Turniere in der Schweiz legal!!

    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Die Schweizerische Spielbankenkommission (SBK), welche in der Schweiz für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften im Bereich des Glückspiels zuständig ist, hat entschieden, dass gewisse Pokerturniere in der Schweiz legal sind. Verboten bleiben Cashgames.

      Noch unklar ist, welche Anforderungen an ein Turnier gestellt werden, die konkreten Entscheide sind noch nicht veröffentlicht. So wie die ersten Berichte zu verstehen sind, dürften Turniere zulässig sein, bei welchen ein einmaliger Einsatz zum vornherin bestimmt ist. U.U. bleiben also Turniere mit Rebuy- und Addon-Struktur verboten (das ist aber reine Spekulation).

      Die Begründung liegt darin, dass Turniere so qualifiziert wurden, dass sie mehr vom Geschick des Spielers abhängen.

      Bevor jetzt wieder alle kommen und sagen, dass Cashgames mehr skill brauchen: Der Entscheid basiert darauf, dass bei Cashgames jede Hand als Einzelereignis betrachtet wird. Ich denke, dass sich alle einig sind, dass der Outcome einer einzelnen Hand überwiegend von Glück abhängig ist.

      Hier noch die vollständige Medienmitteilung der SBK:

      Pokerturniere können legal sein
      Medienmitteilungen, ESBK, 13.12.2007

      Bern. Pokerturniere um Geld können in gewissen Spielformen legal gespielt werden. Dies hat die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) für eine Reihe von Pokerturnieren entschieden, die ihr zur Prüfung eingereicht wurden. Solche Spiele dürfen auch ausserhalb von Spielbanken durchgeführt werden, sofern kantonale Vorschriften dem nicht entgegenstehen.

      Bei Pokerturnieren sind nach Auffassung der ESBK gewisse Spielformen möglich, die nicht unter das Verbot von Glücksspielen fallen. Dies ist dann der Fall, wenn der Gewinn überwiegend von der Geschicklichkeit der Spieler und nicht vom Zufall abhängt. Bestehen Zweifel, wie ein Pokerturnier im Einzelfall einzustufen ist, kann die ESBK um einen Qualifikationsentscheid angegangen werden. Zuvor nimmt sie aufgrund eines vollständigen Spielbeschriebs eine eingehende Prüfung vor.

      Die ESBK hat verschiedene ihr zur Prüfung eingereichte Turniere als Geschicklichkeitsgeldspiele qualifiziert. Diese dürfen somit ausserhalb von Spielbanken durchgeführt werden. Vorbehalten bleiben andere rechtliche, insbesondere kantonalrechtliche, Vorschriften. Die ESBK wird die Entscheide auf dieser Homepage publizieren.

      Im Unterschied zu den erwähnten Turnieren sind Pokereinzelspiele, bei denen um Geld oder einen geldwerten Einsatz gespielt wird (so genannte "Pokercashgames“), gemäss ständiger Praxis der ESBK Glücksspiele im Sinne des Spielbankengesetzes. Der in Aussicht stehende Gewinn hängt hier überwiegend vom Zufall ab, und die Organisation solcher Spiele ausserhalb von Spielbanken ist strafbar. Wer Cashgames oder nicht als Geschicklichkeitsspiele qualifizierte Pokerturniere um Geld organisiert, setzt sich nach wie vor dem Risiko einer Strafverfolgung wegen illegalen Glücksspiels aus.
  • 4 Antworten
    • lousylou
      lousylou
      Bronze
      Dabei seit: 22.05.2007 Beiträge: 806
      hier noch der Link zur Seite der eidgenössischen Spielbankenkommission:
      http://www.esbk.admin.ch/esbk/de/home/themen/poker.html.

      Dort werden die Voraussetzungen genannt.


      Unverständlich finde ich die Unterscheidung zwischen Cash-Game und Turniere bezüglich des Glückspielskriteriums. Positiv gesehen ist dies der erste Schritt auf dem Weg zu einer gesetzlichen Regelung, welche das Pokerspiel aus dem Casino-Monopol rausnehmen wird. Ich hoffe, dass sich das Parlament dem annehmen wird.
    • schaffner55
      schaffner55
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2005 Beiträge: 106
      Original von lousylou

      Unverständlich finde ich die Unterscheidung zwischen Cash-Game und Turniere bezüglich des Glückspielskriteriums.
      Das liegt an den momentan geltenden gesetzlichen Grundlagen. Die besagen, dass massgeben für die Qualifikation als Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel immer ein einzelnes Spiel ist. Und ein Spiel ist so definiert, dass es mit dem Einsatz des Geldes beginnt und mit Erhalt des Geldgewinnes endet.

      Bei dieser Definition ist klar, dass bei Cashgames eine Hand ein Spiel darstellt. Weil nun bei Turnieren den Chips kein Geldwert zukommt, sondern der Gewinn erst feststeht, wenn das Turnier zu Ende ist, wird das gesamte Turnier als ein Spiel betrachtet.

      Und dort ist mittlerweile auch klar festgehalten, dass die Geschicklichkeit entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat (was immerhin schon ein Fortschrit ist).
    • lousylou
      lousylou
      Bronze
      Dabei seit: 22.05.2007 Beiträge: 806
      Und dort ist mittlerweile auch klar festgehalten, dass die Geschicklichkeit entscheidenden Einfluss auf das Ergebnis hat (was immerhin schon ein Fortschrit ist).


      dito! Das ist es auch, was mich optimistisch stimmt für eine baldige (uns zu Gute kommende ;) ) gesetzliche Regelung.


      Irgendwo hab ich mal was gelesen, dass die ESPK ein offizielles, schweizer Online-Casino einführen will, welches - wie die Casinos- unter ihrer Aufsicht stehen wird. So versprechen sie sich eine bessere Überprüfungsmöglichkeit der in der Schweiz wohnhaften Spieler. Weiss nur noch nicht, ob dies bezüglich Fischfang ertragsreicher sein wird als die herkömmlichen Online-Pokeranbieter.
    • SaintCity
      SaintCity
      Bronze
      Dabei seit: 18.05.2006 Beiträge: 399
      ist aber nicht wirklich neu ;) egal. warum cash games noch verboten sind, wurde gut erläutert. bei dieser definition spielt wohl vor allem der gedanke der suchtprävention mit. die esbk bzw. der gesetzgeber geht wohl auch davon aus, dass man bei einem turnier einmal einen einsatz tätigt und das wars dann, bei cash games aber schnell in eine sucht verfallen kann, weil man das verlorene geld zurückholen will (also etwa vergleichbar mit roulette oder so). deshalb wird wohl eine hand als spiel gewertet