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[SH] No-Limit BSS Anfängerkurs Version (4.1) [was uns der englische Kurs lehrt]

    • Paxis
      Paxis
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      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148


      Liebe PokerStrategen,

      willkommen zum Feedback - und Arbeitsthema für das [SH] BSS No Limit Anfängerkurs [Einsteiger] Coaching 4.1 von Paxis.

      Coaching Informationen:

      Name: [SH] BSS No Limit Anfängerkurs 4.1 [Einsteiger]
      Coach: Paxis
      Zeit: jeden Montag 19 Uhr - 2o3o Uhr
      Status: Basic
      Zielgruppe: Alle Pokerstrategen, die SH BSS No Limit lernen wollen

      Mit überarbeiteteten Handranges für den Einsteiger!

      Was kannst du in diesem Coaching lernen?
      Paxis, KTU und SvenBe haben zusammen auf Gibraltar das Konzept für einen ausführlichen Einsteigerkurs in die nachhaltigste aller Cash Game Strategien entwickelt, der Big Stack Strategy.
      Ursprünglich wurde dieser Kurs als FR BSS Kurs entwickelt, aber aufgrund der Entwicklung im Pokermarkt und der Tatsache das sich das Cash Game No Limit Spiel immer weiter auf SH konzentriert, hat Paxis und PokerStrategy.com entschlossen diesen Kurs nun umzuwandeln und für das SH Spiel anzubieten.
      Du lernst hier Schritt für Schritt wie du mit einfachsten Mitteln auf den kleinen Limits im SH No Limit Texas Hold'em profitabel spielst und eine solide Basis für die höheren Limits aufbaust.
      Vor allem spätere Lektionen dieses Kurses sind auch für Spieler interessant die nicht zum ersten mal Pokern und ihr Grundwissen noch mal festigen wollen.
      Der FR Kurs war ein voller Erfolg und hat vielen Einsteigern geholfen, hier ein Beispiel:
      Link zu einem Beispiel

      Links zu vergangenen Lektionen und Podcast (Videoaufzeichnungen) findet ihr im Spoiler:






      Artikel die ihr lesen solltet:
      Grundlagen Odds & Outs

      Grundlagen Implied Odds

      Odds und Outs als Video:


      Imlied Odds als Video:

      ____________________________________________________
      Alte Lektionen inklusive Links zu Aufnahmen der Coachings aus dem [SH] Einsteigerkurs 3.3:

      Lektion 1: 08.05.2017 Der Einstieg in die [SH] Big Stack Strategy Teil 1 - Preflop
      Link zum Artikel
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Spiele lernt man, indem man sie spielt. Unsere [SH] BSS Beginner-Strategie hilft dir bei deinen ersten Gehversuchen an den Pokertischen und macht diese sogar auf den kleinsten Limits bereits profitabel. Vorausgesetzt du hast sie genau verstanden und genau dafür solltest du dieses Coaching besuchen!
      Im ersten Teil bekommt ihr von Paxis den Einstieg in das Preflopspiel gezeigt.

      Lektion 2: 15.05.2017 Der Einstieg in die Big Stack Strategy Teil 2 - Postflop
      Link zum Artikel
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Spiele lernt man, indem man sie spielt. Unsere Beginner-Strategie hilft dir bei deinen ersten Gehversuchen an den Pokertischen und macht diese sogar auf den kleinsten Limits bereits profitabel. Vorausgesetzt du hast sie genau verstanden und genau dafür solltest du dieses Coaching besuchen!
      Im zweiten Teil bekommt ihr von Paxis den Einstieg in das Postflopspiel gezeigt.

      Lektion 3: 22.05.2017 Die [SH] Beginner Strategie in der Praxis mit Paxis auf NL 2.
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Grau ist alle Theorie! Schau Paxis beim Spielen der Beginner-Strategie zu und löcher ihn mit deinen Fragen!

      Lektion 4: 29.05.2017 Die [SH] Beginner Strategie in der Praxis mit Paxis auf NL 5.
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Grau ist alle Theorie! Schau Paxis beim Spielen der Beginner-Strategie zu und löcher ihn mit deinen Fragen!

      Lektion 5: 05.06.2017 Die [SH] Beginner Strategie in der Praxis mit Paxis auf NL 10.
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Grau ist alle Theorie! Schau Paxis beim Spielen der Beginner-Strategie zu und löcher ihn mit deinen Fragen!

      Lektion 6: 12.06.2017 Umstiegsliveplay mit Paxis auf NL 5.
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Grau ist alle Theorie! Schau Paxis beim Spielen der Beginner-Strategie zu und löcher ihn mit deinen Fragen!

      Lektion 7: 19.06.2017 Handreview mit Einsteigerhänden
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      In diesem Coaching nimmt sich Paxis die Hände von Einsteigern aus diesem Kurs vor und zeigt euch was man hätte besser spielen können, oder ob die Strategie korrekt umgesetzt wurde.

      Lektion 8: 26.06.2017 Anpassungen der Einsteigerstrategie - Preflop.
      Link zum Artikel
      Link zur Aufzeichnung des Coachings als Video
      Wir haben zwar unsere Charts vor dem Flop, dennoch gibt es noch ein paar Sachen die der fortgeschrittene Einsteiger optimieren kann Preflop.
      Paxis hilft dir deine Strategie zu verfeinern und zeigt dir welche Anpassungen du vornehmen kannst um deinen Erwartungswert Preflop zu erhöhen. Freu dich auf Paxis bewährten Faustregeln!

      Lektion 09: 03.07.2017 Anpassungen der Einsteigerstrategie - Postflop
      Link zum Artikel
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Nach dem wir wissen wie wir uns Preflop an gewisse Situationen anpassen können, wird es Zeit das wir auch Postflop versuchen unser Spiel zu optimieren.
      Paxis zeigt euch wie ihr weg von Standardbetgrößen zu optimierten Betgrößen kommt und vieles mehr!

      Lektion 10: 10.07.2017 Live-Session mit angepasster Strategie auf NL 2
      Aufzeichnung des Coachings als Video
      Sieh dir an, wie Paxis mit seinen Faustformeln und der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie seine Gegner in der Praxis ausspielt. Die wichtigsten Faustformeln findest du im Thread!

      Lektion 11: 29.02.2016 Live-Session mit angepasster Strategie auf NL 5
      Aufzeichnung des Coachings als Video
      Sieh dir an, wie Paxis mit seinen Faustformeln und der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie seine Gegner in der Praxis ausspielt. Die wichtigsten Faustformeln findest du im Thread!

      Lektion 12: 08.03.2016 Live-Session mit angepasster Strategie auf NL 10
      Aufzeichnung des Coachings als Video
      Sieh dir an, wie Paxis mit seinen Faustformeln und der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie seine Gegner in der Praxis ausspielt. Die wichtigsten Faustformeln findest du im Thread!

      Lektion 13: 15.03.2016 FULL RING! Live-Session mit angepasster Strategie auf NL 5
      Aufzeichnung des Coachings als Video
      Sieh dir an, wie Paxis mit seinen Faustformeln und der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie seine Gegner in der Praxis ausspielt. Die wichtigsten Faustformeln findest du im Thread!
      Das besondere an diesem Coaching ist das sich Paxis mal wieder an die FR Tische wagt was er im Einsteigerkurs schon seit langem nicht mehr getan hat.

      Lektion 14: 21.03.2016 Sessionreview eines fortgeschrittenen Einsteigers
      Aufzeichnung der Lektion als Video
      Wie beim letzten Durchgang gibt es als Abschlusslektion dieses Kurses ein Sessionreview eines fortgeschrittenen Einsteigers!
      Paxis wird sich Live im Coaching mit euch zusammen diese Aufzeichnung vornehmen und schauen was richtig oder falsch gespielt wurde und vor allem warum.

