Stats und strategische Gedanken auf NL400+

    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      Dinge an denen ich pokertechnisch arbeite:

      - Rock/Tags früher markieren und anders spielen
      Wenn ich die Misc. Stats Liste nach Difference sortiere fällt auf, dass ich einen Großteil meiner Verluste gegen tighte Regulars mache. Sehr viel gewinne ich hingegen von den loosen Regulars und natürlich von den Fischen. Ehrlich gesagt wundert mich das schon sehr. Ich habe nicht viel Respekt für nittige Spieler gehabt und dachte ich würde sie überrennen. Nun stelle ich fest das ich genau diese Spieler zuviel auszahle. Vorerst werde ich mein Preflop Spiel nicht anpassen. First-In Ranges sind schwer exploitable (es geht um zuwenig Geld um wirklich einen Unterschied zu machen) und der durchschnittliche 18/16 TAG verteidigt seine Blinds zu lasch. Die extensiven 3bets sind ein wichtiger Bestandteil meines Spiels. Ich könnte diese gegen spezielle first-In raiser tighter machen, aber denke das viele Tags sich schlecht auf mich einstellen/schlecht spielen während ich viel Erfahrung in 3bettet Pots habe.
      Eine kleine Änderung mache ich aber dennoch:
      a) Mit SC und kleinen Paare einen frühen raiser IP mehr callen statt diese immer zu 3betten.
      Während das für viele Standard ist habe ich damit bisher nur herumprobiert. Das Problem ist, dass man postflop Kompetenz in diesen speziellen Spots braucht um zum Beispiel 76s mit einem flat-call zu spielen. Ich finde es relativ einfach einen 3bet Pot mit 66 oder T7s zu spielen, was andere Leute wiederrum an den Rand des Wahnsinns treibt.
      Pur auf Setvalue zu callen finde ich zu weak (die Leute spewen nicht genug auf NL1000). Damit bleibt natürlich die Frage wie man seine Moves geschickt einstreut oder wann man eine Bet callt und hofft das das Pair am Showdown durchhält.
      Schwierige Dinge. Ich werde wohl damit anfangen langsam und Schritt für Schritt mehr zu callen und weniger zu 3betten.
      Gehen wir zum postflop Spiel:
      b) In einem single raised Pot werde ich gegen einen raise eher folden
      Die meisten TAGs raisen nur mit TwoPair+. Ab und zu ist Air bzw. ein Draw dabei. Aber es bleiben verdammt viele Sets übrig. Also fold dein verdammtes TopPair du blöde Station. Vor allem sollte ich Gedankenfallen vermeiden in der Art "Oh, er raist meine Flopbet auf 60$, lass uns callen da er bestimmt einen Draw hat. Jetzt bettet er 130$ am Turn, hmm, aber wenn ich jetzt folde, warum habe ich den Flop gecallt. Nun bettet er 210$ AI am River, naja, hat wohl eine Hand aber die Potodds sind gut ich calle".
      Bevor ich irgendeinen raise calle MUSS ich einen Plan habe was ich mache, von "shove blank Turn" bis "Call down" bis "Fold bei nächster Bet". Einfach callen, weil mir meine Hand zu stark ist werde ich nicht mehr.

      Diese Gedanken gelten alle für "Markierte TAGs" welche demnächst von mir ein eigenes Zeichen bekommen


      - standardisierte Betsizes

      Meine preflop Bets sind mittlerweile weitgehend standardisiert. Es gibt zwar Theorien die verschieden hohe raises vorschlagen, aber ich bin Anhänger der gleichmäßigen Bets preflop. Imho sind preflop Betsizes viel zu irrelevant und zeitspielig um eine Bedeutung für den modernen 6 table Grinder zu haben.

      Die Betsizes sind (auf NL400):
      first-in: 14$
      iso IP nach Limper: 18$
      iso OOP nach 1 Limper: 20$ (das könnte zu viel sein)
      iso OOP nach 1 Limper und complete: noch nicht festgelegt
      3bet IP nach 14$ open: 42$ (mein Bruder meint diese Betsize wäre zu klein)
      3bet OOP nach 14$ open: 50$
      sqeeze nach 14$ open und 1 call: 60$ (hier wird nicht zwischen OOP und IP unterschieden, was bedauerlich ist)
      first-in vom SB: auf 16$
      repop vom BB nach Sb complete: noch nicht festgelegt

      Wie sind eure preflop Betsizes?

