Einstellung an sehr loose SH-Tische

    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Morgen zusammen,

      habe vor 2 Tagen nach Everest gewechselt, um hier den Bonus zu clearen, und da es recht fischig sein soll.

      Spiele FL SH 1/2 hier, und die Tische sind wirklich SEHR loose. Versuche gerade, mich dementsprechend anzupassen, und wollte Preflop ein paar Änderungen einbauen. Man kann an vielen Tischen davon ausgehen, dass jede Hand mind. zum Flop geht, und jeder Flop mind. 3-handed (auch wenn geraised wurde), oft auch 4 oder 5 handed ist. Insofern folgende Änderungen:

      - Kleine pockets werden nur auf Set-Value auch First-In gelimpt oder sonst gecallt.
      Beispiel: 33 aus MP2 wird gelimpt oder 66 im CO wird nach 1 Limper aus MP2 nur gecallt.

      - Ebenso werden gute Multiway-Hände wie T8s oder 67s aus früher Position gelimpt.
      Beispiel: 67s aus MP2 wird gelimpt oder T9 im CO wird nach 1 Limper aus MP2 nur gecallt.

      - Hände, die sich besser HU spielen lassen, wie A9o nach einen Limper, werden z.B. aus MP3 (Limper in MP2) nicht mehr gespielt, da isolieren sowieso nicht klappt.

      - Reine Steal-Hände fallen raus, da stealen nicht funktioniert. Dafür können aus den SB mehr Hände completed werden.

      Also werden generell mehr Hände, die sich gut Multiway spielen lassen, bzw. bei guten Board hohe implied odds haben, gespielt. Dafür fallen HU- u. Stealhände raus.

      Sind die Änderungen zu viel auf einmal? Oder würdet Ihr noch andere Sachen einbauen?

      Gruß,
      Stefan.
  • 12 Antworten
    • LudwigB
      LudwigB
      Bronze
      Dabei seit: 30.10.2007 Beiträge: 515
      Also ich finde das ehrlich gesagt sehr sinnvoll. Wenn man merkt, daß die Blinds wirklich alle verteidigen und auch 3-Bets aus dem SB coldgecallt werden muss man sein Spiel halt anpassen. Mittlere Pockets kann man Multiway sowieso fast nur auf Set Value spielen, daher finde ich das limpen nicht so schlimm, wenn man mehr oder weniger sicher sein kann mit 4+ Spielern am Flop zu sein. Hatte übrigens auch daran gedacht zwecks Bonus whoaring auf Everest zu wechseln, schön, daß es da so fischig ist.
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      ich würde first-in limpen weglassen

      pockets würde ich overlimpen bzw. raisen, wenn sie im orc stehen
      prinzipiell kannst du mehr im CO/BU overlimpen

      der rest ist richtig so :)
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Wieso kein Limpen First-In? Wenn ich aus MP2 66 raise, und hinter mir 3 caller habe, stehe ich damit zu viert am Flop, wo fast immer 1-2 overcards liegen, und ich so gar keine Ahnung habe, wo ich stehe, wenn ich kein Set treffe. Dann lässt es sich doch quasi nur noch auf Set-Value spielen, oder nicht?

      Gruß,
      Stefan.
    • gesil
      gesil
      Bronze
      Dabei seit: 22.06.2007 Beiträge: 785
      Original von Speedy84
      Wieso kein Limpen First-In? Wenn ich aus MP2 66 raise, und hinter mir 3 caller habe, stehe ich damit zu viert am Flop, wo fast immer 1-2 overcards liegen, und ich so gar keine Ahnung habe, wo ich stehe, wenn ich kein Set treffe. Dann lässt es sich doch quasi nur noch auf Set-Value spielen, oder nicht?

      Gruß,
      Stefan.
      #2

      Wenn mir auch mal jemand das Spiel mit kleineren Pockets erklären könnte, das wäre fein ;)
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      du musst ja keine contibet machen, wenn du gegen 4 mit dem kleinen pocketpair ui dastehst, kannst ja einfach c/f :)

      aber es ist ja besser nen dicken pot zu haben, wenn du dein set triffst ;)
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Dann ist es ja auch angebracht, z.B. 22 aus MP2 zu raisen, wenn es darum geht, pockets auf Set-Value zu spielen, und vorm Flop nen großen Pott zu bauen. Und konsequenterweise müsste man dann 22 nach ner 3-Bet sogar cappen. (Wie gesagt, immer mit der Annahme, dass der Flop 3 oder 4 handed ist)

      Aber macht man sich das spielen auf Set-Value so nicht nur unnötig teuer?

