Verlustangst

    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      Hi

      Hatte in den letzten 2 Wochen meinen ersten richtigen Downswing erlebt (-174 BB) und habe nun folgendes Problem:

      Ich setzte mich an ein paar Tische und spiele wirklich mein absolutes A game und werde dafür auch mit Gewinn entlohnt. Allerdings merke ich, dass je länger die Session dauert ein ungutes Gefühl in mir aufkeimt. Nur zu oft hatte ich in den letzten Wochen einen guten Start hingelegt und wurde dann aber immer wieder vom Pech eingeholt.
      Ich behaupte nun mal von mir selbst dass ich sehr tilt ressitent bin und ich Verluste und Niederlagen während einer Session gut wegstecken kann. Allerdings wenn ich nun Gewinn einfahre verspühre ich eben ein leichtes Unbehagen, dass mich darin errinert wie schnell 15 BB weg sein können. Immer wieder versuche ich die Gedanken zu verdrängen, es gelingt mir aber nicht wirklich gut. Das alles schlägt sich natürlich auf die Spielweise aus. Ich raise natürlich deswegen nicht 72o aber ich spiele vielleicht nur mehr zu 98%, einfach nicht mehr das Top Game das ich bringen könnte.

      Mein Problem ist nicht die Angst vor einem Bad Beat sondern viel mehr dass ich aufeinmal nichts mehr treffe und wieder viele BB's verliere obwohl ich korrekt spiele. Ich habe das Gefühl als wäre der down noch irgend wo in einer Ecke, im Verborgenen und würde nur darauf warten, dass ich mich wieder in Sicherheit wiege um dann eiskalt zuzuschlagen.

      Ich weiß das ups und downs nur Vergangenes beschreiben, aber das Gefühl ist nun mal da. Klingt irgend wie merkwürdig, da ich ein sehr rational denkener Mensch bin und mich auch privat für mathematische und physikalische Themen interessiere. Gerade von so einem Menschen sollte man doch erwarten, dass er sich besser kontrollieren kann.

      Naja ich habe heute nach ner schwachen Stunde mit 10 BB plus meine Session beendet, da ich merkte, dass meine Konzentration nachließ.

      Würde mal gerne wissen wie es euch mit dem Thema so geht. Gewinne/Verlust während einer Session, Verhalten nach einem Down.

      Grüße, player
  • 22 Antworten
    • irtehpwns
      irtehpwns
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2005 Beiträge: 469
      Deine Auseinandersetzung mit diesen Problemen zeugt eigentlich von äußerst professioneller Herangehensweise und sollte eigentlich nicht mit Downswings bestraft werden, aber da hat man ja leider keinen Einfluss drauf. Ich bin auch kein Psychologe, aber du solltest dich vielleicht selbst öfter in deinem Spiel bestätigen und dich quasi selbst für jede Stunde A-Game, die du - unabhängig von Gewinn oder Verlust - bringst, loben, sodass dein Selbstvertrauen wieder zurückkehren kann... Ich denke, je länger du wieder erfolgreich spielst und vielleicht auch mal wieder einen kleinen Upswing erfährst, desto eher kommt dieses Selbstvertrauen auch wieder...

      Du packst das schon!!!

      Gruß Sascha
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      Danke Sascha, denke ähnlich wie du darüber.

      Ich denke auch, dass das schlechte Gefühl einfach ein Zeichen für mangelndes Selbstvertrauen ist, dass ich durch den down verloren habe. Ich werde morgen früh versuchen wieder mein Bestes zu geben und sauberes Spiel hinzulegen. Ich hoffe auch das meine Spielweise wieder bestätigt wird.

      Der down hat mir kurzzeitig echt den Wind aus den Segeln genommen.
    • ips.seri
      ips.seri
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 1.970
      ich hab das selbe gefühl , aber nicht weil ich davor nen down hatte.
      gerade wenns grad super laeuft hab ich ein immer stärker werdendes bedürfnis
      aufzuhören
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      ich denke es geht vielen spielern so, würde gerne wissen was man da gegen machen kann.

      ich versuche jetzt 2 stunden am stück zu spielen und sage zu mir selbst, in der zeit hängst du dich voll rein und gibst alles, was am ende rauskommt ist egal, es zählt nur das richtige spiel. allerdings fällt es mir in den letzten tagen besondern schwer mich zu konzentrieren.

      werde morgen mal versuchen mich mit musik abzulenken, vll haut dass ja besser hin.
    • DonBlech
      DonBlech
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2005 Beiträge: 2.182
      Spiel einfach nicht 2 Stunden am Stück. Ich mache jede Stunde 5 - 10 Minuten Pause, stehe auf, und gehe ein paar Schritte, esse einen kleinen Snack oder hol mir was zu trinken, atme einfach mal tief durch ... und dann mache ich weiter.

