"Lernen" lernen

    • Sjard
      Sjard
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2005 Beiträge: 476
      Hi wusst nicht genau wohin damit, ist nicht komplett offtopic aber gut denke es passt.
      Fangen wir am besten ganz am Anfang an:
      Ich heisse Sjard bin 23 Jahre alt und studiere in Frankfurt Jura, mehr oder weniger (meist weniger). Bin jetzt im 5. Semester aber hab noch nicht wirklich groß was gemacht. Ein Schein hier ein Schein da, aber viel ist das nicht gewesen, so dass ich mich wirklich Student nennen könnte. Mir ist aber klargeworden, dass ich langsam mal meinen Arsch hochbekommen und was tun muss. Mein Problem ist, dass ich noch nie wirklich gelernt habe. In der Schule hab ich bis auf die Oberstufe (und dort nur gelegentlich) Hausaufgaben gemacht. Das Lernen für Klausuren bestand darin sich am Abend vorher einen Spicker zu machen, ums mal etwas überspitzt darzustellen. Ich war immer von der Minimax Fraktion. Minimaler Aufwand, maximaler Erfolg, hab so mein Abi mit immerhin 2,3 gemacht. Bin immer etwas faul gewesen. Ich würde mich als zumindest durchschnittlich intelligent und talentiert bezeichnen und denke, dass ich auch ein Studium hinbekommen könnte. Nur habe ich das Lernen richtiggehend verlernt, vielleicht sogar niemals GElernt!
      Jedesmal wenn ich versuche mich hinzusetzen und etwas zu lernen treten die selben Symptome auf: Ich bin anfangs noch konzentriert, sogar motiviert aber nach spätstens 15min werde ich unruhig. Die unwichtigesten Dinge sind plötzlich wichtig, ich muss den Müll runterbringen, das Zimmer saugen, dies, das, etc... Alles erscheint plötzlich wichtiger als mein Lehrbuch. Mein inneres/mein Körper sträubt sich anscheinend gegen das Lernen/Konzentrieren. Das macht mich natürlich wütend weil ich ja eigentlich WILL! Letztlich endet es meist in Frust, Wut und Enttäuschung. JEdenfalls komme ich so nicht weiter.
      Hat jemand ähnliche Erfahrungen und Ideen wie man lernen wieder lernen kann??

      Danke fürs Lesen!
      Schönen Gruß

      Sjard
  • 16 Antworten
    • Tiltberger
      Tiltberger
      Bronze
      Dabei seit: 23.06.2005 Beiträge: 28.152
      kenn ich... deshalb studier ich bwl! :D

      ich würd dir empfehlen auf da bibliothek zu lernen... da hast keine ablenkung!
      und alle andern machen das gleiche wie du!
    • Jok4r
      Jok4r
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2006 Beiträge: 505
      Hi,

      ich studier gerade in Gö im 6. Semester Internationale Wirtschaft, bzw. dann ab nächstes Semester den Master in Untenehmensführung.
      Ich hab eigentlich genau die gleichen Probleme wie du. Ich habe nie viel gelernt und es fällt mir sehr schwer mich über einen längeren Zeitraum zu konzentrieren.

      Meine Tips:

      - lern in der Bibliothek, oder vielleicht in nem Cafe. Vor allem in einer Bibliothek hast du deine Ruhe und keine Ablenkung. Ich muss mit dem Fahrrad 15min. bis zur Bib fahren. Da setzt man sich dann schon hin und zieht wenigstens 2 Stunden am Stück durch wenn man erstmal da ist.

      - wenn du zu Hause lernst und dich einfach nicht lange konzentrieren kannst, dann lern halt 20 min. und mach dann erstmal wieder ne halbe Stunde Pause, dann wieder lernen und so weiter... Mit der Zeit solltest du dann die Lernintervalle ausweiten und dich sozusagen langsam ans lernen gewöhnen

      Mir hat das ganze jedenfalls geholfen, aber ich bin immernoch ne faule Socke und auch weitere Tips dankbar :)


      PS: Bei mir läufts immer wenn ich unter Druck bin. Als ich für meine Seminararbeit z.B. nur noch 5 Tage hatte habe ich diese 5 Tage jeweils 18Std. dran gesessen und mich nicth ablenken lassen, damit ich den Kram fertig bekomme. Man muss halt "nur" diese Disziplin auch ohne den Zeitdruck an den Tag legen...
    • Haiku
      Haiku
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 216
      Tja, leider bekommt man weder in der Schule, noch an der Uni vermittelt, wie man eigentlich lernt. Vorallem die "Schlauen" lernen nur, sich geschickt durchzumogeln.
      Ich kann Dir die Bücher von Wolfgang Endres wärmstens empfehlen. Ich habe damals, als ich in der 7. Klasse war das Buch "So macht lernen Spaß" geschenkt bekommen, gemeinsam mit meinem Bruder durchgearbeitet und die Lernstrategien auch später im Studium (Medizin, noch Fragen?) gut gebrauchen können. Das Buch richtet sich zwar an Schüler, ist aber fürs Studium genauso verwendbar.
      Genau die Probleme, die Du geschildert hast werden besprochen, also z.B. wie fange ich an, was für ein Lerntyp bin ich, wie schaffe ich eine lernfreundliche Umgebung, wie lerne ich effektiv...

