Jobangebot Start Up

    • basemachine89
      basemachine89
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2009 Beiträge: 1.298
      Hallo,

      im Moment bin ich bei einer größeren Firma (ca. 2.500 Mitarbeiter) im Finanzbereich eingestellt.
      Habe BWL studiert als duales Studium und war bisher nur bei dieser einen Firma tätig.
      Ich bin im Bereich Steuern/Rechnungswesen tätig.

      Ich habe vor einiger Zeit ein Jobangebot von einem Start Up in Berlin bekommen, ich würde in dem gleichen Bereich tätig
      sein und soll dabei helfen den Bereich Rechnungswesen bei dem Start Up aufzubauen.
      Bisher habe ich das Jobangebot nicht angenommen, da ich mich diesen Sommer auf das StB-Examen vorbereitet habe.

      Ende dieser Woche habe ich einen Termin bei dem Start Up. Klar ist: Sie wollen mich, es geht eigentlich nur noch um die Konditionen.

      Für mich ist die schwierigste Frage, ob ich diesen Schritt wagen soll (hilft er mir weiter oder nicht).



      Pros:
      Ich habe Interesse an einer neuen Herausforderung (die Arbeit in meinem jetzigen Unternehmen empfinde ich als Belastung, keine Anreize
      sich zu engagieren, es geht nur ums "Zeit absitzen").
      Ich bekomme eine Beteiligung (Höhe wird noch geklärt) und habe etwas wofür es sich lohnt sich den Arsch aufzureißen.

      Kontras:
      Vom Gehalt bin ich nicht besser gestellt, es wäre eher ein kleiner Rückschritt.
      Würde eigentlich nicht gerne nach Berlin ziehen (eine Strecke zu pendeln allerdings mehr als 2h).
      Wenn ich den 1. Versuch beim StB Examen nicht bestehen sollte, würde ich nicht mehr diese Freiheiten in der Vorbereitung haben wie bei meinem
      jetzigen Arbeitgeber.

      Fragen:
      Lohnt sich der Schritt zu einem Start Up? Wird man dadurch für potentielle Arbeitgeber noch interessanter?
      Arbeitet jemand bei einem Start Up und kann berichten ob er/sie diesen Schritt wiederholen würde?

      Wenn das StB-Examen nicht wäre, würde ich auf jedenfall das Jobangebot annehmen.
      So stelle ich mir die Frage lieber noch 1-4 Jahre (im Besten Fall nur ein paar Monate) bei meinem jetzigen Arbeitgeber absitzen bis zum StB-Examen oder zu wechseln mit dem Risiko wenn es mit dem Examen nicht gleich klappen sollte, weitere Versuche sich selber erschwert zu haben.

      Um Rückmeldungen würde ich mich freuen.
  • 8 Antworten
    • DerIkeaElch
      DerIkeaElch
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 16.05.2010 Beiträge: 6.002
      Also ich kann dir als jemand sagen, der vor vieeeeelen, vielen Jahren (so 1995 :f_ugly: ) vor einer ähnlichen Entscheidung gestanden ist, folgendes sagen: Entscheide es nach deinem Herzen und deinem Bauch. Wenn dir Herz und Bauch sagen, dass du das mit dem Startup machen willst und dich da reinbeißen möchtest, dann tu es. Entscheide es nicht mit dem Kopf (dann geht es nämlich fast immer nur ums Geld und deinen persönlichen Komfort). Ich persönlich habe mich für die riskantere, neue Variante entschieden und es nie bereut. Aber das ist eine persönliche Typfrage und muss nicht das richtige für dich sein. Es klingt so als ob du in einer Firma arbeitest, wo du wahrscheinlich bis zu deiner Rente bleiben kannst und das andere eben das mit mehr Risiko ist, was auch in einem Jahr wieder eingehen kann. Deshalb entscheide es aus dem Bauch heraus, wäre mein Rat....
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 9.756
      Kontras:
      Vom Gehalt bin ich nicht besser gestellt, es wäre eher ein kleiner Rückschritt.
      Normal, du sammelst dafür mehr Erfahrung auf.
      Kannst ja versuchen, am variablen Teil (Shares etc.) etwas zu verhandeln.

      Würde eigentlich nicht gerne nach Berlin ziehen (eine Strecke zu pendeln allerdings mehr als 2h).
      2h zu einem Startup-Job pendeln?
      No thx.
      Ganz oder gar nicht.
      Wenn Umzug nach Berlin nicht in Frage kommt, dann lass es.

      Wenn ich den 1. Versuch beim StB Examen nicht bestehen sollte, würde ich nicht mehr diese Freiheiten in der Vorbereitung haben wie bei meinem jetzigen Arbeitgeber.
      Die Chancen dafür können wir hier nicht einschätzen.

      Fragen:
      Lohnt sich der Schritt zu einem Start Up? Wird man dadurch für potentielle Arbeitgeber noch interessanter?
      Ja, wenn ...
      • Du dort Verantwortung trägst -- bist du CFO, oder baust zumindest ein Team auf?
      • Das Startup kein Crap ist (und bald untergeht). D.h. mach es nur, wenn du an die Perspektiven des Startups glaubst (Finanzierung steht, du glaubst an die Idee, Businessplan solid, Führungsteam gut)


      Arbeitet jemand bei einem Start Up und kann berichten ob er/sie diesen Schritt wiederholen würde?
      Für mich war das Startup PokerStrategy.com, und die Führunsverantwortung dort war der Grund dafür, dass ich heute in einem Job arbeite, den ich sonst nie bekommen hätte.

