Ideenraub von den Highstakes mit KTU

    • KTU
      KTU
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Ideenraub auf den Highstakes

      Tom Dwan hat hier gerade eine interessante Line von Peter Eastgate auf geschnappt


      Hey!

      Ideenraub auf den Highstakes Podcast Teil 1

      Ideenraub auf den Highstakes Podcast Teil 2



      Coach: KTU
      Zeit: donnerstags 19:00 bis 20:00
      Status: Basic
      Zielgruppe: Alle Pokerstrategen

      Neue ideen sieht man zuerst auf den Highstakes. Im Laufe der Zeit sickern diese dann langsam bis auf die untersten Limits durch. Darum lohnt es sich immer einen Blick darauf zu werfen, was die großen Jungs so treiben. Hier findet man oft neue Ansätze für alte Probleme.

      Ich habe für euch ein paar Highstakes-Partien beobachtet und analysiert. Daraus gehen wir zusammen die interessantesten Hände durch. Ich werde euch an jeder Street erklären, was dort die typischen Probleme und bekannten Lösungsansätze sind. Besonders interessant ist es natürlich, wenn etwas komplett überraschendes passiert. Hier müssen wir dann zusammen versuchen zu verstehen, welches Spiel da gespielt wurde.

      Ich werde außerdem im Laufe dieses Coachings euch einen modernen Gameplan mit auf den Weg geben. Es gibt also für jede Position Openraise-, Coldcall-, 3-Bet, 4-Bet und Call 3-Bet Ranges. Anhand der Hände sehen wir dann auch direkt, was die typischen Ideen sind.

      Wie immer bin ich bereit jederzeit bereit euch zu anderen interessanten Themen wie Spieltheorie, Produktivität/Mindset, künstlichte Intelligenz und natürlich Ufo-Sichtungen Frage und Antwort zu stehen.
  • 37 Antworten
    • Sn0fru
      Sn0fru
      Silber
      Dabei seit: 07.12.2011 Beiträge: 636
      Original von KTU
      ...
      Wie immer bin ich bereit jederzeit bereit euch zu anderen interessanten Themen wie Spieltheorie, Produktivität/Mindset, künstlichte Intelligenz und natürlich Ufo-Sichtungen Frage und Antwort zu stehen.

      gruss hans
    • habeichja
      habeichja
      Bronze
      Dabei seit: 29.12.2007 Beiträge: 7.053
      :deadhappy:
    • lowskill94
      lowskill94
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2012 Beiträge: 108
      Nice hoffentlich schaff ich es Morgen rein zuschauen :f_thumbsup:
    • Gisinator
      Gisinator
      Bronze
      Dabei seit: 09.09.2008 Beiträge: 412
      Coole Sache. Würdest du da auch die zahlreichen Fragen beantworten, die du in deinem eigenen "Fragt mich alles" - Thread seit Monaten schon ignorierst?
    • KTU
      KTU
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Jo, könnt im Coaching natürlich alles fragen, was euch interessiert. Ob ich auf alles auch eine gute Antwort hab, ist dann allerdings wieder fraglich ;) Bis später
    • TooBigToFail
      TooBigToFail
      Silber
      Dabei seit: 05.08.2016 Beiträge: 75
      Hab was gelernt:) Danke, muss mal mehr mit Equilab arbeiten. Du hast ein paarmal eine Heatmap verwendet, wie finde ich die? Kann es sein, dass meine Version von Equilab die nicht hat? Verwende Version 1.2.8.0.

      war mir keineswegs zu Technisch. Da wir heute die 4betting Range konstruiert haben, würde mich interessiere wie du darauf aufbauend deine call 3bet-Range konstruiert. Weil du ja nur Ako 4betten willst, muss Aks dann in der Call-3bet Range enthalten sein? (wegen der besseren Spielbarkeit nehme ich an?)
    • Sn0fru
      Sn0fru
      Silber
      Dabei seit: 07.12.2011 Beiträge: 636
      er hat power equilab genutzt, musst du kaufen...
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Vielen Dank für alle die gestern zugeschaut haben. Mir hat es Spaß gemacht, auch wenn ich denke, dass es etwas chaotisch war. Das Format muss noch wachsen.

