Professionelles Pokern mit MTTS?

    • PanemetCircenses
      PanemetCircenses
      Einsteiger
      Dabei seit: 10.08.2014 Beiträge: 69
      Hallo. Ich habe Fragen zum obigen Thema. Wenn man mit MTTS seinen Lebensunterhalt bestreiten will, würdet ihr sagen das folgende Ausgangswerte zu konservativ, in etwa passend oder zu aggressiv gewählt sind (bei einem ROI von 25% auf fünftausend Turniere):

      Zwei Jahre Lebenshaltungskosten
      Ca.500 Buy Ins für MTTS
      Die Varianz bei MTTS ist halt so massiv das bei einem ROI von ca. 25% halt schon tausende Turniere benötigt werden um Profit einzustreichen.
      Ich will hier nicht das Thema Mindset, Pokerfertigkeiten etc. besprechen, dazu muss nicht der xte Thread eröffnet werden. Was es an Zeit, Erfahrung, Skill etc. braucht um mit MTTS seinen Lebensunterhalt zu bestreiten ist bekannt (für die meisten unerreichbar). Vielleicht kann hier der ein oder andere Pro/Semipro etwas aus dem Nähkästchen plaudern wie er begonnen hat und wie lange er das schon macht. Zeitraum, ROI, Samplesize, Turnieranzahl, etc.

      Liebe Grüße
  • 10 Antworten
    • AWi17
      AWi17
      Bronze
      Dabei seit: 23.11.2010 Beiträge: 2.122
      mit 25% bei 5$ avg BI wirds eher schwer
    • PanemetCircenses
      PanemetCircenses
      Einsteiger
      Dabei seit: 10.08.2014 Beiträge: 69
      Bei 5$ wirds nicht schwer sondern unmöglich. Das war aber auch nicht die Frage.
    • badmoe92
      badmoe92
      Bronze
      Dabei seit: 25.02.2014 Beiträge: 1.952
      was ist denn dein avarage buyin bisher ?
    • dingoberg
      dingoberg
      Bronze
      Dabei seit: 13.04.2011 Beiträge: 3.314
      Wenn man mit MTTS seinen Lebensunterhalt bestreiten will, sollte man eigentlich vor dem Beginn schon so gut sein, dass man damit seinen Lebensunterhalt bestreiten könnte. Genauso beim Cashgame.
    • Zander99
      Zander99
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 27.11.2008 Beiträge: 35.665
      Hallo PanemetCircenses,

      ich verstehe deine Frage nicht. Versuch es mal bitte klarer zu formulieren.
      Danke

      Viele Grüße
      Zander99
    • D4niD4nsen
      D4niD4nsen
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2007 Beiträge: 9.486
      " Wenn man mit MTTS seinen Lebensunterhalt bestreiten will"
      -> Heißt das das du quasi Poker only machen möchtest, sprich am Tag dich 6 Stunden+ mit Poker auseinander setzen willst ? Ist halt wichtig zu wissen mit wieviel Games du im Monat so planst. Kann ja z.B. sein das du studierst und dir nebenbei den Lebensunterhalt verdienen willst,ist unklar.
      Wiehoch sind den deine Lebenshaltungskosten ? Letztendlich gehts darum wieviel Geld du mit Poker im Monat verdienen willst/musst. Lebenshaltungskosten kann halt 400-10000$ sein.

      (bei einem ROI von 25% auf fünftausend Turniere)
      -> Der ROI von 25% soll als feststehende Konstante verwendet werden ? Rein technisch kann jemand der den Wert erreicht nämlich auch Losing-Player sein was dann das ganze Projekt fragwürdig werden lässt. Verwirrt mit das du da die 5000 Games erwähnst. 25% ROI auf welches Average-Buyin und Feldgröße ?

      Varianzcalculator :
      http://pokerdope.com/tournament-variance-calculator/

      Muss das Risiko deine BR zu verlieren 0 sein oder besteht die Möglichkeit im Downswing abzusteigen ?

