Iso-Raise/OpenRaise und dicke Callingstations dahinter

    • aceofspace
      aceofspace
      Bronze
      Dabei seit: 19.03.2007 Beiträge: 1.342
      Hi,

      flogende Situation:

      Ich Openraise bzw. Isoliere einen Spieler, gegen dessen Range ich einen Vorteil habe.
      Das Problem ist nun, dass 3 fette Callingstations noch hinter mir sitzen, von denen mindestens einer oder zwei immer coldcallen.


      Also kann ich ja vorausschauend schon von einer Durchschnitts-Equity von 25%-33% ausgehen. Im Prinzip brauche ich dafür stärkere Hände, weil ich jetzt ja gegen mehrere Gegner spielen muss.

      Wie sollte ich den ORC oder den Raising-One-Limper-Chart aus SilberArtikel an die Situation anpassen, dh. auf welche schlechteren ORC/Iso-Hände sollte ich verzichten?

      :)
  • 6 Antworten
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      erst mal grundsätzlich zur Überlegung:

      Die Behauptung, dass wir eher stärkere Hände brauchen, weil mehr Gegner in der Hand sind ist quatsch, denn es ist ja auch mehr Geld im Pot (bzw. wir brauchen weniger durchschnittsEQ).

      Rein theoretisch sieht es so aus: Wenn die Gegner hinter dir mit der gleichen Range callen wir der Limper vor dir limpt und du somit gegen jeden einzelnen eine Edge hast, solltest du meißtens auch gegen alle zusammen eine Edge haben (A-High Hände und evtl. kleine Pockets verlieren gegen viele Gegner natürlich einiges ihrer EQ).

      In der Praxis solltest du also nicht unbedingt nur bessere Hände raisen, sondern eher Hände, die multiway tauglich sind. Im Umkehrschluss solltest du also Hände, die eher für HU gut sind, öfter folden.
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Das heisst, wenn die Blinds die erwähnten fetten Callingstations sind, sollte man eher mit JTs raisen, als mit sowas wie A8o, und andersrum, wenn die Blinds eher Rocks/TAGs sind?
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      Original von OstapBender
      Das heisst, wenn die Blinds die erwähnten fetten Callingstations sind, sollte man eher mit JTs raisen, als mit sowas wie A8o, und andersrum, wenn die Blinds eher Rocks/TAGs sind?
      so ungefähr, ja =)
    • aceofspace
      aceofspace
      Bronze
      Dabei seit: 19.03.2007 Beiträge: 1.342
      theoretisch sind mir deine Erklärungen klar.

      Konkret auf die Praxis bezogen hab ich da noch fragen. als frischling hab ich noch nicht den überblick, wo ich die grenze zwischen multiway-tauglichen u. HU- taugelichen Händen ziehen kann.


      prinzipiell hat die situation, die ich beschrieben habe, ja ähnlichkeit mit dem Spiel gegen 2 Gegner, die vor mir gelimpt haben.

      was haltet ihr davon, in solchen Situationen gleich so zu tun, als ob man gegen 2-3 Gegner spielt u. die Tabellen "Limper 2,3" aus dem SH-Chart anzuwenden?

      die hände in der Limper 2,3 Tabelle sind ja schon von natur aus mehr auf multiway- tauglichkeit ausgelegt als die "Limper 1" Tabelle.

      Das würde dann teileweise auch dazu führen, dass ich overlimpe - zb. kl/mitllere Pockets, A9o, K9s,Q9s,...). dabei kann ich mir aber zu 90% sicher sein, dass hinter mir noch 1-2 gegner in die Hand einsteigen u. ich auch in den seltensten fällen geraist werde. Die implied odds gegen 2-3 Callingstations sind ja auch nicht zu verachten.

      kann ich das in der praxis so umsetzen?

      Edit: das heisst im umkehrschluss, je tighter die spieler hinter mir sind, desto eher kann ich schlechtere Hände in meine Isolations-Range aufnehmen.
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      wenn du solche Hände overlimpst, solltest du dir aber wirklich sehr sicher sein, dass noch mehr Leute einsteigen, dann kann man das mit Pockets aber auf jeden Fall machen....mit A9o etc, bin ich mir jetzt nicht so sicher, ob das Sinn macht, gefällt mir auf den ersten Blick erstmal nicht, kann ja vllt. noch mal wer anderes was zu schreiben ^^
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Was haltet ihr davon, in solchen Situationen gleich so zu tun, als ob man gegen 2-3 Gegner spielt u. die Tabellen "Limper 2,3" aus dem SH-Chart anzuwenden?

      Das würde dann teileweise auch dazu führen, dass ich overlimpe - zb. kl/mitllere Pockets, A9o, K9s,Q9s,...). dabei kann ich mir aber zu 90% sicher sein, dass hinter mir noch 1-2 gegner in die Hand einsteigen u. ich auch in den seltensten fällen geraist werde. Die implied odds gegen 2-3 Callingstations sind ja auch nicht zu verachten.
      Dieser Ansatz ist sinnvoll.

      Dazu sollte man aber einschränkend sagen, daß das SH-Silberchart teilweise diskussionswürdige Einträge hat. Der A9o Call-Eintrag ist einer davon. Auch könnte man QJs nach 3 loosen Limpern in Position auch easy raisen, genau wie 88. Daß KJo plötzlich unspielbar wird ist auch merkwürdig, genau wie daß man JTO nicht spielen darf. Aber wie gesagt, prinzipiell ist die Methode schon ok, wenn man sich sehr sicher ist, daß nach einem noch andere reinlimpen. Ed Miller hat auf einer seiner DVDs sogar openlimping mit small Pockets aus MP2 empfohlen, wenn nach einem noch einige sehr loose-passive Spieler kommen. Möglich ist das also.

      Bei drawing Hands macht es aber einen Unterschied, ob man in position oder out of position ist. IP läßt sich postflop mit wesentlich höherem Ev spielen. Deswegen könnte es sein, daß manche Hände, die ip gelimpt werden, oop unspielbar sind. (Aus dieser Sicht macht auch der A9o Eintrag mehr Sinn. A9o ausm BU oder SB zu callen ist wesentlich besser als zB aus MP3 zu overlimpen!)