      ____________________________________________________
      Ps.:
      Für alle FR begeisterten BSS Spieler gibt es schon einen komplett ausgearbeiteten Einsteigerkurs inklusive interessanter Artikel und vielen Aufzeichnungen der Livecoachings:
      [FR] No-Limit Anfängerkurs Version 2.1

      Du suchst noch nach einem passenden Avatar?
      Vielleicht gefällt dir ja folgendes:
      Unser Lieblingsuser preem84 war so nett und hat speziell für den SH Kurs einen Avatar erstellt:
      (einfach rechter Mausklick, "Bild speichern unter" und dann als Avatar auswählen, die Größe wird automatisch angepasst)


      Jeder der möchte kann dieses Avatar verwenden und somit die Zugehörigkeit zu dem SH Kurs zeigen.
      Es ist natürlich jedem freigestellt es zu verwenden, vielleicht machen wir dadurch noch etwas Werbung und es finden mehr Leute in den Kurs.
      Würde mich freuen, wenn ich es bei dem ein oder anderen sehen würde ;)
  • 285 Antworten
    • Paxis
      Paxis
      Coach
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      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      Lektion 1: Der Einstieg in die [SH] Big Stack Strategy Teil 1 - Preflop

      Du kennst bereits:
      Die Regel von Texas Holdem.

      Du lernst hier:
      • Wieso die Position am Tisch eine Rolle spielt.
      • Welche Hände du vor dem Flop spielst
      • Wie die Handcharts zu verwenden sind
      • Mit wieviel Pokergeld du an welcher Variante teilnehmen kannst.

      Welche Hände kannst du vor dem Flop spielen?
      Ein guter Pokerspieler beantwortet zuerst die Frage "Warum?". Die Antwort darauf ist einfach: Um Geld zu gewinnen. Doch wie geht das genau? Du musst hierbei zwei Fälle unterscheiden. Bist du in einer Blind-Steal Situation oder willst du mit dem besten Blatt um einen großen Pot kämpfen?

      An einem "Short Handed" Pokertisch spielen 3 bis 6 Spieler.


      Sind weniger als 6 Spieler am Tisch fallen die frühesten Positionen weg. An einem Tisch mit 4 Spielern gibt es also die Positionen von CO bis BB.

      Den Blinds kommt beim Pokern eine besondere Bedeutung zu. Gäbe es sie nicht, würdest du einfach auf ein paar Asse warten und damit direkt All-in gehen. Niemand könnte deine Strategie schlagen. Poker ist also ein Spiel um die Blinds. In den Positionen: MP2 und MP3 kannst du die Blinds nicht direkt angreifen. Hier spielst du nur deutlich weniger Hände und dementsprechend auch stärkere als in den späteren Positionen. Am Cut Off, Button und im Small Blind kannst du hingegen direkt die Blinds angreifen und solltest auch genau das tun!

      Die folgenden Tabellen zeigen dir für alle Positionen mit welchen Händen es sich lohnt in die Hand einzusteigen.

      Eine No-Limit Holdem Hand besteht aus zwei verschiedenen Karten. Dabei werden die folgenden Abkürzungen benutzt:

      A = Ass, K = King, Q = Queen (Dame), J = Jack (Bube), T = Ten (10)
      "s" steht für "suited" und bedeutet, dass beide Karten die gleiche Farben haben.
      "o" steht für "off suited" und bedeutet umgekerht, dass beide Karten unterschiedliche Farben haben.

      ATs steht also für:
      A :heart: T :heart: , A :club: T :club: , A :spade: T :spade: , A :diamond: T :diamond:

      während KJo für:
      K :spade: J :heart: , K :spade: J :diamond: , K :spade: J :club: , K :heart: J :diamond: ,
      K :heart: J :club: , K :heart: J :spade: , K :diamond: J :spade: , K :diamond: J :heart: ,
      K :diamond: J :club: , K :club: J :spade: , K :club: J :heart: , K :club: J :diamond:
      steht.

      MP2:

      Aus MP2 wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 4bb geraist.

      MP3, CO:

      Aus MP3 bis CO wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 3bb geraist.

      BTN, SB:

      Aus dem BTN wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 2,5bb geraist.
      Aus dem SB wird jede farblich markierte Hand, wenn alle vor uns gefoldet haben, für 3bb geraist.

      BB:


      Alle Ranges in einer Bilddatei zum abspeichern und verwenden:

      1. Nebeneinander:

      2. Hochformat:



      Und das bedeuten die Farben:

      Anmerkung zu Limpern: Hälst du eine Hand die du nach Limpern raisen darfst, dann raist du diese für 4bb + 1bb für jeden Spieler der vor dir gelimpt hat, egal in welcher Position du sitzt.

      Grüne Hände sind die schwächsten Hände in deinem Spiel. Du benutzt sie vor allem mit dem Gedanken die Blinds zu stehlen. Du erhöhst sie wenn vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.

      Du erhöhst diese Hände nicht mehr, ...
      ... falls es vor dir eine Erhöhung gab
      ... falls vor dir ein Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen ist
      ... falls es nach dir eine weitere Erhöhrung gab


      Blaue Hände sind bereits besser als die Hände, die deine Gegner im Schnitt Preflop callen. Dementsprechend erhöhst du sie,
      ... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen ist.
      ... falls vor dir Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen sind.


      Du erhöhst diese Hände nicht mehr,
      ... falls es vor dir bereits eine Erhöhung gab - außer im BB da spielst du Gelb/Blau markierte Hände wie "Gelbe Hände" weiter.
      ... falls es nach dir eine weitere Erhöhung gab.


      Rote Hände sind deine stärksten Hände und du erhöhst diese,
      ... falls vor dir noch Niemand in die Hand eingestiegen
      ... falls vor dir Spieler mit einem Limp in die Hand eingestiegen sind.
      ... falls es vor dir bereits eine Erhöhung gab auf das 3,5fache
      ... falls es nach unserem Raise weitere Erhöhungen gibt mit einer weiteren Erhöhung auf das 3fache, auf alles weitere gehst du direkt All-in!

      Gelbe Hände kommen nur im Big Blind vor. Diese Hände sind stark genug um sie gegen Steals von Spielern mit mindestens 50bb zu callen. Du callst diese Hände, ...
      ... falls es vor dir eine Erhöhung gab aus CO bis SB bis maximal 4bb
      Du kannst diese Hände nicht mehr spielen,
      ... falls es vor dir mehr als eine Erhöhung gab oder die Erhöhung aus MP2-MP3 kommt.

      Call20 Regel: Paare haben eine ganz besondere Eigenschaft. Du kannst sehr versteckt einen Drilling mit Ihnen am Flop treffen. Darum kannst du Paare Limpen sobald vor dir schon mindestens 1 Spieler ebenfalls gelimpt hat. Gegen eine Erhöhung callst du, falls du UND dein Gegner noch mindestens das 20fache des zu Callenden Betrages besitzen.
      Diese Regel tritt nur in Kraft, wenn wir das Paar laut der Farben in den Chart NICHT weiterspielen dürften, sonst spielen wir das Paar einfach wie im Chart beschrieben!

      Call18 Anpassung: Haben wir mit einem Paar wie zB TT geraist und bekommen nach uns eine 3bet, dann dürfen wir Call18 spielen da wir in einer 3bet Situation Postflop häufiger ausbezahl werden.

