BB 3-Betting vs. SB-open: Feedback zur Range

    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      Guten Morgen,

      ich habe für den NL2 Zoom-Playerpool auf Grundlage meiner Datenbank (93k Hände aus 2016 und 2017) eine 3Bettingrange vs. SB-open ausgerechnet. Dabei kam folgende Range heraus:
      44+, A7s+, KTs+, ATo+, KJo+ (13,42%)

      Dazu würde mich euer Feedback interessieren, in zweierlei Hinsicht:
      1. Ist die Rechnung korrekt oder habe ich mich irgendwo verrechnet?
      2. Sollte man die errechnete Range vielleicht noch nach Playability-Aspekten optimieren?

      Hier der Rechenweg. Die in der Rechnung verwendeten Ranges habe ich linear nach dem No-Limit-Handranking in CardRunnersEV aufgebaut.

      1. Der Pool macht einen SB-openraise (ohne limper im Pot) in 36,8% der Fälle. In 47,06% der Fälle wird dieser openraise auf eine 3Bet gefoldet, in 10,92% der Fälle ge4bettet.
      2. Wir gehen realistischerweise von einer Stealsize von 3bb und einer 3-Bet-Size von 9bb aus. Da ich nur 8 BB bezahlen muss, muss meine 3Bet in 66% der Fälle funktionieren.
      3. In 47,06% der Fälle funktioniert sie sofort. Damit muss sie noch in 18,94% aller Fälle funktionieren, in denen nicht gefoldet wird.
      4. Wir gehen der Einfachheit halber davon aus, dass wir bei einer 4Bet bet sind.
      5. Die 18,94% müssen wir also aus den 42,02% der Fälle rausholen, in denen wir einen Flop sehen. Das bedeutet, wird müssen auf dem Flop in 45% der Fälle vorne liegen (18,94%/42,02%).
      6. Seine Callingrange erhalten wir, indem wir die schlechtesten 47% (=ca. 17%) und die besten 10% (=ca. 3,6%) aus seiner SB-openraising-Range von 36% entfernen.
      7. Gegen diese Range liegen wir mit allen Händen mindestens 45% vorne, die sich in der o.g. Range von 13,42% befinden.

      Interessieren würde mich insbesondere, was Ihr zu Schritt 5 sagt. Die Rechnung erscheint mir logisch, aber ich habe sie auch schon anders (m.E. falsch) gesehen, indem die Division 18,94%/42,02% weggelassen und einfach davon ausgegangen wurde, dass auf dem Flop nur 18,94% benötigt werden. Das kann eigentlich nicht sein, weil die auf dem Flop benötigte Equity dann unabhängig von der Anzahl der Flops wäre, die wir zu sehen bekommen. Wenn villain 40% 4bettet, bräuchten wir auf den Flops die wir sehen dann dieselbe Equity wie bei 2% 4betting. Falls ich hier einen Denkfehler habe, sagt es mir bitte.

      Dann zur Anpassung der Range:
      1. Ich hatte überlegt, die kleineren Aces wegen der Playability rauszunehmen (z.B. ATo und A7s-A9s). Aber: Sollte ich das vielleicht lieber bleiben lassen, weil die einen guten Blockereffekt haben?
      2. Sollte ich ein paar Hände reinnehmen, die gute Playability haben, aber Equity unter 45%? Z.b. 22+ und 76s+? Erscheint mir eigentlich nicht vernünftig, weil die dann einen Realisierungsfaktor von über 100% haben müssten. Den würde ich mir selbst IP und mit Initiative nicht geben.
      3. Bei der Range bin ich erstmal von einem Realisierungsfaktor von 100% ausgegangen. Gibt es Hände, die ich rausnehmen sollte, weil ich den nicht bekomme bzw. sollte ich von vornherein vielleicht nur 80% o.Ä. annehmen und auf dieser Grundlage eine neue Range aufstellen? 13% kommt mir so schon ziemlich tight vor und ich bin IP und habe die Initiative.