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      Erstes Ziel sollte halt sein solide Lowstakes ( Abi ~15-20$ ) mit einem guten ROI ( ~40% ) zu erreichen. Das ist durch fokusierten Konsum von Content und Lernen zu erreichen.
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      Wenn du momentan eh keine Verpflichtungen hast dann starte halt einfach. Wenn du dafür den Job/Studium unterbrichst oÄ dann muss das DEUTLICH besser überlegt werden.
    • abc1234567898
      abc1234567898
      Einsteiger
      Dabei seit: 13.10.2017 Beiträge: 3
      Imo reichen 5k Turniere mit 25% ROI auf vermutlich Lowstakes (für mich alles <= 100$) nicht aus um hier eine vernünftig begründete Entscheidung zu treffen. Die Frage ist wie sehr willst dus und was wären Alternativen? Lassen sich diese evtl. mit Poker verbinden?

      Ansonsten werf ich mal noch das Wort Opportunitätskosten mit rein. IdR substituiert man mit Poker 4 a living ja eine andere Art des Arbeitens (inkl. Studieren). Gleichzeitig kannst du das Geld in der BR nicht anderweitig investieren. Du musst also mit Poker 4 a living nicht nur den Lebenserhalt, sondern auch die entgangenen Löhne+Renditen (bzw. Chancen im Fall von Studium) wettmachen. Da du das aber oft n
    • PanemetCircenses
      PanemetCircenses
      Einsteiger
      Dabei seit: 10.08.2014 Beiträge: 69
      Danke erstmal für die Antworten.

      @ badmoe92
      Ich habe keinen avg Buyin. Die Fragen bezogen sich auf einen Bekannten. Ich habe vor vielen Jahren (2010 um genau zu sein) mit regelmäßigem Pokern aufgehört. Seiner liegt bei rund 80$.

      @dingoberg
      So ist es.

      @Zander99
      Es ist keine Frage im einzelnen sondern mich interessiert die Herangehensweise von Professionellen Turnierspielen. Was war die Ausgangssituation vor ihrer Selbständigkeit? Vor allem in der Hinsicht der oben gestellten Fragen.

      @D4niD4nsen
      Wer seine Passiva nicht kennt wird sich nicht (hier spreche ich für mich) mit dem Bereich Poker Profi beschäftigen. Korrigiere mich bitte falls ich hier falsch liege: ein ROI kann meines Erachtens nicht als feststehende Konstante angesehen werden, zumindest nicht im Bereich MTTS. Selbst wenn man über Jahre hinweg zigtausende Turniere gespielt hat: der Erfolg in der Vergangenheit ist hier nur ein geringer Gradmesser für die Zukunft . Poker ändert sich ständig, die Spieler haben sich in den letzten Jahren sehr verbessert. Das sehe ich zumindest so. In seinem Fall ist es egal ob er mit mit seiner BR Broke geht. Da wäre mehr als ausreichend Eigenkapital dahinter.

      @abc1234567898
      Verständlich und interessant von dir geschrieben, leider endet deine Antwort nach : "Da du das aber oft n". Hätte gerne weitergelesen.

      Ich habe schon öfters mit ihm über das Thema gesprochen, dachte ich frage die Community hier mal wie ihr das Finanziell so angegangen seit ODER es angehen würdet wenn ihr das Ernsthaft in Erwägung ziehen würdet.
    • abc1234567898
      abc1234567898
      Einsteiger
      Dabei seit: 13.10.2017 Beiträge: 3
      Original von abc1234567898
      Imo reichen 5k Turniere mit 25% ROI auf vermutlich Lowstakes (für mich alles <= 100$) nicht aus um hier eine vernünftig begründete Entscheidung zu treffen. Die Frage ist wie sehr willst dus und was wären Alternativen? Lassen sich diese evtl. mit Poker verbinden?