      Minraise-Regel: Wirst du Preflop geminreraist, kannst du grundsätzlich alle Hände, die du geraist hast callen so lange der Gegner mindestens 50bb im Stack hat. Dein Gegner gibt dir einen guten Preis um den Flop zu sehen und du muss später die Hand nur sehr selten gewinnen um profitabel zu spielen.
      Wurde vor die auf 2bb geminraist und es handelt sich nicht um einen Steal, dann siehst du diesen Spieler wie einen Limper an!
      Raist du gegen einen Minraise dann musst du auf das 4fache raisen + 2bb für jeden Caller des Minraise.

      Zusatz, wenn wir im Big Blind sitzen:
      Wenn wir im Big Blind sitzen und einen Minraise aus egal welcher Position bekommen, dann dürfen wir jede suited Hand callen, jedes A high und jeden Broadway (Bspw.: JTo+/QTo+ usw.) sobald der Gegner mindestens einen Stack von 40bb hat.

      Blind-Post-Regel: Ist ein neuer Spieler am Tisch nicht bereit zu warten bis er mit dem BB an der Reihe ist, dann kann er schon vorher einen Blind setzen um mitzuspielen, das nennt man "Blind posten".
      Wie behandeln wir so einen Spieler?
      Bei der Handstärkeauswahl ignorieren wir diesen einen Spieler und tun so als ob er gefoldet hätte. Sobald wir eine Hand raisen, müssen wir aber das Extrageld von ihm beachten und entsprechend 4bb + 1bb je Limper spielen.


      Was ist Bankrollmanagement?
      Sieh das Geld, mit dem du dich an einen Tisch setzt, immer als Investition an, so als würdest du Aktien kaufen. Du kaufst sie doch nur, wenn sie einen guten Gewinn versprechen und sich das Verlustrisiko überschauen lässt.

      Das erreichst du im Poker, indem du ein Bankrollmanagement anwendest.
      Es sagt dir, in welche Limits du investieren, also wie hoch du spielen solltest, um ein gutes Gleichgewicht zu finden zwischen deinem Wunsch ...

      • ... bei Gewinnen möglichst weit voranzukommen und viel Geld zu holen.
      • ... bei Verlusten nicht zu weit zurückzufallen und zu große Anteile deines Pokergeldes zu verlieren.

      Du willst viel gewinnen, wenn du gewinnst, aber von Verlusten nicht schwer getroffen werden. Das erreichst du, wenn du dich an das 25-Buy-in-Bankrollmanagement hältst. Es sagt dir, wie groß dein Pokerkonto (Bankroll) sein muss, um aufzusteigen, und wann du die Reißleine ziehen und absteigen musst.

      Das Bankrollmanagement für die BSS-Einsteigerstrategie sieht wie folgt aus:

      • Du kaufst dich immer mit vollem Stack (100 Big Blinds) an einem Tisch ein. 100 Big Blinds sind ein Buy-in.
      • Du kaufst immer direkt auf 100Big Blinds nach, so bald du Geld am Tisch verloren hast und unter die 100 Big Blinds gerutscht bist.
      • Hast du 25 Buy-ins des nächsthöheren Limits, kannst du dahin aufsteigen.
      >zB kannst du mit 125$ auf NL 5 spielen (NL 5 = 2c/5c Blinds)
      • Hast du nur noch 25 Buy-ins des nächstkleineren Limits, musst du dahin zurückgehen.
      >zB musst du, wenn du nur noch eine 50$ Bankroll hast wieder auf NL 2 spielen (NL 2 = 1c/2c Blinds)
    • Paxis
      Paxis
      Coach
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      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      Lektion 2: Der Einstieg in die [SH] Big Stack Strategy Teil 2 - Postflop

      Du lernst hier:
      • Deine Handstärke am Flop
      • Wie spielst du die verschiedenen Hände?
      • Verschiedene Sonderregeln bzw. Faustregeln!



      Schritt 1: Bestimme die Kategorie deiner Hand am Flop

      Am Flop gilt es herauszufinden, in welche Kategorie deine Hand fällt. Grundsätzlich gibt es die folgenden Kategorien:

      Madehands: Hierunter versteht man Hände, die sich am Flop zu einem Top Pair verbessert haben oder Overpairs.
      Zum Beispiel: Du hältst A :diamond: J :spade: und der Flop bringt J :diamond: 9 :heart: 3 :club:

      Sonderregel - Reraised bzw. 3b Pot: Befinden wir uns mit einer roten Hand im 3b Pot, behandeln wir jedes Top Pair und jedes Overpair wie ein Monster!

      Monster: Du hast ein Monster auf der Hand, wenn deine Hand besser als eine Madehand ist. Hierunter fallen also alle 2Pairs, Drillinge, Straights, Flushs, usw.

      starke Draws: Unter diese Hände fallen Flushdraws, d.h. du hast zwei gleichfarbige Karten auf der Hand und auf dem Board liegen zwei weitere.
      zum Beispiel: Du hast A :heart: Q :heart: und auf dem Board liegt 2 :club: 3 :heart: K :heart:
      Der zweite starke Draw ist der sogenannte Open-Ended-Straightdraw. Hier hast du bereits eine verbundene kleine Straße mit vier Karten und es fehlen dir nur noch eine Weitere:
      zum Beispiel: Du hast J :club: 9 :club: und das Board bringt 4 :spade: 8 :heart: T :diamond: hier geben dir jede Dame und jede 7 eine Straße.

      Alle anderen Hände fallen in die Kategorie "wertlose Hände".

      Schritt 2: Bestimme, wie du deine Hände spielst.

      Schritt 2.1: Du hast vor dem Flop erhöht!

      Madehands bettest du sowohl am Flop, als auch am Turn, als auch am River mit einer Betsize von 2/3 des aktuellen Pots. Gibt es allerdings nach deiner Bet eine Erhöhung, musst du dich von deiner Madehand trennen und folden.

      Monster sind stärker als Madehands und du bist mit diesen bereit alles zu riskieren. Du bettest sie wie Madehands am Flop, Turn und River mit einer Betsize von 2/3. Gibt es nach dir jedoch eine weitere Erhöhung, dann erhöhst du auf das 3,5fache und auf jede weitere Erhöhung gehst du All-In.

      Starke Draws bettest du ebenfalls an Flop und Turn mit einer Betsize von 2/3. Gibt es vom Gegner einen Raise, callst du maximal einen Minraise auf das Doppelte, ansonsten foldest du. Am River musst du dich jedoch von deinem starken Draw verabschieden, falls du nicht getroffen hast. Du checkst und foldest, wenn dein Gegner bettet.
      Zusatz Monsterdraws, haben wir einen OESD und einen Flush Draw am Flop dann spielen wir die Hand am Flop wie ein Monster, am Turn aber wie einen starken Draw.

      Wertlose Hände bluffst du am Flop gegen maximal einen Gegner für 2/3 Potsize. Gegen eine Erhöhung foldest du und sollte der Gegner den Flop gecallt haben, spielst du ab dem Turn check und dann fold.

      Sonderregel - Der Gegner bettet zuerst (Donk): Gegen maximal 2bb Bets des Gegners machst du das gleiche was du getan hättest wenn er nicht gebettet hätte, musst aber darauf achten das dein Raise mindestens das 4fache der Donk entspricht sollte 2/3 des Pottes kleiner als das 4fache sein. Spielt der Gegner höher als 2bb an, spielst du nur noch Monster durch einen Raise auf das 3,5fache weiter und alles schlechtere foldest du.

