Bankroll und Table Stake

Das Bankroll ist euer gesamtes Kapital was ihr zum Pokern zur Verfügung
habt. Der Table Stake dagegen ist nur das Geld was ihr am Tisch habt, mit
dem ihr also spielt. Für Poker ist das Geld sowie Werkzeug für einen
Handwerker. Natürlich kann man Poker auch ohne Geld spielen, dann sind es
natürlich die Chips. Aber ohne Geld oder ohne Chips könnt ihr kein
Pokerspielen, ihr braucht immer etwas wo ihr einsetzen könnt, denn ansonsten
verliert Poker seinen eigentlichen Sinn und wäre wirklich nur ein Glücksspiel,
wo jeder fünf bzw. sieben Karten bekommt und sie dann aufdeckt und man
einen Gewinner feststellt.

Zunächst möchte ich auf den Table Stake eingehen, also wie viel Geld man mit
an den Tisch nehmen sollte um damit zu spielen. Da ich euch zu guten
Pokerspielern machen will, macht es wenig Sinn mit wenig Geld an den Tisch
zu gehen, ihr solltet immer so viel am Tisch haben dass ihr den maximalen
Gewinn aus eurer Hand ziehen können sollt. Daher kommt es darauf an wie
viel man maximal in einer Hand setzen kann. Die Einsätze setzen sich aus dem
Ante, dem Bring-In Bet und den maximalen Einsätzen in jeder Runde
zusammen. Diese drei Beträge solltet ihr zusammen zählen und so auf euren
minimalen Table Stake kommen. Oftmals gibt es ein Cap nach drei
Erhöhungen, also vier Einsätzen. Hier ein Beispiel damit ihr es besser
versteht. Es werden folgende Annahmen getroffen: das Ante beträgt 1; der
Bring-In Bet beträgt 5; wir spielen 10/20; es gibt ein Cap nach drei
Erhöhungen. Dann sollte euer minimaler Table Stake 1(Ante)+10(Full Bring-
In)+30(restliche Erhöhungen auf der 3th Street)+80(Einsätze auf 4th, wie
nehmen hier wieder das Maximum was bedeutet dass man bereits den hohen
Einsatz setzen kann wenn ein Paar zu sehen ist)+240(Einsätze auf der 5th und
6th Street und auf dem River)=361, dies sind ca. 18 Big Bets. Da man aber
nicht jeden Hand nachkaufen will sollte dies das Minimum sein, also die
Summe bei der ihr Nachkauft wenn ihr weniger habt. Ihr solltet also immer
mehr als 18 Big Bets am Tisch haben. Damit ist nun zwar geklärt welche



Summe ihr mindestens am Tisch haben solltet aber noch lange nicht mit
welcher ihr euch an den Tisch setzen sollt. Hier gibt es keine feste Regel für,
aber ich würde euch empfehlen mindestens 40 Big Bets mit an den Tisch zu
nehmen. So ist sicher gestellt, dass ihr wenn es mal schlecht läuft nicht so
schnell nachkaufen müsst. Ich persönlich bevorzuge sogar noch mehr und
setze mich meist mit mindestens 50 Big Bets an den Tisch, meist sogar noch
mehr. Den Vorteil, den ich mit mehr Chips sehe, ist, dass ich mir keine
Gedanken darüber machen muss ob ich wirklich alles aus einer Hand
rausholen kann. Oftmals kann es passieren, dass sobald nur noch zwei Spieler
in der Hand sind es kein Cap mehr gibt und man so oft Erhöhen kann wie man
will, oder aber dass man sich in einem Spiel mit seinem Gegenüber einigt,
dass man All In gehen kann und man sozusagen auf dem River No Limit spielt.
In solchen Fällen ist man mit einem hohen Stack, natürlich nur wenn man
etwas getroffen hat, auf der sicheren Seite und weiß dass man mehr Chips als
der Gegenüber hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Gegner mit geringem
Stack glauben man würde sich deshalb nicht für voll nehmen und deshalb
denken dass man selbst gegen sie looser spielt und sie denken man würde
öfters bluffen. Wie viel ihr nun wirklich an den Tisch nimmt bleibt euch selbst
überlassen, ich würde euch empfehlen mindestens mit 40 Big Bets an den
Tisch zu gehen und sobald ihr auf unter 20 Big Bets fallt wieder auf 40 Big
Bets nachzukaufen.

Nun zu eurem Bankroll. Der Bankroll ist die gesamte Summe, die ihr für euer
Pokerspiel zur Verfügung habt. Hierfür will ich euch zunächst eine Formel
vorstellen:

Bankroll = -(SD2/2*Stundenrate)In(ROR).


Diese Formel hat nun
mehrere Variablen, die ihr ausfüllen müsst. Bankroll ist selbstverständlich
euer Bankroll. SD ist die Standart Abweichung, ein Maß, das die
Schwankungen in eurem Guthaben ausdrückt. Diese herauszufinden ist sehr
kompliziert und ihr benötigt dazu ausführliche Notizen über euer
Guthabenverlauf während eures Spiels. Die Stundenrate ist euer
durchschnittlicher Gewinn während einer Stunde. ROR ist der Risk of Ruin,
also euer Risiko alles zu verlieren. Je nachdem welche Variablen ihr hier nun
als fest annehmen wollt könnt ihr die restlichen ausrechnen. Ihr könnt zum
Beispiel eure Stundenrate als feste Größe nehmen und dann mit eurem ROR
und eurer Standart Abweichung ausrechnen wie viel Geld ihr zum Spielen zur
Verfügung haben solltet. Aber ihr könnt auch ausgehend von eurem Bankroll
ausrechnen welches Limit ihr am besten spielen solltet. Ich denke Zweiteres
dürfte für die meisten wichtiger sein, da die meisten eine feste Summe zum
Spielen haben und wissen wollen in welchen Limits sie mit dieser spielen
sollen bzw. wann sie ein Limit aufsteigen können und wann besser ein Limit
absteigen.

Noch ein paar allgemeine Worte zum Bankrollmanagement. Viele machen hier
eine Wissenschaft daraus. Ich persönlich würde es hier nicht übertreiben und
allzu viel rumrechnen. Ich würde empfehlen ihr solltet immer ca. 250 Big Bets
für euer Limit haben, und aufsteigen wenn ihr 250 Big Bets für das nächst
höhere Limit habt und wieder absteigen wenn ihr nur noch 250 Big Bets für
das nächst kleiner Limit habt. In 7Stud/8 braucht ihr nicht so einen großen
Bankroll wie in manch anderen Spielen. Der Vorteil bei 7Stud/8 ist nämlich,
dass ihr nur eine sehr starke Auswahl an Starthänden spielt, und durch diese
Einschränkung gewinnt ihr oftmals am Ende mindestens einen der beiden
Pötte. Eure Schwankungen sind also auf lange Sicht, bei richtigem Spiel
natürlich, nicht so hoch wie in anderen Spielen.