Gesucht: Die perfekte "AF" Definition

    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Ich würde mich über eine produktive Beteiligung unserer Mathe/Poker Profis sehr freuen. Ihr habt hier die Chance das Tool noch vor der Beta Phase aktiv mit zu gestalten!

      PokerStrategy arbeitet wie viele von euch wissen zur Zeit an einer eigenen Software Lösung als Ersatz für PokerTracker+PokerAce.

      Thema dieses Threads soll die Suche nach dem perfektem AF werden.
      Wir halten den AF Wert der sich wie folgt berechnet: AF=(Bet+Raise) / (Call) für uninutitiv und suboptimal. Die Frage ist ob es uns möglich ist einen neuen besseren Wert zu schaffen. Bisher gab es dazu verschiedene Vorschläge die ich euch nun vorstellen möchte.

      Wir werden das Verhalten des Gegner über eine Matrix ausdrücken, die sich auch per "pokerace" popup einblenden lassen wird. Sie wird wie folgt aussieht:



      Blinds:




      An dieser Stelle möchte ich zu den verschiedenen Möglichkeiten Aggression zu definieren zu einer Diskussion anregen.

      Hier geht es um Postflop:

      1) Der Standard PT- AF wird berechnet durch (Bet+Raise) / (Call)

      Vorteil:
      - Ein Wert

      Nachteil:
      - nicht intuitiv verständlich
      - muss man unterschiedlich bewerten in Abhängigkeit der Range die er an der jeweiligen Street hält

      2) Avg. Bets invested - Der "Korn" Wert.

      Beispiel zur Berechnung: ich c/r den Turn Heads-Up, mein Gegner foldet. Ich investiere 2 BB am Turn. Mein Gegner 1BB.


      Vorteil:
      - Ein Wert


      Nachteil:
      - nicht intuitiv verständlich
      - in Heads-Up Situationen die zum Showdown gehen bekommen immer beide Spieler den selben Avg Bets invested Wert zugeordnet. (Kann man vernachlässigen?!)
      - ist dieser Wert überhaup aussagekräftig für NL? Wie müsste er modifiziert werden?!

      3) Aggro/Passiv Verhältniss in %. Die Beiden Werte addieren sich immer zu 100%, da wir die Fälle wo jemand foldet aussen vorlassen. Als Aggro zäjlt zB die c/r Flop Line. Bzw. Jede Line die mit einer Bet des jenigen auf der jeweiligen Street endet. Spielt jemand Bet/Call überlegen wir den Wert zu 0,5 Aggro, und 0,5 Passiv zu werten.
      Beispiel: 150 Spielsituationen, in 50 foldet er, 80 spielt er aggressiv 20 passiv (check/call). Dies führt zu:
      aggro=80%
      passiv=20%
      fold= 33%

      Vorteil:
      - Anschaulich


      Nachteil:
      - Zwei Werte
      - muss man unterschiedlich bewerten in Abhängigkeit der Range die er an der jeweiligen Street hält

      2 Fragen:
      Wir wollen nur eine dieser Optionen mit einbringen um die User nicht zu verwirren, welche dieser Optionen 1) - 3) schlagt ihr vor und warum?!

      Gibt es einen Wert der uns bisher nicht eingefallen ist, der die Aggression aber noch besser darstellt? (FL und NL bedenken)
  • 45 Antworten
    • bobbel
      bobbel
      Bronze
      Dabei seit: 06.07.2006 Beiträge: 2.472
      Bin selber nur nen Theoretiker, kA wie das Leute sehen, die viel zocken. Aber:

      Imo sind Avg.Bets invested keine so tolle aussage über die Aggression, denn wie du schon meintest, das mit calldown. Das kann man ja nicht einfach vernachlässigen. Da haben ja Maniacs und callingstations im Heads-Up den gleichen Wert und sind unterschiedlich aggro -> gar nicht gut. (aber ich höre auch gerade das erste mal von diesem Wert, eventuell hab ich da nen Denkfehler).

      Nachteil bei 3) ist, wie du schon meintest, es wird ein gewisser Hand Reading Skill vorrausgesetzt. Aber das lässt sich dadurch ausräumen, dass das ja ein Tool für Pros (oder angehenden) sein soll. Anfänger könnten ihre Probs haben, aber für die isses ja auch nicht.