      Im nächsten Coaching werde ich das Coaching in 3 Teile zu gliedern:
      • Pro-Idee des Tages
      • Gameplan Bastelstunde
      • Basics, die sitzen müssen


      Zusammenfassung des ersten Coachings

      Highstakes-Konzept:
      Wir haben uns viel dieser Hand beschäftigt.

      Preflop wurde auf 3x ($150) geopenraist, was einem ~2.5x Openraise an einem Nicht-Ante Tisch entspricht. Beide Spieler checken nun ihr Top Pair bis zum River durch. Hier setzt invoker groß und wird gecallt. Wir sind zu dem Arbeitsergebnis gekommen, dass das auch sehr gut so ist von beiden Seiten.

      Am Flop muss BTN eine Entscheidung treffen, wie er c-betten möchte. Ich halte eine 2/3 C-bet mit 50% Frequenz gleichwertig zu einer 1/3 C-bet-Size mit einer Frequenz von 75%. Mir persönlich liegt die 2/3 Size hier besser, weil ich besser meine Range auf Turn und River zu planen. Von nutclubdraw kam allerdings das starke Argument, dass gerade auf kleineren Limits die Regulars immer noch große Probleme haben ihre Foldingrange anzupassen und mehr zu defenden. Gegen eine 2/3 Betsize sollte der Spieler im Big Blind ~50% verteidigen und gegen eine 1/3 Pot Betsize ~70% mit höherer Checkraise-Frequenz.
      So sieht die Situation für BB aus:

      Hier wird sehr deutlich, dass Hände, die sich als sehr natürliche Folds anfühlen auf einmal zu Defends werden. Hier eine recht natürliche 50% Continue-Range.

      Achtung: Die Grafik ist nicht 100% korrekt, da hier nur nach Equity, aber nicht nach Equityrealisierung Hände ausgewählt wurden. Trotzdem ist es augenscheinlich, dass wir Hände wie AXo, KTo und suited Kings gefahrlos folden können. Wenn wir unseren Gegner durch die kleinere Size zu einer weiteren Defend-Range zwingen, wie:

      Dann sehen wir, dass viele natürliche Folds nicht mehr grau sind. Diese Hände korrekt weiterzuspielen ist für Villain nicht einfach und wenn er sie foldet, realisieren wir sehr einfach Equity mit der Mitte und dem Bottom unserer Range.

      Gegen sehr kompetente Gegner sollte man so keinen EV erzeugen kann, weil sie sowohl ihre Defends als auch Gameplan auf Turn und River zur Hand haben, aber gegen schlechtere Gegner bis ~NL200 wird man das so gut wie nicht sehen.

      Der andere sehr klassische und gute Ansatz für BTN ist am Flop recht polarisiert 50% zu cbetten. Wir müssen aufpassen, dass wir von unserer Cbet Range nochmal 50% gegen eine unbekannte Checkraise-Range defenden können, da wir sonst evlt schlimm exploitet werden, wenn Villain Bottomhands ohne Equity profitabel checkraist ist das eine ganz schöne Katastrophe sonst. Auf das Levelgame können wir uns hier nicht verlassen, weil Villain genug Valuekombos in seiner Range hat und wir unseren Fehler nur vergrößeren, wenn ihr ihn dann auf "overblufft doch" setzen.
      Cbetten sollten wir dann die meisten unserer 9x Kombos, KK, 50% AQ, 30% unserer Flushdraws und den Rest mit Bluffs auffüllen. Gerne dabei nicht nur Bottom-Hands, sondern auch Hände wie KT sollten im Bluff-Teil unserer Range sein.
      Checken werden wir 70% unserer Flushdraws, 50% AQ und schlechter, sowie AA und ein paar 9x Kombos.

      Am Turn
      Viele Spieler würden hier an Buttons stelle in Panik geraden mit einer Hand wie Q8 und wollen unbedingt ihre Equity beschützen. Tatsächlich ist es hier aber gut am Turn wieder wiefolgt zu betten: AA, AQ, KQ, 70% unserer verbliebenen Draws + weiteren Trash loswerden. Dadurch passiert etwas sehr sehr gutes: Wir zwingen so Villain seine Tophands am Turn selbst zu betten. Schließlich möchte er genau Qx, Ace high und andere Pairs nicht günstig zum SD kommen lassen. Dadurch sind wir am River mit unserer verbliebenen Range dann aber wieder nur absolut capped, aber nicht relativ zu Villains Range. Villain hat auch keine Nut-Combos mehr übrig. So ist tatsächlich die gute alte Bet-Check-Bet Line rehabilitert druch geschicktes Range-Splitting. Das ist sehr sehr wichtig zu verstehen.

