Frage zum SHC (Positionen)

    • musilak
      musilak
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2006 Beiträge: 39
      Hallo,

      mir ist aufgefallen, dass der SHC nicht die Positionen der Leute berücksichtig, die vor mir raisen:

      Sagen wir, ich bin Button. Es macht doch einen Unterschied, ob der UTG+1 raised und alle folden, oder ob alle folden und der CO raised.
      In der ersten Situation kann ich davon ausgehen, dass der UTG vermutlich über ein Premiumblatt verfügt (AJ +, PP TT+, vielleicht KQ), bei der anderen Situation könnte der CO ziemlich viel haben (z.B. OTo, A2s+ ...) und dazu kommt, dass es sein könnte, dass er nur die Blinds stehlen will.
      Die beiden haben in der jeweiligen Situation doch ne ganz andere Handrange, oder?
      Als Beispiel: Ich halte KQs, im SHC steht dazu raise / call. Vielleicht wäre es in der 1. Situation sinnvoller zu folden, in 2. sinnvoller zu raisen? Oder ich habe irgendwo einen Denkfehler, dann lass ich mich gerne eines besseren belehren :)
  • 3 Antworten
    • Kreatief
      Kreatief
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 13.896
      Auf den Levels, für das das SHC gedacht ist, raist auch UTG mit Axo. Zudem wird wohl keiner daran denken den Blind zu stehlen, wichtig ist allein die eigene Hand... (Aus Fish Sicht!) Von daher darf man nicht zuviel da rein interpretieren!


      DKT
    • Kugelfang
      Kugelfang
      Bronze
      Dabei seit: 24.05.2005 Beiträge: 5.942
      Nö ist absolut richtig.
      Es ist aber einfach viel zu kompliziert, sowas in einen chart aufzunehmen. Man bräuchte ja quasi für jede konstellation eine eigene tabelle.
      Der shc ist eine vereinfachte darstellung, die recht nahe (für eine so einfache tabelle verdammt nahe) an der optimalen preflopstrategie liegt.

      Mit den von dir benannten problemen kann man mittels der fortgeschrittenen preflopstrategie besser umgehen.
      Wenn man nicht mehr nach dem chart, sondern nach der equity spielt, kommt man zwar meist auf das selbe ergebnis wie der chart, manchmal aber auch nicht.
      Wenn dich das schon intressiert, lies dir einfach mal die fortgeschrittenen artikel durch.


      Zu deinem Konkreten Beispiel:
      Du hast KQs im Button. der Cutoff raised first in.
      Fall A: er spielt nach SHC
      Er könnte haben 55+, a2s+,k9s+,q9s+,JTs,AT+,KT+,QT+

      equity (%) win (%) tie (%)
      Hand 1: 50.2402 % 47.63% 02.63% { 55+, A2s+, K9s+, Q9s+, JTs, ATo+, KTo+, QTo+ }
      Hand 2: 49.7598 % 47.15% 02.63% { KQs }

      Also Knapper Raise

      Fall B: er spielt nach ORC
      er könnte haben 44+,a7o+,kto+,QTo+,JTo,a2s+,k8s+,q8s+,J8s+,T9s,98s

      equity (%) win (%) tie (%)
      Hand 1: 48.7938 % 46.75% 02.04% { 44+, A2s+, K8s+, Q8s+, J8s+, T9s, 98s, A7o+, KTo+, QTo+, JTo }
      Hand 2: 51.2062 % 49.16% 02.04% { KQs }


      Also auch Raise.


      Fall C: Gegner spielt nicht nach chart, wir brauchen also reads über ihn (insbesondere seinen pfr%)


      Wir haben also nur ganz wenig equity vorteil, bringen uns dafür aber in recht schwere postflop situationen.

      Der shc ist nicht perfekt. Dafür aber übersichtlich und leicht verständlich.
      Eben für anfänger. Für diese einfachheit und übersichtlichkeit bezahlt man mit ein par equityprozentpunkten.

      Wenn man die noch rauskitzeln will, muss man eben nach der fortgeschrittenen strategie spielen.


      Aber dass du dir übersowas von selbst gedanken macht, zeigt, wie sehr du dich auch mit der theorie beschäftigst, das freut mich, endlich mal konstruktive kritik am shc anstatt des üblichen "die fische lucken mich weg"-geheule" :D
    • musilak
      musilak
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2006 Beiträge: 39
      Original von Kugelfang
      Nö ist absolut richtig.
      Es ist aber einfach viel zu kompliziert, sowas in einen chart aufzunehmen. Man bräuchte ja quasi für jede konstellation eine eigene tabelle.
      Der shc ist eine vereinfachte darstellung, die recht nahe (für eine so einfache tabelle verdammt nahe) an der optimalen preflopstrategie liegt.

      Mit den von dir benannten problemen kann man mittels der fortgeschrittenen preflopstrategie besser umgehen.
      Wenn man nicht mehr nach dem chart, sondern nach der equity spielt, kommt man zwar meist auf das selbe ergebnis wie der chart, manchmal aber auch nicht.
      Wenn dich das schon intressiert, lies dir einfach mal die fortgeschrittenen artikel durch.


      Zu deinem Konkreten Beispiel:
      Du hast KQs im Button. der Cutoff raised first in.
      Fall A: er spielt nach SHC
      Er könnte haben 55+, a2s+,k9s+,q9s+,JTs,AT+,KT+,QT+

      equity (%) win (%) tie (%)
      Hand 1: 50.2402 % 47.63% 02.63% { 55+, A2s+, K9s+, Q9s+, JTs, ATo+, KTo+, QTo+ }
      Hand 2: 49.7598 % 47.15% 02.63% { KQs }

      Also Knapper Raise

      Fall B: er spielt nach ORC
      er könnte haben 44+,a7o+,kto+,QTo+,JTo,a2s+,k8s+,q8s+,J8s+,T9s,98s

      equity (%) win (%) tie (%)
      Hand 1: 48.7938 % 46.75% 02.04% { 44+, A2s+, K8s+, Q8s+, J8s+, T9s, 98s, A7o+, KTo+, QTo+, JTo }
      Hand 2: 51.2062 % 49.16% 02.04% { KQs }


      Also auch Raise.


      Fall C: Gegner spielt nicht nach chart, wir brauchen also reads über ihn (insbesondere seinen pfr%)


      Wir haben also nur ganz wenig equity vorteil, bringen uns dafür aber in recht schwere postflop situationen.

      Der shc ist nicht perfekt. Dafür aber übersichtlich und leicht verständlich.
      Eben für anfänger. Für diese einfachheit und übersichtlichkeit bezahlt man mit ein par equityprozentpunkten.

      Wenn man die noch rauskitzeln will, muss man eben nach der fortgeschrittenen strategie spielen.


      Aber dass du dir übersowas von selbst gedanken macht, zeigt, wie sehr du dich auch mit der theorie beschäftigst, das freut mich, endlich mal konstruktive kritik am shc anstatt des üblichen "die fische lucken mich weg"-geheule" :D
      Danke für die gute Erklärung. Werde mir bei Gelegenheit dann auch mal den Fortgeschrittenen Artikel durchlesen!