      Gruß,

      Don
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      hört sich gut an, das werd ich morgen mal machen.

      danke don
    • Kendo
      Kendo
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 2.301
      Für mich funktioniert folgende herangehensweise sehr gut:

      Wenn ich merke: "Aha die Konzentration lässt nach" dann beende ich mein spiel - egal ob 90 Hände oder 500 Hände für mindestens eine Stunde und beschäftige mich mit anderen Dingen, die nix am PC zu tun haben - somit entgehe ich diesem "Quatratischem Blick" und konzentriere mich auf andere Dinge - ein Buch lesen bringt die Entspannung sehr gut zurück.

      Dann setzte ich mich wieder an die Tische und es geht weiter, solang die Lust da ist.

      Wenn ich mal 50 BB Minus einfahre, dann höre ich aber für mehrere Stunden auf und reflektiere über einige Hände der Session, ob es tatsächlich meine Fehler wahren oder nur Bad Beats.
      Oftmals stelle ich dann fest: "Ah, hier nen call zuviel. Ah dort nicht geraised. etc"
      Somit findet man sehr schnell seine Schwächen heraus und konzentriert sich gar nicht mehr auf die Bad Beats.

      Und natürlich gehe ich in die neue Session, immer mit positiven Erwartungswert und nicht: "Ach, hauptsache Break Even und keine Bad Beats mehr"
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      ICh werde heut einfach mal schaun wies läuft und dann wenn ich merk, dass die Konzentration nachlässt eine Pause machen. Denke auch, dass das helfen wird.
      Ich habe mir angewohnt nach einer Session mindestens 3 Fehler in meinem Spiel zu finden und die findet man eigentlich immer. Ein call zu Viel, eine bet um einen kleinen Pott zu wenig etc...kennt glaub ich jeder von uns.
    • Adorno
      Adorno
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2006 Beiträge: 857
      Ich denke, dieses Problem haben wohl wirklich viele...
      mich eingeschlossen ;)

      Grundsätzlich hört sich das schon nicht schlecht an, aufzustehen und eine Pause zu machen.
      Das Dumme an der Sache ist dann nur, dass man anschließend erneut anfangen muss mit Table Selection, was bei mir häufig eine langwierige Geschichte ist.

      Was mich in diesem Zusammenhang noch interessieren würde: wann spielt ihr eigentlich?
      Meine bevorzugten Zeiten sind hauptsächlich ab 0:00 Uhr bzw. ab 4:30 Uhr früh. Jedenfalls grundsätzlich zu Zeiten, wo ich mir eigentlich eine Pause von einer Stunde nicht leisten kann (so um 1:30 Uhr nachts eine Stunde Pause würde bedeuten, dass ich gleich aufhören kann, denn von 2:30 an nochmal neu anzufangen, lohnt sich wohl nicht mehr - da wär ich dann zu sehr unter Zeitdruck; ähnlich in der früh: da kann ich auch nicht um 6:00 Uhr eine Pause machen und um 7 weiterspielen, denn da sind die ganzen schönen Fische schon wieder weg...).

      Aber ich glaub, das ist sowieso noch ein anderes Problem von mir, dass ich zu wählerisch bin mit den Zeiten, zu denen ich spiele - da kommt einfach insgesamt nur eine sehr knappe effektive Spielzeit raus.
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      @ Adono

      Also ich spiele eigentlich hauptsächlich tagsüber von 7-24 sind so meinde Spielzeiten. Es mangelt auf 0.5/1 einfach nicht an Fischen und von daher hab ich es noch nicht als notwendig empfunden nachts zu spielen.
      Aufgrund der Zeitverschiebung sind ja vorallem vormittags sehr viele amis unterwegs, von denen einige Fische sind.
      Versuchs doch auch mal tagsüber, denke nicht dass es da einen großen unterschied gibt (zumindest auf PP nicht).