      Am River
      BTNs Calls ist hier ein Nobrainer. Da gibt's nicht viel zu erzählen ;)


      Gameplan
      Wir haben uns den Spot BTN vs BB angeschaut und sind zu folgenden Ergebnissen gelangt:

      Wir openraisen im Standard-Gameplan weiter 50%, obwohl wir 2019 vermutlich bei 40-45% sind. Grund ist, dass heute die Blinds noch nicht aggressiv genug verteidigt werden und wir so in der Realität immer noch eine weitere Raise/Fold Range spielen können als es gegen sehr starke Gegner möglich ist.
      Wir gehen davon aus, dass im Big Blind recht polarisiert ge-3bettet wird und dagegen ist eine polarisierte 4-Bet mit kleiner Size (2.25x) ein sehr schöner Counterexploit. Schließlich kann Villain nicht mehr gegen 4-Bets rebluffen. Im Standard-Gameplan ist unsere Bluff-4-Bet Range aber auch nahe dem Optimum mit einer Value zu Bluff Ration von 1 : 2. Wir gehen davon aus, dass BB viele 4-Bets callt und darum haben unsere Bluff-4-Bets im Zweifel mehr Playability gegen eine starke Range als Equity. Die wichtigen Exploits sind auch klar: 3-bettet unser Gegner zu viel (20%+) und bluffshoved gegen 4-Bets, dann lassen wir ihn voll ins Messer laufen und 4-betten nur noch JJ+ und nehmen mit Kußhand die 70% Equityedge im 200BB Pot mit. Wir callen unsere Bluff-4-Bets einfach nur auf seine zu weite 3-Bet Range. 3-bettet unser Gegner zu polarisiert, aber foldet zu viel auf 4-Bets, dann wandern K9,Q9,J9 und T9 in usere 4-Bet Range. 3-bettet unser Gegner streng linear, dann 4-betten auch Value-heavy und er wird mit Equity-Nachteil fast alle 4-Bets callen müssen. Ansonsten ist die Call-Range relativ stabil gegen die meisten Gegnertypen. 3-bettet ein Gegner viel zu wenig (<9%) sollten wir exploitiv ein Bisschen overfolden (K6s, K7s, Q7s) aber selbst dann passt die Range ungefähr.

      Für BB kamen wir zu folgendem Arbeitsergebnis:

      Wir defenden 50 bis 57% und unsere 3-Bet Range ist sowohl linear als auch polarisiert. So nehmen wir das beste aus beiden Welten mit. Man kann auch gerne mit 2 15% 3-Bet Ranges spielen, wovon die eine streng polarisiert ist und die andere streng linear. Das macht's dem Gegner auch unmöglich im Schnitt auf unsere Ranges zu adapten.

      Ansonsten haben wir uns noch mit dem Konzept des Iterieren befasst:
      http://boxcar2d.com/
      Meist es beim Pokern sinnvoll nicht direkt nach der perfekten Range/Strategie zu suchen, sondern einfach erstmal intuitiv seine erste Strategie zusammenzuklicken. Später kann man diese dann immer weiter verbessern. Verbessern ist meist sinnvoll, wenn es an die Evolution angelehnt ist. Sprich: A) Schau, was sich bewährt hat und probiere was Neues. Bitte oben dem evolutionären Algorithmus mehrfach am Tag zuschauen. "Intelligente" Konzepte entwickeln sich so aus dem Nichts!

      Vielen Dank allen für's Zuschauen.
    • KTU
      KTU
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      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Draft - Im Gameplan Teil machen wir diesen Donnerstag UTG-Ranges. Hier schonmal vorab meine ersten Gedanken. Stellt gerne eure Fragen und/oder postet Stats von euren Gegner.

