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[NL] "It's a magical world, Hobbes, ol' buddy... Let's go exploring!"

    • Brause89
      Brause89
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2009 Beiträge: 575
      updatetaaameeeents
    • assonfire
      assonfire
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2006 Beiträge: 2.275
      Ich bin seit ein paar Tagen wieder in Thailand und habe mal ein kleines Gedicht geschrieben, weil das einfach eine gute Schreibübung ist. Wer Versmaßfehler findet bitte melden! #BeLikeHans

      Abschiedsbrief an den deutschen Winter



      Ich bin in Thailand um zu überwintern
      drum kann der Winter mich an meinem Hintern
      und meinen unrasierten Eiern lecken
      und sich den Schnee in seinen Hintern stecken

      Bleibt ihr nur in der Riesentiefkühltruhe
      Ich lese derweil ganz entspannt in Ruhe
      ein Buch und liege unter Kokospalmen
      und lasse eine fette Tüte qualmen

      Doch während Gras und Tabak selig flimmern
      muss ich mich an den ganzen Kram erinnern
      der meinem Herzen immer Freude machte
      und oft ein Feuerwerk des Glücks entfachte

      Und schon vermiss' ich diese Dinge schmerzhaft
      Zum Beispiel Käse...der war oft so herzhaft...
      da kann ich sogar Inder gut verstehen
      die in den Kühen Jesus Christus sehen*

      Und mein so heiß geliebter Mozzarella
      du fehlst ab jetzt auf meinem Essensteller
      und auch wenn manche davon Brechreiz kriegen:
      Mir fehlt auch Käse aus der Milch von Ziegen

      Auch Döner Kebab muss ich hier vermissen
      (obwohl so manche in die Sauce pissen
      um all den ganzen Frust herauszulassen
      da manche Türken nun mal Deutschland hassen)

      Da wäre auch noch Vollkornbrot aus Weizen
      bei dem die Bäcker nicht mit Körnern geizen
      und dessen Scheiben so viel Kraft entfalten
      als wäre darin Kokain enthalten

      Und Autofahrer, die ein bisschen denken
      und nicht spontan vor dir zur Seite lenken
      und dich zu einem Bremsmanöver zwingen
      und dich und sich fast um die Ecke bringen

      und die auch, sollte es mal richtig scheppern
      den Wagen halten und nicht weiter brettern
      die sind auf Thailands Straßen ziemlich selten
      weil Recht und Ordnung hier nicht wirklich gelten

      (doch auch in Deutschland gibt es Vollidioten
      sie nennen sich zur Zeit grad Patrioten
      und wollen fremde Menschen von hier jagen
      nur weil sie selbst in diesem Land versagen)

      Doch bringt es nichts den Sachen nachzutrauern
      sonst wird der Schmerz am Ende ewig dauern
      viel besser ist's das Alte auszutauschen
      und sich an neuen Dingen zu berauschen

      Denn wird man mal von seiner Frau betrogen
      (das mit dem Yogakurs war nur gelogen)
      dann bringt es nichts beleidigt rumzufluchen
      man sollte lieber einen Puff aufsuchen

      Zum Glück gibt es in Thailand viele Sachen
      die mir und meinem Schw...ne Kopf, ja genau, mir und meinem Kopf viel Freude machen
      Da wär' die anfangs schon erwähnte Wärme
      von der ich oft im kalten Deutschland schwärme

      Da ist ein Swimmingpool vorm Haus recht praktisch
      (nur schwimm' ich lieber nicht vollkommen nackich
      bedecke lieber meine fetten Lenden
      um nicht als Irrer hier im Knast zu enden)

      Für Kleingeld kann man hier sehr schick dinieren
      und feinste Speisen oder Drinks gustieren
      Auch kann man in Buffets fast so viel essen
      wie vor dem Winterschlaf die Bären fressen

      Hier drüben ist fast alles gut und billig
      die Frauen, die sind schön und schlank und willig
      Drum sage ich's noch mal: Leck mich am Hintern!
      Ich werd' entspannt in Thailand überwintern...