      Sonderregel - Niemand hat vor dem Flop erhöht: Wir spielen trotzdem die Handkategorien als ob wir vor dem Flop erhöht hätten.

      Schritt 2.2: Du hast vor dem Flop nur gecallt!

      Madehands checkst und callst du am
      ... Flop gegen eine maximale Bet von 3/4 Potsize, sollte der Gegner den Flop checken, bettest du den Flop, Turn und River für 2/3 Potsize.
      ... Turn gegen eine maximale Bet von 2/3 Potsize, sollte der Gegner den Turn checken, bettest du den Turn und River für 2/3 Potsize.
      ... River gegen eine maximale Bet von 1/2 Potsize, sollte der Gegner den River checken, bettest du den River für 2/3 Potsize.

      Monster bettest du direkt selbst am Flop, Turn und River für 2/3 Potsize. Gibt es nach dir jedoch eine weitere Erhöhung, dann erhöhst du auf das 3,5fache und auf jede weitere Erhöhung gehst du All-In.

      Starke Draws checkst du am Flop und Turn und callst sie gegen maximal 1/2 Potsize. Am River gibst du die Hand auf wenn der Draw nicht angekommen ist und spielst Check und dann Fold.

      Wertlose Hände spielst du ab Flop check und foldest sie gegen eine Bet.

      Sonderregel - Der Gegner checkt am Flop vs 1: Wenn der Gegner den Flop checkt obwohl er vor dem Flop erhöht hatte und am Flop nur uns als Gegner hat, betten wir mit jeder Hand die wir haben 2/3 Potsize und spielen dann ganz normal unsere Handkategorie weiter.
    • Paxis
      Paxis
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      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      (Dieser Artikel bezieht sich auf den Einsteigerartikel aus Lektion 1 )

      Lektion 9: Anpassungen der Einsteigerstrategie - Preflop.
      In dieser Lektion wird gezeigt wie der Einsteiger sein Pokerspiel aufwerten kann und zu einer fortgeschrittenen Einsteigerstrategie kommt.

      Du erfährst in dieser Lektion:
      • Was man bei der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie beachten muss.
      • Wie du dein Prefflopspiel optimieren kannst.
      - MP2
      - MP3/CO
      - BU/SB
      - BB
      - Call auf "Top Pair Value"

      Das musst du bei der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie beachten:
      Je fortgeschrittener die Strategie wird desto schwieriger ist es alles in Ranges, Schablonen und standardisierten Spielweisen vorzugeben.
      Jeder Spieler muss anfangen selbst abzuwägen wann er wie spielen will und muss anfangen selbst dafür Verantwortung zu übernehmen ob seine Spielweise auf lange Sicht das meiste Geld bringt.

      Dieser Artikel gibt euch also keine weiteren Schablonen und Ranges vor, sondern versucht euch zu zeigen wie ihr selbst anfangen könnt mitzudenken und euer Spiel zu optimieren.


      So kannst du Preflop dein Spiel optimieren:

      Allgemeine Hinweise:
      Beobachte deinen Tisch, achte auf die Spieler die nach dir kommen, schreibe dir Notizen zu Dingen die du beobachten konntest.

      Beispiele für mögliche Beoabchtungen

      Es wird oft nach unserem Raise ge3bettet:
      Merkst du zB das nach dir oft ge3bettet wird, also erhöht wird obwohl es schon einen Raise gab, dann überlege dir mit welchen Händen du noch weiterspielen kannst.
      Macht es Sinn mit den kleinen Paaren zu raisen wenn man sie nach einer 3bet sowieso Folden muss, oder sollte man eher versuchen mit Händen wie AQ zu raisen, die man eventuell gegen eine 3bet auch mal auf Top Pair Value weiterspielen kann?

      Es gibt viele Caller gegen einen Raise:
      Wenn du, obwohl du 3-4bb als erster am Tisch raist, ständig 3-4 Caller am Flop hast, dann ist es eine Überlegung wert unsere starken Hände höher zu raisen und eventuell auf 4-5bb zu gehen.
      Wenn viele Spieler am Tisch nur callen, dann sind das meist auch viele Freizeitspieler die ohne Strategie spielen und gegen die wir dann entsprechend mit der besseren Hand spielen, auch wenn wir etwas höher raisen.


      MP2:


      Gerade die erste Position am SH Tisch kann sehr unterschiedlich und tight oder loose gespielt werden, da nach uns noch 5 weitere Gegner kommen und die Tischdynamik am SH Tisch deutlich mehr variieren kann als am FR Tisch.

      Was kann ich ändern?:
      Wie schon angesprochen sollte man sich stark an die Spieler nach einem, also die Tischdynamik anpassen
      Dabei sollte man einfach zwischen tighten und loosen Tischen unterscheiden.
      Bsp.:
      Wenn wir aus MP2 raisen und bemerken das wir oft nur die Blinds einsammeln bzw. nicht mehr als ein Spieler callt, dann wäre dies also ein guter Tisch um mehr Hände zu spielen, je nach dem wie wohl man sich fühlt würde ich ATs/ATo/KJs/KTs/QJs empfehlen.

      MP3, CO:


      Nun haben wir sogar 2 Positionen kombiniert und gerade wenn wir im CO als erstes an der Reihe sind befinden wir uns in einer klassischen Stealposition, was aus MP3 nicht der Fall ist.
      Es macht also Sinn , vor allem wenn der BU nach einem kein zu aktiver Spieler ist, das man versucht im CO mehr zu stealen und zu Raisen als in MP3.

      Was kann ich ändern?:
      Man sollte im CO anfangen den Chart logisch zu erweitern und dadurch vor allem mehr zu stealen.
      Gegen Limper vor mir will ich 67s nicht unbedingt aus dem CO raisen, aber wenn alle vor uns gefoldet haben, dann ist 67s fast immer stark genug um gestealt zu werden.
      Ähnlich verhält sich mit A9o. Wenn ich ATo sogar nach Limpern raisen darf, dann ist es nur logisch das ich aus dem CO A9o steale, also raise wenn alle vor mir gefoldet haben.
      Wichtig ist auch hier wieder die Dynamik am Tisch zu beachten und es ist auch nicht verboten in MP3 tigher zu spielen als es der Standardchart vorgibt vor allem, wenn man weiß das die Spieler nach einem loose spielen und sehr gerne 3betten.

      BU, SB:


      Gerade auf NL 2 - NL 5 sind das die Positionen wo der Chart schon stark am Optimum ist. Auch hier darf man natürlich nicht vergessen das verschiedene Gegnertypen verschiedene Rages erfordern.
      Ohne genauere Info oder Beobachtungen auf die Spieler nach uns sollte man erst mal nicht vom Chart abweichen.
      Ein looseres Spiel aus BU/SB ist fast nie zu empfehlen, da der Chart schon entsprechend loose ist.
      Gegen sehr loose Spieler in den Blindpositionen will ich natürlich kein T7o stealen.

      Was kann ich ändern?:
      Aufmerksam sein!
      Folden nach euch die Gegner wie verrückt, dann einfach weiter stealen!
      Sollte der SB/BB sehr loose spielen, egal ob durch viele Cold Calls oder 3bets, dann sollte man Hände wie T7o/J7o/Q7o und ähnliches nicht mehr Stealen und einfach folden.
      Merkt ihr das der BB euch schon zum 5mal in Folge restealt, also gegen euren steal 3bettet, dann ist sicher auch KQ stark genug um es zu callen und das Top Pair im 3bet-Pot dann wie ein Monster zu spielen.
      Wichtig ist nur das ihr euch nicht anpasst wenn ihr euch unsicher seid.
      Auch hier kann die Handdiskussion im Nachhinein helfen um zu überprüfen ob ihr korrekt gespielt und euch angepasst habt.