      Viel Spaß und man kann Lernen tatsächlich lernen, anstrengend bleibt es leider trotzdem...:)
    • HeinzWaescher
      HeinzWaescher
      Bronze
      Dabei seit: 02.09.2006 Beiträge: 1.696
      - lern in der Bib
      - such dir Leute die grad das gleiche lernen müssen
      - lerne nicht nur durch pures lesen. das war mein Problem am Anfang, da hat man schnell kein Bock mehr und denkt eigentlich an was ganz anderes. Schreib dir Sachen raus, erstelle selbst Zusammenfassungen und lös Aufgaben
    • Vincent384
      Vincent384
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2006 Beiträge: 1.364
      Ich studier Baunigenieurwesen, da ist ohne viel lernen auch nichts zu holen.
      Ich treff mich immer mit kommilitonen und lern mit den zusammen, klappt eigentlich super. Es ist nicht ungewöhnlich das wir über den "prüfungszeitraum" 6 Stunden pro Tag lernen. Alleine würde ich das nie schaffen, nichtmal ein Bruchteil davon. Und zu Schulzeiten hätte ich das auch nicht für möglich gehalten.
      Such dir nen paar Leute und probiers.

      Viel Erfolg
    • RacOviedo
      RacOviedo
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2006 Beiträge: 2.729
      Ohne Bibliothek geht bei mir ebenfalls NIX. Nach dem ersten Jahr (studiere ebenfalls Jura) hab ichs versucht, zu Hause zu lernen....es war Sommer, jeden Tag 35°, perfektes Badewetter. Aber da ich ja lernen musste, hab ich den Kumpels immer abgesagt. Zu Hause hab ich dann so ziemlich nichts gemacht, so nach 20 Minuten erstmal Käffschen holen, TV gucken, kurz ne Runde zocken etc. Am Abend hatte ich dann nur ein schlechtes Gewissen und hab mich geärgert, weil ich nicht baden gegangen bin. Nach 2-3 Wochen war ich kurz vor einer Depression. Tja, schlussendlich dann noch durch die Prüfungen geflogen. (Allerdings nur verdammt knapp!)

      Trotzdem hat mir das geholfen...im folgenden Semester musste ich dann die ganze Scheisse nachholen und hatte viel mehr zu tun als alle anderen. Gelernt hab ich dann in der Bibliothek, jeden Tag von 08.00 bis 15.00 oder ab und an auch länger....und das wirkte natürlich Wunder. Bin jetzt mit dem 2. Jahr fertig, hab alle alten Prüfungen "aufgeholt" und bin wieder up to date. Aufgrund meiner Faulheit mach ich natürlich während dem Jahr immer noch viel zu wenig, kann das aber mit ner intensiven Prüfungsvorbereitung wieder rausreissen, so dass ich immerhin überall genügend bin. ;)

      Fazit: Bibliothek ftw!!

      Gründe pro Biblio. ==> Ruhe, keine Ablenkung (TV, Kaffee, PC, usw.), "Gruppenzwang" durch Komilitonen...wenn da noch 5 andere vom selben Studium strebern, dann kann man nicht einfach nach ner Stunde abhauen, sondern bleibt, bis die andern die Fliege machen. ;) Und zudem kann man die andern Studis bei Problemen fragen oder mit ihnen mal Päuschen einlegen, was sich natürlich bei den heissen Juristinnen durchaus lohnt. ;)
    • Barca4life
      Barca4life
      Bronze
      Dabei seit: 07.02.2007 Beiträge: 399
      der text hätte von mir sein können :D

      vielleicht probier ich es auch mal mit bibliothek, wohne keine 5 fahrradminuten davon entfernt

      gerade befinde ich mich auch in der klausurphase und ich hätte viel mehr vom tag wenn ich mich einfach mal 2 h hinsetzen könnte und lerne, statt max. 2 h am tag verteilt zu lernen ohne zeit für sport etc. zu haben, weil ich ja eigentl. jeden moment anfangen will, aber dann lieber surfe, tv gucke oder plötzlich nach monaten wiedermal mein zimmer durchwische :rolleyes:
    • BoneCS
      BoneCS
      Bronze
      Dabei seit: 14.10.2006 Beiträge: 5.454
      bin zwar (noch) nicht auf der uni hol aber grad mein abi nach. ich kenn die problematik auch nur zu gut...so gut wie zu prüfungen is meine wohnung nie aufgeräumt! :D