      *der Herausgeber distanziert sich an dieser Stelle von den Behauptungen des Autors und weißt ausdrücklich daraufhin, dass der Autor nur ein sehr geringes Maß an Bildung genossen hat
    • blumentopf7
      blumentopf7
      Bronze
      Dabei seit: 09.10.2008 Beiträge: 399
      :f_thumbsup:
    • assonfire
      assonfire
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2006 Beiträge: 2.275
      Seit Anfang Oktober bin ich mal wieder in Thailand und wohne in dem gleichen Condominium, in dem ich bei meiner ersten Ankunft in Thailand gewohnt habe. Mittlerweile gibt es drei statt nur einem Gebäude und einen Swimmingpool, in dem ich fast jeden Tag schwimme und darüber hinwegsehe, dass das Wasser eine lauwarme Brühe ist und ein wenig salzig und kein bisschen nach Chlor schmeckt. Die Miete ist leider gestiegen, aber ich gleiche das aus, in dem ich einfach in einem kleineren Zimmer wohne. Falls es zu eng wird gibt es ja immer noch viele lustige Drogen, die das Raumzeitgefühl aushebeln.
      Da es zur Zeit finanziell ziemlich düster aussieht und ich es mir nun wirklich nicht leisten kann, eines Tages im Krankenhaus aufzuwachen und von einer Krankenschwester informiert zu werden, dass wir das Jahr 2017 haben und ich im Koma war, um dann sofort eine entsprechende Rechnung serviert zu bekommen, und weil ich es mir nicht einmal leisten kann, wenn sie mir nur sagt, dass heute Mittwoch ist und ich seit gestern Abend hier bin, habe ich einen Thailändischen Motorradführerschein gemacht (kaum eine Krankenversicherung zahlt, wenn man ohne unterwegs ist).
      Dazu hat man mich in einen Raum mit gut 100 Thais gesteckt und mir stundenlang Videos gezeigt (unter anderem auch ein Video, in dem jede Menge Menschen überfahren werden und Körper durch die Luft fliegen, unterlegt von dramatischen Bongotrommeln), abgewechselt von einem Typen mit Mikrofon, der ab und zu eine Frage gestellt hat, die zuerst zaghaft im Chor beantwortet wurde, weshalb der Redner die Frage so oft wiederholt hat, bis ein militärisches Niveau erreicht wurde. Leider war alles in Thai und ich habe kein Wort verstanden, aber zum Glück wurde ich irgendwann von einer Mitschülerin informiert, dass ich mir an der Rezeption ein Heft ausleihen kann, in dem alles auf Englisch erklärt wird. Nach einem Sehtest wurde die Reaktion geprüft, was unglaublich einfach und damit umso erschreckender war, dass einige Leute tatsächlich dabei durchgefallen sind. Am Ende des Tages stand die theoretische Prüfung an, die gar nicht mal so einfach war, weil man mindestens 45 von 50 Fragen richtig beantworten musste und die englische Version alleine schon von der Grammatik her recht verwirrend sein konnte. Immerhin waren einige Fragen doppelt, und meine taktische Meisterleistung, bei einer dieser doppelten Fragen, bei der ich mir unsicher war, jeweils verschiedene Antworten zu wählen, ist voll und ganz aufgegangen, da ich mit genau 45 Punkten durchgekommen bin.
      Am nächsten Tag musste ich noch die praktische Prüfung absolvieren, die darin bestand, einen kleinen Parcours mit eingebautem Stoppschild zu absolvieren, der mit dem Alltag auf den thailändischen Straßen ungefähr so viel gemeinsam hat wie Lego-Land und Syrien. Das Highlight war, dass mir der Anweiser den Parcours erklärt hat, und dann wieder in sein Büro gegangen ist und mir nicht einmal zugeschaut hat. Gelernt habe ich am Ende also nur, dass man sich wirklich vor den Thai-Fahrern in Acht nehmen sollte, allerdings wusste ich das schon. Immerhin habe ich für ca. 4€ einen Führerschein erhalten und kann es jetzt gar nicht erwarten, von der Polizei kontrolliert zu werden und den Gesichtsausdruck des Polizisten zu beobachten, wenn ihm klar wird, dass er leer ausgehen wird.