      Vorteil von 3) ist, dass das Verhältnis (also der eigentliche neue AF) viel besser ist: Im Beispiel: Flop: 70/30 = 2.3, PT-AF aber liegt bei 1.0. Und das erstere ist dann wohl eher das, was man haben will.

      Nachteil bei 3) finde ich noch, dass Fold eigentlich zu allgemein ist. Also schön, man weiß, er foldet in 25% der fälle z.B., aber man weiß dann gar nix darüber wann er foldet. Es könnte ja z.B. sein, dass er bei der aggro-spielweise nie foldet, aber bei der passiv line fast immer (z.B. spielt er bet turn, foldet er nie, checkt er den Turn aber, foldet er fast immer). Und das könnte leicht zu Fehlinterpretationen führen.
      Das beisst sich natürlich irgendwie mit der Komplexität der Werte, aber eventuell könnte man fold auch in z.B. 2 werte splitten (eventuell fold when playing aggro / passive ??) und dann ein Verhältnis angeben, dann hätte man nur einen Fold-Wert, aber eventuell viel mehr Aussagekraft des Wertes.

      Gut, das ist so das, was mir eben eingefallen ist. Vllt hilfts euch weiter. =)
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Ein paar weitere Gedanken zu dem Problem:

      Gerade eben kam von Bahmrockk der Vorschlag die Avg Bets mit dem Aggressions Wert zu verknüpfen. Ein weiterer Wert der mit diesem Wert verknüpft werden könnte/sollte ist natürlich der Range Flop Wert.

      Je größer Die handrange von ihm am Flop, je passiver wird er im durchschnitt den Flop spielen, da er häufiger auf dem Flop lowpairs/underpairs oder schlechte draws trifft.
      Der Range Flop Wert relativiert zu einem gewissen Maß somit ja den Agression Wert (wie immer wir diesen auch definieren).


      Es geht also darum einen Aggressionswert zu relativieren mit dem Range Flop Wert und unter Umständen noch mit dem Avg Bets invested.

      Thoughts?
    • killerfurbel
      killerfurbel
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 1.490
      3) Aggro/Passiv Verhältniss in %. Die Beiden Werte addieren sich immer zu 100%, da wir die Fälle wo jemand foldet aussen vorlassen.


      relativiert das nicht bereits den Range Flop Wert, da sich eine größere Range wohl hauptsächlich auf die Fold% auswirken wird?
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Naja es gibt ja drei Fragen worauf dir die Stats antworten geben sollen...

      1. Wie groß ist die Range des Gegners an der jeweiligen Street? => Range
      2. Wieviel % foldet der Gegner von dieser Range? => Fold %
      3. Wie aggressiv spielt der Gegner auf der Street? => 1), 2) oder 3) bzw nen Mischmasch daraus.

      Wenn ich nun auf ner Street nun wissen will wie ernst ich seine aggression nehmen muss, ist ein Wert der die Folds aussen vorlässt glaube ich verständlicher und aussagekräftiger als einer der die Folds mit einbezieht.

      Der Wert Agrression ist also dann definiert als, wenn der gegner nicht foldet wie siehts mit der Verteilung Agggression zu Passivem Spiel aus.
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Neuer Vorschlag:

      Average bets invested - aggressive

      Wieviel Bets investiert er durchschnittlich durch bets und raises je nach Street.

      Average bets invested - passive

      Wieviel Bets investiert er durchschnittlich durch calls je nach Street.
    • JollyRoger183
      JollyRoger183
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2007 Beiträge: 8.874
      Bitte beachtet, dass der derzeitige AFT von PT wirklich alle Streets (PF, flop, turn, river) beinhaltet und dass manche spieler mit einem AF von 0,8 folgende Einzelwerte besitzen: 0,2 (da VPIP/PFR sowas wie 52/6 ist) dann aber flop-1,3 turn-1,7 river-2,0 besitzen, also doch recht aggressiv mit ihren Händen Spielen.

      Da der AF auch immer mit VPIP und WTS in Kontex gesetzt werden muss ist fraglich wie optimal und aussagekräftig selbst der perfekt-designste AF-Wert überhaupt ist.