      UTG

      Openraise - Range

      Size: 3 Big Blinds
      Range: 55+,A2s+,K9s+,Q9s+,J9s+,T9s,98s,87s,AJo+,KQo (#204)

      Diskussion, Adaptions & Quellen

      Diskussion:
      Es gibt Trends aus UTG mit einer 19-22% Range auf 2bb oder 2.5bb zu openraisen. Größere Openraises wie 3.5bb sind sehr selten. Viele Gegner haben ihre Strategien gegen UTG am klassischen 3 Big Blind Openraise ausgerichtet und sind schlecht auf das kleinere Openraise vorbereitet. Durch die kleinere Size stellt man vor allem Regulars Probleme. Der Spieler im Big Blind sollte dank der guten Odds weit passiv verteidgen. Snowie empfiehlt:
      Das passiert in der Praxis nicht sehr oft und wenn overfoldet BB erfahrungsgemäß oft am Flop, da die Erfahrungswerte der Pokerspieler dazu führen, dass C-bets aus UTG hier zu stark wahrgenommen werden. Die Situation ist objektiv ähnlicher einer normalen CO vs BB Situation, aber das über die Jahre trainiere Pokergehirn überschätzt die Rangestärke von UTG hier. Nachteil des 2x Openraise ist, dass unsere Valuebets einen kleineren Pot aufbauen und ein Multiwaypot wahrscheinlicher wird. Auch ist es nicht einfach eine 22% Range gegen 3-Bets out of position zu verteidgen. Tipp: Es macht euch schwerer zu spielen, wenn ihr auch über eine 2x UTG-Openraisestrategie verfügt und insbesondere mit tighten Regulars in den Blinds macht dieses Vorgehen auch explotive sehr viel Sinn. Der Standard sollte dennoch 3x sein, da die UTG-Range anteilig zu viele starke Hände enthält, die an Value im kleineren Pot oder Multiway verlieren.

      Population der Winning-Player


      Snowie




      UTG vs MP 3-Bet

      rot (4-Bet): AA, A5s-A2s, 98s (#26)
      gelb (Call): KK-88, ATs+, KQs, QJs, JTs, T9s, AQo+ (#92)
      Bitte unbedingt die Adaptions gegen lineare 3-Bet Strategien beachten.

      Diskussion, Adaptions & Quellen

      Diskussion
      Die 4-Bet Strategie ist darauf ausgerichtet, dass Regulars in MP im Schnitt immernoch 57% auf 2.5x 4-Bets folden, nicht bluffshoven und wir im 4-Bet Pot uncapped mit einer QQ+ lastigen Range perceived werden. Als Bluff 3-Bets finden sich viele Hände, die gegen 4-Bets chancenlos sind, wie z.B. KQo, KJo, 65s und 44. Problematisch ist, dass manche Spieler in MP nahezu 3-Bet only gegen UTG Openraises spielen und dann deutlich weniger auf 4-Bets folden.

      wichtige Adaptions
      • Adaption auf lineare 3-Bet Strategien
      Read: MP spielt 3-Bet only (4-6%).
      Adaption: 4-Bet-Range: QQ+,AKs mit 28bb (statt 23bb).
      Fold statt Call: AJ, AQ, A2s-A5s, T9s,98s
      Insgesamt ergibt sich damit die Snowie-Empfehlung:

      Durch die große Size wird Villain vor die Frage gestellt, ob er deine Valuebet callen will oder schon vor dem Flop seine Equity aufgeben möchte. Gegen viele Gegner sollte das der Standard-Gameplan sein.

      • Adaption auf zu tighte 3-Bet Strategien
      Read: MP 3-bettet fast gar nicht (2-3%).
      Adaption: 4-Bet: AA.
      Fold statt Call: AQo, AJs, ATs, KQs, QJs, JTs, T9s, 98s, A2s-A5s
      Openraise Range ggf auf 17-20% erweitern.
      Villain 3-bettet KK+ und ab und zu packt er den random Bluff dazu. Wir haben sehr wenig Spielraum gegen diese Strategie. Am meisten profitieren unsere Openraise/Fold Hände von seiner zu geringen 3-Bet Frequenz, aber auch das ist mit Vorsicht zu genießen und ob wir wirklich unsere OR-Range erweitern sollten, hängt natürlich vor allem von den anderen Spielern am Tisch ab.