      Dankbar für alle Tipps,
      mazur
  • 24 Antworten
    • herbsch
      herbsch
      Black
      Dabei seit: 27.06.2007 Beiträge: 5.798
      Willst du hier 3bet only spielen oder hast auch eine callingrange?Ich vermute schon und dann musst du das gesamte Betrachten, denn mit was willst du callen wenn du linear 13% 3bettest?
      Lg herbsch
    • Pokamon
      Pokamon
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 357
      deine 3-bet range ist linear.

      im SB, wo du keine calling range hast, ist das standard. im BB 3-bettet man polarisiert oder gemerged, um die calling range zu schützen.

      im single raised pot hättest du auf einem A-high board mit deinen ranges als beste hand A9o.
    • preem84
      preem84
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.519
      -Du 3bettest Die Hände die du 3bet/Broken kannst.

      -Dann callst du all Hände die geg die Openrange und Size genug EQ haben (Realisirungsfaktor nicht vergessen).

      -3bet/ fold scheiden sich die Geister: Topend der Foldingrange oder Blocker oder Playability muss man sich selber entscheiden.

      Leider ab Silber: https://de.pokerstrategy.com/video/31431/
      Keine Ahnung warum das Deutsche auf Gold ist und das Englische Free aber sollt man verstehen: https://de.pokerstrategy.com/video/27693/
    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      Stimmt, an die Callingrange hatte ich gar nicht gedacht. Guter Punkt :f_drink:

      Dann erstmal eine Einschränkung: Die von mir oben berechnete Range ist diejenige, mit der ich gegen den Playerpool +EV oder zumindest breakeven 3betten kann, aber nicht notwendigerweise diejenige, mit der eine 3Bet die max EV line ist. Ist das erstmal zutreffend? Oder muss ich dazu noch Hände entfernen, weil sie einen zu schlechten Realisierungsfaktor haben?
    • Pokamon
      Pokamon
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 357
      Original von mazurholdem
      Oder muss ich dazu noch Hände entfernen, weil sie einen zu schlechten Realisierungsfaktor haben?
      du solltest die range aus den oben genannten gründen überarbeiten. warum willst du dich mit mit what if szenarien beschäftigen, die keine relevanz haben?
    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      So, basierend auf euren Vorschlägen und dem Video, das preem84 verlinkt hat, habe ich nun eine neue 3Bet-Range aufgestellt und bitte wieder um Feedback und Kritik:

      QQ+, 88-55, AKs, A9s-A7s, AKo, AJo-ATo

      Diese Range enthält meine Valuehände AK und QQ+ (2,56%) und wurde mit ca. 4,6% (tatsächlich 4,52%) 3Bet-Fold-Händen aufgefüllt. Die 3Bet-Fold Händen sind diejenigen aus der oben genannten 13%-Range, die ich am wenigsten callen möchte, weil sie am unangenehmsten zu spielen sind. Das sind für mich mittlere Paare, mittlere suited Aces und offsuit Aces, die keinen Premium-Kicker haben. Bei den Aces nehme ich als praktischen Nebeneffekt auch noch den Blockereffekt mit.

      An der Stelle beantwortet sich auch die Frage:

      Original von Pokamon
      Original von mazurholdem
      Oder muss ich dazu noch Hände entfernen, weil sie einen zu schlechten Realisierungsfaktor haben?
      du solltest die range aus den oben genannten gründen überarbeiten. warum willst du dich mit mit what if szenarien beschäftigen, die keine relevanz haben?