      Wenn man sieht, dass der Gegen einen FD HU c/c c/c check ui spielt, dann ist mir das viel mehr Wert an Inforamtion als jegliche Stats. Raist er mich IP am Flop mit midpair, obwohl ich der PF-3better war und ein Ass am Flop fällt, dann weiß ich auch was ich von ihm zu erwarten hab.

      tut mir leid, dass ich nichts konstruktiveres zum dem Projekt beitragen kann :(
      klingt auf jeden Fall sehr interessant.
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Da der AF auch immer mit VPIP und WTS in Kontex gesetzt werden muss ist fraglich wie optimal und aussagekräftig selbst der perfekt-designste AF-Wert überhaupt ist.
      Diesen Kontext können wir ja beschreiben und in unseren Werten abbilden. Unsere User sollen ja im optimalen Fall genau das nicht selber leisten müssen.

      Die Beziehung der einzelnen Werte zueinander sollten wir hier als "Profis" ja wesentlich besser beschreiben können, als ein Anfänger auf eigene Faust...
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      das mit den avg bets will korn besitmmt fuer seine preflop-entscheidungen ;)

      bei diesem (reinen FL) wert wuerde ich kein avg bilden ueber die streets, sondern addieren. ausserdem darf der turn die doppelte grösse haben wie der flop, die bets sind ja auch doppelt so teuer.


      insgesamt achte ich persoenlich wesentlich weniger auf den AF, als die % [action]. also fold to bet, bet, raise, cr etc. und das ganze auf die streets aufgesplittet.


      was ich da sehr gut fände:

      die standards:
      bet, raise, cr, foldtoraise

      zusaetzlich:
      check behind %
      ..bzw allgemein die werte splitten nach position. zb check/f + c/r + c/c + c = 100% und die einzelnen werte anzeigen.
      und 3bet, cap.


      das ist recht kompliziert, aber enthaelt auch mehr infos als ein aggregierter wert. anfaenger wollen so einen wert, an dem sie sich orientieren koennen - denen kann man einfach AF geben.


      @blinds: was meint ihr mit HU? dass es am flop hu ist? denn den sb HU verteidigen ist doch recht schwer.
      ausserdem wuerde ich den wert noch mit ner bedingten wahrscheinlichkeit modifizieren: "when defended". ich will da moeglichst saubere werte. wie oft er defended dann in nen 2ten wert.


      @jolly: das kannst du mit einem haken ausmachen und den preflopAF rausnehmen.
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Ja ursprünglich hatte Korn den Wert der avg. Bets invested erdacht für das Blind Play only. Dennnoch sollte der Wert nichtnur für preflop definiert sein, sondern über alle Streets das Investment abbilden.
      Damit wäre er ein Idikator, wie heavy jemand seinen Blind verteidigt.

      Der Wert ist dann also definiert als die summierten Bets die Villain bereit ist durchschnittlich zu investieren, in der Situation wo er seinen Blind verteidigt gegen einen Steal Raise vom CO/BU, wenn er denn ab dem Flop HU ist.

      Jo nun haben wir halt noch festgestellt, dass dieser Wert auch für andere Situationen überaus sinnvoll ist.

      Wie gesagt ich halte die diese Variante als am aussagekräftigsten:


      Average bets invested - aggressive

      Wieviel Bets investiert er durchschnittlich durch bets und raises je nach Street.

      Average bets invested - passive

      Wieviel Bets investiert er durchschnittlich durch calls je nach Street.


      Die am Ende einfach auf zu summieren, wobei man die Turn/River bets doppelt gewichtet halte ich auch für sinnvoll, danke für den Tip ;)


      Die von dir genannten Werte:

      "die standards:
      bet, raise, cr, foldtoraise

      zusaetzlich:
      check behind %
      ..bzw allgemein die werte splitten nach position. zb check/f + c/r + c/c + c = 100% und die einzelnen werte anzeigen.
      und 3bet, cap."