      • Adaption auf zu loose 3-Bet Strategien
      Read: MP 3-bettet zu viel (8%+) und shoved mit Händen wie AKo, JJ Preflop.
      Adaption: Unsere Strategie ist schon ziemlich gut dagegen.
      zusätzliche 4-Bet/Fold Hand: KQo, sonst alles wie gehabt. Es scheint in der Realität trotzdem schwierig Hände wie AJo oder KJs oop profitabel zu spielen. Mehr Bluff 4-betten ist dagegen gut, da Villain aufgrund des schlechten Risk-Reward-Verhältnis nicht 5-Bet bluffen kann. Wichtig: Du kannst diese zu weiten Angriffe gegen UTG Openraises auch gut als Spieler im CO/BTN mit cold-4-Bets angreifen. Insbesondere, wenn UTG 20% mit 2bb openraist und MP zu ambitioniert versucht dies zu bestrafen.



      UTG vs CO/BTN

      rot (4-Bet, 28bb): 100: KK+, JTs, T9s, 98s, 50: QQ (#27)
      gelb (Call 3-Bet): 100: JJ-88, ATs+, KTs+, QTs+, AKo, 50: QQ (#75)

      Diskussion, Adaptions & Quellen

      Interessant, dass die meisten Spieler deutlich differenzieren, ob sie aus MP oder aus CO/BTN gegen UTG 3-betten und deutlich seltener polarisierte Bluffs spielen. Problematisch ist hier natürlich, dass die Coldcall und 3-Bet Strategien gegen UTG sehr unterschiedlich sind. Manche Spieler callen nur die guten Paare und andere callen bis AJo, 89s und ATs in der Hoffnung viel multiway mit dem Big Blind zu spielen. Dementsprechend unterschiedlich müssen wir auch aus UTG Postflop Spots mit sehr verschiedenen Rangeannahmen beleuchten.

      Hier zum Vergleich Snowie-Empfehlung CO vs UTG:

      Entspricht 3.5% CC und 5% 3-Bet

      und die Population der guten Spieler auf NL400 CO vs UTG:




      UTG vs SB 3-Bet



      Diskussion: Villain hat hier keine ernsthafe Alternative zu einer linearen 3-Bet Strategie. Out of Position ist dafür sein Handlungsspielraum gegen 4-Bets zu niedrig. Darum können wir hier gut selber for Value 4-betten und insgesamt müssen wir darauf achten, dass auch unsere Call-3-Bet Range nicht zu schwach wird.



      UTG vs BB 3-Bet
    • TooBigToFail
      TooBigToFail
      Silber
      Dabei seit: 05.08.2016 Beiträge: 75
      Die UTG Openraise Range besteht aus 15,38%. GTO-wise sollten wir also IP (vom BU oder CO?) wieviel 3betten?

      a) wenn wir eine Postflop Edge haben, wäre es dann so verkehrt weil den Positionsvorteil haben mit einer Range von 15,38% zu 3betten? Villain könnte zwar 100% seiner Openraise Range callen, aber wir haben den Positionsvorteil.

      b) wie Berechnet man die optimale For-Value-3bet Range gegen einen 15,38% openraiser? Vom Gefühl müsste der Wert zwischen 8% und 10% liegen. Ich habe gerne Hände mit einer guten Playability zum Postflop spielen, und Hände die man gegen eine lighte 4-bet mit einer einfachen Entscheidung Weglegen /Bluffshoven oder 4 Value shoven kann. Anders gesagt: sind doch solche Hände zum callen besser geeignet, die man auf eine 4bet Weglegen müsste?
      Mein Lösungsvorschlag wäre:
      lineare top 10% wären
      77+, A9s+, KTs+, QTs+, AJo+, KQo (132 Kombinationen)
      Jetzt Polarisiere ich meine Range mit einer 2:1 Ratio und komme zu folgender Range

      for Value : QQ+, AQs+, AKo = 2,87% = 38 Kombinationen
      als Bluff : JJ-55, ATs-A9s, A5s-A2s, KQs, QJs, JTs, T9s, 87s, 76s = 6,79% = 90 Kombinationen

      Hände wie AKs, AQo KQo , 22-44 , AJs, A8s,A7s, A6s, würde ich dann In Position nur callen, um Board Coverage zu bekommen

