AB welcher Stackgröße Push-or-Fold-Modus?

    • jtpied
      jtpied
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 3.959
      Collin Moshman empfiehlt in seinem Buch bei 10 oder mehr BB nicht in mehr als 3 Leute reinzupushen. Er hat Charts in denen die Staffelung folgende ist: 3BB, 5BB, 7BB, 10BB. Im alten Artikel "SNG Grundlagen“ wurde auch so gestaffelt, dass 10BB die Grenze ist. Im neuen jedoch ist die Rede von 13BB. Warum?

      Worauf ist die Theorie aufgebaut? Wenn ich, sagen wir >10BB habe und steale, dies schief geht und ich noch eine Contibet rausfeuern muss, dann verliere ich bis zu 5BB, wenn ich einen 2.5BB-Raise mache. Das ist schon recht unangenehm. Aber oft ist mein Stealraise auch erfolgreich, bzw. ich muss auch nicht immer contibetten oder treffe auch mal den Flop und gehe mit meinem hübschen Stack kein großes Risiko ein, da ich immer noch folden kann.

      Wenn man das ganze zu Harringtons M in Beziehung setzt, dann kommt man da ohne Ante auf 7.5BB, deutlich looser, was aber in Bezug auf Tournaments und deren Payoutstruktur logisch erscheint.

      Zitat: "Avoid pushing with 10 or more blinds against more than 3 opponents (even if hand is worth playing, a smaller raise is usually better." S. 251
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    • jtpied
      jtpied
      Bronze
      Dabei seit: 31.05.2006 Beiträge: 3.959
      *push
    • shakin65
      shakin65
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2005 Beiträge: 21.597
      ich gehe in der regel ab 13 BBs in den push/fold modus über, würde diesen allerdings variabel gestalten, je nach reads auf die gegnerischen spieler, eigenem image, nahendem blindanstieg und jeweiliger hand. beispielweise werde ich aus früher position meistens mit 88 und 13 BBs stack nicht mehr normal raisen sondern gleich pushen. bei einem push habe ich die größtmögliche FE, da ich mit meinem stack nicht mehr so gerne postflop und oop spiele. ist der table eher tight raise ich gelegentlich 2,5 BBs.
      auf 2+2 wird ähnlich verfahren, moshmans buch kenne ich nur von den dortigen kritiken.
    • RealRauch
      RealRauch
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2007 Beiträge: 517
      Ich gehe ab 12BB in den PoF-Mode. Ich denke, die Empfehlung die hier ausgesprochen wird hat 2 Gründe, die vorallem im Wissen derer die das lesen und dem Wissen derer die mit am Tisch sitzen zu tun:
      1. Postflop Play: Man trifft nur in 30% aller Fälle irgendwas nützliches am Flop. die 12BB-Regel verhindert gewissermaßen kompliziertes Postflopplay, zumal du in den Micro und Lowlimits eher selten den Flop HU zu sehen gekommst wenn du einen 2,5 oder 3 BB Raise machst. Callt dein Raise ein Mitspieler und die Blinds steigen aus ist der Pot 6,5BB gross und du hast, wenn du vorher 11 BB hattest jetzt noch 8,5BB. D.h. Conti All in, oder den Pot aufgeben.. Keine Schöne Entscheidung wenn du (wie in ~70% der Fälle) nicht improved hast und nur beschränkt Erfahrung hast...
      2. Fold Equity: Wenn man auf den Niedrigeren Limits überhaupt irgendwas wie Foldequity haben will muss der Raise recht häftig ausfallen, damit die Bigstacks (zu denen man Anfangs der PoF-Phase eher selten gehört) auch mal Hände weglegen gegen die man eigendlich nicht spielen möchte.

      Meine Vermutung (kann ich leider nicht mit persönliche Erfahrung begründen) ist die, dass je höher die Limits werden, desto später kann man den PoF-Modus anwerfen, später als 8-9 BB wird das aber auch nicht sein.
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Ist ja auch alles fliessend.

      Wenn ich gerade mit 13BB left gepushed habe, die Blinds ergattert und nun ne richtig gute Hand habe, steht man immer wieder vor der Entscheidung.

      Erneut Pushen, damit man loose erscheint und eher einen Caller bekommt?
      Lieber Raisen um Schwäche vorzugauckeln?