      Werden wir einbaun, allerdings erst in einer späteren Version. In dieser wollen wir zuerst einmal die Basic Werte alle einbauen.
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      das mit average bets invested - aggressive wäre interessant mal genauer anzuschauen.

      wobei ich hier das problem sehe, wie man bets und raises gewichtet. dann offensichtlich investiert man bei einer bet immer nur 1 bet, bei nem raise 2+. aber ist ein raise doppelt so aggro wie ne bet? zahlt man also nur die action oder das tatsaechliche setzvolumen?
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Bets invested bringt keinen Vorteil gegenüber dem traditionellen AF, denn auch dieser Wert ist von anderen Faktoren als der Aggression abhängig. Z. B. einfach von WtS. Jemand mit hohem WtS oder mit höherem VPIP hat mehr Gelegenheit zu agieren und kann deshalb zu einer höheren absoluten Differenz

      average bets invested - aggressive bets

      kommen als ein aggressiverer, aber öfter foldender Spieler. Wenn man die Bets vergleicht, dann besser als Quotient. Das ist dann aber der herkömmliche AF in grün.

      Besser wäre meiner Meinung nach eine Kombination aus VPIP und AF (und eventuell WtS), um die Aggressivität zu messen. Von 2 Spielern mit AF 2 ist der Spieler mit VPIP 50 viel aggressiver als der Spieler mit VPIP 20, da der VPIP 50 Spieler mit deutlich schlechteren Händen aggressiv ist.

      Die Formel Aggression = VPIP * AF (oder Aggression = VPIP * WtS *AF) wird nicht ganz stimmen, da der VPIP 50 Spieler den Flop gleich oft trifft wie der VPIP 20 Spieler. Er trifft ihn nur schlechter.

      Da es letzten Endes interessiert, mit welchen Händen ein Spieler aggressiv ist, sollte ein Aggressionsfaktor idealerweise dann 2 Spielern den selben Wert geben, wenn beide mit gleichstarken Händen gleich aggressiv sind. Ich habe aber keine klare Vorstellung, wie der Korrekturfaktor für VPIP * AF aussehen müsste, damit das der Fall ist. Es kann gut sein, dass der nicht linear ist.

      Zur Beantwortung dieser Frage sind WSD bzw. won SD when raised Flop/Turn/River fast besser geeignet. Das sind jedenfalls die Stats, die ich mir ansehe, wenn ich wissen will wie ernst ein Raise zu nehmen ist.

      Abgesehen davon wird man abhängig von der Tischgrösse verschiedene Aggressionszahlen haben müssen (oder durch einen Tischgrössenfaktor korrigieren müssen), da sich VPIP und WtS eines Spielers je nach Tischgrösse unterscheidet.
    • 6Wishmaster6
      6Wishmaster6
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 3.807
      Ein paar "neue" Gedanken zu dem Thema:

      Wenn jemand einen höheren passiv invested bets hat auf einer Street, ist tendiert er wohl dazu häufiger zu callen. Es ist also eine Art WTS schon in dem passivem Wert drin.
      Der passive invested Wert ist also eine Art "Valuebet Indikator".

      Auf die Frage, wie ernst muss ich seine Bets auf der Street nehmen wäre velleicht eine Verbindung der AVg Bets invested mit den folds sinnvoll.
      Wenn ein Spieler 5 mal den Turn sieht und seine aggressiven Investments sehen wie folgt aus:

      2 (check/raise)
      1 (bet)
      0 (check/fold)
      0 (check/fold)
      1 (bet)

      So gäbe es ja zwei Möglichkeit sein avg investment zu berechnen.

      a) (2+1+1) / 3 = 4/3 = 1,33

      Hier teile ich nur durch die Male wo der der Spieler wirklich bets investiert hat.

      oder

      b) (2+1+0+0+1) /5 = 4/5 = 0,8

      Hier betrachte ich alle investments bis auf die passiven. Berechne also auch die fold mit ein.

      Leistet b) denn hier nicht genau was wir wollen? Nämlich eine Verbindung der folds mit seinem aggressionswert?
      Fit or fold Spieler werden durch den Wert sehr gut charakterisiert.
      Maniacs ebenfalls. Leute die mit einer großen Range an dieser Street ankommen, dann viel folden, und den Rest aggressiv spielen werden doch ebenfalls dadurch abgebildet.

      Hab ich nen Denkfehler?
    • hazz
      hazz
      Black
      Dabei seit: 13.02.2006 Beiträge: 4.771
      1. also a) haette ich nie so berechnet. ging von b) aus, wobei da wie gesagt der cr doppelt reinhaut.

