Bankrollmanagement Advanced

  • 4 Antworten
    • Ingsche
      Ingsche
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2007 Beiträge: 280
      In dem Artilkel steht, dass man sich ein ausreichendes Polster vor dem Shorthanded-Umstieg auf 0,5/1$ erwirtschaften soll. Wenn ich jetzt soweit bin und auf 1/2$ aufsteigen möchte, soll ich dann auch gleich mit Shorthanded weitermachen oder mich erst mit Fullringtischen an das neue Limit gewöhnen? Eigentlich is das eine indivieduelle Sache oder?

      Mfg
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      richtig, ist ne individuelle sache :)

      einfach immer auf's BRM achten, auf 1/2-SH also erst mit 1000$
    • Heiliger
      Heiliger
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.635
      Hallo

      Ich habe auch mal was ausgearbeitet:


      Aggressives BRM:

      Beim Bankrollmanagement sollte das Augenmerk nicht nur aufs Kapital gerichtet sein, sondern auch auf die Tischanzahl. Ich bin der Meinung, dass man auch, wenn man die notwendige BR für ein Limit besitzt, mit zu vielen Tischen, auch underrolled sein kann.
      Gewöhnlich steigt man SH bei mind. 500BB des nächsthöheren Limts auf (FR – mind. 300BB) und ca. bei 500BB des niedrigeren Limits (FR – 300BB) wieder ab, um nicht zu underrolled zu sein. Diese Regel beziehe ich aber nur auf 4 Tische.

      z.B.:
      SH – BR: $1000 = Aufstieg zu $1/$2 (max. 4 Tische)

      Dies könnte man aber auch erweitern:

      SH – BR: $1000

      bis zu 8 Tische $0,5/$1
      bis zu 4 Tische $1/$2
      bis zu 2 Tische $2/$4
      oder 1 Tisch $4/$8 (falls vorhanden; $5/$10 wäre schon zu hoch!!!).

      Natürlich ist dieses System nicht für Anfänger oder SH-Umsteiger geeignet. Man sollte schon etwas Erfahrung und viel Disziplin mitbringen, um auch rechtzeitig wieder abzusteigen. Dieses BRM richtet sich eher an erfahrene Spieler (die schon höhere Limits gespielt haben), die regelmäßig auscashen und dessen BR deshalb oft klein bleibt, oder die auf Pokerseiten spielen, die zu einer gewissen Zeit nur eine begrenzte Anzahl von Tische aufweisen.
      Außerdem kann man so den hohen Rake kleinerer Limits etwas umgehen.
      Wichtig ist aber, bevor man zu spielen beginnt, dass man die BR im Auge behält, um zum richtigen Zeitpunkt abzusteigen (oder möglicherweise aufzusteigen), sollte die BR nicht reichen.

      z.B. wieder:

      SH – BR: $1000
      2 Tische $2/$4

      Abstieg bei:

      BR: $500

      bis zu 4 Tische $0,5/$1
      bis zu 2 Tische $1/$2
      bis zu 1 Tisch $2/$4

      oder

      Aufstieg, z.B. bei:

      BR: $1500

      bis zu 6 Tische $1/$2
      bis zu 3 Tische $2/$4
      bis zu 1 Tisch $4/$8

      Natürlich können auch verschieden Limits gemischt werden (sollten nur wenige Tische verfügbar sein):

      SH – BR: $1000

      z.B.
      4 Tische $1/$2 = 1 Tisch $2/$4 und 2 Tische $1/$2

      oder

      1 Tisch $2/$4 und 1 Tisch $1/$2 und 2 Tische $0,5/$1


      Fazit:

      Ein Aufstieg muss nicht unbedingt Limits betreffen, sondern kann auch durch eine Tischerhöhung im selben Limit stattfinden.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.757
      Es gibt einen Artikel darüber, warum dieses Konzept keine gute Idee ist:
      Das Risiko-Nutzen Konzept im Poker

      Im wesentlichen handelt es sich um das nicht-alle-Eier-in-einen-Korb Prinzip. Das Bankrottrisiko (oder Abstiegsrisiko) hängt von der Varianz (genauer der Standardabweichung), der Bankroll und dem riskierten Einsatz (dem Limit) ab. Geht man davon aus, dass Gewinnrate und Standardabweichung auf jedem Limit gleich hoch sind, dann vervierfacht sich das Risiko bei verdoppeltem Limit. Das ist eine mathematische Eigenschaft des Bankrottrisikos.

      Da es beim Bankrollmanagement vor allem darum geht, das Bankrottrisiko (bzw. das Abstiegsrisiko) in akzeptablem Rahmen zu halten, bestimmt in erster Linie dieser Wert die Höhe des gespielten Limits unter der Bedingung der vorhandenen Bankroll.

      Ist die Gewinnrate bekannt (das ist leider in der Praxis kaum der Fall), dann kann man versuchen, das Wachstum der Bankroll zu optimieren. Man landet dann beim Kelly-Kriterium.