SSS mit 26 BB möglich?

    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Hallo,

      also, ich probiere gerade folgendes aus: Ich setze mich an NL25 Tische nicht mit 20 sondern mit 26 BB, also mit 6,50$! Wie gesagt, ich PROBIERE das aus. Ich verlasse den Tisch bei 7 Dollarn und kaufe ab Stack<6$ nach.

      Gedanke dahinter: Ich spiele zumeist stärkere Hände als meine Gegner--> Ich kann mit ein paar mehr BB mehr rausholen.
      Ich glaube, dass hierdurch nur das Spiel nach dem Flop ein bisschen komplizierter wird, aber generell der "normalen SSS" sehr ähnelt.

      Bis jetzt läufts auch ganz gut damit. Kann auch nur ein kleiner Upswing sein, hab noch nicht wirklich viele Hände gespielt.
      Ergebnis nach einer Stunde 24-tabling: +20 Dollar = +80BB

      Was meint ihr? Sofort damit aufhören und normale SSS spielen, weiter probieren, SOFORT aufhören?
      Und wenn ich so weiterspielen kann, sollte ich mich weiter an SHC halten, oder minimal looser oder tighter spielen?
      Und ne Begründung wäre super.

      Mein Glaube: Die Strategie ist ok, funktioniert aber sicher nur bis ca. NL25, da dort nicht so tight gespielt wird.

      Dankeschonmal ;)
      Viele Grüße
  • 17 Antworten
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Keine Antworten weil keiner es weiß oder weil es keinen interessiert? ^^

      2. Session mit der Strategie, wieder ca. 1 Stunde: wieder +20$=+80BB
    • Publius
      Publius
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 1.339
      Das ist ein Forum, kein Livechat - Geduld ;)
      Generell gilt: Für die SSS ist das Optimum an Spielbarkeit 16 bis 18 BB. Bei mehr kommt man am Flop nur noch schwer All-In. Ich hatte im Bronze-Forum dazu mal eine Berechnung gepostet.
      Bei mehr als 20 BB wird das Postflop-Spiel schon deutlich schwerer. Ab 25 BB passen die Handlungsempfehlungen der SSS eigentlich nicht mehr und man braucht so eine Art MidStackStrategie. Dabei muss man aber noch mehr die verschiedenen Stacksizes von sich und den Gegnern im Auge behalten. Außerdem verlangt es fortgeschrittene Postflopkenntnisse.

      Das Spielen mit hohem bzw. doppelten Stack vom Gewinn bis zum BB ist ist umstritten. Siehe meine Sig. Grundsätzlich gilt: Schwache Postflopskills und agressives Bankrollmanagement sprechen für eher tightes Spiel, starke Postflopskills und konservatives Bankrollmanagement für looseres Spiel.
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Erstmal vielen Dank für die wirklich gute und hilfreiche Antwort.
      3. Session: Ca. 50 min: +13$=52 BB
      Zusammengefasst: 24 Tables NL25 (0,10$/0,25$), ca. 170 min: Gewinn 53$ = 218 BB.
      Ist doch fürs erste ein echt tolles Ergebnis. Sicher gehts bald auch mal bergab.

      Ich finde deine Antwort wie gesagt sehr interessant. Gibt es irgendwo MidStackStrategien?

      Ab wie vielen Händen kann man ca. sagen: Joa, die Strategie ist gut, oder die Strategie ist nicht gut?
    • Publius
      Publius
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 1.339
      Wenn du in meinem im Sammelthread über Allgemeines zur Seite von Ed Miller gehst, solltest du etwas Material finden. Ansonsten gilt Mid-Stack aber als ausgesprochen fishy, weil es die Nachteile von BSS und SSS kombinieren soll. Du kannst aber gerne das Gegenteil beweisen. =)

      Zur Aussagekraft von Stats im Allgemeinen und Winrates im Speziellen habe ich im Sammelthread einen neuen Statistikbereich.

      Ganz allgemein würde ich sagen, wenn du über 20.000 Hände eine Winrate von mehr als 2 PTBB=4 BigBlinds schaffst, wird es allmählich interessant.

      Wenn du 2 PTBB über 100 k Hände schaffst, dann würde ich mich über einen ausführlichen Artikel zu deiner Strategie freuen.
    • notep
      notep
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2007 Beiträge: 1.084
      deine Strategie geht schon.
      Ich hab ne Zeitlang SSS so gespielt, dass ich immer erst mit 75 BB vom Tisch gegangen bin, da ich 1. eh overrolled war für das limit und es keine höheren Tische gab und 2. weil die Gegner teilweiße das für fischiger halten wenn du mit einem komischen Midstake am Tisch sitzt und dann wieder den BB postest.
      Außerdem war ich einfach zu faul dauernt die Tische zu wechseln und es gab ja nicht immer welche.


      Du solltest dir allerdings dann auch mehr Postflopskills aneignen.
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Ich hab leider kein Pokertracker -.-. Gibt es ein Programm für Pokerstars, welches meine Hände zählt? Und sonst andere gute Programme?