      Gruß,
      Stefan.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Wenn man mit kleinen PP preflop openlimpt, ist man sehr leicht zu lesen, besonders dann, wenn man am Flop trifft und auf Value spielen will. Die Fische sind zwar schlecht, aber wenn jemand plötzlich nach einem openlimp den Flop nicht c/f spielt, sondern Gas gibt, durchschauen sie die Sache ziemlich schnell und können sich denken, was der Gegner hat.
      Man wird also nicht so gut ausbezahlt.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Original von Speedy84
      Dann ist es ja auch angebracht, z.B. 22 aus MP2 zu raisen, wenn es darum geht, pockets auf Set-Value zu spielen, und vorm Flop nen großen Pott zu bauen. Und konsequenterweise müsste man dann 22 nach ner 3-Bet sogar cappen. (Wie gesagt, immer mit der Annahme, dass der Flop 3 oder 4 handed ist)

      Aber macht man sich das spielen auf Set-Value so nicht nur unnötig teuer?

      Gruß,
      Stefan.
      Ne, so einfach ist das nicht. Wir openraisen zB. 66 aus MP2 nicht auf Set Value, sondern weil wir gegen die Gegner nach uns im Durchschnitt einen Vorteil haben. Werden wir von 4 Gegnern gecallt und treffen am Flop ein Set, ist der große Pot ja nur ein "Nebenprodukt" unseres raises.
      Mit 22 haben wir in MP2 keinen Vorteil gegen die Gegner nach uns, deshalb folden wir. Nur wg. der Möglichkeit eines sets zu raisen wäre sehr unprofitabel.
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Hm, an balancing habe ich noch nicht gedacht. Vielleicht unterschätze ich die Gegner auch, aber ich denke nicht, dass die Leute auf Everest großartig handreading betreiben, geschweige denn so genau readen, dass Sie wissen, dass ich First-In nur Pockets auf Set-Value Limpe.

      Das wir Raisen, weil wir gegen die Gegner hinter uns im Durchschnitt eine Equity-Edge haben, weiß ich, allerdings wird hier nur davon ausgegangen, dass uns nur 1 Gegner oder max. 2 callen, und die Blinds Deadmoney erzeugen. Da die Blinds allerdings fast immer callen, fällt der Steal- u. Deadmoney-Effekt schonmal raus.

      Habe gerade mal 66 gegen ne 60% Range gestoved, und folgendes kommt raus:
      - 1 Gegner: 57%, 7% über Durchschnitt, passt also
      - 2 Gegner: 37%, 4% über Durchschnitt, passt auch noch.
      - 3 Gegner: 27%, 2% über Durchschnitt, passt so gerade noch
      - 4 Gegner: 21%, 1% über Durchschnitt, hier wirds schon richtig knapp.

      Wenn ich den Rake mit einbeziehe, reichen 2% über Durchschnitt schon nicht mehr aus, um profitabel zu sein.

      Da ich mit kleinen Pockets also nur gegen wenige Gegner eine ausreichende Edge habe, ist ein Raise aus diesen Gründen an loosen Tischen sinnlos.

      Irgendwo Fehler in meinen Gedankengang?

      Gruß,
      Stefan.
    • SleepyCat06
      SleepyCat06
      Bronze
      Dabei seit: 24.07.2006 Beiträge: 2.137
      Da ich mit kleinen Pockets also nur gegen wenige Gegner eine ausreichende Edge habe, ist ein Raise aus diesen Gründen an loosen Tischen sinnlos.


      Dann gibt es nur eine logische Konsequenz:
      In dieser Situation tighter als das Orc spielen und 66 in MP2 folden.

      (je looser der Tisch, desto tighter sollte man spielen)
    • Speedy84
      Speedy84
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2007 Beiträge: 2.974
      Aaaber:

      Wenn ich in 1:7,5 Fällen mein Set treffe, ist es 3-4-handed ja kein Problem, dass der Pott mind. über 10 SB wächst, (Toleranz, da man mit einen Set ja nicht immer gewinnt). Bei den loosen Gegnern gehts ja meist noch weit höher. Somit wird das Limpen profitabel.

      Wenn nach mir einer raised, bezahle ich eine BB, wobei der Pot am Flop aber auch schon 3-4 BB groß ist. Meist wächst dieser dann auch bis 10 BB und höher.

      Im FR-SHC stehen kleine Pockets in UTG aus den Grund ja auch als Limp drin. (zumindest im Alten, kenn das Neue nicht)

      Tighter spiele ich ja insofern, dass ich schlechte Multiway-Hände wie A9o, KTo usw. folde.

      Gruß,
      Stefan.
    • DonSalva
      DonSalva
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 11.700
      Original von Speedy84
      Irgendwo Fehler in meinen Gedankengang?
      nicht wirklich :)
      deine equity wird zwar schwächer, deine implied odds für's set aber besser mit steigender gegnerzahl