      Ansonsten werf ich mal noch das Wort Opportunitätskosten mit rein. IdR substituiert man mit Poker 4 a living ja eine andere Art des Arbeitens (inkl. Studieren). Gleichzeitig kannst du das Geld in der BR nicht anderweitig investieren. Du musst also mit Poker 4 a living nicht nur das vorherige Einkommen, sondern auch die entgangenen Löhne in der Übergangszeit+entgangene Renditen der BR (bzw. Chancen im Fall von Studium) wettmachen. Insbesondere die letzten zwei Punkte Renditen auf BR + alternative Chancen werden sehr oft vergessen (sowie Risiken von Poker unterschätzt) bzw. durch qualitative Ausdrücke wie "Leidenschaft" als ausgeglichen angenommen, sodass die Entscheidung super selten wirklich finanziell rational sein wird. Was natürlich oft rational ist, ist die Einschätzung, dass ohne fulltime poker nie die Bedingungen geschaffen werden, um es als MTT-Spieler überhaupt zu schaffen. Wer es also wirklich will, muss es vermutlich zu irgendeinem Zeitpunkt mit gutem Optimismus wagen.

      Auch über die qualitativen Aspekte der Opportunitätskosten lässt sich ganz gut spekulieren, im Folgenden exemplarisch, es gibt sicher mehr Argumente:
      + für Pro, - für Contra

      + Leidenschaft
      + Erfolgserlebnisse in kompetitiver Umgebung
      + Das Glücksgefühl etwas Besonderes zu tun / seinen Traum zu leben / o. ä.
      - Stark abnehmende Leidenschaft über Zeit
      - Erfolgserlebnisse lassen sich in sehr vielen kompetitiven Umgebungen realisieren mit gleichzeitig sehr viel härterem Realitätscheck von außen.
      - Einsamkeit bei 5-6 10h+ Sessions pro Woche vor dem Rechner zu sozialunpassenden Zeiten.

      Meine Hypothese wäre, dass die qualitativen Aspekte für fast alle Pokerpros über längere Zeit stark negativ ausfallen, weshalb auch die Allermeisten, die diese Punkte nicht durch exorbitante Gewinne ausgleichen können (und auch von diesen hören viele auf), wieder damit aufhören, oft unabhängig davon, ob sie mit der anschließenden Alternativtätigkeit überhaupt oder mehr Geld verdienen.

      Abschließend auf die Ausgangsfrage: Die meisten, die den Schritt gegangen sind, haben schon über mind. 2-3 Jahre semi- bis sehr erfolgreich (mit vergleichbarem oder höheren ROI) in einer oder mehrerer Varianten gespielt und dürften wesentlich mehr Pokererfahrung mitbringen, als in 5k Games steckt. Natürlich gibt es auch immer die, die sich andere lukrative Wege bzw. den Ausstieg über hohes Staking-Make-up verbaut haben und es entsprechend schon beinahe versuchen bzw. weitermachen müssen.
    • PanemetCircenses
      PanemetCircenses
      Einsteiger
      Dabei seit: 10.08.2014 Beiträge: 69
      Sehr professionelle Einschätzung. Danke dafür. Deine Antwort hat vieles erklärt von dem was wir wissen wollten. Es läuft wohl am Ende auf folgende Dinge hinaus:

      - wie sehr will man es und ordnet man alles dem Ziel Profi zu werden unter
      - kann man sein Mindset so weit trainieren um mit den Belastungen von Poker umgehen zu können

      Der Rest ist Zeit. Jahre die man aufwenden muss um am Ende womöglich doch mit leeren Händen dazustehen. Dieses Risiko geht man in der Selbstständigkeit ein, aber auch im Angestelltenverhältnis. Wer denkt das er nach 45 Jahren Arbeit garantiert den Betrag XY bekommt...! Ein normaler Fulltime Job (den ich habe) wird wohl wesentlich entspannender und einfacher sein als Pokerprofi zu werden/sein. Andererseits: mit einem Job geht man halt meistens für den Erfolg jemand anderes aus dem Haus. Man lebt nur einmal. Und die Uhr tickt. Nochmal danke für die Einschätzungen hier.