AKo AQo im Big Blind

    • chrifro
      chrifro
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2005 Beiträge: 266
      Hallo!
      Ich würde gern wissen, wie ihr AKo und AQo aus dem big blind spielt. Sowohl full ring als auch shorthanded in eurobet 1/2 2/4 3/6. Bei Big Slick sagt man ja raise oder reraise, bei AQ jenachdem von wo der raise kam reraise und limper raisen. Ich finde jedoch dass man mit der Strategie häufig gleich mit der Tür ins Haus fällt und man genausogut übern ganzen Tisch brüllen kann:"Ich hab AK" Ich weiss dass man preflop value für die beste Hand reinbekommen muss aber ich merke häufig, dass aufmerksame Gegner sich den flop anschauen und wenn nen AKQ da liegt relativ schnell raus sind, dies ist insbesondere shorthanded der Fall. Alle anderen Positionen sind (shorthanded sowieso) full ring relativ unkritisch da man mit ziemlich viel raisen kann, ausm BB unraised jedoch zu raisen ist in meinen Augen ein wink mit dem Zaunpfahl.
      "Holdem Poker for advanced players" spricht es kurz an, dass man häufig nur callen soll um später die Möglichkeit für nen check-raise nutzen zu können. Bei Hilger siehts jedoch anders aus, in seiner Tabelle sagt er jeweils raise/reraise. In "small stakes" steht es auch mit raise/reraise.
      Dem könnte man entnehmen, dass man bei etwas fitteren Gegnern häufig nur callen sollte und beim fish immer die volle Breitseite geben sollte.

      Macht ihr hier je nach Gegner, Tisch und Situation ein anderes Spiel oder haltet ihr euch an eine Linie, die ihr immer fahrt?

      Wie siehts beim multi tablen aus, hier finde ichs besonders schwierig, da man ja wirklich nur wenige Sekunden für die Entscheidung hat und vom Tisch, ausser den PT stats, nicht viel weiss?

      Ich probiers eigentlich immer zu variieren vor allem shorthanded sehe ich zu, die selbe hand mal zu raisen und mal nicht, jenachdem wie ich die Situation einschätze. Obs was bringt kann ich aber natürlich nicht genau sagen, da man ja selten weiss was der Gegner gefolded hat und ob er jetzt bei einem preflop call dringeblieben wäre.

      MfG Christoph
  • 11 Antworten
    • Stargoose
      Stargoose
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 4.077
      Wie bei allem und jedem: Gegner- und Situationsabhängig. In der Regel sollte man aber mit starken Starhänden Preflop das Maximium an Value rausholen. Hier Tricky zu spielen lohnt sich nur ganz selten. Ich hab auch gar nix dagegen eine Pot, den ich Preflop geiiased hab, gleich am Flop mit nach Hause zu nehmen. Wird er mir wenigstens nicht weggerivert.

      Sowohl HPFAP als auch der Hilger richten sich ja eigentlich an Spieler, die (weit) über $2/$4 spielen. Da wird Deception etc. langsam wichtiger. Bei allem darunter halte ich in 90% der Fälle 08/15 Poker für am besten. Der Standardfisch macht sich doch eh kaum Gedanken um die Gegnerhand. Der jagt nur seinen Gutshot ... ;) Trifft man mal auf gute Gegner am Tisch und kommt mit denen Heads-Up, kann man sein Spiel ja immer noch variieren ... ;)
    • alexbo
      alexbo
      Bronze
      Dabei seit: 25.01.2005 Beiträge: 69
      also es kommt schon sehr auf die gegner und meineserachtens auch das eigene image am tisch an.

      limpen leute die >50% der Flop schauen, kann man wohl getrost raisen, da sie auch das callen werden. und du somit den pot schon einbissel aufbaust.

      betreff des image, wissen spieler mit <30% VPIP das du nur premium hände raised (selbst in BB Situation) dann sollte man das ein bisschen mixen denke ich , gößtenteils allerdings RAISE

      ausserdem wer sagt denn das ich mit AQ und einem AQx Flop nich mal slowplayen kann, sicherlich ist die gefahr einer Str. nicht unbedingt zu vergessen, allerdings kann man mit PT und PA schauen, miss was die leute so ihre Bets posten usw. und man schon eigentlich relative gute Reads bekommen kann.
      kommt allerdings schon im Flop aktivität ins Spiel und ein paar Spieler Bet bzw. Callen vor dir. ist natürlich ein Raise nicht falsch.

