Es soll der Moment gekommen sein für einen neuen Ansatz der Berichterstattung. Tagebücher gibt es (hier) viele, für eventuell Interessierte schreibe ich ein Curriculum mit folgenden Ansätzen:

-(Gegner-)Psychologie / Selbstmanagement
-intuitiv-kreatives Spiel vs. mathematischer Ansatz
-Reetablierung der deutschen Sprache/Orthographie in diesem Forum
-die Notwendigkeit des Humors eines Pokerspielers
-kritische Betrachtungen
-eine Philosophie des Spiels
-die Bankroll als relative Größe


Kurz zu meinen Pokerstationen:
Beginn bei PS.de am 16.Januar
aktiv auf PartyPoker
aktuelles Limit .5/1
bevorzugte Literatur: SSH

Folge 1:

Nach vier Monaten Poker stellt sich mir die Frage, wie mein Verhältnis zu diesem Spiel ist und sein wird bzw. sein soll. Oder trivial formuliert, was sind meine Ziele. Die erste Gefahr des hier oftmals vermittelten Weges ist die qualitative Beurteilung anhand von Geld. Poker wird in Geld gemessen, dabei werden andere Faktoren vernachlässigt oder unterschätzt. Wie sieht es z.B. mit der Spielfreude aus, mit der Lust, seine Freizeit mit einem attraktiven Spiel zu verbringen, das unsere Intuition, Kreativität und Intelligenz fordert. Ich glaube mittlerweile, daß dies genau der Grund ist, warum ich im Schnitt einmal am Tag pokere. Es ist abwechslungsreich und jedes Spiel ist ein kleines Leben. In den Zeiten des "Zappings" ist eine Partie Texas Hold'em eine uns angenehme Zeiteinheit. Dabei bluffen wir, ermitteln wir Outs und Odds und lesen unsere Gegner. Freude machen tut es scheinbar, so sind wir determiniert, dann, wenn wir erfolgreich sind. Was aber nicht heißt, daß wir in Manier eines Scientologen den Weg an die Spitze suchen, sondern jeder seine Form des Erfolgs für sich definiert. Es gibt hier einen Spieler, der seinen Weg geht, und dieser Weg wird nicht nach oben sein, sondern nach vorn, voller Spielfreude und Mitteilsamkeit. Pokern heißt auch sich selbst erleben. Klingt esoterisch, kitschig, ist es vermutlich auch, aber trotzdem wahr. Die Bankroll für 1/2 habe ich dicke, aber ich bin jedes Mal mit -50BB in einer Session ins Bett gegangen, wenn ich mich hochkonzentriert an einen 1/2-Tisch gesetzt habe. Jetzt spiele ich wieder .5/1, nach hiesigen Maßstäben sehr erfolgreich, aber viel wichtiger, mir macht es Spaß. Ich werde als Hitlerjunge beschimpft, nachdem sich mein Flush komplettiert hat, ich beschimpfe meine Gegner, nachdem sich deren runner-runner-flush komplettiert hat. Ich bette Müll, weil ich FoldEquity sehe oder auch nicht. Ich folde, obwohl ich die beste Hand habe. Kurzum, ich lebe.
Weiter auf dem Weg zur unerreichbaren Perfektion....

Zum Schluß meine "Hand der Woche":

Party Poker 0.50/1.00 Hold'em [color:#0000FF](6 handed)[/color] link

Preflop: Hero is UTG with 9:club: , 9:heart: .
[color:#CC3333]Hero raises[/color], CO calls, [color:#666666]1 folds[/color], SB calls, [color:#666666]1 folds[/color].

Flop: (7.00 SB) 2:spade: , 9:diamond: , A:club: [color:#0000FF](3 players)[/color]
SB checks, [color:#CC3333]Hero bets[/color], CO calls, SB calls.

Turn: (5.00 BB) T:spade: [color:#0000FF](3 players)[/color]
SB checks, [color:#CC3333]Hero bets[/color], CO calls, SB calls.

River: (8.00 BB) J:spade: [color:#0000FF](3 players)[/color]
SB checks, Hero checks, [color:#CC3333]CO bets[/color], SB folds, Hero calls.

Final Pot: 10.00 BB.
Results in white below:[color:#FFFFFF]
CO has 8s 7h (a straight, seven to jack.)
Hero has 9c 9h (three of a kind, nines.)
CO wins 9.50 BB.
[/color]