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[NL25] Return of the Mahlzahn

    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746


      Hallo Welt.

      Der Mahlzahn ist wieder da und spielt wieder Karten. Als 2006er kennt mich vielleicht der ein oder andere noch von früher, aber das spielt ja letztlich auch keine Rolle. Denn in diesem Blog wird es um mehr als nur das reine Grinden, Graphs, Hand Histories und Results gehen. Ich werde meine Pokerlaufbahn kritisch reflektieren, über vieles abseits der Tische und deren Bezug zum Spiel schreiben, über Ernährung, Gesundheit, Meditation, meine Rolle als Vater und voll berufstätiger Freizeitspieler, der es nochmal wissen will...es wird gerade zu Beginn einige Walls of Text geben und ich hoffe, dass es für den ein oder anderen interessant oder lesenswert wird.

      Pokertechnisch werden SNGs und gelegentliche MTT Shots im Vordergrund stehen, da ich hier meinen Rebuild starten möchte. Warum, lest ihr später. Und wie ich das vorhabe auch.

      Über Feedback würde ich mich natürlich freuen :)

      Edit 15.03.18: Nach eingehender Analyse habe ich heute mein Main Game auf NLH 6max Cash geändert. Details siehe Seite 3
  • 125 Antworten
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Was bisher geschah

      Ich habe 2006 mit den 50$ von Pokerstrategy auf Party angefangen zu pokern. Eingezahlt habe ich übrigens in all den Jahren danach nie ;) Nach wenigen Wochen erfolglosem FL gedonke bin ich recht schnell zu Sngs gewechselt und habe diese lange Zeit bis hoch zu den 30ern auf Stars recht erfolgreich gegrinded. Zwischen 2008 und 2010 habe ich neben dem Studium vorwiegend Sngs und MTTs gespielt und dort auch sehr gutes Geld verdient, womit ich mir mein Masterstudium in England und einige weitere kleine Träume finanziert habe. Da dafür ein Großteil meiner Bankroll drauf ging und ich immer wieder Geld aus der BR fürs echte Leben ziehen musste (und wollte), blieb der große dauerhafte Sprung zum Pro und höheren Stakes aber letztlich bewusst immer aus. Es folgten in den kommenden Jahren verschiedene Rebuildingphasen, die meist auch erfolgreich waren und zuletzt hatte ich es Anfang 2012 auf NL200 SH geschafft, wo ich mir ein nettes Zubrot verdienen konnte.

      Gegen Ende 2012 erwischte mich dort allerdings der sickeste Down, den ich je hatte, und es spülte mich in sehr kurzer Zeit auf NL20 runter...da ich zu der Zeit auch einen neuen Job anfing, die Motivation im Keller und das Mindset im Arsch war und mich das stumpfe grinden und die Aussicht eines erneuten Rebuilds langweilte, entschloss ich mich Ende 2012 Poker zu quitten.

      2013 und einen Großteil von 2014 spielte ich dann auch keine Hand, bevor ich ein zweites kostenloses Startkapital auf Coral bekam und anfing erneut eine kleine Roll aufzubauen. Nach etwas rumgedonke, ein paar Gratisangeboten, Boni huren und ein paar lucky deep runs in Micro-MTTs hatte ich bald wieder ne Roll zusammen und fing an erneut Sngs, Cash (NL und FL) und auch ne ganze Weile PLO zu grinden. Das Ganze lief mal mehr und mal weniger erfolgreich und ich konnte nirgends eine richtige Motivation aufbauen, um wirklich Content zu machen, mich auf den neuesten Stand zu bringen, aber auch zum x-ten Mal meine alten Limits zu durchlaufen, stumpf rumzugrinden usw. usf.

      Anfang 2015 habe ich dann einen weiteren Rebuild versucht mit Hyper Turbo Sngs, den ich aber auch recht schnell einstampfen musste, weil es mir ne Bandscheibe zerschossen hatte, ich monatelang kaum laufen/sitzen konnte und dann nach erfolgreicher Reha das Projekt nicht weiterverfolgt hatte. Die Prioritäten hatten sich verschoben (ich bin seit August 2014 Vater einer wundervollen Tochter und Vollzeit berufstätig) und ich führte eine Art On/Off-Beziehung zum Pokern. Ich habe immer mal zum Spaß ein bisschen rumgedonkt, aber nie ernsthaft versucht was zu reißen. War halt n klassischer Recreational Player. Anfang 2017 hatte ich mal ein zweites Startkapital auf Ladbrokes, aber habe da auch höchstens ein, zwei Wochen wirklich ernsthaft gespielt. Danach wieder monatelang gar nicht bis mich im August 2017 wieder mal kurz die Faszination packte, ich erstmals selber eincashte und anfing zu grinden. Habe dann im September satte 5000 Hände NL 10 bei WPN gespielt, im Oktober und November dann wieder gar nicht. Ende Dezember wieder angefangen und auf verschiedenen Seiten wieder so um die 5000 Hände gelogged. On/Off-Beziehung again…

      Und dann kam ein Moment, in dem ich mich fragte, wie es denn jetzt wirklich laufen soll? Ich wollte nochmal einen Rebuild starten, aber war mir bewusst, dass ich irgendwas anders machen muss, damit es Erfolg hat. Der Plan war zunächst NL 6max zu zocken. Ich hatte mir eine RIO Essential Mitgliedschaft gegönnt, um etwas Theorie zu machen und bin da über eine Videoserie von Bradley Chalupski gestolpert. Ein Profi-Skeletonfahrer, der hobbymäßig pokert und mir in seiner Serie „Training for Poker like an Elite Athlete“ die Augen geöffnet und den zurzeit entscheidenden Anstoß gegeben hat den Prozess Poker nochmal mit Hingabe, Struktur, und Disziplin anzugehen. Ich habe also die Videoserie durchgearbeitet und Content Tagebücher angelegt, in denen ich alles was ich be- und erarbeite zusammenfasse und festhalte. Dann habe ich mir von Angela Duckworth das Buch Grit gekauft und gelesen. Dann habe ich angefangen unzählige Process Trees, Listen mit Stärken und Schwächen, einen Wochenplan, Lernpläne usw. zu erstellen, die sich neben dem Ziel ein besserer und erfolgreicher Pokerspieler zu werden auch mit meiner Gesundheit, meinem Beruf, meinem Familienleben und anderen Dingen wie „Hobbies“ befasste. Ich habe meine Art zu leben und zu arbeiten einmal durchanalysiert und geschaut wie es jetzt am besten weitergeht…und am Ende stand ein Plan. Eine Work-In-Progress, weil ständig neue Dinge dazu kommen bzw. Dinge abgehakt werden, aber eben ein Plan, von dem ich überzeugt bin. Und seit Anfang Januar bin ich dabei diesen in die Tat umzusetzen. Und die entscheidende Frage wird sein, ob mir das dieses Mal gelingt oder ich wieder irgendwann den Weg verliere, einknicke, Prioritäten verschiebe oder schlicht aufgebe. Und weil ich eben das auch etwas abwarten wollte, habe ich diesen Blog nicht direkt zu Beginn des Projekts gestartet, sondern ganz bewusst erst einige Wochen danach, um zu sehen wie die ersten Wochen laufen… und bislang kann ich nicht klagen. Es ist nicht perfekt, aber ich bin auf dem richtigen Weg.

      Und wie genau dieser jetzt aussieht, erfahrt ihr in den kommenden Posts.
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Was jetzt?

