Bluffen passive Spieler öfter am River als aggressive?

    • FjodorM
      FjodorM
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 11.238
      Der Threadtitel klingt kontraintuitiv, aber ich hab letztens ein interessantes Konzept auf 2+2 gelesen und wollte wissen was ihr davon haltet. War in irgendeiner Handbewertung, daher kann ichs nicht verlinken, aber sinngemäß ging die Überlegung so:

      Wir raisen preflop, jemand callt und wir sind OOP. Wir spielen Bet Flop Bet Turn und halten am River eine Hand mit sehr marginalem SD-Value wie z.B. A high. Wir checken und der Gegner bettet. Jetzt die Überlegung:

      Aggressive Gegner werden in dem Spot ihre offensichtlichen Winner betten, dünne Valuebets mit marginalen Händen anbringen und auch gelegentlich bluffen. Passive Spieler werden ihre starken Hände betten und auch gelegentlich bluffen (die meisten zumindest). Sie werden aber ihre marginalen Madehands meist checken. Somit ist eine Bet eines passiveren Spielers hier öfter ein Bluff als die Bet eines aggressiven Spielers.

      Das ganze ist natürlich vereinfacht da es außer Acht läßt was aggressive Spieler mit Madehands am Turn machen, aber trotzdem einen Gedanken wert IMO.
  • 5 Antworten
    • OstapBender
      OstapBender
      Black
      Dabei seit: 29.01.2007 Beiträge: 5.416
      Ich hatte eine ähnliche Überlegung, dass passive Spieler (den Stats nacht), doch öfter Bluffen, als man es ihnen zutrauen würde.. Wollte auch dazu einen Thread aufmachen, nur bis jetzt immer zu faul gewesen.. :)

      Ich denke, dass passive Spieler auch relativ oft bluffen (ist natürlich von Spieler zu Spieler unterschiedlich), allerdings haben sie meistens wenig Ahnung vom Pokern und machen sich auch nicht so viele Gedanken zu dem Handverlauf und suchen die Bluffspots nicht so aus, wie wir (oder wie wir das machen sollten :) ).
      Ausserdem wissen sie auch nicht, was eine "knappe Valuebet" ist und sind halt froh, wenn sie mit Bottom oder Middlepair den Pot nach einem Check gewinnen können. Insofern finde ich das einen interessanten Gedanken.

      Habe halt öfter schon erlebt, dass manche ansonsten sehr passive Spieler in den unmöglichsten Situationen (3handed, andere Spieler haben Stärke gezeigt, Draws möglich usw.) bluffraisen, nicht nur am River.

      Ausserdem gibt es auch solche Spieler, die mit ihren guten Händen total passiv sind, aber grundsätzlich fast immer betten, wenn zu ihnen gecheckt wird. Das kann man natürlich auch zum Bluffinduce ausnutzen.
    • swizz
      swizz
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 3.463
      Das heißt aber nur, dass eine Bet eines passiven Spieler relativ gesehen öfter ein Bluff ist aber nicht absolut, oder?

      Angenommen der Gegner hat 10 Hände.

      3 Made Hands
      3 marginale Hände
      4 Trashhände

      Wenn jetzt beide Spielertypen jeweils die Hände ihrer Trashhände als Bluff betten, dann bettet der aggresive Spieler 8 Hände und der passive Spieler 5 Hände.

      Der passive Spieler bluffed also zu 40 % und der aggressive Spieker zu 25%, aber absolut gesehen bluffbeten sie jeweils 2 mal, und darauf kommt es doch eher an, oder?
    • FjodorM
      FjodorM
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2006 Beiträge: 11.238
      Mir ist auch schon aufgefallen daß der Threadtitel schlecht ist, aber mir fiel kein besserer ein.

      Aber es kommt eben genau darauf an wie viele % ihrere Bets Bluffs sind und wieviele uns schlagen. Wir wollen ja wissen ob wir bei den gegebenen Odds profitabel callen können.
    • swizz
      swizz
      Bronze
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 3.463
      Du gehst davon aus, dass du mit deiner Hand ala Ace high gegen Bluffs gewinnst und gegen Madehands und marginale Hände verlierst, oder?

      Also wenn du in meinem Beispiel immer callst, dann gewinnst du gegen den aggressiven in 25% der Fälle und gegen den passiven in 40% der Fälle.

      Dann hast du natürlich recht und es kommt auf die raltive Bluffhäufigkeit an.
    • Umumba
      Umumba
      Black
      Dabei seit: 22.04.2006 Beiträge: 2.085
      Es kommt natürlich nur auf die relative Bluffhäufigkeit an, weil die Hände, die er checkt, ja einfach aus der Berechnung rausfallen, wenn wir uns überlegen, ob wir seine Bet callen sollen. Denn er hat ja schon gebettet, hat also keine der Hände, mit denen er checkt. ;)