Bluff-Häufigkeit

    • sinisterdexter
      sinisterdexter
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 220
      Ich lese gerade "The Mathematics of Poker", ein höchst interessantes Buch. Und da ist mir bei der Lektüre ein wichtiger Punkt aufgefallen, auf den zumindest die Texte bis einschließlich Silber nicht eingehen: das Balancing von Bluffs und Value-Bets.

      Im Buch wird - wie ich meine, durchaus sinnvoll - argumentiert, daß man eine ausgewogene Balance zwischen Bluffs und Value-Bets herstellen muß: blufft man zu oft, wird man immer downgecalled und verliert im Schnitt, blufft man zu selten, foldet der Gegner auf Valuebets, und die Valuebets werden nicht ausgezahlt. Es wird sogar vorgerechnet, daß, wenn man mal raises ignoriert und nur eine Street annimmt, das optimale Verhältnis bei 1/(P + 1) Bluffs zu Value Bets liegt, wobei P die Potgröße ist.

      Wahrscheinlich ist das auf den Micros noch kein Thema, da wird man eh immer downgecalled, und die Gegner sind auch durch Value Bets exploitbar, die man nicht mit Bluffs entsprechend schützt. Aber ich werde das mal im Auge behalten (und hoffe, daß ich bald auch mal Gold werde, und nicht mehr elend Micros grinde).
  • 8 Antworten
    • Xybb
      Xybb
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2007 Beiträge: 8.134
      In der Goldsektion wird das auch noch einmal in einem Artikel erläutert, allerdings finde ich es schwer bzw. praktisch nicht möglich auf einen bestimmten Wert an Bluffs hinauszuarbeiten. Ich denke das ist etwas, was interessant ist zu wissen, welches man aber nicht explizit praktizieren kann. Man wird sich wohl automatisch diesem Wert annähern, wenn man praktische Situationen für Bluffs auszunutzen versteht.
    • tzare
      tzare
      Black
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 5.316
      Original von sinisterdexter
      Wahrscheinlich ist das auf den Micros noch kein Thema, da wird man eh immer downgecalled, und die Gegner sind auch durch Value Bets exploitbar, die man nicht mit Bluffs entsprechend schützt. Aber ich werde das mal im Auge behalten (und hoffe, daß ich bald auch mal Gold werde, und nicht mehr elend Micros grinde).
      Ich spiel immoment auf 1/2 SH und über sowas muss man sich selbst auf diesem Limit noch null Gedanken machen , weil man trotzdem mit jedem scheiß downgecalld wird.
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Original von sinisterdexter
      Wahrscheinlich ist das auf den Micros noch kein Thema, da wird man eh immer downgecalled, und die Gegner sind auch durch Value Bets exploitbar, die man nicht mit Bluffs entsprechend schützt.
      Exakt so ist es.

      Die meisten Strategieempfehlungen orientieren sich auch gar nicht am optimalem Spiel, sondern versuchen den Gegner zu exploiten. Das gilt insbesondere für alle Low Limit Bücher wie SSH, WLLH, ps.de Einsteiger+Fortgeschrittenen-Content. Es ist auch gar nicht mal klar, ob man mit einer optimalen Stratgie überhaupt den hohen Rake schlagen würde, mal ganz davon abgesehen, dass sich optimale Strtategie nur auf HU bezieht.
    • sinisterdexter
      sinisterdexter
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 220
      Original von kombi
      Es ist auch gar nicht mal klar, ob man mit einer optimalen Stratgie überhaupt den hohen Rake schlagen würde, mal ganz davon abgesehen, dass sich optimale Strtategie nur auf HU bezieht.
      Na eine optimale Strategie ergibt sich quasi immer automatisch, wenn du nur thinking Gegner hast, die sich jeweils gegenseitig versuchen zu exploiten. Dann pendelt man sich nach einer Weile automatisch auf dem Nash-Gleichgewicht ein. Und klar, wenn alle optimal spielen, landest du bei einem Nullsummenspiel, also abzüglich Rake für alle negativ. Aber irgendwo gibt es einen Punkt, bei dem der, der vom optimalen Spiel abweicht, derjenige ist, der bezahlt.

      Und optimales Spiel geht auch mit mehreren Gegnern, es ist nur für den HU-Fall einfacher zu analysieren.
    • mucht
      mucht
      Bronze
      Dabei seit: 14.02.2007 Beiträge: 52
      Original von sinisterdexter
      Na eine optimale Strategie ergibt sich quasi immer automatisch, wenn du nur thinking Gegner hast, die sich jeweils gegenseitig versuchen zu exploiten. Dann pendelt man sich nach einer Weile automatisch auf dem Nash-Gleichgewicht ein.
      Blöde Frage, aber ist das nicht im Vorwort vom Mathematics of Poker erwähnt, dass dies eben nicht der Fall sein kann?
    • sinisterdexter
      sinisterdexter
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 220
      Original von mucht
      Original von sinisterdexter
      Na eine optimale Strategie ergibt sich quasi immer automatisch, wenn du nur thinking Gegner hast, die sich jeweils gegenseitig versuchen zu exploiten. Dann pendelt man sich nach einer Weile automatisch auf dem Nash-Gleichgewicht ein.
      Blöde Frage, aber ist das nicht im Vorwort vom Mathematics of Poker erwähnt, dass dies eben nicht der Fall sein kann?
      Nö, das steht da nicht, nicht mal so etwas ähnliches.

      Also strenggenommen gibt es schon Spiele, für die fictitious play nicht gegen das Nash-Gleichgewicht konvergiert, Stein-Schere-Papier gehört dazu. Und für mehr als 2 Spieler sind mir auch keine Beweise über Konvergenzkriterien bekannt.

      Aber irgendwie fühlt es sich verdammt so an. als wäre das für Poker doch der Fall.
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      es ist in der tat kein thema für die micros. deswegen gibt's dazu auch keinen bronze-/silbercontent. ;)
    • sinisterdexter
      sinisterdexter
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 220
      Original von DonSalva
      es ist in der tat kein thema für die micros. deswegen gibt's dazu auch keinen bronze-/silbercontent. ;)
      Na dann grinde ich mal weiter, damit ich an die spannenden Sachen komme. :)