      BB:


      Wichtig ist hier nicht anzufangen merkwürdige Resteals anzusetzen, also die Steals der Gegner mit jeder möglichen Hand zu 3betten.
      Resteals als Bluff machen im Normalfall erst Sinn, wenn man mit statistischen Werten spielt wie man sie von Programmen wie dem Holdem Manager oder PockerTracker bekommt. Solche Programme sollte der Einsteiger aber noch nicht verwenden, also spielen wir erst mal ohne statistische Werte und ohne Bluffresteals.

      Was kann ich ändern?:
      Ihr solltet euch immer wohl fühlen am Tisch.
      Wenn euch nicht wohl dabei ist KTo gegen 2 Limper aus MP2/MP3 zu raisen, dann ist das absolut nachvollziebar, also raist nicht und checkt im BB.
      Wenn ihr KTo gern gegen einen BU Limper raist, dann liegt das daran das man gegen diesen viel einfacher spielen kann und dann solltet ihr ganz normal raisen.
      Gegen notorische Stealer, die also immer am CO/BU/SB stealen und die Blinds attackieren, kann man auch darüber nachdenken ob man vielleicht Hände wie KQ/AJ/ATs einfach callt und spielt wie ein AQ.

      Anmerkung zu CO/BU:
      Aus den letzten 2 Positionen die wir in Position spielen können macht es Sinn mit so genannten "Top Pair Value calls" und"Multiway Suited Connector Calls" zu beginnen.

      Multiway Suited Connector Calls:
      Was heißt das?

      Multiway bedeutet das wir mehr als einen Gegner haben und als klassische Suited Connector zählt man 45s - QJs (Bsp.: 7:heart: 8:heart: ).
      Haben wir also in den genannten Positionen einen der Suited Connector, können wir ohne Probleme auf unsere Postflopmonster callen sobald es vor uns einen Raise gab der nicht größer als 4bb ist UND mindestens ein weitererer Spieler diesen Raise ebenfalls gecallt hat.
      Dadurch haben wir dann am Flop mindestens 2 Gegner und eine größere Wahrscheinlichkeit ausbezahlt zu werden sobald wir unser Monster treffen.

      Mit welchen Händen kann ich das tun?
      Allen Suited Connectors von 45s - QJs.

      Was muss ich beachten?
      • Nicht aus MP2/MP3 so zu spielen!
      • Nur die genannten Suited Connector verwenden!
      • Nur bei einem 4bb oder kleinerem Raise zu callen.
      • Nur zu callen wenn mindestens ein weiterer Spieler den Raise gecallt hat.
      • Nur callen wenn beide Spieler mindestens 50bb oder mehr im Stack haben.

      Wie spiele ich diese Hände Postflop weiter?
      Postflop können wir die Hände ohne Probleme so weiterspielen wie es im Einsteigerartikel unter dem Punkt "Schritt 2.2: Du hast vor dem Flop nur gecallt!" beschrieben ist.

      Sonderregel suited A high Hände:
      Mit suited A high Händen wie z.B. A 2 dürfen wir im Prinzip das gleiche machen wie mit den suited Connectors ABER dürfen erst ab BU callen sobald wir 1 Raiser und 2 (!) Caller vor uns haben, da die Spielbarkeit dieser Hände etwas schlechter ist.


      Top Pair Value Calls:
      Was heißt das?
      Halten wir Beispielsweise eine starke Hand wie AQ, dann folden wir diese nach einem Raise vor uns aus den genannten Positionen. Wir werden aber fast immer die beste Hand haben gegen den Raiser.
      Fangen wir nun an mit Händen wie AQ zu callen statt zu folden, dann haben wir den Vorteil das der Gegner einen günstigen Flop für uns (A:diamond: T:club: 2:spade: ) fast immer Contibetten wird, auch als Bluff.
      Er blufft also oft in die unsere bessere Hand und umgedreht, auf ungünstigen Flops (3:heart: 6:heart: T :club: ) wird er häufig Check/Fold spielen, was auch wieder uns zu gute kommt.

      Mit welchen Händen kann ich das tun?
      Je mehr Hände der Gegner raist desto mehr Hände können wir auch auf TP-value callen.
      Es sollte sich aber im Normalfalls auf Hände beschränken wie AQ/AJ/KQ, schlechtere Hände haben nicht mehr den Stärkevorteil gegenüber der gegnerischen Range.

      Was muss ich beachten?
      Gegner die aus MP2 raisen, haben weniger Hände in ihrer Range und spielen tighter, also zurückhaltender als Spieler die aus MP3/CO geraist haben.
      Für den Einsteiger ist es daher empfehlenswert gegen MP2 Raiser nur AQ zu callen, so lang man nicht weiß das dieser Spieler auch aus MP2 eine loosere Range hat die es uns ermöglicht auch mit AJ/KQ oder noch schlechteren Händen auf TP Value zu callen.

      Wie spiele ich diese Hände Postflop weiter?
      Postflop können wir die Hände ohne Probleme so weiterspielen wie es im Einsteigerartikel unter dem Punkt "Schritt 2.2: Du hast vor dem Flop nur gecallt!" beschrieben ist.
    • Paxis
      Paxis
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      (Dieser Artikel bezieht sich auf den Einsteigerartikel aus Lektion 2 )

      Lektion 10: Anpassungen der Einsteigerstrategie - Postflop.
      In dieser Lektion wird gezeigt wie der Einsteiger sein Pokerspiel aufwerten kann und zu einer fortgeschrittenen Einsteigerstrategie kommt, spezielle beim Postflopspiel.

      Du erfährst in dieser Lektion:
      • Was man bei der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie beachten muss.
      • Wie du dein Postflopspiel optimieren kannst.
      - Was gibt es bei den Handstärkekategorien zu beachten?
      - Wie optimiere ich mein Postflopspiel, wenn ich vor dem Flop erhöht habe?
      -> Tip zu den Betsizes
      - Fortgeschrittene Anpassung gegen Donkbets.
      - Wie optimiere ich mein Postflopspiel, wenn ich vor dem Flop nur gecallt habe?
      • Tip zum Bankrollmanagement.


      Das musst du bei der fortgeschrittenen Einsteigerstrategie beachten:
      Je fortgeschrittener die Strategie wird desto schwieriger ist es alles in Ranges, Schablonen und standardisierten Spielweisen vorzugeben.
      Jeder Spieler muss anfangen selbst abzuwägen wann er wie spielen will und muss anfangen selbst dafür Verantwortung zu übernehmen ob seine Spielweise auf lange Sicht das meiste Geld bringt.

      Dieser Artikel gibt euch also keine weiteren Schablonen und Ranges vor, sondern versucht euch zu zeigen wie ihr selbst anfangen könnt mitzudenken und euer Spiel zu optimieren.


      So optimierst du dein Postflopspiel:
      Alle Optimierungsvorschläge hängen von der jeweiligen Situation in der wir uns gerade befinden ab.
      Wenn ihr euch nicht sicher seid ob eine Abweichnung von der Einsteigerstrategie aus Lektion 2 sinnvoll ist, dann weicht nicht ab sondern spielt wie gehabt. Im nachhinein könnt ihr die Hand wo ihr euch unsicher wart im Arbeitsthema des SH Einsteigerkurses besprechen.