      Habe heute ca. 2.5 Stunden gespielt und mich rellativ gut unter Kontrolle gehabt. Anfangs -20 BB aber mit Verlust hab ich ja kein Problem. Dann bin ich wieder in den positiven Bereich zurück gekehrt, musste einmal kurz pausieren und mir selbst ins Gewissen reden, ab dann lief es auch weiter gut.
      Habe zu mir gesagt dass ich noch Bis 14 uhr spiele, mein bestes gebe, was dabei rauskommt ist unwichtig, hat irgend wie auch geholfen. Am Ende warens dann +14 BB mit denen ich zu frieden bin.
      Einen großen Pott hab ich mir entgehen lassen da ich übersah 22.5:1 Pott Odds zu haben. Naja aber die perfekte Session vom spielerischen Standpunkt aus gibt es wohl nicht.

      Werde jetzt in Zukunft weiter an mir arbeiten um die Verlustangst bei einer winning Session zu überwinden.
    • Adorno
      Adorno
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2006 Beiträge: 857
      @ Player06


      Na, das macht mir dann doch Mut.
      Ich vermute mal, das könnte daran liegen, dass ich noch auf den Beginnertischen spiele.
      Da stehen ja grundsätzlich schon relativ wenige Tische zur Auswahl (die dann in der Regel auch noch voll sind) und so besteht meine Table Selection hauptsächlich darin, die Tische zu sondieren nach dem einen potentiellen Fisch und zu warten, bis ich Position auf ihn bekomme. Da ich leider noch kein PT/PA besitze, erweist sich diese Suche natürlich nicht unbedingt leicht ;)
      Da ist es für mich doch leichter, einfach zu meinen angegebenen Zeiten zu spielen, wo durchschnittlich doch deutlich mehr Fische unterwegs sind (wie gesagt: zumindest auf den Beginnertischen 0.25/0.5).

      Das Ergebnis ist natürlich, dass ich natürlich nur sehr wenig Hände spiele (insgesamt bisher ca. 4.000 nach über einem Monat auf PP). Glücklicherweise passt die Bankroll trotzdem (~170$), so dass ich mir jetzt auch keinen Druck mache, häufiger spielen zu müssen, um dann nicht auf die Regulars gehen zu können.

      Wenn dort dann natürlich die Verhältnisse zwischen "Tag" und "Nacht" relativ ausgeglichen sind, freu ich mich schon drauf, endlich auch mal tagsüber zum Pokern zu kommen :)


      Und gerade dann sieht's ja auch schon wieder anders aus mit dem "Pause machen" - dann ist ja durchaus mal eine Stunde zwischendurch drin, je nach "persönlicher Terminsituation"...
      das wäre dann wirklich ein Versuch, Pause zu machen, vielleicht auch die Tische zu wechseln. Vielleicht reicht es sogar aus, einfach nur kurz vom Tisch aufzustehen und sich wieder - dann halt natürlich wieder mit dem Standard-Buy-In - an den gleichen Tisch zu setzen. Einfach, um psychologisch gesehen wieder "von null" anzufangen und nicht mehr die Bürde des Gewinns tragen zu müssen.
    • Rody
      Rody
      Einsteiger
      Dabei seit: 30.08.2005 Beiträge: 3
      Solche Downs habe ich manchmal auch. Scheisst bei SitnGoes recht an. Bin am Schluss nämlich oft Bubble.

      In solchen Downwingzeiten reduziere ich die Anzahl Spiele. Wenn du merkst, dass in den wenigen Spielen, die du spielst doch immer erfolgreich bist, kommt auch das Selbstvertrauen wieder.

      Wir alle haben ein Mittelmass, d.h. man muss solche Tiefs haben um auch mal über sich herauswachsen zu können.
    • GetCool
      GetCool
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 136
      Kenne solche Probleme auch. Um wieder einen klaren Kopf zu bekommen mach ich dann meistens einen ganzen Tag Pause. Auch heute habe ich trotz Gewinn abgrundtief schlecht gespielt. Ich habe Dinge runtergecallt, die waren schon von Anfang an verloren. Daher werde ich morgen einfach mal einen Tag aussetzen. Hat sich bei mir eigentlich bewährt. Für viele von euch kommt ein ganzer Tag Pause wahrscheinlich nicht in Frage, aber bei mir funktioniert das ganz gut.
    • cubaner
      cubaner
      Bronze
      Dabei seit: 05.03.2006 Beiträge: 4.245
    • Player06
      Player06
      Global
      Dabei seit: 15.02.2006 Beiträge: 5.915
      ja muss halt das spiel finden, welches einem am meisten reizt.
      ich spiele gerne FR FL, hab auch schon NL ausprobiert aber ich kann dem nicht so viel abgewinnen.