      In solchen Situationen geht es mir nur sekundär um meine Stackgröße, eher darum was ich optimieren möchte. Fold Equity oder die Chance auf möglichst viele Chips.

      Und dann kann man auch noch reverse reverse denken, aber das spart man sich besser auf den Micros, vermute ich. ;)

      Bis dann

      Tareb
    • sammy
      sammy
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 5.315
      Dann überlege doch mal, wie oft du im Schnitt eine Hand hast, mit der du am liebsten nen All-In vom Gegner sehen willst, oder wie oft du eine Hand hast, mit der du das eigentlich nicht willst...
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Original von sammy
      Dann überlege doch mal, wie oft du im Schnitt eine Hand hast, mit der du am liebsten nen All-In vom Gegner sehen willst, oder wie oft du eine Hand hast, mit der du das eigentlich nicht willst...
      Könnte man streng genommen nicht sagen, das spielt keine Rolle?

      Wenn ich korrekt nach ICM pushe (Vorausgesetzt ich habe die Range meines Gegner korrekt eingeschätzt), dann sollte mir egal sein, ob er called oder nicht. Diese Entscheidung obliegt mir ja nicht.

      Ich verstehe natürlich worauf du hinaus willst, unsere "Notpushes" mit KT vom Button aus sollten nach Möglichkeit nicht gecalled werden.

      Aber prinzipiell verstehe ich die Strategie der Push/Fold Phase so, dass es darum geht mit den Händen die ich +EV pushen kann, auch Chips zu verdienen.

      Ich habe noch kein Turnier gewonnen, bei dem ich nicht auch nach einem Push gecalled werde. Außerdem gibt es ja auch Entscheidungen, bei denen wir callen. Dies tun wir ja auch abhängig von der Stackgröße und Position mit unterschiedlichen Händen.

      Ohne es nachgeprüft zu haben, glaube ich für die 5+0,5 Turniere auf FT folgende Rangfolge an +EV$ für meine Entscheidungen angeben zu können.
      (komplett aus dem Bauch natürlich, ich wüsste nicht wie ich das prüfen soll)

      1. Call von Villain mit Händen, mit denen man das besser lässt.
      2. Push von Villain mit Händen, mit denen man das besser lässt
      3. Fold von Villain
      4. Call von Villian mit Händen aus dem unteren Bereich der korrekten Range
      5. Push von Villian mit Händen aus dem unteren Bereich der korrekten Range
      6. Suckouts von mir ;)

      Ich denke also schon, dass es auch eine Rolle spielt, bei einigen Händen die Wahrscheinlichkeit des Calls von Villain zu steigern.

      Sollte meine obige Annahme natürlich erwiesener Maßen Quatsch sein, behaupte ich umgehend das Gegenteil ;)

      Bis dann

      Tareb
    • JoeNote
      JoeNote
      HeadAdmin
      HeadAdmin
      Dabei seit: 21.02.2007 Beiträge: 568
      Ich pushe auch in der Regel mit 10-12BB. Wichtiges Kriterium für mich sind auch die stacksizes der Gegner.

      Sitzt zum Beispiel ein shorty im BB und ich muss durch 3 oder mehr Spieler pushen, dann muss man schon eine gute Hand haben, da der shorty sich ja recht oft als durch den BB als pot committed empfinden.

      Außerdem wirst Du auch Spieler sehen, die PoF nicht verstehen und super tight vor/an der bubble sind. Gegen die kannste im Grunde auch recht viel pushen.

      Ideal zum reinpushen sind halt auch immer so Leute mit ~20BB, da die für ihren halben stack callen müssten und ja momentan nicht so stark unter Druck sind.

      Hammer ist in diesen Tagen auch bei full tilt und pokerstars mit was die Leute insta callen und broke gehen.

      Beispiel: Ich raise UTG mit AK, UTG+1 minraised mich bei noch relativ niedrigen blind leveln. Ich pushe, weil ich AK nicht oop spielen will und außerdem eine gewisse foldequity sehe und ich ja sehr oft die bessere Hand habe. Der Typ instacallt mit KQo... :D

      oder so geile Aktionen wie limp/call push mit 22 für den ganzen stack... :tongue: