Was man anhand von PokerEV erkennen kann oder nicht?!?

    • Tornano
      Tornano
      Bronze
      Dabei seit: 11.12.2007 Beiträge: 1.351
      So ich werde jetzt nocheinmal versuchen, anhand der Erkenntnisse, die wir im letzten PokerEV-Beitrag gewonnen haben, meine Graphen zu analysieren, vielleicht ist es ja doch möglich, anhand von PokerEV zu ermitteln, ob man sich in einem Upswing oder Downswing befindet.






      Vorweg: Die Hände sind alle auf Everest gespielt, dadurch bekommt man mit PokerEv Probleme (evtl. bei der SB Kurve) bei Händen, in denen beim Showdown der Verlierer die Karten mucked, denn Everest zeigt diese später nicht in der History. Bei der SSS ist dieser Prozentsatz an Händen jedoch verschwindend gering, da man ja außer nach einem Freeplay, bei dem immer durchgecheckt wird und man erst am River etwas trifft, setzt und gecalled wird, nie derartige Situationen gibt, sondern man am River schon all-in ist. Diese Fehlerquote dürfte also verschwindend gering sein.

      Auswertung:

      Lt. PokerEV liegen meine Showdownwinnings in all-in Situationen diesen Monat $ 185 unter dem Erwartungswert (33Stacks :-(). Eine Fehlerquote dürfte es auf Everest lt. Entwickler nicht geben, da PokerEv Hände ignoriert, bei denen nicht alle zum Zeitpunkt der all-in Entscheidung beteiligten Hände bekannt sind.

      Dass die rote und die blaue Kurve sich nicht zwingend annähern müssen, wissen wir jetzt. Je größer die Differenz zwischen der roten und der blauen Kurve, desto besser das Postflopspiel meiner Gegner, könnte man wohl behaupten, da dann eher die Hände zum Showdown kommen, in denen meine Hand preflop Favorit, am Flop jedoch hinten war. Für mein Empfinden muss man jedoch die $ 185 aus Absatz 1 zur blauen Kurve hinzuaddieren, was dazu führt, dass die blaue nur ungefähr $ 50 (normaler Weise wären meine Showdownwinnings ja um $ 185 höher gewesen) unter der roten liegt... Ich finde also doch noch genug dumme Gegner ;-), wie man es auf Everest ja auch erwarten kann.

      Aus meiner Sicht handelt es sich daher doch um etwas Pech auf den letzten 10.000 Händen, da die grüne Kurve + $ 185 ein ganz anderes Bild ergäbe, als sie es jetzt tut. Da die rote Kurve ein Indikator dafür ist, ob man sein Geld eher dann in den Topf tut, wenn man vorne liegt oder nicht, dürfte sich in den letzten 10.000 Händen großartig nichts an meinem Spiel geändert haben, obwohl ich mich doch selber in einigen Situationen leicht beim tilten erwischt habe.

      Fazit: Durchhalten, es werden hoffentlich auch bessere Zeiten kommen und Leaks finden. Ich werde bald auch mal ein Video drehen, da Beispielhände von Everest posten sehr umständlich ist in Ermangelung eines Konverters.


      Ich hoffe Ihr kritisiert/verbessert meine Schlussfolgerungen fleißig.
  • 4 Antworten
    • Bigne0
      Bigne0
      Bronze
      Dabei seit: 11.10.2006 Beiträge: 1.040
      Original von Tornano
      Lt. PokerEV liegen meine Showdownwinnings in all-in Situationen diesen Monat $ 185 unter dem Erwartungswert (33Stacks :-(). Eine Fehlerquote dürfte es auf Everest lt. Entwickler nicht geben, da PokerEv Hände ignoriert, bei denen nicht alle zum Zeitpunkt der all-in Entscheidung beteiligten Hände bekannt sind.
      Richtig, wenn Du jetzt die Differenz zwischen Rot und Blau aus dem Game Analysis Graph nimmst und davon die 185$ ausm Luckgraph abziehst dann bekommst Du das Glück/Pech angezeigt, dass Du im Verlauf der "nicht allin" Hände hattest.