      Und gibt es irgendein kostenloses einfach zu bedienendes Programm, welches alles was auf meinem PC abläuft als Video aufzeichnet?
    • DrMindtrap
      DrMindtrap
      Bronze
      Dabei seit: 12.09.2006 Beiträge: 2.914
      Dein Vorteil dürfte sein, dass du häufig noch vernünftig contibetten und auf Gegenwehr folden kannst, während du wenn dein (fisch-)Gegner noch weiterspielen will und du was getroffen hast auch am Turn beim All-IN dann komplett ausbezahlt wirst.
      Nachteil ist, dass preflop first-in pushs oder pushs als reraise wegen des grossen stacks nicht mehr so profitabel sind, bzw das risk/reward verhältnis sich bei marginalen Händen verschlechtert.

      Könnte mir aber durchaus vorstellen, dass der zuerst genannte vorteil grad auf microstakes dominiert.
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      So... hab weitergespielt. Allerdings brauche ich gerade ein bisschen bares, habe mir ein bisschen von meiner bankroll auszahlen lassen, und spiele jetzt kurz wieder NL10, wohl nicht so lange.
      Habe mich heute immer mit 2,75$ an die Tische gesetzt, bei Stack>3,25$ aufgehört, bei Stack<2:35$ nachgekauft.

      Ergebnis bei 2652 gespielten Händen: +35$.Also 350 BB.

      Winrate: 6,6 PtBB
    • tomsnho
      tomsnho
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 7.565
      Natürlich kann man auch mit anderen Stacksizes als z.B. den 20BB erfolgreich spielen. Aber der Nachteil daran ist, dass die hier ausgearbeitete und mehrmals durch viel Mathematik und Equityanalysen usw. so ziemlich optimierte Strategie auf das Spiel mit ~20BB ausgelegt ist.

      D.h. für dein ~25-30BB-Spiel sind einige Sachen der originalen SSS nicht mehr optimal, und man müsste es auf die größeren Stacksizes adjustieren.


      Deine Samplesize von knapp 3k Händen sagt gar nichts aus, selbst wenn nach 50k Händen 2,5 ptBB/100 hättest kann das noch an überdurchschnittlichem Luck oder einfach besonders grottigen Gegnern liegen.
    • DrMindtrap
      DrMindtrap
      Bronze
      Dabei seit: 12.09.2006 Beiträge: 2.914
      also ich würds ihn erstmal weiter probieren lassen :D

      finde die average winrate bisher ganz beeindruckend, und vielleicht trägt ja (besonders auf den micro) das von mir angeführte argument doch stärker als die angeblich für 18bb optimale sss.

      Das Argument, dass die sss ursprünglich mal für 18bb ausgelegt wurde führt ja hier immer wieder jeder an, weil jeder es mal irgendwo gelesen hat. Tatsächlich belegen kann es aber wahrscheinlich doch keiner mehr.
      Die sss wurde ursprünglich auch mal für 3bb raises ausgelegt... ursprünglich hat man contibets auch mal mit 1/2 potsize gemacht, damit man nach reraises noch einfachere folds hatte.
      Aber die sss hat sich verändert und das hat auch die Spielweise der villains gegen sss.

      Also ich finde den hier beschriebenen Versuch (wenigstens für die Micros) sehr interessant.
    • Publius
      Publius
      Bronze
      Dabei seit: 26.02.2006 Beiträge: 1.339
      Ich habe das oben genannte Beispiel zur Stacksize gefunden.
      Warum nicht sofort nachkaufen???

      Folgendes Beispiel:
      Vor dem Flop: ein Limper, Hero erhöht auf 5 bb, Limper callt, Rest foldet.
      Flop: Pot ist 11,5 bb groß, zu uns wird gecheckt, guter Spot für eine Bet. (Egal ob Conti oder Value-Bet)

      a) Hero hat noch 10 bb also knapp unter Potsize. Push mit einem guten Betrag für eine Bet und wir sind nur noch Zuschauer.

      b) Hero hat noch 15 bb also 1,5-fache Potsize. Was tun?
      Bei einem Push werden 5 bb = 50% mehr investiert. Die Fold-Equity wird aber nicht in gleichem Maße ansteigen. Wenn doch der Call kommt, sind wir mit etwas größerer Wahrscheinlichkeit hinten.
      Bei einem Raise sind wir fast Pot-committet. Auf ein ReRaise ist es eine schwere Entscheidung ob Call oder Fold, wenn man nicht komplett am Flop vorbei gelaufen ist. Wenn der Gegner callt, ist die Lage am Turn häufig auch wieder bescheiden.


      Das ganze könnte man jetzt natürlich auch mit 26 BB durchspielen.

      c) Hero hat noch 21 bb also etwa doppelte Potsize. Push kommt normalerweise nicht mehr in Frage. Man braucht also zwingend eine gute Line für zwei Entscheidungen anstelle von einer. Dabei ist zu bedenken, dass man nach Bet und Call am Turn nur noch schwer aus der Hand rauskommt.