      UTG vs BB Range finde ich auch hart exploitable.
      Wenn wir lediglich AQ 4betten haben wir ja zu 100% einen 4bet Bluff, weil wir ja nicht ernsthaft broken wollen für 100BB mit AQ.
      Warum unterscheidet sich denn unsere UTG vs BB Range so stark von unserer UTG vs SB Range? in beiden Fällen spielen wir komforatabel Postflop. Ich hätte instinktiv eine wesentlich weitere Call 3bet Range vs SB/BB als gegen BU/CO
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Danke für die Fragen. Werde ich am Donnerstag beantworten :)
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      In der Pro-Idee des Tages behandeln wir einen Spot, wo SB open-completed.

      Hier schonmal die benötigten Ranges:

      rot : Openraise
      türkis: Limp - 3-Bet
      Gelb: Limp - Call
      grün: Limp - Fold

      BB's Strategie gegen den Opencomplete:

      Gelb : Check
      Rot: Isoraise (3 - 3.5x)


      UM 19:00 GEHT ES LOS
    • Tyrion88
      Tyrion88
      Bronze
      Dabei seit: 21.06.2007 Beiträge: 230
      Wird das eigentlich aufgezeichnet? Musste gestern mittendrin verlassen. Hätte gern den rest gesehn. :f_cry:
    • TooBigToFail
      TooBigToFail
      Silber
      Dabei seit: 05.08.2016 Beiträge: 75
      Ich musste auch um 20 Uhr weg, hab dann ganz nerdig den Rest auf dem Smartphone gesehen in der Straßenbahn. Sorry KTU, konnte deswegen nicht mehr aktiv mitarbeiten. Habe es aber Anerkannt, dass du trotz Zeitknappheit auf 2/3 meiner Fragen eingegangen bist:) . War ein Super Coaching, nicht zu wenig und nicht zu viel Content.
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      So macht man aus einer GTO-Lösung eine Strategie für Menschen


      GTO-Tools wie Snowie oder PIO zeigen uns extrem starke Strategien, die wir aber leider kaum verstehen noch anwenden können. Wann hast du dir zum letzten Mal am Tisch überlegt: ":Qs: :Ts: ? Joar, 29% bet 1/4 Pot, 36% bet 1/2 Pot und 35% werde ich es checken!" Oft liest man dann eher: "Cool, egal was ich mache, GTO ist es ja immer!!" Heute ist es einfach eine Hand korrekt zu spielen, aber immernoch die große Herausforderung seine Range vernünftig zu spielen. GTO-Strategien helfen schon sehr dabei Poker besser zu verstehen. Wir müssen sie nur übersetzen in etwas, dass nicht nur Mr. Silicium versteht, sondern auch den Erkenntnishorizont von Kohlenstoffverbindungen (=Menschen) nicht überschreitet. Dann kommen die generischen high-level Konzepte ans Licht, mit denen wir etwas anfangen können.

      Schritt 1: Erstelle dir eine GTO-Lösung
      Wir schauen uns hier mal an wie man die Snowie Strategie im SB First in nutzbar machen kann:


      Schritt 2: Markiere alle Hände, die überhaupt gespielt werden. Ordne die eindeutigen Hände (hier komplett grün oder gelb ohne Zahl) in die richtigen Lines ein. Gehe am besten Reihe für Reihe vor und versuche nicht das Gesamtbild zu erfassen. Hierbei übersieht man einfach schnell etwas:
      Wir haben jetzt:


      Schritt 3: Markiere eine Kategorie von Händen, die du in verschiedene Lines aufteilen möchtest.
      Bsp: Equity-Monster: AK, KK,QQ,JJ


      Schritt 4: Teile die Hände mit gesundem Menschenverstand und Balance-Counter in Lines ein
      Der Balance-Counter zählt die Strafpunkte. Die Idee ist: Immer wenn du eine Hand in genau eine Line presst, tust du einer anderen Range etwas Unrecht. Openraist du AK 100%, dann klaust du der Limp-Range den Call in 36% der Fälle. Callst du QQ immer, dann hast du die Openraise-Range um die 9% Openraises mit QQ betrogen. Wichtig: Du musst beim Counter ebenfalls die Kombos zählen. AK hat #12, QQ nur #6