      Original von Tornano
      Dass die rote und die blaue Kurve sich nicht zwingend annähern müssen, wissen wir jetzt. Je größer die Differenz zwischen der roten und der blauen Kurve, desto besser das Postflopspiel meiner Gegner, könnte man wohl behaupten, da dann eher die Hände zum Showdown kommen, in denen meine Hand preflop Favorit, am Flop jedoch hinten war. Für mein Empfinden muss man jedoch die $ 185 aus Absatz 1 zur blauen Kurve hinzuaddieren, was dazu führt, dass die blaue nur ungefähr $ 50 (normaler Weise wären meine Showdownwinnings ja um $ 185 höher gewesen) unter der roten liegt... Ich finde also doch noch genug dumme Gegner ;-), wie man es auf Everest ja auch erwarten kann.
      Nein, das hat nichts mit dem Postflop spiel des Gegners zutun, die beiden Kurven zeigen Dir nur wie hoch der Erwartungswert jeder/s Bet/Calls war und wie viel Glück Du dabei hattest.

      Original von Tornano
      Aus meiner Sicht handelt es sich daher doch um etwas Pech auf den letzten 10.000 Händen, da die grüne Kurve + $ 185 ein ganz anderes Bild ergäbe, als sie es jetzt tut. Da die rote Kurve ein Indikator dafür ist, ob man sein Geld eher dann in den Topf tut, wenn man vorne liegt oder nicht, dürfte sich in den letzten 10.000 Händen großartig nichts an meinem Spiel geändert haben, obwohl ich mich doch selber in einigen Situationen leicht beim tilten erwischt habe.

      Fazit: Durchhalten, es werden hoffentlich auch bessere Zeiten kommen und Leaks finden. Ich werde bald auch mal ein Video drehen, da Beispielhände von Everest posten sehr umständlich ist in Ermangelung eines Konverters.


      Ich hoffe Ihr kritisiert/verbessert meine Schlussfolgerungen fleißig.

      Ja Du hattest auch etwas Pech und dass die grüne Kurve so weit entfernt von den anderen verläuft, liegt an den Blinds.

      Bedingt durch das tighte Spiel in der SSS gehen uns einiges an Blinds verloren, es macht aber nicht so besonders viel Sinn in den unteren Limits unter NL50 seine Blinds zu stark zu verteidigen.

      Ausserdem sind die Spieler in diesen Limts meisst sehr schlecht, sodass wir noch gutgenug ausbezahlt werden.


      Dein grösster Gegner beim Pokern bist Du, also immer weiter am eigenen Spiel arbeiten.
    • Tornano
      Tornano
      Bronze
      Dabei seit: 11.12.2007 Beiträge: 1.351
      Vielen Dank für die erste Antwort.

      Wir haben in einem anderen Beitrag schon festgestellt und das sagt auch der Entwickler von PokerEv, dass die SB-Kurve und die Showdownwinnings sich langfristig nicht annähern. Dies liegt daran, dass nur ausgewählte Hände zum Showdown kommen.

      Als Beispiel wird Setmining aufgeführt. Du wirst in diesem Fall (vereinfacht ausgedrückt) im wesentlichen Hände bis zum Showdown spielen, in denen Du preflop hinten und am Flop vorne bist. Die SB-Kurve wird pro Straße gerechnet. Für den Teil des Geldes, den Du preflop in den Topf tust, wirst Du in der Regel einen niedrigen Erwartungswert haben, da Du oft der Underdog bist, bestenfalls vielleicht ein Coinflip. Am Flop, Turn und River wirst Du dein Geld mit einer hohen Gewinnwahrscheinlichkeit in den Topf tun und einen sehr hohen Erwartungswert haben. Dies hat zur Folge, dass Du langfristig in den Händen, die im Showdown enden höhere Gewinne haben wirst, als es dem von PokerEV errechneten Erwartungswert entspricht. Denn Du gewinnst den Teil des Pots, der preflop investiert wurde und bei dem Du Underdog warst in den Händen mit Showdown genauso oft, wie den Teil des Geldes, den Du als klarer Favorit investiert hast.