      2. fitnfold erkennt man am besten an foldtoflopbet.


      ..was ist nun der unterschied zu AFQ?

      Aggression Frequency (AFq): ( bet + raise ) / ( bet + raise + call + fold )

      "b)" = (bet + 2*raise) / (bet+raise+check+call+fold)


      sie sind also sehr nah beieinander. afq wurde bislang aber sehr gern misachtet. jetzt haben wir aber noch den passiven wert:

      "c)" = (call) / (bet+raise+check+call+fold)

      (coldcalls mal aussen vor, genauso wie bei b) c/3bets nicht drin sind)


      teilst du jetzt b durch c bist du wieder fast beim AF (b+r /c statt b+2r /c) - haben wir also wirklich was gewonnen?


      wir haben immer das problem der bedingten wahrscheinlichkeiten. dh eine bet ist viel staerker, wenn preflop oder am flop oder am turn schon staerk gefiltert wurde - niedriger wts/vpip.

      ein ansatz waere daher die anzahl bets+raises durch die zahl der GESAMTEN hände zu teilen.
      das geht aber auch wieder nicht, weil jemand, der 50%vpip hat und 20% betted eine bessere range haben wird als ein 20% vpip mit 50% bet - ersterer kann die flopinfo beim filtern besser nutzen.

      je spaeter also gefoldet wird, desto besser wird seine range bei gleicher masse sein.

      den grössten eq-jump gibts logischerweise am flop. ich sehe noch nicht, wie man das am besten darstellt. evtl:

      (summe aller einzelnen bets+raises / gesamthaende*vpip)


      das sagt in etwa: wenn villain den flop sieht fuehrt er x-mal eine aggro-action aus... und jetzt sind wir fast wieder bei %bet.

      ich muss erstmal schlafen, drehe mich nur im kreis :p
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.432
      Original von JollyRoger183
      Bitte beachtet, dass der derzeitige AFT von PT wirklich alle Streets (PF, flop, turn, river) beinhaltet und dass manche spieler mit einem AF von 0,8 folgende Einzelwerte besitzen: 0,2 (da VPIP/PFR sowas wie 52/6 ist) dann aber flop-1,3 turn-1,7 river-2,0 besitzen, also doch recht aggressiv mit ihren Händen Spielen.

      Da der AF auch immer mit VPIP und WTS in Kontex gesetzt werden muss ist fraglich wie optimal und aussagekräftig selbst der perfekt-designste AF-Wert überhaupt ist.
      mal ne frage dazu: berechnet PT eigentlich mit ein, wieviel aktionen an den streets waren und mittelt der einfach nur die streets?

      zum thema: AF und VP$IP, es nicht zwangsläufig so, dass 50 VP$IP af 2 viel aggressiver ist als VP$IP 20 und af 2.

      der 50% mensch hat natürlich öfter am flop schlechte hände. wenn er diese aber konstant C/F spielt und nur die guten hände weiterspielt, dann sind beide gleichaggro, da C/F den af nicht nach unten drückt!

      nochmal zum thema: average bets aggro/passiv. das mit sicherheit nicht das ende vom lied, weil es imho keien perfekte lösung gibt. aber das gibt doch schon mehr infos als der klassische af oder nicht?
    • JollyRoger183
      JollyRoger183
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2007 Beiträge: 8.874
      Ich denke, das PT bet+rais/call rechnet wenn wir diese Situationen 50x am Flop 30x am Turn und 20x am River hatten, allso insgesamt 100x die Möglichkeit auf den AF Einfluss zu nehmen. Und dann mittelt er einfach alles.

      Flop AF 3, Turn AF 2, River AF 1 wäre dann theoretisch Post-Flop-AF 0,5*3+0,3*2+0,2*1 = 2,33 (zumindest denk ich s mir so)

      Ist also nicht wirklich akkurat, v.a. weil manche am Flop ganz anders spielen, als auf den BigStreets, aber das kann man sich auch alles getrennt anzeigen lassen von PA.