      Weil es für die Range, die ich hier gebastelt habe, tatsächlich relevant ist, ob die 3Bet-Bluff-Hände profitabel ge3bettet werden können oder nicht. Ich nehme meine 3Bet-Bluff-Hände absichtlich aus der oben genannten Range profitabel 3Betbarer Hände. Daher wäre es gut zu wissen, wenn ich diese Range falsch aufgestellt habe.
    • Pokamon
      Pokamon
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 357
      deine valuerange ist zu klein und deine bluffs sind eher die besseren calls.

      du solltest deine callingrange schon parallel bearbeiten. die ist im BB unendlich weiiiiiiiit.

      https://de.pokerstrategy.com/video/43586/
    • preem84
      preem84
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.519
      Das sieht schon besser aus aber:
      Imo spielen sich Axs AJo ATo und Midpars in Position geg eine weite Range viel zu gut als das ich sie 3bet Bluffen will.
      Wenn das schon deine Top Folding Range ist, Defendest du aber generell viel zu wenig geg den SB.
    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      Original von preem84
      Wenn das schon deine Top Folding Range ist, Defendest du aber generell viel zu wenig geg den SB.
      Das ist nicht meine Top-Folding-Range. Das hier ist meine Callingrange:
      JJ-99, 44-22, AQs-ATs, A6s-A2s, K2s+, Q5s+, J8s+, T9s, AQo, A9o-A2o, K5o+, Q9o+, JTo (30,77%)
      Das sind alle Hände, die ich bei einem Realisierungsfaktor von 80% callen kann und die nicht in der neu kreierten 3Bet-Range sind.

      Ich sehe im Moment nicht, warum es auf NL2 Zoom eine gute Idee sein sollte, meine Top Foldingrange zu 3betten. Das sind alles Hände, die sich als 3Bet -EV spielen - siehe meine Rechnung ganz oben, die alle Hände ausspuckt, die mindestens breakeven ge3bettet werden können. Jede Hand, die ich 3bette, sollte sich in dieser Range befinden (oder ich habe irgendwo einen Rechen- oder Denkfehler gemacht, auf den ihr mich dann bitte hinweisen müsst).

      Es kann ja sein, dass auf anderen Limits die Top-Foldringrange profitabel ge3bettet werden kann, aber auf NL2Zoom mit den winzigen 4Bet-Werten im SB definitiv nicht. Ich müsste also quasi "for balance" eine -EV-Entscheidung treffen. Das kommt mir nicht richtig vor.
    • DerIkeaElch
      DerIkeaElch
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.05.2010 Beiträge: 6.002
      44-22 zu callen ist gar nicht gut. Aktuell hast du imo noch immer viel zu viele Valuehände in deiner Callingrange.
    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      Hallo DerIkeaElch,

      freut mich, dass du dich hier beteiligst, ich habe deinen Spin&Go-Content gesehen und fand ihn spitze! Ich hoffe es macht dir nichts aus, wenn ich ein paar Rückfragen stelle.

      Original von DerIkeaElch
      44-22 zu callen ist gar nicht gut.
      Warum nicht? Meine Überlegung dazu war: Sie floppen entweder ein Set, das ich dann IP spielen darf gegen einen preflop Aggressor der seinen Blind verteidigen will. Oder sie werden ein underpair, das ich easy folden kann. Welches play würdest du vorschlagen und weshalb?

      Original von DerIkeaElch
      Aktuell hast du imo noch immer viel zu viele Valuehände in deiner Callingrange.
      Sollten die nicht in meiner Callingrange sein? Du meinst wahrscheinlich, dass ich eine größere 3bet/5bet-Range haben sollte, oder? Wenn der Pool in NL2 Zoom 10% seiner SB steals 4bettet, ist das eine Range von 3,6%. Welche Hände soll ich denn dagegen for value 5betten außer AK und QQ+?
    • preem84
      preem84
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.519
      Deine Bluffs brauchen keine EQ geg die Callrange sie leben von der FEQ durch die 3bet und Contibet + man trifft ja auch mal und kann Valuebetten. Desweiteren spielen sich diese Hände wie schon gesagt im SRPot IP viel besser als im 3BPot wo wir geg viel Dominirende Hände spielen, auch wenn die EQ grade so passt. Oder besser gesagt diese Hände zu callen hat nen höheren EV als sie zu 3betten.
      Warum jetzt die Topfolding Range 3betten. Wenn wir sie nicht 3betten und sie Folden verlieren wir immer -100bb/100 wenn wir sie jetzt 3betten und mit der Bluff 3bet Range sagen wir mal nur noch -80bb/100 verlieren pushen wir unsere Gesamte Winrate. Wir brauchen also nicht nur Hände spielen mit denen die WR+0 ist(das gilt nur für SB und BB) sondern können auch Hände spielen mit denen wir zwar immer noch verlieren aber trotzdem unsere WR verbessern.
    • mazurholdem
      mazurholdem
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2015 Beiträge: 261
      Hallo preem84,