      Wie oben bereits beschrieben, habe ich mir lange Gedanken dazu gemacht wie ich diesen Rebuild angehe und mich sowie die letzten erfolglosen Jahre dabei sehr kritisch reflektiert. Dabei ging es zunächst um die Wahl meines Main Games, was mir seit Jahren schwer fällt, zumal ich ständig durch die Varianten gewechselt bin, sobald es mal irgendwie nicht lief oder ein Gefühl von Langeweile aufkam. Meinen Ursprung habe ich wie gesagt in Sngs im Turnierbereich allgemein habe ich auch die besten Ergebnisse erzielt, wobei diese auch am längsten zurück liegen. NL 6 max Cashgames konnte ich mir auch gut vorstellen, zumal ich da ebenfalls viel Erfahrung und ganz solide Ergebnisse (bis zu NL200, MSS und SSS bis NL1k) habe. Der Versuch vor ein paar Jahren mit FL mal was völlig anderes zu probieren ging in die Hose und war letztlich auch eine blöde Idee, die aus der Verzweiflung heraus geboren und zum Scheitern verurteilt war. Zu guter Letzt war PLO noch eine Option, was ich auch recht lange intensiv und einigermaßen erfolgreich (zu Hochzeiten PLO100, meist aber eher PLO20, PLO50) gespielt habe.

      FL war wie gesagt keine Option und PLO war auch recht schnell raus, da ich am Nut Peddling immer weniger Spaß hatte. Tolles Spiel, aber nichts womit ich mich noch tagtäglich mit Begeisterung beschäftigen kann. Und Begeisterung und Spaß sind entscheidend. Denn genau daran sind alle meine vergangenen Versuche größtenteils gescheitert. Ich hatte nicht wirklich Spaß am Spielen, der Fokus lag zu sehr auf dem Geld und der Frustration der niedrigen Limits und dem Hinterhertrauern alter Zeiten…

      Anyway, NL Cash habe ich zuletzt viel gespielt und habe daran auch Freude, mache gerne Content und könnte mir das ganz gut vorstellen. Feuer und Flamme war ich aber auch da nicht unbedingt, was durch die On-Off-beziehung zum Pokern in den letzten Jahren ja auch irgendwie bewiesen wird. Ich habe mich dann aber an meinen Rebuildversuch 2015 kurz vor meinem Bandscheibenvorfall erinnert, wo ich mit viel Engagement und Begeisterung zuletzt HT Sngs gegrinded habe und auch auf einem wirklich guten Weg war. Mit Spaß, nem Plan und klaren Zielen: Der Rebuild scheiterte auch im Prinzip an höherer Gewalt ;) Also habe ich angefangen wieder Sngs zu grinden. Back to the Roots quasi… Und bis jetzt fühle ich mich da pudelwohl! Und am Wochenende bleibt dann vielleicht auch mal Zeit für ein paar MTTs, aber das ist mit Familie und Job halt zeitlich nicht so easy…

      Ich grinde nun also 6max Sngs, vorwiegend auf Stars und Party. In erster Linie Hypers, gelegentlich Turbos. Hier mal mein Graph für den Januar:



      Sample is low, Varianz ist groß, aber es war trotzdem schön mit nem Sunrun zu starten ;)

      Erste Schritte

      Zu Beginn meiner ganzen Überlegungen musste ich mir über mein Zeitmanagement klar werden. Wieviel Zeit kann ich wirklich für Poker investieren? Also habe ich einen Stundenplan für die Woche erstellt, der versucht meine Aktivitäten und vorhandenen Zeitfenster so gut es geht zu erfassen. Natürlich ist da Bewegung drin, wenn man mal Urlaub hat, wichtige Termine dazwischen kommen usw. Aber er erfasst quasi meinen normalen Alltag. Poker konkurriert da natürlich mit Familienzeit, Arbeit, Schlaf, Sport und anderen Freizeitaktivitäten/Hobbies. Hier mussten also Prioritäten her. Bevor ich jetzt aber zu langatmig werde, kann ich sagen, dass ich Montags und Dienstags Abends von 20 – 22.15 Uhr, gelegentlich Mittwochs zur selben Zeit sowie Freitags und/oder Samstags ab 20 Uhr bis Ende offen sowie Sonntags, ebenfalls von 20 – 22.15 Uhr, Zeit zum Spielen habe. Das Ziel ist an mindestens 4 Tagen/Woche zu spielen. Die freien Tage werden je nach anstehenden Terminen/Veranstaltungen, Tagesform usw. gewählt. Bislang funzt das ganz gut und mehr ist mit meinen momentan vorhandenen Verpflichtungen auch nicht drin. Wobei ich jetzt im Januar insgesamt schon mehr Zeit investiert habe als im Plan steht. Das ist aber ok und kein Grund den Plan zu ändern, denn er definiert quasi mein Minimum. Alles was darüber hinaus geht ist nice, aber eben nicht zwingend. Content kann ich beispielsweise teils auch tagsüber bei der Arbeit machen.

      Das führt zum nächsten Punkt. Lernroutinen und wie ich die verfügbare Zeit am besten nutze. Zentrale Regel: Kein Rumgepimmel! Zeit ist mein kostbarstes Gut, also muss ich sie sinnvoll nutzen. Und dazu brauche ich diese Strukturen, die sicher für viele etwas befremdlich wirken, aber mir helfen meine Ziele (hoffentlich) zu erreichen.

      Da ich seit Jahren quasi keine Sngs mehr gespielt hatte, musste ich erstmal wieder an die Basics und arbeite mich da zurzeit durch verschiedene Materialien und führe zu allem Content-Tagebücher in OneNote. Ich mache Kurzzusammenfassungen zu jedem Artikel und Video, halte da zentrale Konzepte und Inhalte fest, um sie schnell wieder abrufen zu können. Auf diese Weise wiederhole ich auch Content alle paar Wochen, um ihn nicht zu vergessen. Außerdem mache ich vor jeder Session ein Warm-Up. Zurzeit besteht das meist aus Übungen mit dem SNG Coach vom ICMizer. Ich muss mir ICM und die für HT relevanten Ranges und Anpassungen erstmal wieder drauf schaffen. Zentrales Contentelement ist aber der Crushing 6max Hyper Turbo Sng Kurs von RYE, den ich zurzeit bearbeite und verinnerliche.

      Zudem habe ich mich in der Mittagspause meist durch die relevanten SNG Strategieartikel hier auf Pokerstrategy gelesen und schaue auch regelmäßig hier, bei Discord und anderen Foren vorbei. Die To Do Liste ist aber noch lang und es gibt noch sehr viel zu tun… Ich habe nen recht detaillierten Prozessbaum zum Thema Content, der sich von Büchern, Videos, Handanalysen und Strategieartikeln über mögliche private Coachings bis zu verfügbaren Tools und deren Anwendung erstreckt. Die Idee ist gerade zu Beginn etwa die Hälfte meiner Zeit in Content zu stecken und das schrittweise zu mehr Spielzeit zu verschieben, sobald der Content entsprechend sitzt. Ich will die Micros und Lowstakes ja gerne möglichst schnell zerstören lernen :D Tipps und Feedback sind da natürlich auch jederzeit willkommen. Soweit erstmal.

      Good night and good luck,

      Mahlzahn
    • MariuSatz
      MariuSatz
      Bronze
      Dabei seit: 30.06.2014 Beiträge: 366
      Willkommen zurück, einstieg sieht ja sehr solide aus.
      Man liest erstaunlicherweise vermehrt in letzter Zeit, dass einige den Wiedereinstieg wagen.

      LG, Marius
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      @mariuSatz: Danke dir. Ich denke, dass es vielen aus der ersten Online-Welle vielleicht ähnlich erging wie mir. Ende des Studiums, Jobs, Heirat, Kinder usw. Oder man hat die Games einfach nicht mehr geschlagen, nicht genug investiert, war satt oder auch desillusioniert, falls der Erfolg ausblieb.