      Das mit 50VPIP c/f Flop wusste ich nun seit dem Berlin-Seminar... aber ist nochmal wichtig, dass das auch alle verstehen. /naja- wie gesagt manche stats werden auch überbewertet...
    • Ajezz
      Ajezz
      Black
      Dabei seit: 19.07.2005 Beiträge: 10.245
      Nur als Gedanke:
      Wenn der AF zu unintuitiv ist, was spricht dann gegen die Verwendung der Aggression Frequency?
      Agg Frequ = (Anzahl Raises + Anzahl Bets) / Anzahl aller mögl. Aktionen (d.h.Raises, Bets, Calls, Folds)
      Die ist unmittelbar intuitiv (Wie oft ist er aggressiv, wenn er die Chance dazu hat?), und sollte auch deutlich weniger mit VPIP und WTS korrelieren als der "normale" AF.

      Edit: Ah, sorry, ich sehe gerade, hazz hat schon was dazu geschrieben.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Die Sache mit 50 VPIP c/f ist mir auch klar. Um das zu unterscheiden, hat man noch WtS. VPIP * WtS bildet dann eine Näherung für die Qualität der Hände, die weitergespielt werden. Immer noch keine besonders tolle, aber besser als VPIP allein.

      Eine noch bessere Näherung ist eventuell VPIP * WtS * WSD oder VPIP * WSD. WSD ist letztlich der beste Qualitätsmesser der Hände die gespielt werden. Als Einzelstatistik halte ich ihn für wichtiger als WtS. Allerdings wird WSD vom AF beeinflusst, da ein hoher AF den WtS der Gegner beeinflusst und deshalb weniger der eigenen besseren Hände den Showdown überhaupt erst sehen. Zumindest wenn man plausiblerweise davon ausgeht, dass der AF von guten Händen höher ist als der von schlechten Händen.
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.432
      Original von JollyRoger183
      Ich denke, das PT bet+rais/call rechnet wenn wir diese Situationen 50x am Flop 30x am Turn und 20x am River hatten, allso insgesamt 100x die Möglichkeit auf den AF Einfluss zu nehmen. Und dann mittelt er einfach alles.

      Flop AF 3, Turn AF 2, River AF 1 wäre dann theoretisch Post-Flop-AF 0,5*3+0,3*2+0,2*1 = 2,33 (zumindest denk ich s mir so)

      Ist also nicht wirklich akkurat, v.a. weil manche am Flop ganz anders spielen, als auf den BigStreets, aber das kann man sich auch alles getrennt anzeigen lassen von PA.

      Das mit 50VPIP c/f Flop wusste ich nun seit dem Berlin-Seminar... aber ist nochmal wichtig, dass das auch alle verstehen. /naja- wie gesagt manche stats werden auch überbewertet...
      habs gestern getestet, ist wie du gesagt hast, anzahl der aktionen zählt mit, macht ja auch sinn!

      wish hat nun stats festgelegt, die erstmal integiert werden. die geben auf jeden fall mehr infos als PT. ist am anfang immer schwer, weil quasi neue referenzwerte geschaffen werden müssen, um spieler einzuschätzen, aber ich denke, die basis ist besser als PT, zumal der klassiche AF ja auch immer noch dabei ist.
    • vanao
      vanao
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 3.480
      Hab mal ne verrückte idee. Auch wenns vermutlich zu spät ist.

      Empirisch den besten Wert durch Faktorenanalyse berechnen^^!

      1. Wir nehmen uns eine große DB mit Handhistories

      2. Wir ermitteln für jeden Einzelnen Spieler die Kennwerte: AF, Bets investeted, Aggression Frequency, ... und was uns sonst so einfällt.

      3. Die Faktorenanalyse sollte idealerweise 1 Faktor extrahieren mit den Polen Aggressiv und Passiv.

      4. Wir schauen einfach welcher Kennwert die jeweils größte/niedrigste Ladung auf dem Faktor hat und voila! wir bekommen zwei Werte, die jeweils für Aggressivität und Passivität am besten repräsentieren.

      So würde man es in der Psychologie machen... Thoughts?


      P.S.: Ich habe sowas schonmal mit meiner DB gemacht. Ich habe dort aber die "klassischen Werte verwendet", also VPIP, PFR, AF, WSD, FoldBB, usw. Das Ergebnis hat mich Wenig überrascht. Zwei Faktoren, einer für Loose/Tight und einer für Aggressive/Passive.