      So sieht's konkret aus:
      Wir wollen im Zweifel AK lieber Openraisen, weil die Hand als Limp/Raise uns weniger überzeugt als die großen Paare (gesunder Menschenverstand). Jetzt färben wir AK rot ein, aber bekommen 12 * 36 = 432 Limp-Strafpunkte, die wir jetzt ausgleichen müssen. Wir limpen darum jetzt KK und bekommen hier 6 * 78 = 468 Openraise-Strafpunkte. Diese können wir verrechnen und unser Balance Counter steht bei 36 (=468 - 432) Openraise-Strafpunkten. Jetzt limpen wir wieder QQ und bekommen weitere 6 * 9 = 54 Openraise-Strafpunkte. Der Balance Counter steht bei 90 OR-Strafpunkten. Wir openraisen darum JJ und bekommen 4 * 65 = 260 Limp-Strafpunkte. Wir verrechnen diese mit dem aktuellen Counter und stehen bei 170 Limp-Strafpunkten (260 - 90). Wir behalten im Hinterkopf, dass wir bei starken Händen einen Ticken zu viel gelimpt haben und dementsprechend bei der nächsten Kategorie prinzipiell die stärken Hände am Ende der Range gelimpt werden.

      Counter: 170 Limp-Strafpunkte.

      Jetzt wird Schritt 3 wieder wiederholt und wir markieren die nächste Gruppe von Händen:

      Wichtig: Die stärkste Hand der Range ist ein Limp, weil wir da ja noch in der Bringschuld stehen. Übrigens: Später kann man auch noch Kombos tauschen: Bsp. Wir finden jetzt KQ besser als Limp als AJ, aber stellen nachher fest, dass unsere Range zu wenig Ax hat, dann können wir in der Range einfach Kombos tauschen. Hier nehmen wir natürlich direkt AJ als Limp, da wir sonst offensichtlich eh in die zu wenig Ax-Problematik reinlaufen. Bislang ist ja alles rot!

      Wir limpen AJ und bekommen 12 * 9 = 108 OR-Strafpunkte. Der Counter steht bei 62 Limp-Strafpunkten. Darum limpen wir direkt noch QJo hinterher. Dafür gibt's 35 * 12 = 420 Openraise-Strafpunkte. Counter schlägt also wieder um und steht bei: 358 OR-Strafpunkten.
      Wir openraisen also KQ und bekommen 25 * 12 = 300 Limp-Strafpunkte. Counter steht bei 59 Openraise-Strafpuntken. Wir openraisen jetzt noch schnell KTs und bekommen dafür 17 * 4 = 68 Limp-Strafpunkte. Counter ist fast ausgeglichen bei 9 Limp-Strafpunkten. Wir limpen jetzt Q9s und bekommen 4 * 37 = 148 Openraise-Strafpunkte. Damit ist die letzte Kombo KJo wieder ein Openraise, aber wir bekommen 12 * 51 = 612 Limp-Strafpunkte. Counter steht bei 464 Limp-Strafpunkten.


      Und so geht man vor bis die komplette Range in konkrete Lines eingeteilt ist. :)
    • EpicFail86
      EpicFail86
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2010 Beiträge: 718
      Danke KTU, für den guten Content und dass du dir die Mühe machst alles schriftlich festzuhalten. Damit bringst du die Pokerstrategy-Coachings auf ein ganz neues Niveau.
      Leider habe ich Donnerstags Abends keine Zeit. Ich hoffe die Coachings werden aufgezeichnet. :)
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Vielen Dank für das Kompliment EpicFail.

      Ich habe leider direkt schlechte Nachrichten.

      Morgen muss das Coaching leider ausfallen. Das nächste Coaching ist erst am 08.09.
    • 10playmaker10
      10playmaker10
      Bronze
      Dabei seit: 05.11.2011 Beiträge: 2.081
      wär geil wenn endlich mal das aufgezeichnete coaching kommen würde,so bräuchte sich der ein oder andere nicht den ganzen tag im spiegel ankucken
    • KTU
      KTU
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 24.01.2007 Beiträge: 6.231
      Guter Einwand. Ich frag mal nach, woran das hängt
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