Unsicherheiten / Theorie Fragen

    • schnizm
      schnizm
      Black
      Dabei seit: 17.06.2006 Beiträge: 1.967
      Ich spiele im Moment auf Stars 2/4. Die Gegner werden langsam etwas aggressiver und bei mir haben sich in einigen Spots Unsicherheiten ergeben. Vielleicht kann mir ja jmnd etwas weiterhelfen...


      HU vs PF 3better

      Die Situation ergibt sich ja relativ häufig. Angenommen ich spielt vs Unknown ohne bisherige History. Wie balance ich hier meine Lines korrekt?

      OOP Standardline mit Madehand/Draw c/r Flop b Turn, c/c Flop c/f Turn UI mit noch vorhandener Equity und c/f Flop mit garnichts? Ist ja relativ durchsichtige Spielweise, die sicherlich gut abused werden kann.
      Im Platin Artikel "Heads-Up am Flop, 3 Bets pre-flop, OOP" wird allgemein c/c Flop empfohlen um Equity calls zu balancen. Die Entscheidung c/c c/r c/f wird damit auf den Turn verlagert. Hört sich erstmal sinnvoll an, sehe ich aber in der Form eigentlich nie in anderen Strategieartikeln oder Videos.

      Lohnt es sich den Flop öfter mit evtl leicht unzureichenden Outs, Backdoors und sowas zu callen, um sich nicht zu einfach mit regelmäßigen Flopfolds abusable zu machen?

      Wie adapte ich gegen Leute, die ihre normal Equity basierende 3betting Range zB um suited Connecter oder niedrige Pairs erweitern?


      HU vs PF 3better mit kleinen Pockets

      Auf Axx Flop sieht man gegen die meisten 3betting Ranges ziemlich schlecht aus (10-15% Equity). Gleiches gilt für Flops mit zwei T+ Karten (20-25% Equity), da der Gegner meist schon getroffen oder 10 Outs hat. In solchen Situationen direkt am Flop folden?

      Wie spiele ich sonst auf freundlicheren Flops (30+% Equity) weiter?
      OOP c/r Flop, bet Turn? C/c Flop, c/c günstigen Turn, c/f River? Gegner ist ja meist auf besserem PP oder A high. Letzteres wird er idR ja eher selten IP UI 3barreln.
      IP call Flop und auf günstigem Turn freeSD raise?

      Gegen preflop aggressive, postflop aber tendenziell weak tighte Gegner cap preflop, bet Flop, bet Turn probates Mittel?


      HU check raise auf drawheavy Flop

      Man wird preflop vom BB gecalled, hat auf drawheavy Flop ui High-/Overcard (Ax, Kx, Qx), Bottom Pair mit beliebigem Kicker oder PocketPair mit 1-3 Overcards erwischt. Gegner ist semiaggressiv bis aggressiv. Board ist 974 2suited oder was in der Art. Gegner check raised die Kontibet.
      Woran macht ihr fest, ob ihr den Flop called bzw schlussendlich mit eurer marginalen Hand zum SD geht?
      Bei Ax und nur einer Overcard zum Kicker und/oder BD Draws ist Flop eigentlich immer ein Call für mich. Auf günstige Turnkarte/Blank spiele ich dann oft FreeSD raise, gegen manche Gegner auch calldown. Ähnliches gilt für eigentlich jedes reguläre Mid-/BottomPair.
      Bei viel schlechteren Händen werde ich dann schon sehr unsicher und evtl zu weak. Kx oder Qx mit gutem Kicker sollten sich ja relativ ähnlich wie Ax als Bluffcatcher vs Straight Draws spielen lassen?


      Turnplay OOP auf trockenen Boards

      Flop ist recht trocken (zB T44, TT4, T43 oder ähnlich), man macht Kontibet, tendenziell loose/aggressiver Gegner called. Gegner wird am Turn selten (mit schlechterer Hand) callen, meist MadeHand oder manchmal evtl sogar Purebluff raisen und Trash folden. Wie spielt man am besten mit verschiedenen Händen (AQ, A9, QQ, 99, 55, TT...) weiter bzw balanced seine Lines.
      Macht es generell auch mit schwächeren Händen Sinn, öfter zu checken um bluffs zu inducen? zB mit AQ, 99 c/c; QQ c/r
      Niedrige Pockets dann eher bet/fold weil viele Overcards und Monster bet/3bet?