      das sind so meine gedanken, in wieweit die jetzt korrekt sind, kann ich dir nich so sagen, ist allerdings meine meinung :-) ich bitte auch viele wenn ich was falsch mache zu berichtigen. Danke :-)
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Gegen 2 Limper vor mir Raise ich aus der BB üblicherweise folgende Hände:

      AA-88
      AK-AT
      KQ
      KJs

      Denn diese Hände haben gegenüber deren Limp Range einen gut Equity Vorteil. Diese Equity Vorteil aufzugeben, lohnt sich selbst nach Sklansky nicht.(Er hat mehrmals bei 2+2 dazu Stellung genommen).

      Je nach looseness der Gegner kann man sogar deutlich mehr Hände raisen.

      Aus der Größe dieser Raise Range ergibt sich, dass der Gegner bei typischen Flops wie T72, AJ3, JT2, 842 nicht einschätzen kann, wie mich der Flop getroffen hat.

      Nun Vergleich dies mal mit dem gegenteiligen Vorschlag vieler (schlechter) Pokerautoren, aus der BB nur AA-QQ zu raisen. Wenn wir diese Taktik fahren, dann weiss der Gegner eigentlich fast immer, wie sehr uns ein Flop geholfen hat. Wird sind extrem leicht zu readen. Allgemein gilt sogar: je mehr Hände wir aus der BB raisen, desto schwieriger sind wir einzuschätzen.
    • chrifro
      chrifro
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2005 Beiträge: 266
      Hallo!
      Das hat mir sehr weiter geholfen, danke. Ich habe bislang bei den von Korn genannten Händen wohl eine durchschnittliche PFR von 50% aus dem BB, hauptsächlich um die stärke der Hand nicht preiszugeben. Das ist also somit eindeutig zu wenig. Demzufolge müsste man shorthanded ja noch eine gute Portion mehr Hände mit dazu nehmen können, da die looseness ja meistens noch höher ist.

      Wie sieht es denn mit reraisen aus, alle von Korn genannten Hände wären somit gegen late position raiser ohnehin reraising Hände oder nicht (gegnerprofilabhängig)?

      Wie siehtes hier damit aus, von welcher Position der raise kam?