      @ Adorno

      ich steh eigentlich nur ungern von einem tisch auf andem ich gewinn mache. natürlich wenn man sich an einen neuen tisch setzt beginnt man wieder von 0, das ist schon richtig, andererseits wirft man auch das image des winning players über bord, das man sich erarbeitet hat. den psychologischen aspekt sollte man beim pokern ja auch nicht außer acht lasssen.
      aber prinzipell ist eine kurze pause sicher das beste um am meisten value aus seinem spiel herauszuholen.
    • Bake
      Bake
      Bronze
      Dabei seit: 28.02.2006 Beiträge: 397
      Original von Adorno


      Wenn dort dann natürlich die Verhältnisse zwischen "Tag" und "Nacht" relativ ausgeglichen sind, freu ich mich schon drauf, endlich auch mal tagsüber zum Pokern zu kommen :)


      Sind sie aber leider bei weitem nicht. Nachts ist es um ein vielfaches looser, man findet viele Tische mit einem vpip von 40%. Klar gibt es auch loose Tische tagsüber, allerdings muß man die erst suchen und dann meist warten, nur um zu sehen, daß die Fische weg sind. Mir persönlich ist das für dieses Limit zu umständlich, da spiel ich lieber nachts weiter.


      @topic
      Ich hab auch gemerkt, daß nach 2 Stunden meine Konzentration stark nachläßt. Mir reicht es dann wenn ich 15 Minuten Pause mache und ein bischen Musik höre, mich strecke und ein wenig rumgehe. Danach bin ich wieder viel besser drauf.
      Auch ich hab gemerkt, daß ich grade wenn ich Gewinn mache, dem Braten nicht wirklich traue und am liebsten noch viel tighter spielen würde. Vorher hatte ich auch massig verloren und wenn ich dann mal vorne lag, konnte ich es meist nicht bis zum Ende halten. Wenn man diese Erfahrung öfters gemacht hat, kommen solche Gedanken von ganz allein und man muß halt versuchen, massiv gegenzusteuern. Meistens gelingt mir das aber eben nicht immer.
    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      das wichtigste ist denk ich sich ZEITLICHE limits zu setzen, ich habe mir jetzt in der letzten zeit angewöhnt, auf keinen fall mehr als 3 stunden täglich zu spielen, auch wenn ich die zeit hätte, und diese 3 stunden teile ich in mindestens 3 teile, d.h ich spiele auf keinen fall länger als 1 stunde am stück, und das bringt schon wirklich was

      diese zeitlichen limits sollte man sich obendrein vor der jeweiligen session setzen

      heute kurz bevor ich begonnen habe, hab ich mir gesagt, ich werde 2 einheiten zu je einer stunde spielen (da bekommt man mit 4-tabling auch einiges an händen zusammen, zumal ich ja auch sh spiele) und daran habe ich mich gehalten, hab zwar 40BB minus gemacht, aber bin mit meinem ergebnis (nach heute 100BB auf knapp 8k hände) trotzdem zufrieden

      abgesehen davon sind solche swings auf sh absolut alltäglich

      ich denke aber, das die im thread genannten gefühle und gedankengänge vollkommen normal sind, ich meine wir sind alle noch keine "alten recken" auf dem gebiet, die paar monate die wir jetzt zocken, haben uns halt noch nicht immun gemacht gegen all die psychischen tücken des spiels, da braucht man denk ich viele jahre dazu, um einem richtigen downswing oder solchen nervenaufreibenden sessions wie ich heute hatte souverän gegenüber zu stehen

      sklansky schaut heute noch drein als ob er durchfall hätte, wenn die karten nicht passen ;)
    • Wiseguy
      Wiseguy
      Bronze
      Dabei seit: 05.02.2005 Beiträge: 2.033
      Ich hab einfach mal nen Monat nicht viel gespielt. Wenn man sich nicht wohl fühlt, soll mans lassen...
    • sandmann44
      sandmann44
      Bronze
      Dabei seit: 12.03.2006 Beiträge: 1.345
      Original von Wiseguy
      Ich hab einfach mal nen Monat nicht viel gespielt. Wenn man sich nicht wohl fühlt, soll mans lassen...
      es macht auch nicht viel sinn
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