      Folgendes kann man bei den Handstärken beachten:
      In jeder der vier Kategorien (Made Hands, Monster, starke Draws, wertlose Hände) gibt es natürlich Abstufungen.
      Ein Top Pair mit einer T ist nicht so stark wie ein Overpair mit AA, oder eine wertlose Hand die nicht mal die Möglichkeit hat durch Overcards doch noch ein Top Pair zu treffen ist auch wertloser als ein AK mit zB 2 Overcards.
      Solche Feinheiten führen dazu das es Sinn machen kann in bestimmten Situationen anders zu spielen.


      So optimierst du dein Spiel, wenn du vor dem Flop erhöht hast:
      Durch die gerade eben schon angesprochenen Feinheiten die man bei den verschiedenen Handstärken hat, ist es nicht möglich in einem Artikel jede Situation abzudecken, deswegen ein Beispiel zum möglichen abweichen in jeder Kategorie.

      Madehands:
      Gerade gegen einen Spieler kann es Sinn machen mit einer Madehand von der direkten Contibet am Flop abzuweichen und zu checken, dies macht Sinn:
      • Wenn keine Draws liegen die der Gegner haben kann und gegen die man auf jeden Fall betten sollte.
      • Wenn sich wirklich nur 1 Gegner am Flop befindet.
      • Wenn der Gegner wenig bis keine schlechteren Top Pairs halten kann.
      • Wenn der Gegner wenig bis keine Midpairs halten kann, bzw. callen wird.

      Gutes Beispiel:


      Schlechtes Beispiel:


      Haben wir uns in einer guten Situation für einen Check entschieden, sollte man auf den kommenden Streets (Turn/River) Bets bis maximal 2/3 Potsize vom Gegner callen, oder selbst betten.

      Monster:
      Bei Monstern gilt es darauf zu achten was für Monster noch unterwegs sind und wie wahrscheinlich diese der Gegner haben kann.
      Es kann Sinn machen ein starke Hand gegen große Gegenwehr zu folden sobald offensichtlich bessere Monster möglich sind.

      Nach dem wir den Flop und Turn gebetet haben geht der Gegner plötzlich All In.
      Beispiel für einen Fold:


      Beispiel für einen Call:



      Starke Draws:
      Bei Draws ist wichtig zu wissen, selbst wenn wir einen starken Draw haben wie einen OESD oder einen Flushdraw, macht es nur Sinn diese zu betten, wenn wir auch davon ausgehen das der oder die Gegner in der Lage sind noch Hände zu folden.
      Gehen wir davon aus das der oder die Gegner sowieso immer callen, ist es besser unseren Draw passiv nach Odds & Outs zu spielen.
      Haben wir also mehr als 2 Gegner am Flop, können wir davon ausgehen das es meistens keinen Sinn macht unseren Draw, abgesehen vom Monsterdraw mit 15 Outs, zu Semibluffen.
      Haben wir am Turn mehr als 1 Gegner, können wir davon ausgehen das es meistens keinen Sinn macht mit unseren Draws, abgesehen vom Monsterdraw mit 15 Outs, zu Semibluffen.

      Wertlose Hände:
      Bleiben im Regelfall auch wertlos und sollten nicht anders als bisher gespielt werden.


      Tip zu den Betsizes:
      Da die Gegner auf den kleinen Limits nicht darauf achten werden mit welcher Handstärke ihr wie groß bettet, ist es empfehlenswert auf NL 2 - NL 5 die Betsize an die Handstärke anzupassen und somit in jeder Situation optimal zu betten.

      3 Satz für Betsizes:
      Bluffcontibet = 1/2 Potsize (der Gegner muss dadurch nur 33% seiner Hände folden)
      Made Hand = 2/3 Potsize (in vielen Fällen die optimale Größe um den Gegner mit genügend schlechteren Händen zum callen zu bekommen)
      Monster = 3/4 Potsize (da wir sowieso bereit sind All In zu kommen, sorgen wir so dafür das der Pot schnell groß wird)

      Abgesehen von der Bluffcontibet die IMMER auf den kleinen Limits halbe Potsize betragen sollte, sind die Betsizes für die Made Hand und die Monster eine Orientierung, es kann Gründe geben kleiner oder größer zu betten.

      Haben wir eine Made Hand und es liegen sehr viele Draws auf dem Board die uns callen könnten, macht es auch mal Sinn größer und zB 3/4 Potsize zu betten:


      Oder halten wir ein Monster auf einem Board mit wenig Möglichkeiten eine schlechtere Hand zu callen, dann kann es auch Sinn machen nur 1/2 Potsize zu betten:


      Fazit:
      Man sollte also versuchen die eigene Spielweise gegen die vielen Freizeitspieler auf den kleinen Limits, sobald man eine Made Hand oder ein Monster hat, an das Board anzupassen.
      Bei der Blufbet macht es keinen Sinn sich am Board anzupassen, da der Gegner seine zB Draws meistens genauso oft gegen 1/2 Potsize callt wie gegen 2/3 oder 3/4 Potsize.


      Anpassung gegen Donkbets:
      Die Sonderregel "Sonderregel - Der Gegner bettet zuerst (Donk)" hat weiterhin Bestand, aber sie bietet natürlich recht wenig Spielraum.
      Donkt der Gegner 2/3 Potsize und wir halten eine gute Made Hand, würden wir nach dieser Regel folden.
      Man muss anfangen abzuwägen wie stark die Donkrange des Gegners ist und ob man sich selbst noch mit seiner Made Hand vorn sieht.
      Sieht man sich noch vorn, sollte man, vor allem da wir ja IP sitzen, auch nicht direkt Folden und eher Callen.
      Wichtig ist es hierbei auf die Betsize der Donk zu achten.
      Gegen eine Potsize oder höhrere Donkbet sollte man fast immer die Made Hand folden und nur noch Monster weiterspielen. Gegen 2/3 Potsize oder kleiner sollte man seine Made Hand fast immer mindestens 1mal callen.
      Am Turn/River trifft man dann die gleiche Einschätzung wie zuvor, geht man davon aus noch die beste Hand zu haben callt man weiter, oder bettet sobald der Gegner zu uns checkt, ansonsten Folden bzw. checken wir.


      So optimierst du dein Postflopspiel, wenn du vor dem Flop nur gecallt hast:
      Auch hier ist es wichtig anzufangen darüber nachzudenken was für Hände, also was für eine Range, der Gegner halten kann und wie wir mit unserer Hand dagegen stehen, dann kommen viele Entscheidungen von allein.

      Made Hands:
      Bei den Made Hands im gecallten Pot kann man in den meisten Fällen ohne Probleme weiter die Vorgaben verwenden, da sie einfach so gut wie immer die richtige Spielweise sein werden.
      Abweichen kann man zum Beispiel mit der Made Hand bei mehreren Gegnern wenn es sich um einen Flop handelt mit vielen Draws und wir OOP nicht wollen das alle Checken sobald wir ebenfalls gecheckt haben.
      Gegen mehr als einen Gegner am Flop wäre es also gut in folgendem Beispiel selbst die Initative zu übernehmen und direkt für 2/3 Potsize zu betten:


      Monster:
      Spielen wir auch weiter vor allem dann aggresiv und betten direkt, wenn wir entweder mehrere Gegner haben, oder es generell viele mögliche Draws auf dem Flop gibt.
      Haben wir nur einen Gegner oder ist der Flop besonders trocken, dann bietet es sich an auch mal nur zu Check/Callen, um dem Gegner die Möglichkeit zu geben den Turn noch mals zu bluffen:


      Starke Draws:
      Unsere guten Draws spielen wir einfach nach Odds, Outs und Implied Potodds.

      Wertlose Hände:
      Nach wie vor können wir mit wertlosen Händen nichts anfangen und Check/Folden diese.