      Hängt aber eben immer von deinen Karriereambitionen ab.
      Wenn du eher Konzernkarriere machen willst, dann bringt dir die Startup-Erfahrung in deinem Bereich vermutlich nicht soviel.
      Wenn du aber ins Management willst, oder dich vom Startup-CFO in größere CFO-/Geschäftsführer-Rollen hochhangeln willst, kann es ein sehr guter Schritt sein.
    • AyCaramba44
      AyCaramba44
      Black
      Dabei seit: 27.04.2010 Beiträge: 14.481
      Es kommt vorallem auf das Startup ab. Kannst du dich dafür begeistern? Bist du vom Erfolg/Konzept überzeugt? Wie ist das Startup finanziell aufgestellt? Welche Investoren sind beteiligt? Was für eine Beteiligung bekommst du? Eine zu große Beteiligung kann genau so verkehrt sein wie eine zu kleine Beteiligung. Das wichtigste bei einem Startup sind aber immer die Personen. Was machen sie für einen Eindruck? Kommst du mit ihnen klar? Seit ihr auf einer Wellenlänge? Sind verschiedene Kompetenzen vorhanden? 3 Informatiker sind genauso schlimm wie 3 BWLer, wenn dann woanders Kompetenz fehlt bzw. man nicht mal die Wichtigkeit in anderen Bereichen erkennt. Ein Ausfall einzelner Personen kann das ganze Startup auch in ziemliche Schwierigkeiten bringen. In einem großen Unternehmen mit einer klaren Hierachie ist das nicht wirklich so wichtig.

      Wenn das stimmt und du bereit bist zum Teil auch deutlich länger zu arbeiten, dann könnte das Startup das Richtige für dich sein. Wenn du Frau und Kinder hast und das Startup nur für die nächsten 2 Monaten finanziert ist und du die Idee eigentlich nicht magst, dann würde ich davon abraten.
    • HoRRoR
      HoRRoR
      Black
      Dabei seit: 11.02.2005 Beiträge: 10.679
      Plus der Schritt in ein StartUp stellt dich in der Regel finanziell nie besser dar, besonders wenns noch beteiligung gibt dann heisst das fuers fixgehalt meist, dass es weniger wird

      wenn du nicht nach berlin ziehen willst, dann schaut es aber eher nach nem ko kriterium aus, moechtest ja nciht dein soziales umfeld auch noch opfern fuer etwas wo du sowieso schon zoegerlich bist?
    • SniffvsSnaf
      SniffvsSnaf
      Silber
      Dabei seit: 23.03.2008 Beiträge: 3.037
      Tendenziell würde ich erst dieses StB Dingens machen, bei der Fahrtzeit. Hier in Berlin sind gerade wenig Whg. für gutes Geld zu haben - da heißt es vlt. erstmal pendeln... mit den Überstunden zusammen ergibt das genau Null Freizeit - lernen wirst du vor fertigkeit im Zug auch nicht mehr.

      Also ich würde es an deiner Stelle nur machen, wenn es das ober absolut tolle Traumstartup für das du dich nicht unbedingt aus finanziellen Chancen heraus begeisterst.

      Und StartUps wirds noch viele viele viele geben :-)

      - just my 2 Mark
    • basemachine89
      basemachine89
      Bronze
      Dabei seit: 24.04.2009 Beiträge: 1.298
      Vielen Dank für die Antworten und das Feedback.

      Habe versucht meine Entscheidung von meinen Zielen abzuleiten.

      Mein Ziel, was über allem steht, ist es erstmal das StB-Examen erfolgreich zu bestehen.
      Die Arbeit in einem Start Up würde dieses Ziel auf jedenfall erschweren, da ich mit hoher Sicherheit nicht die Zeit zum lernen
      haben werde wie in meinem bisherigen Job.

      Ich habe zwar Angst, dass mir eine tolle Erfahrung und Jobchance entgeht, aber einen Tod muss ich in diesem Fall einfach sterben.

      Obwohl ich gerne für das Start Up arbeiten würde, passt dieser Schritt im Moment nicht in mein Leben.
      Nach dem Examen wäre es sicherlich ein Schritt den ich machen würde bzw. der noch attraktiver für mich ist.

      Vielen Dank für euer Feedback!
    • ElhombreAlleman
      ElhombreAlleman
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2017 Beiträge: 73
      Nachvollziehbar
    • zygna
      zygna
      Bronze
      Dabei seit: 31.08.2010 Beiträge: 5.874
      Mein Learning aus bisher 1,8 Jahren Startup. Wenn der Gründer dich nicht von seiner Mission und Vision zu 100% begeistern kann, dann würde ich nicht wechseln.
      So wie du Pro und Contra abwägst ist dem wohl nicht der Fall (kann mich auch irren). Einen Wechsel aufgrund von Unternehmensanteilen abhängig zu machen, halte ich z.B. für nicht gut, da durchschnittlich (abhängig von der Idee) der Startups nicht profitabel werden.