      danke auch dir schon mal für deine Hilfe. Ich habe auch hier einige Rückfragen, weil ich deine Rechnungen nicht verstanden habe. Bitte versteht meine dauernden Rückfragen nicht so, dass ich euch nicht glaube oder mich für schlauer halte, dem ist nicht so. Ich versuche einfach nur zu lernen und das geht in einem Forum eben nur durch Fragen. Wenn ich mich irgendwo verrechnet oder verdacht habe, hoffe ich, dass ihr mir sagt wo und ich daraus dann was lerne.

      Original von preem84
      Deine Bluffs brauchen keine EQ geg die Callrange sie leben von der FEQ durch die 3bet und Contibet + man trifft ja auch mal und kann Valuebetten.
      Doch sie brauchen Equity gegen die Callingrange, wie du ja selbst im zweiten Halbsatz sagst. Die Bluff-3Bet hat eine FE von 47%. Da wir 66% Equity brauchen, müssen wir noch 19,7% irgendwo holen. Wenn es ein Bluff ist, holen wir sie nicht in den 10% der Fälle, in denen ge4bettet wird. Wir müssen sie also in den 42% der Fälle holen, in denen wir einen Flop sehen. In diesen Fällen brauchen wir also im Schnitt eine Equity von 19,7/42=46%.

      Diese Equity bekommen wir auch nicht, quasi gratis und losgelöst vom sonstigen Postflop-Geschehen, durch unsere Cbets. Durch die Cbet investieren wir nämlich zusätzliches Geld, das wieder für sich selbst profitabel sein muss. Nur der Profit, der übrig bleibt, kann auf unsere benötigten 46% angerechnet werden. Wenn wir z.B. 50$ in einen 100$ Pot betten und 33% folds bekommen, verdienen wir mit der Cbet keinen Cent. Wenn wir 40% folds bekommen, können wir uns die restlichen 7% gutschreiben.

      Dasselbe Prinzip gilt für Valuebets: Alles, was wir investieren, muss für sich genommen wieder mindestens +-0 sein und am Ende dürfen wir mit unserem postflop-Spiel sogar 4% hinten liegen. Aber die restlichen 46% müssen wir schon irgendwie erspielen.

      Oder habe ich hier irgendwo einen Denkfehler? Wenn ja wo?