      Tip zum Bankrollmanagement (BRM):
      Ab NL 10 ist es empfehlenswert mit mindestens 30 Stacks für das aktuelle Limit zu spielen und abzusteigen sobald man nur noch 30 Stacks für das nächstkleinere Limit hat.
      Generell ist es aber wichtig das man sich selbst wohl fühlt mit dem eigenen BRM. Wer also lieber mit 40 Stacks BRM spielen möchte, oder vielleicht mit 50+, der sollte dies einfach tun und wird dadurch ruhiger am Tisch bleiben, auch wenn er mal einen Stack unglücklich verliert.
    • Paxis
      Paxis
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      Alle Fragen, Hände und sonstiges nun in dieses Thema ;)
    • Rick2018
      Rick2018
      Einsteiger
      Dabei seit: 26.02.2018 Beiträge: 5
      Hallo,

      @Paxis: Danke erstmal für das gute Coaching. :)

      Habe nach dem Coaching eine Session gespielt und bin mir bei folgender Hand unsicher, ob die so gut gespielt ist.

      Preflop:

      Am Preflop calle ich meine TT im SB auf Set Value nach der Call 20 Regel.

      Flop:

      Am Flop treffe ich mein Set und bette auf etwa 3/4 Potsize. Die Betsize habe ich deshalb gewählt, weil der Flop sehr drawlastig ist. Der CO raist mich und ich gehe daraufhin All-in, weil sehr viele ungünstige Karten für mich auf dem Turn kommen können (Jedes :club: , J, Q). Dafür schlägt mich aber jede QJ Kombination und KK. Ich denke aber auch das er mit einem FD und/oder einem SD oder Tow Pair das All-in callt. Wie würdet ihr die Hand am Flop spielen?

      Mit freundlichen Grüßen

      Rick2018

      Poker Stars, $0.02/$0.05 No Limit Hold'em Cash, 4 Players
      Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

      Hero (SB): $5 (100 bb)
      BB: $5 (100 bb)
      CO: $5 (100 bb)
      BTN: $3.07 (61.4 bb)

      Preflop: Hero is SB with :Th: :Td:
      CO raises to $0.12, BTN calls $0.12, Hero calls $0.10, BB folds

      Flop: ($0.41) :9c: :Tc: :Ks: (3 players)
      Hero bets $0.32, CO raises to $0.92, BTN folds, Hero raises to $4.88 and is all-in, CO calls $3.96 and is all-in

      Turn: ($10.17) :9s: (2 players, 2 are all-in)
      River: ($10.17) :4h: (2 players, 2 are all-in)
    • Golodion
      Golodion
      Bronze
      Dabei seit: 26.12.2006 Beiträge: 391
      @Rick2018: Perfekt gespielt und erklärt :-)
    • Rick2018
      Rick2018
      Einsteiger
      Dabei seit: 26.02.2018 Beiträge: 5
      Vielen Dank Golodion. :)
    • Paxis
      Paxis
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 43.148
      Ja komplett korrekt gespielt und erklärt :f_drink:
    • Rick2018
      Rick2018
      Einsteiger
      Dabei seit: 26.02.2018 Beiträge: 5
      Super dankeschön Paxis. :)
    • Schluchti11
      Schluchti11
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2010 Beiträge: 86
      Hallo, ich habe ein paar Fragen und dazu einige Beispielhände:

      Hand 1:
      Wie geht man hier mit dem Smallstack um? BTN ist ein Rec, BB ein Fish. Ich erhöhe aus MP2 und treffe nix. Normalerweise setze ich eine Contibet zw. 1/2 und 1/3 Pot, aber hier ist es Multiway und gegen einen Smallstack, der eigentlich potcommitted ist, so dass ich nicht viel Foldequity sehe.

      PokerStars - $0.02 NL (6 max) - Holdem - 6 players
      Hand converted by PokerTracker 4

      CO: 68.5 BB
      BTN: 100 BB
      SB: 260 BB
      BB: 18.5 BB
      Hero (UTG): 182 BB
      MP: 146.5 BB

      SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

      Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has Q:spade: K:spade:

      Hero raises to 4 BB, fold, fold, BTN calls 4 BB, fold, BB calls 3 BB

      Flop: (12.5 BB, 3 players) A:diamond: 4:club: A:club:
      BB checks, Hero checks, BTN bets 9 BB, fold, fold,


      Hand2:
      Habe ich hier mein Overpair überspielt? Ich denke die Betsizes stimmen hier vorne und hinten nicht, aber es war auch ein seltsamer Spot am Flop mit Minbet und Minraise vor mir.

      PokerStars - $0.02 NL (6 max) - Holdem - 6 players
      Hand converted by PokerTracker 4

      UTG: 40 BB
      MP: 101 BB
      CO: 104 BB
      Hero (BTN): 164 BB
      SB: 108.5 BB
      BB: 78 BB

      SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB, UTG posts penalty blind 1 BB

      Pre Flop: (pot: 2.5 BB) Hero has Q:heart: Q:club:

      UTG checks, fold, fold, Hero raises to 3 BB, fold, BB calls 2 BB, UTG calls 2 BB

      Flop: (9.5 BB, 3 players) 6:heart: 3:club: 2:club:
      BB bets 1 BB, UTG raises to 2 BB, Hero raises to 16 BB, fold, UTG calls 14 BB

      Turn: (42.5 BB, 2 players) 5:club:
      UTG checks, Hero bets 41 BB, UTG calls 21 BB and is all-in

      River: (84.5 BB, 2 players) 9:diamond:


      Hand 3:
      Ist der Push am Turn ok? Treffe das TP und habe noch immer den OESD. Kann mit der Minidonk von Villain hier aber nix anfangen?

      PokerStars - $0.02 NL (6 max) - Holdem - 6 players
      Hand converted by PokerTracker 4

      BB: 45 BB
      UTG: 110.5 BB
      MP: 263 BB
      CO: 20.5 BB
      Hero (BTN): 194.5 BB
      SB: 100 BB

      SB posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

      Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has Q:diamond: J:heart:

      fold, MP calls 1 BB, CO calls 1 BB, Hero raises to 6 BB, fold, BB calls 5 BB, fold, CO calls 5 BB

      Flop: (19.5 BB, 3 players) 4:spade: 9:heart: T:club:
      BB checks, CO checks, Hero bets 9.5 BB, BB calls 9.5 BB, fold

      Turn: (38.5 BB, 2 players) Q:heart:
      BB bets 8 BB, Hero raises to 48 BB, BB calls 21.5 BB and is all-in

      River: (97.5 BB, 2 players) A:heart:


      Hand 4:
      Ich habe zwar 2 Pair, aber das board ist mega wet. Was macht man da?

      PokerStars - $0.02 NL (6 max) - Holdem - 6 players
      Hand converted by PokerTracker 4

      MP: 64 BB
      CO: 100 BB
      BTN: 103 BB
      SB: 24.5 BB
      Hero (BB): 151.5 BB
      UTG: 100 BB

      SB posts SB 0.5 BB, Hero posts BB 1 BB

      Pre Flop: (pot: 1.5 BB) Hero has Q:heart: J:diamond:

      fold, MP raises to 2 BB, fold, fold, SB calls 1.5 BB, Hero calls 1 BB

      Flop: (6 BB, 3 players) T:heart: T:diamond: J:spade:
      SB checks, Hero bets 4 BB, MP calls 4 BB, fold

      Turn: (14 BB, 2 players) Q:diamond:
      Hero bets 9 BB, MP calls 9 BB

      River: (32 BB, 2 players) 8:diamond:
      Hero checks, MP checks

    • christinew
      christinew
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2010 Beiträge: 711
      Ich hab hier auch eine Hand für den neuen Einsteigerkurs:

      Pacific, $0.02/$0.05 No Limit Hold'em Cash, 6 Players
      Poker Tools Powered By Holdem Manager - The Ultimate Poker Software Suite.