      Spiel vs Turn check raiser

      Wie adapte ich am besten gegen Gegner, die grundsätzlich mit Madehands oder Draws den Turn checkraisen? Schwache Madehands check behind Turn/call River, gute Madehands bet/calldown, TPGK und bessere bet/3bet/calldown Turn?
      Mit schwächeren Madehands evtl auch mal bet/3bet for freeSD?
  • 2 Antworten
    • NoSekiller
      NoSekiller
      Bronze
      Dabei seit: 29.08.2006 Beiträge: 7.727
      Original von schnizm
      HU vs PF 3better

      Die Situation ergibt sich ja relativ häufig. Angenommen ich spielt vs Unknown ohne bisherige History. Wie balance ich hier meine Lines korrekt?

      OOP Standardline mit Madehand/Draw c/r Flop b Turn, c/c Flop c/f Turn UI mit noch vorhandener Equity und c/f Flop mit garnichts? Ist ja relativ durchsichtige Spielweise, die sicherlich gut abused werden kann.
      Im Platin Artikel "Heads-Up am Flop, 3 Bets pre-flop, OOP" wird allgemein c/c Flop empfohlen um Equity calls zu balancen. Die Entscheidung c/c c/r c/f wird damit auf den Turn verlagert. Hört sich erstmal sinnvoll an, sehe ich aber in der Form eigentlich nie in anderen Strategieartikeln oder Videos.
      Gegen Gegner und auf Boards, wo du am Turn fast immer noch mal eine Contibet siehst, kannst du durchaus erst mal c/c Flop spielen. Sieht man aber wirklich nicht allzuoft (allgemeines PS-Leak?^^), macht aber schon Sinn.

      Wenn du dir nicht sicher bist, ob ne Contibet am Turn kommt dann check-raised du einfach mit ner sehr breiten Range den Flop. Ab und zu kann man wohl auch nen c/c einstreuen, muss man dann aber am Turn seine c/f und c/r Line balancen.

      Lohnt es sich den Flop öfter mit evtl leicht unzureichenden Outs, Backdoors und sowas zu callen, um sich nicht zu einfach mit regelmäßigen Flopfolds abusable zu machen?
      IP mach ich das ganz gerne mal (weil ich halt Position habe)...OOP ungern, nur wenn ich ab und zu ne Freecard am Turn sehe.

      Wie adapte ich gegen Leute, die ihre normal Equity basierende 3betting Range zB um suited Connecter oder niedrige Pairs erweitern?
      vorallem looser cappen. Und Postflop halt immer im Auge behalten, dass er (trotz 3bet) auch schwächere Hände in seiner Range hat.

      HU vs PF 3better mit kleinen Pockets

      Auf Axx Flop sieht man gegen die meisten 3betting Ranges ziemlich schlecht aus (10-15% Equity). Gleiches gilt für Flops mit zwei T+ Karten (20-25% Equity), da der Gegner meist schon getroffen oder 10 Outs hat. In solchen Situationen direkt am Flop folden?
      Kommt auf seine 3betting range an, aber im Prinzip spiele ich hier auch sehr tight, weil er fast immer vorne ist und man einfach keine bessere Hand zum folden kriegt.

      Wie spiele ich sonst auf freundlicheren Flops (30+% Equity) weiter?
      OOP c/r Flop, bet Turn? C/c Flop, c/c günstigen Turn, c/f River? Gegner ist ja meist auf besserem PP oder A high. Letzteres wird er idR ja eher selten IP UI 3barreln.
      IP call Flop und auf günstigem Turn freeSD raise?
      OOP: wenn ich die Chance sehe irgendwelche Overcards am Turn zum folden zu kriegen (also meisst Ax) spiel ich ganz gerne c/r Flop, bet/fold Turn. Allerdings ist das wohl nur auf relativ dry boards sinnvoll. Auf Draw-heavy Boards empfiehlt sich vllt. wirklich c/c c/c c/f (am River wird er A-high behind checken auf draw-heavy board und alles andere beatet einen).

      IP: call Flop raise/fold turn auf dry-boards (ich kann auf die 3bet folden). Caldwon auf draw-heavy boards und folden bei scheiss Karten.