      Original von preem84
      Warum jetzt die Topfolding Range 3betten. Wenn wir sie nicht 3betten und sie Folden verlieren wir immer -100bb/100 wenn wir sie jetzt 3betten und mit der Bluff 3bet Range sagen wir mal nur noch -80bb/100 verlieren pushen wir unsere Gesamte Winrate. Wir brauchen also nicht nur Hände spielen mit denen die WR+0 ist(das gilt nur für SB und BB) sondern können auch Hände spielen mit denen wir zwar immer noch verlieren aber trotzdem unsere WR verbessern.
      Das kommt mir auch nicht richtig vor. Klar, wir verlieren im BB 100BB/100Hände und im SB 50BB/100 Hände. Deshalb in diesen beiden Positionen -EV-Hände zu spielen, macht es aber auch nicht Besser. Es gibt ja noch vier andere Positionen und wir sind nicht gezwungen, unsere Verluste ausgerechnet in BB und SB wieder reinzuholen. Dann könnte man in BTN-UTG einfach Aces openshoven und ansonsten die Füße still halten. Wir verlieren in jeder Hand am Shorthanded-Tisch exakt 0,25BB, die wir auch im Schnitt über alle Positionen verteilt wieder reinholen müssen. Dass wir ausgerechnet in BB und SB den Verlust besonders entschlossen wieder wettmachen müssen, bloß weil er gerade dort zufällig entsteht, leuchtet mir nicht ein. Wenn wir im BB regelmäßig eine Entscheidung treffen, die -EV ist (unter Einbeziehung der etwas besseren Pot Odds durch den günstigeren Preis natürlich), verlieren wir dieses Geld einfach noch zusätzlich. Wenn ich im BB z.B. in 10% der Situationen eine Entscheidung treffe, die -80BB/100 Hände macht (z.B. eine Bluff-3Bet), dann mache ich insgesamt nicht -80BB/100, sondern -108BB/100. Schön wäre stattdessen, im Schnitt eine Entscheidung zu treffen, die +20BB/Hände macht (z.B. durch eine profitable 3bet-Range). Das würde uns dann insgesamt auf -80BB/100 in dieser Position bringen.

      Jetzt mal ein Beispiel mit einer Hand aus meiner Foldingrange, von der ich meine, dass ich sie nicht 3betten sollte, weil die Equity am Flop nicht ausreicht:

      Ich 3bette 78o für 9BB aus dem BB gegen eine 3BB SB-open von unknown. Die Bet ist in 47% der Fälle sofort erfolgreich und in 10% der Fälle sofort erfolglos. In den restlichen 100-57=43% der Fälle müssen die restlichen 19% der Equity eingefahren werden.

      19% deshalb, weil unsere Bet in 8/12=66% funktionieren muss. An dieser Stelle sind die 100BB/100Hände Verlust eingepreist: Sie geben uns einen besseren Preis für eine BB-Aktion. Ohne sie wären es 9/12=75%.

      Das bedeutet, wir müssen 19/43 Mal das Board gewinnen, wenn alle Einsätze, die wir auf dem Board bringen sich selbst amortisieren oder einfacher: Wir brauchen 19/43=44% Equity gegen seine Range. Seine Range sind die obersten 36% (openraising-Range des NL2-Zoom-Pools im SB) minus die obersten 3,6% (4Bet+Range in dieser Position). Das sind (ganz grob mit Equilab gemacht) diese Hände:
      88-55, AJs-A2s, K3s+, Q5s+, J7s+, T7s+, 97s+, 87s, AQo-A4o, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o (31,98%)

      Gegen diese Range macht 87o nur 36,35%. Wir machen also im Schnitt einen Verlust, es sei denn wir geben uns allein aufgrund unserer Position einen Realisierungsfaktor von 120,5%. Da wir gegen Donk und check-raise weder Turn noch river sehen und gegen eine Freecard am Flop mit darauf folgender Turnbet von villain den river nicht sehen, sind 120% schon extrem optimistisch. Klar können wir mit der Möglichkeit zu Cbetten und den paar Equity%, die wir dadurch machen einiges rausholen, aber sicher nicht 20% plus das, was uns auf den streets die wir nicht sehen, verloren geht.

      Wenn dem so wäre, könnten wir z.B. auch fast 72o openraisen, das hat nämlich nur 6% weniger Equity.

      So. In all dem kann natürlich irgendwo ein dicker fetter Fehler stecken. Wo ist er?
    • DerIkeaElch
      DerIkeaElch
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.05.2010 Beiträge: 6.002
      Original von mazurholdem
      Original von DerIkeaElch
      44-22 zu callen ist gar nicht gut.
      Warum nicht? Meine Überlegung dazu war: Sie floppen entweder ein Set, das ich dann IP spielen darf gegen einen preflop Aggressor der seinen Blind verteidigen will. Oder sie werden ein underpair, das ich easy folden kann. Welches play würdest du vorschlagen und weshalb?