      Ich halte es für möglich, dass man auch dann zu guten Entscheidungen kommt. Allerdings: Wenn man zum einen die Vorteile der SSS nicht nutzen will und zum anderen kein Problem mit mehreren schwierigen Postflop-Entscheidungen hat, sollte man über letzt Variante nachdenken: Hero hat noch 95 bb ... :D

      Aber ich lasse mich gern eines besseren belehren.
    • DrMindtrap
      DrMindtrap
      Bronze
      Dabei seit: 12.09.2006 Beiträge: 2.914
      mmn kommt man bei c) am Turn sehrwohl noch gut aus der hand raus, und hat auch überhaupt keine schwere Entscheidung am Turn.
      Ganz stumpf nach sss: mit made hand allIn, ohne made-hand und bei gegenwehr auf die contibet am flop: c/f.

      in meinen Augen werden sogar eher schwere Entscheidungen vermieden: nämlich die, ob wir nach einem reraise auf die contibet am flop schon so committed sind, dass wir zb mit AK unimproved auf 6 outs callen. Oder alternativ würde man mit AK unimproved direkt pushen müssen.
      Dieses committed sein mit AJ-AK oder JJ bei nem 8QK board, wenn villain zu uns checkt wird durch den etwas grösseren stack halt vermieden.
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Original von tomsnho
      Deine Samplesize von knapp 3k Händen sagt gar nichts aus, selbst wenn nach 50k Händen 2,5 ptBB/100 hättest kann das noch an überdurchschnittlichem Luck oder einfach besonders grottigen Gegnern liegen.
      Klar hast recht ;) ... aber ich wollt hier immer wenn ich mal ca 2000 Hände gespielt habe nen Zwischenstand reinschreiben für die die es interessiert.

      Weitere Eindrücke: Flop all-in kommt nur selten vor. Höchstens wenn ich ein gutes Overpair oder Drilling halte und Gegner mich reraist.
      Preflop: Siehe SHC
      Postflop mit made hand: 2/3 Pot. Bei call am Turn meist nochmal und erst am River all in. Bei reraise am Flop kommts auf die Hand an.
      Turn mit Made hand: Wenn sie gut ist wieder 2/3 Pot.
      River: All-In

      Postflop mit trash hand: Gegebenenfalls contibet. Dann c/f.

      Wenn Postflop mit einem Gegner der Gegner vor mir dran ist und setzt, so reraise ich ihn meistens auch mit Trashhands. Zu ca. 80 % foldet er dann.

      Ich glaube, dass das ganze auf den Micros sehr gut klappt. Höher wohl nicht mehr.

      SSS sind ja meist "Maschinen", da man das Spiel nicht sehr variieren kann. Bei der Strategie muss man pokern können.

      Ob ichs kann? Ich werds weiter ausprobieren, updates dann hierrein, falls die gewünscht sind.
    • DrMindtrap
      DrMindtrap
      Bronze
      Dabei seit: 12.09.2006 Beiträge: 2.914
      Original von sist0r0r
      Wenn Postflop mit einem Gegner der Gegner vor mir dran ist und setzt, so reraise ich ihn meistens auch mit Trashhands. Zu ca. 80 % foldet er dann.
      damit hätte ich auf micros allerdings nicht gerechnet - da hab ich zweifel, ob das longterm +ev ist :diamond:

      Original von sist0r0r
      Postflop mit made hand: 2/3 Pot. Bei call am Turn meist nochmal und erst am River all in. Bei reraise am Flop kommts auf die Hand an.
      Turn mit Made hand: Wenn sie gut ist wieder 2/3 Pot.
      River: All-In
      Mit 2/3 am flop und 2/3 am turn müsstest du eigl IMMER all-in sein am turn.
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      Original von DrMindtrap


      Original von sist0r0r
      Postflop mit made hand: 2/3 Pot. Bei call am Turn meist nochmal und erst am River all in. Bei reraise am Flop kommts auf die Hand an.
      Turn mit Made hand: Wenn sie gut ist wieder 2/3 Pot.
      River: All-In
      Mit 2/3 am flop und 2/3 am turn müsstest du eigl IMMER all-in sein am turn.
      Beispiel, (0,1/0.25): Stack: 6,75$
      Preflop: raise auf ein Dollar. Ein caller. Pott: 2.35$ Stack: 5,75$
      Flop: Bet 1,5$. Call. Pott: 5,35$ Stack: 4,25$
      2/3 Pott wär dann eig. so gut wie all in.

      ... joa, hast Recht... scheinbar glaub ich anders zu spielen wie ich wirklich spiele ^^...In der Situation wie beschrieben würd ich wohl mit ner wirklich guten Hand nur 2-2.75$ betten.
    • schmeiss
      schmeiss
      Bronze
      Dabei seit: 17.07.2006 Beiträge: 1.602
      Dein Screenname bei Stars ist nicht zufällig r0taP? :)
    • sist0r0r
      sist0r0r
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 18
      :rolleyes: Bei Pokerstars darf jeder Haushalt nur einen Account haben, also muss ich den von meinem Bruder nehmen^^.... aber pssst^^

      Ja, das bin ich :rolleyes: ... Was hälste von meiner Strategie? Schon ein paar Hände mit mir miterlebt??? :-D