      Gegen preflop aggressive, postflop aber tendenziell weak tighte Gegner cap preflop, bet Flop, bet Turn probates Mittel?
      wenn er nicht adapted: definitiv nice Line =)

      HU check raise auf drawheavy Flop

      Man wird preflop vom BB gecalled, hat auf drawheavy Flop ui High-/Overcard (Ax, Kx, Qx), Bottom Pair mit beliebigem Kicker oder PocketPair mit 1-3 Overcards erwischt. Gegner ist semiaggressiv bis aggressiv. Board ist 974 2suited oder was in der Art. Gegner check raised die Kontibet.
      Woran macht ihr fest, ob ihr den Flop called bzw schlussendlich mit eurer marginalen Hand zum SD geht?
      Bei Ax und nur einer Overcard zum Kicker und/oder BD Draws ist Flop eigentlich immer ein Call für mich. Auf günstige Turnkarte/Blank spiele ich dann oft FreeSD raise, gegen manche Gegner auch calldown. Ähnliches gilt für eigentlich jedes reguläre Mid-/BottomPair.
      halte ich genauso =)

      Bei viel schlechteren Händen werde ich dann schon sehr unsicher und evtl zu weak. Kx oder Qx mit gutem Kicker sollten sich ja relativ ähnlich wie Ax als Bluffcatcher vs Straight Draws spielen lassen?
      Ja hier wirds schon recht schwer. Oft sieht man mich hier den Flop callen und den Turn ui folden (ist ja durch die A-high-freeSD-Raises gebalanced).

      Turnplay OOP auf trockenen Boards

      Flop ist recht trocken (zB T44, TT4, T43 oder ähnlich), man macht Kontibet, tendenziell loose/aggressiver Gegner called. Gegner wird am Turn selten (mit schlechterer Hand) callen, meist MadeHand oder manchmal evtl sogar Purebluff raisen und Trash folden. Wie spielt man am besten mit verschiedenen Händen (AQ, A9, QQ, 99, 55, TT...) weiter bzw balanced seine Lines.
      Macht es generell auch mit schwächeren Händen Sinn, öfter zu checken um bluffs zu inducen? zB mit AQ, 99 c/c; QQ c/r
      Niedrige Pockets dann eher bet/fold weil viele Overcards und Monster bet/3bet?
      Da gibts irgend nen Strategieartikel zu. Wenn der Gegner den Flop callt und dann sehr oft den Turn raised (und wir wollen nicht 3betten), sollten wir checken und dann auf seine Bet entsprechend weiterspielen (also c/r, c/c oder c/f).
      Ab und zu sollte man auch bet/fold spielen um die bet/3bet-line zu balancen, sollte man aber vorsichtig mit sein, dass das Verhältnis stimmt.

      Spiel vs Turn check raiser

      Wie adapte ich am besten gegen Gegner, die grundsätzlich mit Madehands oder Draws den Turn checkraisen? Schwache Madehands check behind Turn/call River, gute Madehands bet/calldown, TPGK und bessere bet/3bet/calldown Turn?
      Mit schwächeren Madehands evtl auch mal bet/3bet for freeSD?
      hört sich gut an =)
    • schnizm
      schnizm
      Black
      Dabei seit: 17.06.2006 Beiträge: 1.967
      Original von NoSekiller
      Lohnt es sich den Flop öfter mit evtl leicht unzureichenden Outs, Backdoors und sowas zu callen, um sich nicht zu einfach mit regelmäßigen Flopfolds abusable zu machen?
      IP mach ich das ganz gerne mal (weil ich halt Position habe)...OOP ungern, nur wenn ich ab und zu ne Freecard am Turn sehe.
      Man ist ja meistens OOP, wenn man nicht gerade in einer Steal Situation gegen die Blinds ist.

      Gegen Spieler, die grundsätzlich UI (bzw mit streng genommen unzureichenden Outs)am Flop folden, weil sie den Gegner zumindest vorerst fast immer auf legitimer Range sehen, müsste man doch prinzipiell eine stark erweiterte Range profitabel 3betten können? So schnell werden die meisten das auch nicht merken bzw darauf adapten können.