      Gleichzeitig habe ich soviel Zeit hier im Forum und mit dem Spiel verbracht, dass es mich nie wirklich los gelassen hat und ich mich immer gefragt habe, ob es nicht doch das ist, was ich eigentlich tun will, wo ich mit Leidenschaft und Freude dabei bin usw. Ist also irgendwo ne Mischung aus Nostalgie, kritischer Reflexion und veränderten Rahmenbedingungen. Aber dazu schreibe ich die Tage auch noch mal mehr.

      Heute morgen hatte ich übrigens diese Weisheit auf dem Schirm und wollte sie euch nicht vorenthalten:

    • glosszilla
      glosszilla
      Bronze
      Dabei seit: 04.04.2016 Beiträge: 197
      "bin Vater einer wundervollen Tochter" mehr +EV geht nicht.
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Mindset, Krisen..What to do?

      Ein ganz zentraler Bereich, mit dem ich mich zurzeit auch wieder intensiv auseinandersetze ist das Thema Mindset, Mental Game, Work-Life-Balance in Verbindung mit allgemeiner Gesundheit und Ernährung. Gesund zu sein und zu bleiben, sowohl körperlich als auch mental, ist essentiell, um meine Ziele im Leben allgemein als auch beim Pokern zu erreichen. Dabei spielen mehrere persönliche Erfahrungen eine wesentliche Rolle.

      Erstens bin ich vor mehr als 4 Jahren quasi über Nacht Veganer und Nichtraucher geworden. Ich konnte mir zu Beginn der Woche nicht mal vorstellen wie das gehen soll und war am Ende der Woche voll vegan und rauchfrei und bin es seitdem. Details zum Warum will ich hier gar nicht groß diskutieren, aber es geht um gesundheitliche und moralische Aspekte, um Tierethik, Umwelt- und Klimaschutz. Ich bezeichne diesen Schritt oft als eine der besten Entscheidungen meines Lebens und er ist gleichzeitig der Beweis, dass ich mein Leben sehr grundlegend verändern kann, wenn ich es aus Überzeugung und mit Freude tue und meine Prioritäten entsprechend setze. Mir ist also bewusst, dass ich in der Lage bin radikale Veränderungen an meinen Lebensgewohnheiten durchzusetzen und beizubehalten. Entsprechend sollte das auch für andere Bereiche meines Lebens gelten und möglich sein.

      Zweitens hatte ich nach dem Verlust meines Jobs Anfang 2014 mit anschließender längerer Arbeitslosigkeit, erfolglosen Rebuilds und dem gleichzeitigen Druck mit einer schwangeren Frau in einer zu kleinen, verschimmelten Mietwohnung zu leben, mental einiges auszuhalten. Ich hatte meinen Bachelor mit 1,7 abgeschlossen, den Master in England unter den besten 5% meines Jahrgangs mit Auszeichnung und außerdem Auslandserfahrung aus Frankreich und Ghana. Aber Arbeit fand ich keine. Über 200 Bewerbungen, teils weltweit, in einem enorm toughen Umfeld (in der Regel mindestens 300+ Bewerber pro Stelle), unzählige zweite Plätze in Assessment Centern und Absagen machten 2014 zu einem richtig miesen Jahr und packten ordentlich Druck in den Kessel. Tiefpunkt war sicherlich zum Ende des Arbeitslosengeldes Anfang 2015 auf dem Bau Glaswolle stopfen zu müssen, um irgendwie Geld zu verdienen. Glücklicherweise fand ich dann Mitte 2015 meine jetzige Stelle, die uns ein stabiles Einkommen bietet, mir größtenteils Freude macht und uns einen Hauskauf 2017, stabile Finanzen und ein Mittelklasse-Spießer-Leben ermöglichte… aber ich drifte ab…

      Entscheidend in dieser schlechten Phase war für mich der Sport (Triathlon), den ich mit großer Leidenschaft betrieb, die Unterstützung meiner Frau und ich begann zu der Zeit zu meditieren. All das hat geholfen diese Phase erträglicher zu machen, Ausgleich zu schaffen, nicht in Depression und Resignation zu verfallen und körperlich wie geistig einigermaßen unversehrt da wieder raus zu kommen. Zu der Zeit habe ich begonnen zu verstehen wie wichtig ein Support-System zum Umgang mit solchen Krisen ist. Und das benötigen auch und vor allem Pokerspieler in Bezug auf die mentalen Herausforderungen des Spiels, wenn man es (semi-)professionell betreiben möchte.

      Die dritte Erfahrung zerschoss dann 2016 leider wieder vieles von dem, was sich seit dem kleinen Real-Life-Upswing 2015 entwickelt hatte. Ich hatte es nach jahrelangem Sitzen ohne wirkliche Bewegung während meines Studiums und beim Pokern mit dem Triathlon wohl etwas übertrieben und meine Bandscheibe machte nicht mehr mit. Nachdem ich wochenlang vor Schmerzen weder sitzen, stehen noch gehen konnte, sich der Nerv im Bein langsam entzündete und ich als Kassenproletarier mehrere Wochen auf mein MRT wartete, wurde ich im Juli 2016 endlich operiert. Anschließend mehrwöchige ambulante Reha, die mir sehr gut tat und mittlerweile kann ich wieder normal Sport machen, arbeiten usw. Eine solche echt ätzende, aber im Vergleich zu anderen Menschen ja noch glimpfliche, Erfahrung setzt den Wert der eigenen Gesundheit dann doch nochmal in eine andere Perspektive.

      Allerdings muss ich gestehen, dass ich 2017 wieder in alte Muster verfiel, nicht stringent einen Plan verfolgte, zu wenig Sport machte, zu wenig bis gar nicht mehr meditierte, mich nicht so gesund ernährte, wie ich eigentlich sollte/wollte und einfach vieles immer mal ein bisschen aber nie richtig, nie strukturiert und nie wie nötig getan habe.

      Und das möchte ich jetzt ändern. Beziehungsweise habe ich bereits seit längerem damit begonnen. Im Bereich Sport/Bewegung fahre ich seit November 2016 jeden Tag mit nur ganz wenigen Ausnahmen mit dem Fahrrad zur Arbeit. Das sind knapp 15km jeden Tag und immerhin eine passable Basis. Allerdings muss ich zusätzlich einfach noch was für den Rücken/die Athletik/Beweglichkeit tun und das funzt mal mehr, mal weniger gut und ist eine der Baustellen an denen ich gerade arbeite. Zentrales Problem ist wie immer: Zeit. Wann habe ich überhaupt Zeit Sport zu machen und was mache ich dann (Schwimmen, Yoga, Athletik) genau? Dazu werde ich mir nochmal Gedanken machen und das versuchen in eine vernünftige Routine zu packen, die realistisch und dauerhaft durchzuhalten ist. Ziel ist es idealerweise mindestens 2-3 Mal die Woche Sport zu machen. Meist zu Hause mit Videos/Online-Kursen. Fitnessstudios sind für mich persönlich Geld- und vor allem Zeitverschwendung. Alles was ich an Sport machen muss und will, kann ich zu Hause tun, wobei das natürlich nicht für jeden gilt und Fitnessstudios durchaus eine Daseinsberechtigung haben. Also, falls ihr dorthin geht, fühlt euch bitte nicht angegriffen ;)

      Seit Anfang des Jahres hab ich auch meine Morgenroutine verändert. Da mir immer mal wieder die Zeit zum Meditieren fehlte und ich es dann vergessen habe o.Ä. meditiere ich nun jeden Morgen vor der Arbeit direkt nach dem Aufstehen. Danach gibt es nen grünen Smoothie, da ich mich zwar bereits recht gesund ernähre, aber den Rohkostanteil deutlich steigern möchte. Ich esse halt vorwiegend frisch gekochtes, aber zu wenig frisches Obst und rohes Gemüse. Ein erster Schritt ist da der grüne Smoothie jeden Morgen. Und das klappt auch wirklich gut. Ebenso die Meditation, die ich absolut nicht mehr missen möchte. Während des gesamten Morgens herrscht auch Smartphoneverbot… Frühstücken tue ich meist auf der Arbeit und da checke ich dann auch erstmals Mails, Facebook usw. Eventuell erweitere ich die Morgenroutine auch noch um ein kurzes Yogaprogramm… aber da bin ich noch unsicher ob ich das zeitlich morgens alles gut schaffe. Ich muss ja schließlich auch arbeiten und je früher ich morgens aufstehe, desto früher muss ich auch ins Bett, was weniger Zeit zum grinden abends bedeutet. Und Schlaf ist auch immens wichtig für die eigene Gesundheit und auch mentale Leistungsfähigkeit. Letztlich wieder eine Frage des Zeitmanagement und der Priorisierung. In den kommenden Wochen werde ich da also mal testen müssen, was wirklich funktioniert und dann hoffentlich eine gute Balance aus Sport, Schlaf, Meditation usw. finden.