      Postflop arbeite ich an Richtlinien, die Floptextur und Gegnerstack sowie Gegnertyp berücksichtigen. Auch hier habe ich vor von der Hand unabhängig zu spielen (bis auf extreme Callingstation Fische). Erst am Turn sollen verschiedene Betsizes für verschieden Hände gewählt werden sowie eventuell auch in 3bet Pots.
      Die Hauptfrage bevor ich daran gehe die Details festzulegen, ist allerdings wie hoch die Bet allgemein sein soll. Im laufe der Zeit wurde meine Flopbets immer größer. Während ich früher häufig halben Pot gebettet habe, kommt nun fast ausschliesslich 2/3 bis 3/4 Pot zum Einsatz. Nachdem ich die Vor und Nachteile eine wirklich großen Flopbet (d.h. 27$ in 34$ Pot) abgewogen habe wird sich hieran nicht mehr tun.


      - mehr Notes machen

      Gibt hier nicht viel zu sagen: Mehr Notes braucht das Land
      Vor allem Set-Lines und die Bedeutung von postflop raises (schwach/stark) bzw. preflop 3bets ist hier entscheidend. Ebenfalls wichtig ist ob er Monster IP direkt am Flop raist oder bis zum Turn wartet. Statt einfach alles aufzuschreiben was mir auffällt sollte ich versuchen mehr die wirklich interessanten Informationen herauszusuchen.


      - 4betten überdenken

      Auch hier habe ich als frischgebackener mid-Limit Spieler erheblichen Nachholbedarf. Auf NL200 war es nie notwendig sich mit der Reaktion auf 3bets zu befassen.Ich war quasi der einzige NL200 Spieler der viel ge3bettet hat. Diese nehmen in ihrer Bedeutung auf NL400 stark zu und ab NL1000 wird jeder dritte openraise reraist.

      Herumexperimentiert habe ich mit 4bet Bluffs und muss sagen, dass sie einfach grottig sind. 4bet/fold ist schwul. Man riskiert 2,5 bis 3$ für 1$ und hat auch nicht so den Metagame Vorteil. Außerdem ist es meistens sehr offensichtlich für den Gegner wann eine 4bet ein Bluff ist (zumindest ich rieche sehr häufig wann man Gegner einfach nur angepisst ist und deshlab 4bettet und wann er ruhig ist, so dass man eine starke Hand erwarten kann)

      Also wird 4bet/fold aus dem Repertoir verschwinden, nicht aber der 4bet Bluff.
      Mein Spiel wird IP sehr calllastig. Um meine vielen Calls mit mäßigen Händen zu balancen werde ich viel mit AA-QQ trappen. Noch weiß ich nicht was ich mit AK mache.
      Denkbar wäre es suited AK zu callen und offsuited AK mit einer großen 4bet reinzustellen. Um dies zu balancen müsste ich gleichzeitig QQ 4bet/call spielen. Die QQ würden verhindern, dass mein Gegner mit JJ-22 callen kann.
      Auch möglich wäre es mit wirklich allen Händen zu callen und Ak auch unimproved über die conti zu shoven.
      Und als dritte Option wäre eine balancierte 4bet Range möglich (also schwarze Aces, Kings, Queen sowie alle AK und ab und zu A5s)
      Sicher ist nur, dass ich mich als Verteidigung gegen 3bets preflop viel callen und postflop viel shoven werde.

      Das einzige was ich herausfinden muss ist, ob ich diverse Hände (vor allem AK) postflop spielen möchte und ob meine resultierende 4bet Range stark und klein genug ist um nicht allzu viel gegen die Powerhände meines Gegners zu verlieren.
      JJ und TT sind postflop in einem 3bet Pot auch nicht gerade angenehm zu spielen, aber wenn ich diese Hände preflop 4bet/callen würde müsste ich dies stark balancieren und würde trotzdem noch Value verlieren.


      OOP ist die ganze Sache wieder anders. Auch wenn man getroffene Flushdraws oder Sets sehr gut c/r AI spielen kann, callen wenige Spieler 3bets OOP. Mich würde hier Anregungen zum call 3bet OOP definitiv interessieren.
      Wenn ich eine pure 4bet oder fold OOP Strategie fahre komme ich allerdings um 4bet/fold Bluffs (die ich so sehr hasse) nicht herum. Außerdem wäre meine 4bet Range notgedrungen ziemlich weit: AA-TT, AK ist denkbar. Dazu die erwähnten 4bet bluffs mit suited Aces. Eigentlich möchte ich nicht so spielen.
      Die Frage ist welche Alternativen es gibt. Vielleicht fallen mir gute Strategien ja nach einiger Zeit ein.
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