      Hero (SB): $6.34 (126.8 bb)
      BB: $1.67 (33.4 bb)
      UTG: $2.37 (47.4 bb)
      MP: $6.16 (123.2 bb)
      CO: $5 (100 bb)
      BTN: $8.73 (174.6 bb)

      Preflop: Hero is SB with :9h: :9d:
      UTG raises to $0.14, 3 folds, Hero calls $0.12, BB folds

      Flop: ($0.33) :Jh: :6d: :3h: (2 players)
      Hero checks, UTG bets $0.24, Hero calls $0.24

      Turn: ($0.81) :Tc: (2 players)
      Hero checks, UTG checks

      River: ($0.81) :5d: (2 players)
      Hero checks, UTG bets $0.40, Hero calls $0.40


      Preflop finde ich den Call hier Standard!

      Am Flop checke ich und calle als Bluffcatcher. Ich denke die Betsize kann man gerade noch callen

      Am Turn checke ich und hätte auf eine Bet aufgegeben.

      Am River hätte ich hier wohl auch selber 1/2 Pot betten können oder? Die Betsize des Gegners calle ich ja auch. Da hätte ich wenigstens noch FE gehabt.
      Eine grössere Bet des Gegners hätte ich hier nicht gecallt.
    • Schluchti11
      Schluchti11
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2010 Beiträge: 86
      Ich habe noch eine Verständnisfrage zur Minraise Regel. Warum gilt die nur für Minraises, die kein Steal sind?

      Angenommen ich sitze im Button und der Cut-off open minraised. Ich habe eine blaue Starthand. Folde ich da wirklich gegen CO aber Calle gegen MP2?
      Und was ist, wenn ich im SB sitze und BTN minraised als Steal?
    • Golodion
      Golodion
      Bronze
      Dabei seit: 26.12.2006 Beiträge: 391
      Hi christinew,

      es ist gerade am Anfang wichtig, sich genau an die Strategie zu halten und Entscheidungen anhand der Vorgaben zu treffen und für sich zu begründen. Daher stellt sich bereits Preflop die Frage, warum genau du callst. "Standard" reicht nicht aus, denn normalerweise callen wir ja nicht gegen einen Raise vor uns.

      Preflop:
      Wir könnten 99 nach der Call-20-Regel callen, wenn der Raiser und wir noch jeweils mindestens das 20-fache des zu callenden Betrags als Reststack haben. Das sind bei einem Raise auf $0.14 für einen Call im SB ($0.12 zu callen) $2.40. Wir haben zwar $6.34, aber Villain hat schon vor dem Raise nur $2.37, danach sogar nur $2.23 übrig. Daher müssen wir folden.

      Flop:
      Wir sollten nicht mehr in der Hand sein, da wir Preflop folden müssen. Aber as played:
      Wir haben keine Made Hand. Daher spielen wir check/fold. Wir wollen keine Bluffs mit Calls catchen, und nach dem Preflop Raise und dem J auf dem Board haben wir wahrscheinlich nicht die beste Hand.

      Turn:
      As played:
      Check/fold ist korrekt: Wir haben noch immer keine Made Hand, und jetzt schlägt uns schon jede T und jeder J.

      River:
      Check/fold, siehe oben.
    • christinew
      christinew
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2010 Beiträge: 711
      @ Golodion.. Danke für die Ausführliche Erklärung! Ja Call 20 Regel hatte ich nicht beachtet!
    • Golodion
      Golodion
      Bronze
      Dabei seit: 26.12.2006 Beiträge: 391
      Hallo @ Schluchti11,

      das liegt daran, dass es auch viele Hobbyspieler gibt, die aus den Steal-Positionen klein raisen, und 2 BB als Steal-Höhe ist nicht unüblich. Bei einem Steal wird die Range des Gegners im Durchschnitt stärker sein als bei einem Limp. Aus anderen Positionen spielen viele Spieler Minraises als Quasi-Ersatz für einen Limp.
      Solange wir das Spielverhalten des konkreten Gegners nicht genau kennen, vereinfachen wir und sagen: Wer aus MP3 und MP2 minraist, wird wie ein Limper behandelt, wer aus CO , BTN und SB minraist, wird wie ein Raiser behandelt.
    • Schluchti11
      Schluchti11
      Silber
      Dabei seit: 21.11.2010 Beiträge: 86
      Ok,

      vielen Dank für die Erklärung.
      Klang auf den ersten Blick etwas unverständlich, da man ja normalerweise den früheren Spielern eine tightere Range gibt. Aber klar, mit dieser erhöhen sie normalerweise mehr und ein Minraise ist eher ein Zeichen für Schwäche als in einer späteren Position, wo Minraises üblicher sind. :f_thumbsup:
    • Golodion
      Golodion
      Bronze
      Dabei seit: 26.12.2006 Beiträge: 391
      Hallo @ Schluchti11,

      zu deinen Händen:

      Hand 1:
      Preflop korrekt.
      Flop: Wir machen die Bluffcontibet gegen einen Gegner, nicht gegen mehr. Check/fold wäre richtig. Als Einsteiger ist die richtige Höhe 2/3 Postsize; als fortgeschrittener Einsteiger lernen wir, auf 1/2 Potsize zu reduzieren, wenn wir nicht treffen. 1/3 ist in fast allen Fällen viel zu wenig.

      Hand 2:
      Preflop: Am Button raisen wir 2,5 BB.
      Flop: Das ist ein interessanter Spot. In Lektion lernen wir, dass wir mit einer Made Hand gegen eine Donk vor uns raisen, wenn es eine Minbet ist, und sonst folden, da wir nur noch Monster weiter spielen. Hier haben wir zwei Bets vor uns, die insgesamt einige Stärke zeigen. Daher ist fold richtig.
      Turn: Hier kommen unzählig Draws an, unsere Hand ist so gut wie nichts mehr wert. Allerdings haben wir nur noch Potsize als Stack übrig und sind commited, und mit den geringen Chancen, dass Overpair noch gut ist und dem Re-Draw auf den Clubs Flush mit Q high müssen wir broke gehen.

      Hand 3:
      Preflop: Korrekt.
      Flop: Starke Draws spielen wir wie Made Hands und raisen als Contibet auf 2/3 Potsize.
      Turn: Kleine Bet des Gegners, wir liegen meist mit Toppair noch vorne und haben den OESD: gegen den kleinen Stack des Gegners ist AI richtig.

      Hand 4:
      Preflop: Fold! QJo spielen wir im BB nicht!
      Flop: Check/fold! Wir sind nicht PFA und haben keine Made Hand! Das Pair auf dem Board dürfen wir nicht zur eigenen Handstärke zählen, da es auch für den Gegner zählt und offensichtlich ist. Daher ist unsere Hand nur das Midpair wert.
      Turn: As played: Korrekt.
      River: Bet 2/3 Potsize! Wir haben vermutlich noch ein Monster, mindestens eine Made Hand mit dem Twopair, auch wenn viele Draws angekommen sind. Auf Gegenwehr des Gegners müssen wir vermutlich aufgeben.
    • christinew
      christinew
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2010 Beiträge: 711
      Hand 4:
      Preflop: Fold! QJo spielen wir im BB nicht!


      2 BB Erhöhungen werden doch von any Broadway am BB gecallt?