      Anyway, soweit erst mal wieder. Ich denke beim nächsten Mal gibt es dann ein paar Infos zu meiner Grind Routine und ein vielleicht ein paar Short Term Goals für Februar.

      Good night and good luck,

      Mahlzahn
    • Brocklyn
      Brocklyn
      Bronze
      Dabei seit: 07.11.2012 Beiträge: 32
      Moin
      Eine wirklich spannende und inspirierende Geschichte!
      Ich selbst habe auch erst kürzlich zur Meditation gefunden und versuche diese auch als Morgenroutine zu integrieren.
      Viel Erfolg bei deinem Vorhaben und deinen Zielen. Ich werde das ganze verfolgen und erhoffe mir mehr content wie der bisherige!

      Cheers
    • bashpepe89
      bashpepe89
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2011 Beiträge: 2.118
      hiho,

      schön dass es in deinem Leben insgesamt gut läuft :)
      grüner Smoothie: was tust du rein? Hab ich mich tbh immer bisserl vor geekelt, von Grünkohl+Ananas+Banane dann positiv überrascht gewesen, froh über jede Variante die gesund ist aber den zarter Beseiteten die Möglichkeit gibt es auch ohne Ekel zu trinken ^^ (im Idealfall mit eingefrorenen Sachen und so unkompliziert/schnell wie möglich)
      btw kochst du am Wochenende für den Rest der WOche vor? ("meal-prep")

      Fand dein Sicherheitsvideo damals top und dich allgemein sehr hilfsbereit/nett, daher nehm ich mir gerade was Zeit und hoff ich kann dir ein bisserl helfen.

      Meditation bin ich ganz bei dir, nächste Woche gehts bei mir auf nen Silent Meditation Retreat, 5 Tage ohne sprechen, kA wie man das durchhält (bisserl Angst :P ) Echt beeindruckend/verwirrend wie viel positives man aus der Geschichte mitnehmen kann, nur ums dann dennoch immer wieder zu vernachlässigen.
      Def. auch für Poker irre wichtig, speziell Meditation die darauf ausgelegt sind mit unkomfortablen Situationen umzugehen ("surfing the urge"), hilft dabei auch trotz negativer Umstände während einer Session weiter durchzuziehen und nicht immer nach ein paar Stacks/BIs down quitten zu müssen.

      Falls noch nicht gelesen ist Jared Tendlers Mental Game of Poker sicherlich sehr sehr sinnvoll, und falls schon gelesen kann ein zweites oder drittes Mal auch nie schaden.
      Selbst wenn man im Endeffekt nur das Adult-Learning-Model mitnehmen solltest hat das Buch imo schon nen super positiven EInfluss auf Leben und Pokererfolg gehabt. Gleichzeitig wichtig aber keinesfalls zu erwarten, dass es kurzfristig Probleme löst, dafür stammen die meisten Pokermindset-Probleme aus viel zu tiefen Niederungen der eigenen Psyche.

      Zu deinen Pokerplänen:
      Klingt grundsätzlich sehr solide, speziell das Lerntagebuch macht sehr viel Sinn, gerne mal nen Beispieleintrag posten.
      Ich behalte Sachen immer besser wenn ich sie als reale Pokerhand sehe und nicht nur per Text, mache daher dann Screens von dem Spot und ggf. der Lösung + kleiner Kommentar dazu, aber wenn mans zu genau macht ists auch irgendwann wieder zuuuuu viel, noch keine Ideallösung gefunden...^^
      So genau wie du an die Sache rangehst neigst du wahrscheinlich sehr stark zum Perfektionismus, daher paar Warnungen in die Richtung + Einschätzungen zu anderen Sachen die du angeschnitten hast:

      nicht das grinden vergessen
      Es wird nie den Punkt geben wo du alle Spots gelöst hast und dein Game perfekt ist, und um die gelernten Sachen wirklich zu verinnerlichen ist die praktische Umsetzung einfach unglaublich wichtig. Sorgt zudem dafür, dass du Probleme bemerkst die du evtl. beim theoretischen ausarbeiten gar nicht auf dem Schirm hast, oder dass dein Hirn unter Druck mit Lösungen aufwartet, die dir sonst in der ruhigen Stube nicht eingefallen wären.
      Zudem hilft es enorm beim Transport von Wissen von "conscious competence" rüber in den heiligen Gral des Lernens, "unconscious competence".
      Grundsätzlich ist viel und gezielt Content machen aber natürlich das A und O und setzt dich vom Großteil der Leute ab.

      Poker-Bücher
      imo bringen die, mal von Mental Game of Poker abgesehen, nicht viel. Das Game entwickelt sich einfach zu schnell, und zudem schreiben in den seltensten Fällen die echten Crusher Poker-Bücher. Selbst die besten und von sehr klugen Leuten geschriebenen Bücher (z.B. Matthew Janda's applications of NL Holdem) waren so schnell überholt und im Nachhinein fehlerbehaftet, dass ich da ziemlich stark von abraten würde. Sehen die meisten erfolgreichen Pokerspieler so, aber evtl. kenn ich auch einfach nicht die richtigen Bücher.
      Und bevor du inf. Zeit in die wohl zeitlos guten Bücher wie Mathematics of NL Holdem gibts ganz ganz sicher 100 andere Sachen zu bearbeiten die dir viel viel mehr bringen.

      markierte Hände
      Wichtigste Baustelle sollten meiner Meinung nach immer die Hände sein die dir Probleme bereiten, die Markier-Funktion ist daher unglaublich wichtig.
      Typischer Fehler: Irgendwelche spektakulären Hände markieren die vermeintlich spannend sind und sich dann stundenlang darin verlieren. Der knappe Herocall vs den River Overbetshove der nur alle Jubeljahre vorkommt, der 5b bluffjam, w/e, speziell gefährlich wenn die ganze Content-Arbeit dann nur Annahmen-basiert ist.
      Imo besser: Sachen markieren wo du dir unsicher bist, egal wie unspektakulär. Das kann auch einfach 95o sein dass du auf ein minraise im BB hast. Oft sind diese Spots viel wichtiger, da du wahrscheinlich jede Session zig-mal irgend ne mediocre Hand im BB hast und dir unsicher bist ob du passiv defenden, rejammen oder folden solltest. Ggf. zunächst schauen wies am bei 6 left aussieht und auch wie sich die Ranges in verschiedenen Stackkonstellationen durch ICM verändern.
      https://www.husng.com/content/husngcom-presents-free-mersenneary-heads-up-poker-ebook (doch ein Buch :P ) ist mittlerweile veraltet und schon 5 Jahre her dass ichs gelesen hab, aber iirc sind im 1. Kapitel dieses Buches ein paar Poker-Grundkonzepte sehr sehr gut erklärt, def. wert da mal reinzulesen.

      Weiterer Vorteil mit markierten Händen deiner eigenen Sessions zu arbeiten: Gibt dir (speziell als reflektierter, selbstkritischer Mensch) oft klar vor woran du arbeiten solltest und Theorie machen ist viel effektiver wenn du sie mit praktischen Handbeispielen verknüpfst.

