend Bluff- oder Valuekombos hast, um entsprechend dem nach der jew. Faustregel festgelegten Value-Bluff-Verteilung zu spielen, heißt das einfach, dass du eben alle zur Verfügung stehenden Kombos nimmst. Wenn du dann zB. statt 200 Bluffkombos nur 150 hast, ists eben so.
    • rookician
      rookician
      Bronze
      Dabei seit: 09.01.2008 Beiträge: 511
      Original von Renne01
      Die perfekte Verteilung kannst du sowieso nicht hinbekommen, weil du nicht weißt, wie deine Valuerange am River aussehen wird und damit nicht sagen kannst, wieviele Kombos du am Flop haben musst. Das ist aber auch nicht notwendig. Dh. also, dass du am Flop und Turn nicht sagen kannst, ob Size x die beste ist. Das geht nur am River, wenn die finalen Ranges und das Board feststehen.
      Genau das ist es, was mich irritiert. Meine Value-Bluff-Ratio, die korrekt wäre, kann ich ja nur rückwärts ermitteln.
      Ist es also eine pure Erfahrungssache, zu "wissen", dass ich in Spot X am Flop Betsize Y wähle, weil ich in dem Spot am River wahrscheinlich bei einer Valuerange von Z landen könnte ??


      Original von Renne01
      Wenn du irgendwo nicht genügend Bluff- oder Valuekombos hast, um entsprechend dem nach der jew. Faustregel festgelegten Value-Bluff-Verteilung zu spielen, heißt das einfach, dass du eben alle zur Verfügung stehenden Kombos nimmst. Wenn du dann zB. statt 200 Bluffkombos nur 150 hast, ists eben so
      hier wollte ich darauf hinaus, was es für folgen hat, wenn ich zu wenig Value kombos habe.
      Bsp BU Open mit rd 620 kombos.
      wenn ich hier 70% cbette, sind das rd 430 kombos. je nach betsize benötige ich unterschiedlich viele Value kombos. je höher die size, desto weniger Value, aber desto mehr bluffs. macht das gewisses Betsizes in Kombination mit der or-Range nicht anfällig?

      oder wieder andersrum: stimmt es, dass je looser ich openraise, desto geringer meine cbet-Frequenz ausfallen sollte, um nicht zu anfällig für aggressive Defends zu werden? bzw. desto geringer meine CBet-Size ausfallen sollte?
    • Renne01
      Renne01
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 3.534
      Mit Erfahrung kannst du ein bisschen vorausplanen und abschätzen wie die Valuerange hinten raus aussehen wird. Natürlich kommt es aber immer wieder vor, dass eine blöde Karte alles über den Haufen wirft. Damit muss man leben. Perfekte Lösungen gibts nicht.

      Je looser du openraist, desto looser defendet dein Gegner. Sollte sich die Waage halten. Wenn er zu loose defendet, hast du zu viele bessere Hände als er und wenn er zu wenig defendet, gewinnen deine schlechten Hände mehr als ihnen zusteht.

      Bei den Verteilungen gehst du am besten immer von den Valuekombos aus. Hast du für ne CBet zb. nur 1 Valuekombo, bluffst du nur max. 4 Kombos (oder was deine Faustregel eben vorsieht), auch wenn du noch viel mehr Händen in deiner Floprange hast. Oder du verzichtest ganz auf eine Bettingrange. Oder du steigst auf unbalanced Ranges um, je nach Spot und Gegner. Oft merkt der Gegner ja nicht, ob du balanced bist oder nicht. Da musst du immer aktiv mitdenken und wenn balanced Ranges nicht sinnvoll erscheinen ggf. individuelle Lösungen finden.

      Du musst den GTOischen Plan als Grundlage ansehen, als Basis von der aus du agierst. Abweichen davon musst oder sollst du oft. Wenn du nicht so oft abweichen willst, musst du häufiger die selbe Size spielen und öfter passiv bleiben, was aber nicht gut ist. Musst du ein bisschen abwägen, wann du auf EV zugunsten der Einfachheit verzichten willst.