Ugly Riverplay A5o BvB

    • Sendrafreak
      Sendrafreak
      Silber
      Dabei seit: 31.05.2011 Beiträge: 2.158
      Gegner: 36/25/12,6/1,7/3bet BB 15,9%

      Preflop: Hero is SB with A:heart: 5:diamond:
      4 folds, Hero raises, BB 3-bets, Hero calls

      Flop: (6 SB) 5:heart: T:spade: J:heart: (2 players)
      Hero checks, BB bets, Hero calls

      Board: 5:heart: T:spade: J:heart:
             Equity     Win     Tie
      SB     38.82%  38.44%   0.39% { Ah5d }
      BB     61.18%  60.79%   0.39% { 88+, ATs+, KTs+, QJs, AJo+, KQo }

      Knapp über 37%, reicht also zum Call

      Turn: (4 BB) 2:diamond: (2 players)
      Hero checks, BB bets, Hero calls

      Board: 5:heart: T:spade: J:heart:  2:diamond:
             Equity     Win     Tie
      SB     38.41%  38.41%   0.00% { Ah5d }
      BB     61.59%  61.59%   0.00% { 88+, ATs+, KTs+, QJs, AJo+, KQo }

      Über 27%, also wieder Call

      River: (6 BB) A:diamond: (2 players)
      Hero bets, BB raises, Hero ???

      Board: 5:heart: T:spade: J:heart:  2:diamond:  A:diamond:
             Equity     Win     Tie
      SB     62.01%  62.01%   0.00% { Ah5d }
      BB     37.99%  37.99%   0.00% { 88+, ATs+, KTs+, QJs, AJo+, KQo }

      Am River find ichs schwierig, denke schon, dass ich AFSD-donken sollte gegen QQ/KK, was selber nicht mehr bettet, aber noch callt, weiterhin davon ausgehend, dass auch 88 und 99 noch callt, weil der FD nicht angekommen ist und ich bluffdonken könnte, aber dann auf den Raise? Eigentlich "müsste" man ja eigentlich folden, wenn man davon ausgeht, dass er AK/AQ nicht mehr raist, aber kann man das wirklich ausschließen? Weiß nicht, der Pott ist ja schon so riesig, denke man "muss" halt den Crying Call machen, wohl wissend, dass man "so gut wie immer" immer hinten ist. Wie spielt Ihr das?
  • 1 Antwort
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.778
      Preflop:

      Ich könnte mir vorstellen, dass der Gegner in BB vs SB eine deutlich weitere Range 3-bettet. 3-bet BB wird sich auf 3-bets gegen alle Positionen beziehen und nicht nur positionsbezogen gegen SB? Rund 16% 3-bet in BB wäre für 3-bet gegen BU ein typischer Wert für einen TAG (entspricht Chart). Für positionsbezogene Werte braucht man eine grosse Samplesize. Bei preflop Werten von 33/25 würde ich von einem etwas loose aggressiven TAG ausgehen. Da wäre dann 16% 3-bet in BB gegen alle Positionen ein plausibler Wert.

      Für 3-bet gegen SB heisst das dann, dass die Range eher in Richtung 44+, A4s+, K7s+, Q8s+, J9s+, T9s, 98s, A6o+, K8o+, QTo+, JTo geht, vielleicht sogar noch ein paar suited Hände mehr. Das ist dann eine 27% Range, die etwas balancierter ist als die Range im Chart. Hält er sich an den Chart, dann wäre seine Range 33+, A2s+, K6s+, QJs, A2o+, K8o+, QJo, auch eine 27% Range. Die balancierte Range hat den Vorteil, dass auch in der Callrange ein paar Ax Hände sind, womit man mit einem Call auch Axy Flops treffen kann. Und bei der 3-bet trifft man mehr mittlere Karten J-8.

      Das verbessert deine Equities auf Flop und Turn, ein Checkraise ist aber nicht ratsam.

      Flop:

      58% gegen Chart, 49% gegen die balancierte Range

      Hier sieht man den Vorteil, den die balancierte Range auf vielen Floptexturen hat. Ein Checkraise ist aus zwei Gründen nicht gut: erstens weiss man nicht, ob man wirklich einen Vorteil hat, zweitens hat man auf sehr viele Turnkarten keinen Vorteil mehr, ganz besonders nicht gegen die Range, die einen Checkraise callt. Also besser check/call spielen und die gegnerische Range weit lassen.

      Turn:

      2 ist eine der für dich bestmöglichen Karten ausser A oder 5.
      58% gegen Chart, 49% gegen balancierte Range.

      Es hat sich zum Flop praktisch nichts verändert. Deine Equity gegen eine Bet ist vielleicht etwas schlechter, weil der Gegner nicht mehr unbedingt 100% Contibet spielt. Er wird nur schlechtere Hände checken, die besseren bettet er alle. Eine Donkbet würde dich dem Risiko eines Raises aussetzen, gegen den du eine schwierige Entscheidung hättest, während nicht alle schlechteren Hände callen würden. Check/call ist auch hier richtig.