      Du bekommst mit Sets ja nur Auszahlungen, wenn dein Gegner zb Overpairs oder two pair hat (oder besseres). Villains Openingrange hat aber zu wenig davon, deshalb wirst du mit deinem Set selten eine Auszahlung bekommen. Außerdem hast du eigentlich immer "nur" Bottomset. 22-44 macht kaum Streets, ist also viel zu schwach für einen Call. Diese Hände sind aber eine mögliche Bluff-3-bet-Range, wenn du das auf NL2 machen willst.

      Original von DerIkeaElch
      Aktuell hast du imo noch immer viel zu viele Valuehände in deiner Callingrange.
      Sollten die nicht in meiner Callingrange sein? Du meinst wahrscheinlich, dass ich eine größere 3bet/5bet-Range haben sollte, oder? Wenn der Pool in NL2 Zoom 10% seiner SB steals 4bettet, ist das eine Range von 3,6%. Welche Hände soll ich denn dagegen for value 5betten außer AK und QQ+?


      3,6% sind 99+,AQs+,AKo. Gegen die kannst du TT+,AQs+,AKo easy for value broken, wenn er auch noch was wegfoldet erst Recht.
      Equity Win Tie
      47.73% 43.57% 4.16% { 99+, AQs+, AKo }
      52.27% 48.10% 4.16% { TT+, AQs+, AKo }

    • preem84
      preem84
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2011 Beiträge: 1.519
      Original von mazurholdem

      Das kommt mir auch nicht richtig vor. Klar, wir verlieren im BB 100BB/100Hände und im SB 50BB/100 Hände. Deshalb in diesen beiden Positionen -EV-Hände zu spielen, macht es aber auch nicht Besser.

      Es ist nicht -EV wenn ich mit einer Hand die im Fall eines Foldes -100bb/100 macht, aber im Fall das ich sie defende nur noch -80bb/100 zuspielen, ganz im Gegenteil, du willst immer der am Tisch sein der seine Blinds am besten defendet. Und wenn wir mit einer Vielleicht aus deiner Sicht marginalen Hand defenden und damit 20bb/100 mehr rausholen freut sich unsere WR.

      Es gibt ja noch vier andere Positionen und wir sind nicht gezwungen, unsere Verluste ausgerechnet in BB und SB wieder reinzuholen.

      Wir sollten sie aber auch nicht zum Fenster rausschmeißen weil wir zuviel folden.

      Dann könnte man in BTN-UTG einfach Aces openshoven und ansonsten die Füße still halten. Wir verlieren in jeder Hand am Shorthanded-Tisch exakt 0,25BB, die wir auch im Schnitt über alle Positionen verteilt wieder reinholen müssen.

      Nein! Verlieren tuen wir nur in den Blinds (es seiden wir spielen in EP-BU Hände die nicht 0bb/100 oder besser sind)

      Dass wir ausgerechnet in BB und SB den Verlust besonders entschlossen wieder wettmachen müssen, bloß weil er gerade dort zufällig entsteht, leuchtet mir nicht ein.

      Hä, was ??? Natürlich wollen wir den Verlust dort minimieren wo er auch entsteht.

      Wenn wir im BB regelmäßig eine Entscheidung treffen, die -EV ist (unter Einbeziehung der etwas besseren Pot Odds durch den günstigeren Preis natürlich), verlieren wir dieses Geld einfach noch zusätzlich. Wenn ich im BB z.B. in 10% der Situationen eine Entscheidung treffe, die -80BB/100 Hände macht (z.B. eine Bluff-3Bet), dann mache ich insgesamt nicht -80BB/100, sondern -108BB/100. Schön wäre stattdessen, im Schnitt eine Entscheidung zu treffen, die +20BB/Hände macht (z.B. durch eine profitable 3bet-Range). Das würde uns dann insgesamt auf -80BB/100 in dieser Position bringen.