      Falls sich rausstellt dass 95o halt ein Defend/Fold ist und du nix revolutionäres lernst ists auch super fein, die 2 positiven Seiten davon sind
      1) Wenn du die Hand das nächste Mal defendest, den flop shortstacked dein 2nd pair xShove spielst und gestackt wirst denkst du nicht "omg ich bin so ein Trottel, hät ich doch gefoldet" sondern weißt dass es sehr wahrscheinlich +EV ist und kannst es viel schneller hinter dir lassen. Also sehr positiv fürs Mindset.
      2) "frees up mental space" Eine Sache weniger über die dir nen Kopf machen musst, was das Vorantreiben anderer Lernprozesse vereinfacht.


      glgl
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Als erstes mal: Vielen Dank für den sehr geilen Post und dass du dir die Zeit dafür genommen hast :) Weiß ich sehr zu schätzen!

      Zum Thema Meditation/Mental Game: Ich habe damals The Poker Mindset von Taylor/Hilger gelesen und habe es zusammen mit Your Best Poker Friend/Your Worst Poker Enemy hier nach wie vor rumstehen und wollte die bei Gelegenheit mal wieder lesen. Tendler habe ich nicht auf der Liste, aber vielleicht besorg ich mir das auch mal und lese erstmal das auf Basis deiner Empfehlung. Wobei das Sachen sind, die zurzeit Prioritäten zum Opfer fallen. Ich habe auch kaum Tilt/Mindset Probleme im klassischen Sinne beim Pokern, da ich nicht hauptberuflich spiele, die Summen zurzeit noch sehr überschaubar sind und ich finanziell ja abgesichert bin. Meine Mindset-Arbeit ist da schon weit über Poker allein hinausgehend, so dass deine Tipps da super passen. Sobald mein Plan einigermaßen steht, heißt es dann auch „einfach durchziehen“ und „grinden“. Planen konnte ich immer gut, aber ich muss endlich mal implementieren! Daher auch der Blog zur Selbstkontrolle…

      Ich meditiere wie gesagt mindestens 5 Tage/Woche (Werktags) und nutze dazu Headspace als App. Außerdem habe ich auch begonnen mit der App Primed Mind anlassbezogene Meditationen zur Motivation, Fokussierung usw. zu machen. Meistens beispielsweise im Rahmen des Warm Up vorm Grinden. Beim Radfahren zur Arbeit höre ich momentan oft Podcasts zum Thema bspw. die von Elliot Roe, Tendler usw. Hier bin ich also recht fleißig und fokussiert und wohl auch auf einem ganz guten Weg 😊

      Und ja, ich neige zum Overthinking und Perfektionismus und ich bin so vielseitig interessiert, das ich schnell von Interesse A nach B springen kann und so alles n bisschen aber nix richtig kann (was nicht stimmt, aber das Problem verdeutlicht). Daher finde ich gerade die Hinweise zu Phasen der Immersion usw. sehr spannend.

      Zum Thema Bücher/Content/Coaching: Sehe ich mittlerweile ähnlich. Und konzentriere meine Content-Arbeit auch vor allem auf Hand-Reviews, Videos, den RYE Kurs und ICM-Training. Plan ist den RYE Kurs durchzuarbeiten und mir dann nen Coach zu suchen. Problem ist, das ich bislang niemanden finden konnte. Also wirklich nicht mal im Ansatz… Angebot ist dünn, Preise oft sehr hoch…für Lowstakes-Grinder isses nicht easy nen guten Turbo/Hyper SNG Coach zu finden… Ich habe übrigens die ps.de Coach Liste letztens nicht mal mehr gefunden. Gibt’s die noch?

      Ich habe die Tage auch meinen Lerntyp bestimmt: ich lerne vor allem kommunikativ/sozial, etwas auditiv/schriftlich und wenig visuell und durch Bewegung. Ergo wäre eine Lerngruppe für mich perfekt, aber das ist son Thema… Erstens habe ich wenig Zeit, zweitens sind meine Erfahrung durchwachsen, weil meist die anderen von mir mehr lernen konnten als umgekehrt und es menschlich oft nicht einfach ist… Da muss ich noch mal in mich gehen wie ich das auflöse…

      Was GTO und Co angeht: Ich bin was Zahlen angeht kein Crack und muss mir das alles erarbeiten. Komme aus den Geisteswissenschaften, dem kreativen, sozialen Bereich…Daher habe ich da ne ganz gute Balance zwischen Theorieland und Playground. Ich mache was notwendig ist, aber sehe den GTO und Solver Wahn eher leicht skeptisch…

      So, und zu guter Letzt, zu deinen Fragen:
      Meine Smoothies sind alle simpel und schnell gemacht und schmecken mal mehr und mal weniger geil, aber sind immer gesund und für mich immer trinkbar. Basis ist immer Obst + Beeren + Gerstengras + Gemüse. Obst sind meist Bananen, Orangen, Birnen, Äpfel oder TK Obst (Exotisch ist ganz geil), meist auch in Kombination. Gemüse ist meist TK Grünkohl, Spinat (frisch oder TK) oder Salate. Dazu z.B. Datteln zum süßen. Verhältnis ist sicherlich Hälfte Obst, ¼ Beeren/Datteln, ¼ Gemüse. So circa… Und dann experimentieren. Je nachdem was gerade da ist. Habe noch nie nen Smoothie nach Rezept gemacht :D

      Beispiel: TK Grünkohl plus TK beeren plus TK Exotische Früchte, 1-2 Bananen,1 TL Gerstengras, 2-3 Datteln, Wasser, fertig.

      Und was das Essen angeht: Wir kochen eigentlich jeden Tag frisch, meistens ich, gelegentlich meine Frau. Immer große Portionen, so dass ich am nächsten Tag den Rest mit zur Arbeit nehme. Und wenn das mal nicht klappt, dann hole ich/wir mir/uns was. Kommt so 1-2 mal die Woche vor. Je nachdem wie stressig es allgemein ist…

      Good night and good luck,

      Mahlzahn
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Mahlzeit,

      Gestern habe ich mir mal nen MTT Abend gegönnt und werde das in Zukunft immer mal versuchen Samstags einzubauen. Regge dann zwischen 20 und 21 Uhr, aber nicht länger, da ich meinen Schlafrhythmus nicht zu sehr verschieben will. Gestern bin ich um halb 3 im letzten gebusted und muss Montags ja wieder um 6 raus und habe Sonntags ja auch Familientag, so dass ich da nicht immer bis in die Puppen pennen kann. Ist denke ich ein ganz guter Kompromiss, um überhaupt mal MTTs grinden zu können, mein Game da wieder fit zu machen, vielleicht mal lucky zu scoren und einfach die SNG Routine ein wenig aufzubrechen und für Abwechslung zu sorgen. Habe daher auch mal den Blogtitel um MTTs ergänzt...

      Gestern lief es passabel. Habe insgesamt 12 Turniere gespielt mit 75% ROI. Beste Platzierungen waren ein 57er, 81er und 98er Platz. Ein paar unglückliche Spots gehabt, aber auch ein paar mal ganz gut gesucked und misplayed. Von daher, Fair Play...

      Und weil ich es ja zuletzt versprochen hatte, hier meine Februar-Ziele:
      - Mindestens 500 SNGs spielen, aber 1000 anpeilen (habe diesen Monat recht viel Arbeit, daher eher zurückhaltend)
      - RYE Starter HT Package fertig durcharbeiten und bis Ende des Monats Januar Content reviewen
      - Warm Up Routine vor dem Grinden einhalten und verfeinern
      - Mehr mit dem ICMizer arbeiten und Hände reviewen, nicht nur SNG Coach nutzen
      - Mehr Hände markieren
      - Playing schedule einhalten (mindestens 3 Tage die Woche grinden, eher 5, wenn möglich)
      - Spielen/Content Verhältnis einhalten (50:50)
      - Morgenroutine einhalten und verfeinern
      - Kein Smartphone vor dem Frühstück nutzen
      - Mindestens 2 mal die Woche Sport machen (Yoga antesten)

      Und wie mal ein weiser Mann sagte: If you treat your Poker like an Amateur, you probably end up getting Amateur results ;)
      Also, an die Arbeit!