      Über Glück und Pech sagen leider nur die beiden Luckgraphen etwas aus, so dass ich meiner Meinung nach zu der grünen im anderen Diagramm nur die Differenz der beiden Luckgraphen hinzuadieren darf, um den langfristigen Verlauf der total winnings abzuschätzen.

      ch bin mir nicht sicher, ob wir als SSSler eher das Gegenteil des Setminers sind, vermute es aber.
    • Bigne0
      Bigne0
      Bronze
      Dabei seit: 11.10.2006 Beiträge: 1.040
      Original von Tornano
      Vielen Dank für die erste Antwort.

      Wir haben in einem anderen Beitrag schon festgestellt und das sagt auch der Entwickler von PokerEv, dass die SB-Kurve und die Showdownwinnings sich langfristig nicht annähern. Dies liegt daran, dass nur ausgewählte Hände zum Showdown kommen.

      Als Beispiel wird Setmining aufgeführt. Du wirst in diesem Fall (vereinfacht ausgedrückt) im wesentlichen Hände bis zum Showdown spielen, in denen Du preflop hinten und am Flop vorne bist. Die SB-Kurve wird pro Straße gerechnet. Für den Teil des Geldes, den Du preflop in den Topf tust, wirst Du in der Regel einen niedrigen Erwartungswert haben, da Du oft der Underdog bist, bestenfalls vielleicht ein Coinflip. Am Flop, Turn und River wirst Du dein Geld mit einer hohen Gewinnwahrscheinlichkeit in den Topf tun und einen sehr hohen Erwartungswert haben. Dies hat zur Folge, dass Du langfristig in den Händen, die im Showdown enden höhere Gewinne haben wirst, als es dem von PokerEV errechneten Erwartungswert entspricht. Denn Du gewinnst den Teil des Pots, der preflop investiert wurde und bei dem Du Underdog warst in den Händen mit Showdown genauso oft, wie den Teil des Geldes, den Du als klarer Favorit investiert hast.

      Über Glück und Pech sagen leider nur die beiden Luckgraphen etwas aus, so dass ich meiner Meinung nach zu der grünen im anderen Diagramm nur die Differenz der beiden Luckgraphen hinzuadieren darf, um den langfristigen Verlauf der total winnings abzuschätzen.

      ch bin mir nicht sicher, ob wir als SSSler eher das Gegenteil des Setminers sind, vermute es aber.

      Das kann man bei einem BSS Spieler sicher so sehen, da die SSS aber schwer auf das Preflop Spiel basiert sind auch die meissten entscheidungen dort.

      Die restlichen Hände entscheiden wir bereits am Flop und sehr wenige Hände werden noch auf Turn oder River gebettet.

      wir haben also sehr oft klare entscheidungen, die eine Ev berechnung wie PokerEV sie macht durchaus zulassen und bis zu einem gewissen Grad auch aussagekraft über unser Spiel haben.


      Sicher liegen wir hinten, wenn wir AA preflop raisen, der gegner callt und sein Set trifft, wir stellen da trotzdem immer rein und haben für PokerEV eine -EV Entscheidung getroffen.
      Wenn die Samplesize aber stimmt gleichen sich diese Situationen sehr schnell aus und es wird ersichtlich ob man +/-EV spielt.
    • Tornano
      Tornano
      Bronze
      Dabei seit: 11.12.2007 Beiträge: 1.351
      Da wir aber sehr oft auf dem Flop all-in gehen und unser Gegner eher dann called, wenn er die bessere Hand hat (zumindest wenn er halbwegs gut ist) und am Flop mehr Geld gesetzt wird, als preflop könnte es durchaus sein, dass der blaue Graph unter denm roten liegt (bei der Analyse). Die Luckgraphen müssen sich m. E. aber wirklich irgendwann annähern, gleich werden sie zwar nicht, aber die prozentualen Abweichungen müssen kleiner werden.