      was hier schon ein paar mal erwähnt wurde. lern nich in der wohnung. setz dich in ein ruhiges cafe oder geh in die bibliothek. daheim bin is man immer zu abgelenkt!
      allerdings muss man seinen arsch da auch erst mal hin bewegen... *g*
    • zweiblum88
      zweiblum88
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2006 Beiträge: 2.397
      mir geht / ging es immer so, dass ich auch nicht von Null auf 8 Stunden Lernen pro Tag gehn konnte. Ist etwa so wie mit dem Joggen, wo man sich auch von Mal zu Mal steigert:20 min, 25, usw

      Fang an mit kleineren Blöcken und wenn die nur bei 30 Minuten liegen kannst du es jetzt eh nicht ändern. Nach ein paar Tagen aber kann dein Gehirn länger konzentriert arbeiten und du bist sich schnell bei 60 Minuten Blöcken.
      Lernst du regelmäßig viel kannst auch mal einen ganzen Tag 8 Stunden nur mit lernen (und Pausen ...) verbringen ohne dass du nebenher alles andere spannender findest.
    • TyCobb
      TyCobb
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2006 Beiträge: 3.954
      Didaktisch ist es sowieso am sinnvollsten viele kleine Blöcke zu machen, denn schon nach etwa 30 min. läßt scheinbar die Konzentration nach. Daher verpacke Dir das lernen in kleine Blöcke mit regelmäßigen Pausen, dann wird das schon.

      Btw: Das Jurastudium ist gut schaffbar und je länger man sich damit beschäftigt, desto mehr "Spass" bringt es. Viel Glück weiterhin.
    • RacOviedo
      RacOviedo
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2006 Beiträge: 2.729
      Original von TyCobb
      Didaktisch ist es sowieso am sinnvollsten viele kleine Blöcke zu machen, denn schon nach etwa 30 min. läßt scheinbar die Konzentration nach. Daher verpacke Dir das lernen in kleine Blöcke mit regelmäßigen Pausen, dann wird das schon.
      Ich mache immer Blöcke à 45 Minuten, dann 15-20 Minuten Pause. Manchmal vergeht die Zeit auch schneller und man hat gar kein Bedürfnis nach ner Pause, das ist dann optimal. ;) Aber eher selten, hehe. Mit der Zeit entwickelt man eigentlich ein ganz gutes Zeitgefühl und kann ziemlich genau abschätzen wann die 45 Min rum sind und man Pause machen kann.

      Ach ja, viele arbeiten auch mit irgendwelchen Mittelchen, Konzentrationssteigerung etc. Hab ich bisher eigentlich nicht viel von gehalten, aber kürzlich hat mir meine Grossmutter irgendwelche Tröpfchen aus der Apotheke besorgt. Weiss nicht obs nur der Placeboeffekt ist, aber es scheint schon zu helfen. So kann ich mich sogar zu Hause mal ne Weile hinsetzen und was lesen, ohne gleich die Konzentration zu verlieren. Muss man halt mal austesten, aber natürlich gehts auch ohne sowas. ;)