      Good night and good luck,

      Mahlzahn
    • kashper
      kashper
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 1.749
      Hi Mahlzahn,
      spannender Blog! Zunächst wünsche ich dir alles Gute bei deinem Neustart!
      Ich bin in einer vergleichbaren Situation, habe auch um 2006 viel gespielt, dann in den folgenden Jahren immer wieder punktuell. Dann viel Studium, Berufsstart etc. und Poker nur just for fun. Da ich jetzt einen sehr vollen & erfüllenden Arbeitsalltag habe + Freunde, Sport, Freundin und Gesundheit hohe Priorität haben, wird Poker auch eine nette Nebenbeschäftigung bleiben. Allerdings will ich einen Weg finden, das Ganze trotz des Nebenhers systematisch und regelmäßig hinzubekommen.
      Erkenne mich in vielem, was du schreibst, wieder bzw. habe ähnliche Interessen (perfektionistisch, stets auf 100 Baustellen gleichzeitig, planungsbegeistert, Ernährung, Triathlon, Meditation etcetc.), daher finde ich sehr interessant, wie dein Schedule, deine Ziele und deine weiteren Entscheidungen aussehen.
      Ich spiele hauptsächlich Turneys, auch gerne multitable Sngs, suche aber noch nach ner Hauptvariante, die nicht so zeitintensiv ist.

      Dein Pokerwochenpensum finde ich angesichts von Familie und Beruf sehr ambitioniert, hat da deine Freundin keine Einwände?
      Noch nicht ganz klar wurde mir, was eigentlich dein longterm Ziel ist, das du durch das Pokerspielen erreichen willst?
      $$? Thrill? reine Spielfreude?

      LGLG und ich freue mich auf weitere Blogeinträge.
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Hi Kashper und besten Dank für dein Feedback!

      Mein Pensum ist sicherlich ambitioniert, aber gut zu realisieren, da ich ja meist "von-bis" Ziele setze, um mich nicht unnötig unter Druck zu setzen und mir selbst Spiel zu lassen, um zu schauen, was jeweils am Ende machbar ist. Meine Frau und Familie kommen bislang auch nicht zu kurz, da ich ja werktags nach der Arbeit bis die Kurze ins Bett geht für beide da bin und wir Samstags und Sonntags auch den ganzen Tag als Familienzeit haben und meist auch nutzen. Und an 2-4 Abenden spiele ich ja auch gar nicht, so dass wir da gemeinsam Quality Time haben. Sollte das zum Problem werden (was ich nicht glaube) haben die beiden aber ganz klar Priorität.

      Longterm habe ich keine so klaren Ziele um ehrlich zu sein. Und wenn sind sie eher abstrakt. Ich will so schnell wie möglich besser werden und schauen wie weit ich in den Limits komme. Midstakes fände ich nice, aber mir ist klar, dass das ambitioniert und echt hartes Brot ist für nen Freizeitspieler. Von daher stress ich mich damit nicht. Ansonsten einfach solider Winner werden und die Haushaltskasse wenns geht irgendwann immer mal auffüllen, weil mehr Geld nie verkehrt ist :D Dann könnte man das Haus zum Beispiel schneller tilgen oder so... Da wir aber nicht unbedingt drauf angewiesen sind habe ich mir dazu auch nicht so die genauen Gedanken gemacht.

      Ich konzentriere mich zurzeit eher darauf Spaß zu haben und mich spielerisch wie persönlich weiterzuentwickeln, mein aktuelles Limit zu crushen und aufzusteigen. Unspektakulär, ein wenig klischeehaft, aber wahr :)
    • DrObst
      DrObst
      Bronze
      Dabei seit: 18.04.2007 Beiträge: 867
      [x]in, sehr interessanter Blog, du scheinst sehr reflektiert zu sein und denkst über viele Sachen sehr genau nach, die ich auch für essentiell fürs Pokern halte, gl weiterhin
    • cuPsn
      cuPsn
      Bronze
      Dabei seit: 28.04.2007 Beiträge: 1.525
      [x] in
      Hab mir net alles durchgelesen, aber scheins ja sehr viel vor zu haben.
      Ich möchte dir aber sagen das du in deinem Alltag auch ‚chillphaseb‘ einbauen solltest, weil ohne sich auszuruhen funktioniert der Mensch nicht zu 100%.

      Viel Erfolg wünsch ich dir.

      Cheers cuPsn
    • Mahlzahn
      Mahlzahn
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2006 Beiträge: 5.746
      Gedanken zur Grind Routine und andere Baustellen

      Der Plan ist ein Warm-Up vor jeder Session, das zwischen 15 und 30 Minuten in Anspruch nehmen soll. Zurzeit meist Training mit dem SNG Coach von ICMizer und Wiederholung der letzten Notizen. Häufig auch ein kurzer Primer a la "Boost your energy", da ich abends nach dem Abendessen immer so ne kurze müde Phase zum Start der Session habe. Die kurzen Primer helfen da ganz gut. Außerdem bastel ich gerade an meinem Flüssigkeits- und vor allem Koffeinhaushalt, aber dazu schreibe ich ein andern mal was... Ich werde wohl noch ein 5 Minuten Nackenyoga dazu packen. Ich sitze bei der Arbeit auch den ganzen Tag am Rechner und habe immer mal mit Verspannungen im Nacken/Schulterbereich zu kämpfen, so dass das ne gute Geschichte. Bisher habe ich als Basis dazu folgendes Video genutzt, wobei es da jetzt nicht darum geht das jedes mal zu gucken, sondern um sich Übungen anzueignen, die man dann selbstständig macht, erweitert, anpasst usw.:



      Die Tage müsste dann auch endlich mein neuer Bürostuhl kommen. Ich hocke hier seit unserem Umzug auf nem normalen Wohnzimmerstuhl an unserem alten Wohnzimmertisch, den ich als Schreibtisch missbrauche…Für nen Bandscheibengeschädigten natürlich suboptimal :D
      Ich muss mir auch nochmal überlegen welche Lernformate ich fürs Warmup tatsächlich nutze und welche ich zu anderen Zeiten eher sinnvoll finde. Es bieten sich ja eher Reviews mit dem ICMizer oder HRC an. Aber ich will auch nicht immer das Gleiche methodisch machen sondern das Warm Up inhaltlich abwechslungsreich gestalten. Da experimentiere ich momentan noch was für mich am besten funktioniert und freue mich über Tipps.

      Plan wäre also wenn müde und/oder leicht verspannt:

      - Primer mit Primed Mind (Alternativ Kurzworkout um Kreislauf zu pushen) = ~10 Minuten
      - Nackenyoga = 5 Minuten
      - Contentblock (vor allem Handreview, ICM Analysen usw.) = 15 Minuten

      Wenn ich mich direkt fit und grindready fühle würde ich eine kürzere Meditation zum fokussieren nehmen oder es weglassen und den Contentblock verlängern.

      Ein Problem ist auch einfach, dass ich im Umgang mit dem ICMizer und HRC bei weitem noch nicht richtig gut bin. Daher ist die Arbeit damit zurzeit noch etwas träge. Für HRC habe ich ganz gute Tutorials gefunden. Für den ICMizer muss ich nochmal suchen...