      River:

      Das Ass verbessert dich, aber auch viele Hände des Gegners. Er wird häufig nur top Pair haben, es ist aber auch eine ganze Reihe von Monstern möglich. Du kannst damit rechnen, dass er AA, JJ, TT, Ax, KQ, JTs, (JTo) bettet. Kleine Pockets muss er nicht bluffen, weil er noch Showdownvalue gegen eine 5, schlechtere Pockets und ein paar geplatzte Draws hat. KK, QQ ist als Bet grenzwertig, weil ein Ass auch in deiner Range noch liegt (A5, A2 und du kannst am Turn Ax vielleicht noch callen, da du damit um die 30% hast). Er wird damit sicher nicht bet/call spielen, sondern allenfalls eine dünne Valuebet gegen eine T oder ein schlechteres Paar. Eher aber nicht betten. Er hat Hände, die er bluffen kann (Q9s, K9s, 98s, geplatzte Flush Draws mit Kxs, Qxs).

      Gegen eine Donkbet können alle seine Pockets nur noch Bluffs fangen. Seine besseren top Pairs wird er raisen, weil du nicht so wahnsinnig oft ein Monster hast (A5, A2, eher nicht KQ, AJ, AT wegen checkraise Flop). Sets hast du praktisch keine, weil du die alle anders spielst. Deine Donkbets sind überwiegend Ax und keine 2-Pairs oder AQ+, weil du AQ+ preflop vielleicht cappst. Du kannst gegen einen Raise aber nicht 3-betten, da er auch viele Monster raist.

      Die Entscheidung ist also zwischen bet/call und checkraise. Bet/call ist die Linie, wo du über einen Call nicht nachdenken musst. Er hat schlechtere Hände in seiner Raise Range, daher kannst du immer callen. Nach checkraise/3-bet wird es viel schwieriger. Es ist nicht auszuschliessen, dass er A2, A5 oder JTs hat. Um Bluffs brauchst du dir nach einer 3-bet keine Sorgen machen. Das macht kein TAG/LAG in den Micros. Ich würde callen, weil er schlechtere 2-Pairs 3-betten könnte. Das ist aber ein tougher Call. Das Risiko einer 3-bet ist erheblich, da er sich nur wegen KQ Sorgen machen müsste, was du für gewöhnlich am Flop checkraisen würdest. Du kannst davon ausgehen, dass er alle besseren 2-Pairs und die noch besseren Hände 3-bettet.

      Das bedeutet, für einen Checkraise brauchst du mindestens 60% Equity gegen die call Range, wegen der hohen 3-bet Gefahr. Für die Donkbet reicht weniger Equity, weil er schlechtere Hände raisen könnte. Ausserdem spielt die Donkbet gegen eine viel schwächere Range, da du gegen seine Turnrange donkst und nicht gegen seine River bet/call Range.

      Seine Callrange gegen einen Checkraise ist kaum looser als AA, JJ-TT, 55, A4s+, KQs, JTs, A6o+, KQo, JTo. Dagegen hast du ca. 62%. Du bist im Grenzbereich. Wenn er anfängt, Ax gegen einen Checkraise zu folden, dann lohnt es sich sicher nicht. Das ist in den Micros unwahrscheinlich.

      Die Donkbet sollte sehr profitabel sein. Seine Callrange ist zwar tighter als seine betting Range, aber gegen einen Call hast du 100% Equity. Gegen einen Raise hast du über 40% Equity, wenn er AQ noch raist und keine schlechteren Asse. Der Call ist kein Problem.

      Insgesamt sollte eine Donkbet klar besser sein. Zum Vergleich:

      1 bet geht rein:
      Donkbet 100% Equity
      Checkraise: 70-75% Equity gegen eine weitere Range
      -> Donkbet profitabler

      2 bets gehen rein:
      Donkbet 40% Equity
      Checkraise: 90-100% Equity
      -> Checkraise profitabler

      3 bets gehen rein:
      Checkraise: max 20% Equity, call nicht vermeidbar
      -> Donkbet profitabler

      Die 3-bet zehrt einen grossen Teil des Vorteils auf, den der Checkraise hat, wenn 2 Bets in den Pot gehen. Wenn nur eine Bet in den Pot geht, dann sind 75% nur dann profitabler als 100%, wenn die 75% gegen eine doppelte Zahl von Händen geht. Der Profit einer 75% Bet ist 75%-25% = 50% und das ist nur halb so viel wie 100%. So wahnsinnig viel mehr Hände wird er nicht betten im Vergleich zu einem Call.

      Zusammenfassung der Konzepte:

      Preflop ist eine balancierte 3-bet Range besser als eine polarisierte Range, weil man es gegen eine balancierte Range viel schwerer hat, am Flop zu spielen. Das zeigt sich in den postflop Equities.

      Ist man ausser Position und hat man am Flop oder Turn einen sehr knappen Vorteil, dann ist check/call meistens die beste Linie, weil das die Range des Gegners weit hält, was ihm ermöglicht, auf der folgenden Street zu bluffen und man eine bessere Equity in der nächsten Street hat als nach einem Checkraise oder einer Donkbet. Checkraise oder Donkbet für Value nur dann, wenn man nach einem Call sehr oft eine Valuebet in der nächsten Street hat.

      Verbessert man sich am River deutlich, dann hängt die Entscheidung zwischen Donkbet und Checkraise vor allem von zwei Dingen ab: wie häufig bettet der Gegner im Vergleich zum Call und wie hoch ist die 3-bet Gefahr nach einem Checkraise?

      Eine Donkbet am River kann mit wesentlich schwächeren Händen gespielt werden als ein Checkraise.