      p.s.: Hab mal gelesen, dass Medizin-Studenten immer häufiger zu "Ritalin" greifen. Damit werden eigentlich hyperaktive Kinder (bzw. ADS) beruhigt, aber es soll sich auch zum Lernen bestens eignen. Man spürt die Müdigkeit nicht, hat kaum Hunger und ist konzentriert. Lernen + abnehmen...ftw :D
      Kann mir allerdings nicht vorstellen, dass das gesund ist. ;)
    • zweiblum88
      zweiblum88
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2006 Beiträge: 2.397
      und ich kann mir nicht vorstellen dass Medizin-Studenten einfach so an verschreibungspflichtige Medikamente kommen!? ODer ist das so??
    • Haiku
      Haiku
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 216
      Medizinstudenten erhalten keinen Blanco-Rezeptblock zur Einschreibung. Insofern fällt es ihnen genauso schwer an Medis zu kommen, wie jedem anderen. Ritalin "hilft" nur den Hyperaktiven, ansonsten ist es wahrscheinlich prima wenn Du unbedingt über deinen Büchern einschlafen willst.
      Alle anderen freiverkäuflichen Mittel sind -ev für den Geldbeutel und wirken hauptsächlich über den Placebo Effekt, der allerdings nicht zu unterschätzen ist. Mein persönlicher Drogencocktail für Lernsessions a la 200 Seiten in fünf Tagen bestand aus: Toblerone (läßt sich nicht so schnell verspeisen, wie andere Schokolade und enthält Zucker und "Glücksbotenstoffe") kombiniert mit starkem schwarzem Tee.
      Und wirf den Fernseher aus dem Fenster, sonst wird das nichts mehr mit dem Jurastudium!
    • RacOviedo
      RacOviedo
      Bronze
      Dabei seit: 14.11.2006 Beiträge: 2.729
      Original von Haiku
      Medizinstudenten erhalten keinen Blanco-Rezeptblock zur Einschreibung. Insofern fällt es ihnen genauso schwer an Medis zu kommen, wie jedem anderen. Ritalin "hilft" nur den Hyperaktiven, ansonsten ist es wahrscheinlich prima wenn Du unbedingt über deinen Büchern einschlafen willst.
      Alle anderen freiverkäuflichen Mittel sind -ev für den Geldbeutel und wirken hauptsächlich über den Placebo Effekt, der allerdings nicht zu unterschätzen ist. Mein persönlicher Drogencocktail für Lernsessions a la 200 Seiten in fünf Tagen bestand aus: Toblerone (läßt sich nicht so schnell verspeisen, wie andere Schokolade und enthält Zucker und "Glücksbotenstoffe") kombiniert mit starkem schwarzem Tee.
      Und wirf den Fernseher aus dem Fenster, sonst wird das nichts mehr mit dem Jurastudium!
      Natürlich kriegen die das Zeug nicht einfacher als wir. Aber Ritalin ist aufm Schwarzmarkt relativ einfach zu beschaffen und bewirkt so einiges. Das hab ich in ner seriösen Zeitung gelesen. Es ist insofern paradox, als es den Hyperaktiven zur Beruhigung dient, den "Normalen" jedoch zu Ausdauer, Energie und Konzentration verhilft. ;)

      Aber wie gesagt, empfehlen kann ichs trotzdem nicht. Vielleicht gibts ja trotzdem einige, die da mehr erzählen können....interessant wärs alle mal.
    • aetos
      aetos
      Bronze
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 641
      ich könnte, wenn ich lust hätte zu schreiben.
      studiere kein medizin, nehme es aber trotzdem.
      der "paradoxe" effekt kommt dadurch zustande, dass ad(h)sler aufgrund einem problem ihres neurotransmittercocktails ständig leicht am einschlafen sind. deren gehirn reagiert dann auf jegliche reize sehr stark und kann nicht mehr so richtig filtern. ritalin, das eine struktur ähnlich dem kokain besitzt, putscht sie ein bisschen auf und sie werden: ruhiger.
    • Aristoteles911
      Aristoteles911
      Global
      Dabei seit: 10.08.2007 Beiträge: 1
      Falls du extreme Konzentrationsschwierigkeiten hast, dann solltest du es mal mit mentalem Training versuchen. Das hilft nicht nur sich zu konzentrieren, sondern auch um sich selbst besser im Griff zu haben, bezüglich Wut, Trauer und Angst, einfach im weiteren Leben.

      Beschäftige dich mal 5 Minuten täglich mit dir selbst. http://www.pokerstrategy.com/wbb_de/images/icons/icon2.gif
      Augenzwinkern
      Erste Lektion:

      1. Nimm eine dir bequeme Haltung ein. (liegend, stehend, sitzend, im schneidersizt ist völlig egal, hauptsache du kannst dich einige minuten in der situation wohl fühlen. Ich schließe dabei immer meine Augen.

      2. Reguliere deinen Atem, atme bewusst! Nimm 20 Atemzüge + /- ein paar und verfolge den Weg der Luft durch deinen Körper bis zu Lunge und zurück.
      Versuche dabei alle deine Gedanken nur darauf zu fixieren, versuche an nichts zu denken. An nichts denken wird komisch klingen, versuche nicht über das was dir im Kopf in diesem Moment herumgeistert nachzudenken, lass es kommen und gehen, bleib ganz bei deiner Atmung.

      3. Stelle eine innere Ruhe her, bleib noch eine weile sitzen.

      Wenn du das wirklich jeden Tag machst, dich mit dir selbst befasst und versucht deine Konzentration auf deinen Atem zu lenken, wirst du nach einer Zeit, kann wochen, kann monate dauern merken, dass du dich auf andere Dingen konzentrieren kannst.

      "Lernen" zu lernen... das Lernen fängt häufig bei sich selbst an.
      Vieeel zu lang geworden, sorry, aber es hilft, wenn man die Kraft hat es durchzuhalten! Viel Erfolg!