      Und zu guter Letzt muss ich mich über meine Methodik was den Contentanteil angeht wohl eh nochmal Gedanken machen. Ich habe die Tage wie schon gesagt meinen Lerntyp bestimmt und bin recht deutlich der kommunikative Typ. Ich brauche also Austausch mit anderen, Diskussionen und Debatten um Dinge schnell und nachhaltig zu verinnerlichen. Da fällt einem als Pokerspieler natürlich direkt U2U-Coachings und Lerngruppen ein, allerdings haben die zwei Probleme. In der Vergangenheit habe ich dort eher wenig gelernt, weil die Zusammensetzung und die Skillunterschiede einfach zu random waren. Und zweitens sehe ich irgendwie nicht wie und wann ich das zeitlich unterbringen soll?

      Auditiv und schriftlich funktioniert bei mir auch noch ganz gut, aber rein visuell oder über Bewegung lerne ich eher ineffizient, so dass solche Formate eher wenig Platz einnehmen sollten. Da muss ich mir dann auch nochmal Gedanken zu machen was ich mit der Erkenntnis anfange und wie ich das praktikabel umsetze.

      Zum Schluß noch ein, zwei Worte zu den letzten Tagen: Ich halte meine Morgenroutine mittlerweile ausnahmslos ein und bin auch mit meinem Spiel/Content-Teil ganz zufrieden. Habe die letzten Tage auch immer mal normale Turbos dazu gemischt , um die Struktur zu checken und ein Gefühl dafür zu entwickeln, da die Swings da ja deutlich geringer sind und durch höheren ROI auch eine vergleichbare Hourly machbar ist. Mal schauen, wo ich hängen bleibe, aber die Formate unterscheiden sich auch nicht so brutal. Runnen tue ich momentan eher mau. Aber wayne results. Mein Spiel entwickelt sich ganz gut und ich lerne viel jeden Tag. Versuche auch nach der Session weder die roll noch den Graph oder so zu checken, aber das funzt eher solala :D Die 500 Games werde ich aber locker reißen und dann mal gucken wie viele es am Ende werden.

      Am Mittwoch reviewed Collin Moshmann Hände von mir in seinem Coaching und ich bin mal gespannt was er so alles findet. Sind sicherlich noch gut Leaks dabei, zumal ich viel experimentiere, an meinem Gameplan feile und erst allmählich ein Gefühl für die Populaion tendencies entwickele. Leider kann ich nicht live dabei sein, weil ich nen Termin habe, aber ich freue mich auf die Aufzeichnung. Außerdem habe ich mein RYE Package auf Crusher upgegraded... Also immer noch viel zu tun, aber es geht vorwärts...

      Good night and good luck,

      Mahlzahn
    • bashpepe89
      bashpepe89
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2011 Beiträge: 2.118
      Skype annehmen klappt irgendwie nich, c/p die Tage noch Rest von meinem Post hier rein, habs am falschen PC.

      Lerngruppen ist tricky aber grundsätzlich schon extrem wichtig en paar Pokerleute zu haben mit denen man zusammenarbeitet. Mal über Content hinaus auch für Sachen wie irgendwelche Boni, Tipps bzgl. besonders guter Games, usw. usw.

      Original von Mahlzahn
      Mahlzeit,
      um überhaupt mal MTTs grinden zu können, mein Game da wieder fit zu machen, vielleicht mal lucky zu scoren und einfach die SNG Routine ein wenig aufzubrechen und für Abwechslung zu sorgen. Habe daher auch mal den Blogtitel um MTTs ergänzt...

      Gestern lief es passabel. Habe insgesamt 12 Turniere gespielt mit 75% ROI. Beste Platzierungen waren ein 57er, 81er und 98er Platz. Ein paar unglückliche Spots gehabt, aber auch ein paar mal ganz gut gesucked und misplayed. Von daher, Fair Play...
      Würde sofort von irgendwelchen ROI-Zahlen für einzelne Sessions absehen, ist einfach komplett unwichtig.
      Ist schwer sich komplett vom Ergebnis loszulösen, aber je besser du das hinkriegst und je früher du das eintrainierst desto besser.
      Hab oft Challenges mit anderen Grindern gehabt wo man max. einmal pro Woche Graph schauen darf und sich nen kleinen Geldbetrag shipped für jedes Mal wo mans doch macht. Finanzieller Kram ist halt kurzfristig nur dann relevant wenn du mit halbwegs knappem BRM spielst.
      Das muss man dann mit sich selbst ausmachen (obv auch von Lebenssituation abhängig), mir persönlich hats mega gut getan als ich aufgehört hab nach irgendwelchen mathematischen Aufstiegs- und Abstiegsformeln zu spielen und einfach en absolutes Wohlfühl-BRM gewählt hab wo ich massiv overrolled bin und selbst ein paar total beschissene Sessions in Folge nichts ändern.
      Edit: sehs gerade am Ende deines letzten Posts :)

      @HRC/ICMizer: einfach durchboxen, immer wieder damit arbeiten. Die Programme sind so geil, man muss nur die ersten Hürden überwinden.
      Imo einfach ran da, nicht 100 Tutorials sondern lieber ne markierte Hand haben, reintun, und an der Stelle wo man in Probleme läuft halt wieder aufs Tutorial zurückgreifen.

      Den Smoothie werd ich mal ausprobieren :) und das gepostete Vid auch letztes Jahr oft nachgemacht^^

      @Poker-Podcasts: Leider sind die Sachen von Jared ziemlich alt, aber sicherlich nicht verkehrt sich die anzuhören, speziell den mit Phil Galfond.
      Elliot Roe Podcast auch gut, ich bin irgendwann in erster Linie auf Non-Poker Podcasts geswitcht weil ich das Gefühl hatte nicht mehr allzu viel Neues mitzunehmen. Joey Ingram gibts auch ein paar Gute, hab u.a. die mit Ben Tollerene, Limitless und Gastrader als besonders gut im Kopf, leider durch die durchaus lustigen aber mega umfangreichen down-Phasen nicht besonders zeiteffizient.

      Außerhalb Pokers gibts auch unendlich viele, Anlaufstellen sind z.B. Tim Ferriss (Naval Ravikant, Ray Dalio, Derek Sivers, Jamie Foxx, Josh Waitzkin, ...), James Altucher (John McGinley, Ramit Sethi, ... ) Art of Charme (Cal Newport, Gary Vaynerchuck, ...) und zig andere, falls du die nicht eh schon hörst.
      Viele Gäste wiederholen sich auch ein Stück weit, wann immer sie en neues Buch haben oder w/e huren sie einmal komplett durch den Podcast-Zirkus, macht das Produkt aber nicht unbedingt schlecht. Wichtig ist dabei so en bisserl den eigenen Bullshit-Detector zu überwinden ohne ihn auf der Strecke zu lassen und auf den Inhalt zu schauen.
      Hab Tim Ferriss zunächst missachtet weil ich den Titel 4hour-workweek lächerlich fand und dann auch noch immer erstmal 5 Minuten Werbung zu Anfang jeder Sendung kommen, Ramit Sethi weil "I will teach you to be rich" nach nem absoluten Vollspack klingt, Gary Vaynerchuck immer nach 2-3 Minuten ausschalten müssen weil unerträgliches selbst geil finden und rumschreien, Art of Charme aufgrund des früher schrecklichen Intros, usw usw usw
      Mittlerweile komplett andere Meinung^^
      Da muss man sich halt echt trainieren, einerseits nicht zu viel von random Leuten die nichts erreicht haben aufnehmen, aber sich andererseits auch nicht aufgrund irgend eines kognitiven Biases einem hilfreichen Inhalt verschließen.
      Wie sehr was genau zu einem spricht hängt halt auch sehr sehr stark von der Phase in der man gerade ist ab.
    • bashpepe89
      bashpepe89
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2011 Beiträge: 2.118
      bzgl. Content-Partner finden: da ist halt echt en Coach oft nicht verkehrt. Meist haben die andere Coachees auf ähnlichem Level ---> der Fakt dass diese Coaching nehmen zeigt halt schon ne Einsatz- und Lernbereitschaft die sie vom Großteil der Leute abhebt und potentiell zu guten Contentpartnern macht.