      Kann man sagen, dass man bspw. 88 oder AJ gegen einen middle Pos. raiser noch reraisen kann?
      Der Equity Vorteil wird womöglich fast nicht mehr vorhanden sein, man erhält jedoch die Initiative in der Hand, hat andererseits keine position. Oder ist die Frage so boarderline, dass man es nur gegneabhängig machen sollte und eine Beantwortung hier eher sinnlos oder unmöglich ist?
    • Lucky
      Lucky
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 446
      Ich hab vor allem auf SH die Erfahrung gemacht dass sich der Raise auf jeden fall lohnt, nicht unbedingt damit Geld in den Pot kommt, sondern um am Flop respektiert zu werden. Die Gegner folden eine Flop Bet eher wenn du Preflop aggresiv warst also wenn du nur limpst. Hab zwar keine fundierten Zahlen aber ich gewinne eine Vielzahl an SH Pods genau nach diesem Prinzip. Auch wenns nur den Nutzen hat die Blinds auszugleichen, die SH schon einiges ausmachen können, Raise ich solche Hände immer.
      Hat zwar Stargoose auch schon geschrieben wollte das nur noch mal bestätigen :D
    • Lucky
      Lucky
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 446
      Zur Reraise Frage:
      Reraise nur zur Blind Defense und wirklich guten Händen wie Mid/High Pocket Pairs und Highcards wie AT-AK.
      Wenn einer aus der Mid Pos raist muss man viel mehr aufpassen, und vor allem aud Reads achten. Gegen tight-passive gegner mit niedriger PFR folden, Maniacs kann man getrost auch reraisen...bin mir da aber selber in den meisten Fällen noch unschlüssig...
    • garandou
      garandou
      Black
      Dabei seit: 15.01.2005 Beiträge: 5.140
      Wie siehts aus wenn der SB first in nur completed statt zu raisen?
      Ich z.B. raise dann mit allen Händen, mit denen ich aus SB stealen würde. Zum einen will ich ihn nicht billig den flop mit einer wahrscheinlich sehr schlechten Hand sehen lassen, zum anderen gibt mir das bei der continuation bet eine höhere fold equity als wenn ich preflop einfach nur checke.
      Ab und zu limpt SB natürlich mit AA oder KK, aber das passiert zum Glück ja nicht so oft =)
    • chrifro
      chrifro
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2005 Beiträge: 266
      Also wenn der SB nur completed und sonst kein limper im pot ist, raise ich fast alles was in irgendnerweise spielbar ist. Ax, Kxs, alle pp, suited connectors von 56s aufwärts, unsuited connectors 78 aufwärts, wenn beide Karten 9 und höher sind ebenfalls.
      Ausser ich weiss dass SB tricky oder unberechenbar ist, dann lass ichs bei den schwächeren Händen sein.
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.511
      Original von chrifro
      Kann man sagen, dass man bspw. 88 oder AJ gegen einen middle Pos. raiser noch reraisen kann?
      Der Equity Vorteil wird womöglich fast nicht mehr vorhanden sein, man erhält jedoch die Initiative in der Hand, hat andererseits keine position. Oder ist die Frage so boarderline, dass man es nur gegneabhängig machen sollte und eine Beantwortung hier eher sinnlos oder unmöglich ist?
      Mathematisch gesehen gilt immer folgendes Prinzip: Wenn dein Gegner mit X % seiner Hände raised, kannst du mit X/2 % deiner Hände reraisen.

      Raised z.b. ein Spieler aus dem MP2 mit 10% seiner Hände und du bist im BB, kannst du mit den Top 5% deiner Hände reraisen. Das liegt daran, dass du mit deiner Hand ja gegen seine Durschnittshand gewinnen können solltest, und der Durschnitt bei einer 10% Range ist die 5% Grenze.

      Wie errechnet man nun die Hand Ranges? Dabei gilt folgendes:
      - Jedes Paar ist 0,45% (z.b. 77)
      - Jede suited Kombination ist 0,30% (z.b. JTs)
      - Jede offsuited Kombination ist 0,90% (z.b. AK)

      Die 5% Range ist also etwa
      AA-99 = 5 * 0,45% = 2,7 %
      AKs, AQs = 2*0,3% = 0,6%
      AK, AQ = 2*0,9%= 1,8%

      Zusammen also 5,1%
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.432
      also ich für meinen teil cappe AKo aus JEDER position. ausnahmen kann ich an einer hand abzählen, wenn der gegner PFR von 1 oder null hat.

      AQo gg early raises aus der BB call, gg alles, was auch nur einen hauch nach steal aussehen könnte 3 bet!
    • gImLi
      gImLi
      Bronze
      Dabei seit: 17.01.2005 Beiträge: 726
      Original von Korn
      [...]

      Wie errechnet man nun die Hand Ranges? Dabei gilt folgendes:
      - Jedes Paar ist 0,45% (z.b. 77)
      - Jede suited Kombination ist 0,30% (z.b. JTs)
      - Jede offsuited Kombination ist 0,90% (z.b. AK)

      Die 5% Range ist also etwa
      AA-99 = 5 * 0,45% = 2,7 %
      AKs, AQs = 2*0,3% = 0,6%
      AK, AQ = 2*0,9%= 1,8%

      Zusammen also 5,1%
      Ich verstehe das Prinzip nicht ganz.
      Genauso wäre doch möglich:
      AA-TT = 4* 0,45% = 1,8%
      AKs-AJs = 3*0,3% = 0,9%
      AK-AJ = 3*0,9% = 2,7%
      Zusammen also 5,4%

      (Btw ist 5*0,45 = 2,25)

      Ich nehme an, dass man nicht wahllos aus einer der 3 Kategorien Hände auswählen darf, sondern jeweils die besten x. *???*

      Gruß,
      Jens