      Verstehe deine gesamten Gedanken und Rechnungen nicht.
      Hier nochmal mal ein konkretes Beispiel was ich meine:
      Es geht immer darum wie eine Hand (zB K4o) in der jeweiligen Situation (SB Open wir BB) welche Winrate produziert.
      Wenn wir jetzt 100 mal K4o im BB geg ein SB Open folden kommen wir auf -100bb/100
      Defenden wir sie jetzt aber (call oder 3bet ist erstmal egal) werden wir natürlich auch mal verlieren aber auch gewinnen wenn ich damit dann auf 100 Spots auf -80bb/100 komme anstatt auf -100bb/100 habe ich 20bb auf der Habenseite


      Achso nochmal zu deinen Rechnungen, du sagst du kannst die Topfoldingrange nicht 3betten weil du zuwenig EQ geg die Callrange hast, dann kannst du aber auch nicht 50% am Button Open weil du geg die Callrange mit vielen Händen nicht gegnug EQ geg hast.
      Du musst immer die FoldEQ und RangeEQ zusammen sehen.


    • Mar0
      Mar0
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2005 Beiträge: 1.328
      Du gehst ursprünglich mit aus von 8BB um 4BB zu gewinnen was bedeutet du solltest mehr als doppelt so oft gewinnen als verlieren wo durch du ungefähr diese 66,7% haben solltest nehmen wir mal an du hast 47 % direkt und musst dann noch den Rest Postflop nach der Contibet holen.
      Was grob dann 19,7 % sind auf 4 BB bezogen, damit du äquivalent übergehen kannst macht das Sinn hier direkt den EV davon zu nehmen damit wir später nicht Äpfel und Birnen vergleichen, was dann +0,788 BB sind.
      Am Flop hast du dann ein Pot von 18 BB in dem du 8 BB zusätzlich investiert hast durch deine 3bet.
      Gehen wir nun von einer Contibet mit 9 BB aus, dann bedeutet das dass du 8BB vor dem Flop und 9BB am Flop zusätzlich in den Pot investiert hast, falls du dann den Pot direkt verlierst sind das 17 BB Verlust.
      Falls du das Teil direkt gewinnst sind das 10BB Profit vor der Rake und 9 BB nach der Rake.
      Dann hast du 9 BB Profit bei Erfolg und 17 BB Verlust bei Misserfolg.

      Daraus können wir jetzt eine Gleichung aufstellen.
      0,788 = 9*x - 17*y mit der Bedingung x+y = 1 wodurch wir substituieren können y = 1-x
      0,788 = 9x + 17x - 17
      17,788 = 26x
      x = 68,415 % runden wir es auf 68,5 %

      Dein Gegner muss somit mindestens 68,5 % deiner Contibets folden.
    • Pokamon
      Pokamon
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 357
      du spielst doch nicht mit blanks. die arbeit beginnt erst, wenn du deine ranges erstellt hast.

      je mehr du von deiner equity realisieren kannst, je mehr skill du hast, desto mehr kannst du auch for value 3-betten und bluffen.
    • Mar0
      Mar0
      Bronze
      Dabei seit: 29.03.2005 Beiträge: 1.328
      Denke darum geht es hier noch nicht sondern die Frage ist eher ab welchen Werten ist es FreeMoney.
    • Pokamon
      Pokamon
      Bronze
      Dabei seit: 15.04.2006 Beiträge: 357
      Original von mazurholdem
      1. Der Pool macht einen SB-openraise (ohne limper im Pot) in 36,8% der Fälle. In 47,06% der Fälle wird dieser openraise auf eine 3Bet gefoldet, in 10,92% der Fälle ge4bettet.
      die frage wurde doch schon im eingangspost beantwortet. der pool callt zuviel. da ist kein autoprofit.

      preflop. :f_cool:
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