      Dem entsprechend macht es dann eigentlich schon Sinn, auch oop vermert mit Backdoors am Flop zu callen, um auf günstigem Board und geturntem starken Draw zu checkraisen? Abgesehen von Vorteilen bzgl des Metagames macht die durch den Semibluff gewonnene Foldequity das einzelne Play evtl sogar +EV, auch wenn am Flop die Outs nicht wirklich reichten? Manchmal kriegt man vom Gegner auf scary Boards evtl auch eine Freecard, wenn man den Flopcall ausreichend balanced...


      Original von NoSekiller
      Wie spiele ich sonst auf freundlicheren Flops (30+% Equity) weiter?
      OOP c/r Flop, bet Turn? C/c Flop, c/c günstigen Turn, c/f River? Gegner ist ja meist auf besserem PP oder A high. Letzteres wird er idR ja eher selten IP UI 3barreln.
      IP call Flop und auf günstigem Turn freeSD raise?
      OOP: wenn ich die Chance sehe irgendwelche Overcards am Turn zum folden zu kriegen (also meisst Ax) spiel ich ganz gerne c/r Flop, bet/fold Turn. Allerdings ist das wohl nur auf relativ dry boards sinnvoll. Auf Draw-heavy Boards empfiehlt sich vllt. wirklich c/c c/c c/f (am River wird er A-high behind checken auf draw-heavy board und alles andere beatet einen).

      IP: call Flop raise/fold turn auf dry-boards (ich kann auf die 3bet folden). Caldwon auf draw-heavy boards und folden bei scheiss Karten.
      OOP auf drawheavy Boards ist c/c c/c c/f aber auch nicht so toll weil nicht gebalanced, oder? Bessere Madehands und Draws würden wir ja irgendwo raisen. Kann mitdenkender Gegner UI mit any 2 (auch A high) 3barreln...


      Original von NoSekiller
      Bei viel schlechteren Händen werde ich dann schon sehr unsicher und evtl zu weak. Kx oder Qx mit gutem Kicker sollten sich ja relativ ähnlich wie Ax als Bluffcatcher vs Straight Draws spielen lassen?
      Ja hier wirds schon recht schwer. Oft sieht man mich hier den Flop callen und den Turn ui folden (ist ja durch die A-high-freeSD-Raises gebalanced).
      Im Prinzip ist aber K high oder sogar schlechter als Bluffcatcher gegen Draws genauso gut wie Ace high, wenn er nicht gerade dazu neigt Ace PF zu callen um am Flop mit oder ohne Draw zu raisen, oder? Ich glaube, damit müsste ich viel öfter zum SD...


      Original von NoSekiller
      Turnplay OOP auf trockenen Boards

      Flop ist recht trocken (zB T44, TT4, T43 oder ähnlich), man macht Kontibet, tendenziell loose/aggressiver Gegner called. Gegner wird am Turn selten (mit schlechterer Hand) callen, meist MadeHand oder manchmal evtl sogar Purebluff raisen und Trash folden. Wie spielt man am besten mit verschiedenen Händen (AQ, A9, QQ, 99, 55, TT...) weiter bzw balanced seine Lines.
      Macht es generell auch mit schwächeren Händen Sinn, öfter zu checken um bluffs zu inducen? zB mit AQ, 99 c/c; QQ c/r
      Niedrige Pockets dann eher bet/fold weil viele Overcards und Monster bet/3bet?
      Da gibts irgend nen Strategieartikel zu. Wenn der Gegner den Flop callt und dann sehr oft den Turn raised (und wir wollen nicht 3betten), sollten wir checken und dann auf seine Bet entsprechend weiterspielen (also c/r, c/c oder c/f).
      Ab und zu sollte man auch bet/fold spielen um die bet/3bet-line zu balancen, sollte man aber vorsichtig mit sein, dass das Verhältnis stimmt.
      Mh, cr Turn auf trockenem Board mit guter Madehand ist ja praktisch Standard, da gibts auch ganz guten Artikel zu, ja...
      Mir geht es parallel dazu primär um c/c Turn mit marginalen Händen auf dry Boards, auf denen man entweder Gegen stärkere Made Hand oder Trashcalls/Floats am Turn steht, der Gegner den Turn evtl sogar sehr weak (A high, small PP oder als Purebluff) raisen könnte...