      PS.de ist ja ziemlich tot und gerade auf lowstakes trifft man auch auf viele Deppen, da gehört aber auch einfach ne gewisse Leidensbereitschaft zu, manchmal skyped man mit 10 Leuten und 9 sind garnix, und 1 ist dann en Kollege mit dem man durch die Limits aufsteigt und auch 5-6 Jahre später noch eng zusammenarbeitet.
      Aber klar, in deiner Situation alles nicht ganz einfach.
    • bashpepe89
      bashpepe89
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2011 Beiträge: 2.118
      Original von Mahlzahn
      Ich muss mir auch nochmal überlegen welche Lernformate ich fürs Warmup tatsächlich nutze und welche ich zu anderen Zeiten eher sinnvoll finde. Es bieten sich ja eher Reviews mit dem ICMizer oder HRC an. Aber ich will auch nicht immer das Gleiche methodisch machen sondern das Warm Up inhaltlich abwechslungsreich gestalten. Da experimentiere ich momentan noch was für mich am besten funktioniert und freue mich über Tipps.
      Würde beim Warmup in erster Linie bereits Gelerntes wiederholen das du nun korrekt anzuwenden versuchst, und neues Material dann für echte Lernphasen aufsparen. Also eher Lerntagebuch durchgehen o.ä.
    • bashpepe89
      bashpepe89
      Bronze
      Dabei seit: 18.10.2011 Beiträge: 2.118
      hier noch Rest von dem anderen, danach Ruhe meinerseits :P

      Coaching
      Hast auch davon gesprochen ggf. Coaching nehmen zu wollen. Imo höchst empfehlenswert. Kenne mich 0 in der Hyper-Szene aus, aber wenn du nen fähigen Coach hast kann das deinen Lernprozess einfach sooo krass beschleunigen und dir viel viel Zeit sparen.
      Da im Zweifelsfall nicht kniepig sein, lieber paar $ mehr in wen Gutes investieren. Meist ists am Besten nicht aus der ps.de Coach-Liste zu wählen. Gab hier über die Jahre viele herausragende Coaches, aber halt auch nicht wenig Fälle von BE/Losing-Playern die für sehr hohe Preise Coaching für Games angeboten haben, die sie schon ewig nicht mehr geschlagen (oder auch nur gespielt) haben.
      In einigen wenigen Fällen stimmen die üblichen Ausreden (schlechtes Mindset, in der Theorie besser als in der Praxis, Varianz, ...), aber zumindest sollten da frühzeitig die Alarmglocken angehen, also nicht ängstlich sein, nach Graphen fragen, ggf. andere, von dir als klug eingeschätzte Leute fragen (und nicht das Feedback irgendwelcher Losingplayer beachten, die absolut nicht einordnen können ob das Gelehrte gut ist).
      Zudem sind die Preise selbst bei den brauchbaren deutlich höher als wenn abseits dessen was findest.
      Wenn man sonst aber kaum Kontakte und irgend ein COach halt kompetent ist und man Videos/Artikel/Posts gut findet hat kanns aber dennoch Sinn machen, hatte z.B. mal den Fall dass mich der ps.de coach dann bei ner Content-Gruppe empfohlen hat in die ich sonst nie reingekommen wäre, was longterm deutlich wichtiger war als kurzfristig das zwei- oder dreifache zu zahlen.

      Ziemlich cool ist: Du hast noch ein paar andere Skills, das kann dir einige Türen öffnen, Stichwort Coaching tauschen, würde ich def. versuchen zu nutzen falls dir Coaching sonst zu teuer ist.

      immer und immer wieder vereinfachen/runterbrechen
      V.a. wenn du merkst dass es zu viel ist und du dich überwältigt fühlst, was total normal ist wenn man große Ambitionen hat.
      Ggf. versuchen dich selbst aus der 3. Person objektiv zu beraten. Oder, falls du Poker-Kollegen hast mal überlegen was du für ihre Skill-Entwicklung als beste Schritte einschätzen würdest, wo du ihre Fehler und Stärken siehst, und in der FOlge wieder den Rückbezug zu dir selbst herstellen. Oft wissen wir genau was unsere Freunde und Kollegen falsch machen und merken nicht, dass wir selbst ähnlichen Mist bauen.
      Einfaches Beispiel: Jahresziele für 2018 die realistisch aber auch sehr hoch sind und noch extrem weit weg scheinen. Kann Anfang des Jahres einschüchternd/paralysierend wirken --> erstmal auf 1-2 Monate (oder noch weniger) runterbrechen, die ersten Schritte packen, und dann neu evaluieren.

      Einfach durchziehen
      Einem Großteil der Leute könnte man nur empfehlen so reflektiert wie du an alles heranzugehen. Birgt aber auch große Gefahren, nicht wenige Leute mit so ner super introspektiven Ausrichtung bleiben stecken weil sie sich in der ganzen Selbstanalyse verlieren und immer wieder perfekten Bedingungen oder irgendwelchen Idealen hinterherstreben anstatt mal einfach nur brutal durchzuziehen und auch mit dem nur zu 95% perfekten Plan weiterzuarbeiten.
      Hab Grit nicht gelesen, aber vermute mal dass dir das Buch da sehr weitergeholfen haben könnte.

      Beste Lösung imo:
      Bewusst Phasen kompletter Immersion (kA obs das im Deutschen gibt^^) und Reflektion haben. Beispielsweise bewusst Informationsaufnahme beschränken und nach 1-2 Monaten harter Arbeit ne Pause einlegen, sich auf neue Einflüsse einlassen und ggf. paar Pläne schmieden.

      "Someday/Maybe list" ist dabei durchaus hilfreich, damit man weiß dass die ganzen bewusst aufgeschobenen Sachen nicht verloren sind, aber um in irgendwas Bäume auszureißen muss man nun mal Prioritäten setzen, bewusst Nein sagen ist extrem wichtig.

      Noch nebenbei:
      So belesen wie du bist hast du dich damit evtl. eh schon auseinander gesetzt, aber die Konzepte
      fixed vs growth mindset
      radical openmindedness
      und victim-mentality
      sind imo welche mit denen man sich immer und immer wieder auseinandersetzen sollte und die allgemein im Leben, definitiv aber auch in Bezug auf Poker, einfach unglaublich wichtig sind. Dabei immer wieder versuchen sich selbst kritisch zu hinterfragen und brutal ehrlich mit sich selbst sein, nicht hinter Ausreden oder Fassaden verstecken.
      Da Zeit reinzustecken, ggf. Bücher lesen/Podcasts hören, wird deinem Pokerspiel mit sehr sehr hoher Wahrscheinlichkeit viel viel mehr bringen, als jedes Pokerbuch.
      (Das zieht sich bisserl durch den Post, imo kann man via Poker viel fürs Leben lernen und umgekehrt, glaub hattest du oben auch schon mal angesprochen. Beides so gut es geht miteinander zu verknüpfen ist vermutlich der beste Zeitmanagement-Tipp den man verinnerlichen kann).

      Ggf. nicht 1zu1 für nen ambitionierten Rec umsetzbar, aber hoffe du kannst trotzdem was mitnehmen.

      Als Buch-Empfehlung vielleicht noch The Art of Learning von Josh Waitzkin.
      Viele Leute schwören auch auf Biographien, einfach weil man sieht dass auch extrem erfolgreiche Leute mit krassen Selbstzweifeln und Allerweltsproblemen zu kämpfen haben/hatten, und ich fand z.B. Andre Agassis Buch 'Open' absolut geil.