      Weil es ja fast, so ungefähr, also wenn man ein Auge zudrückt und mit dem anderen nicht so gut sieht und es gerade schon dunkel wird, so viel kostet, sich ein neues Motorrad zu kaufen und wieder zu verkaufen, anstatt sich für sechs Monate einen lächerlichen Roller zu mieten, bin ich mit meinem neuen Führerschein (nachdem allerdings niemand gefragt hat) und einer Menge Bargeld zum nächsten Motorradhändler marschiert. Natürlich war da jedes Mal, wenn ich Geld abgehoben habe, diese Stimme in meinem Kopf, die mich auf die Bedeutung von Nahrung, Strom und einem Dach über dem Kopf hingewiesen hat, weshalb ich mich beeilt habe, das Geld so schnell wie möglich abzuheben und gemeinsam mit dem Geldautomaten darüber hinweg gesehen habe, dass meine verdammte Karte jetzt im Minus ist.
      Eigentlich wollte ich mir die CBR150 zulegen, ein in Thailand produziertes und damit relativ gesehen erschwingliches „Big Bike“. Der Händler hatte dann neben der CBR150 leider auch eine CBR250 stehen, die mir irgendwie besser gefiel, vermutlich lag das an der Farbe. Letztere war gebraucht und damit nicht allzu viel teurer als die CBR150, außerdem mit ABS, und man kann ja nicht einfach auf Sicherheit verzichten, nur weil man sich das nicht leisten kann.

      Übrigens wurde mir von einer alten Dame mit unfreundlichem Gesicht und Hornbrille eine Angestellte zugewiesen,mit der ich mich gut 15 Minuten lang, etwa drei Meter von der alten Dame entfernt, über die gebrauchte CBR250 unterhalten habe. Als ich die alte Dame fragen wollte, wann die Maschine das erste Mal verkauft wurde, meinte sie, dass es hier keine gebrauchten Motorräder gebe. Nachdem sie sich mit ihren eigenen Augen vom Gegenteil überzeugt hatte, nannte sie mir dann noch spontan einen Preis, der zwar weit unter dem eigentlichen Preis lag, aber leider auch nur für diesen kurzen Moment im Kopf der alten Dame existierte und außerhalb recht schnell verpuffte.

      Das offensichtliche Ende der Geschichte ist natürlich, dass ich der stolze Besitzer einer CBR250 bin, die ich mir nur leisten kann, wenn ich sie irgendwann unfallfrei wieder verkaufe. Natürlich habe ich eine Versicherung für Diebstahl abgeschlossen, habe aber dieses ungute Gefühl, dass ich mich kaum darauf verlassen kann. Wahrscheinlich kommt die Versicherung am Ende mit irgendwelchen kleingedruckten Ausnahmeregeln um die Ecke alla „Wir zahlen nicht bei Diebstahl nach Sonnenuntergang und Sonntags sowieso nicht, und wenn Sie keinen ausreichend bewaffneten Wachmann engagiert hatten, der mindestens eine Handgranate dabei haben und sich ohne Unterbrechung im Umkreis von 5 Metern neben dem Motorrad aufhalten muss, bekommen Sie nur 10% erstattet.“
      Aber man muss sich halt immer mal wieder die Frage stellen, was wäre, wenn ich in ein paar Wochen tot bin. Dann würde ich es dermaßen bereuen, mir kein Motorrad gekauft zu haben, und da ich jetzt ein Motorrad habe, ist die Wahrscheinlichkeit, in ein paar Wochen tot zu sein, drastisch gestiegen, die Rechnung geht also auf..so ungefähr, wenn man wieder anfängt, die Augen zuzudrücken ;-) .







      Mit Fotos sieht es zur Zeit nicht gut aus, weil ich einfach zu selten meine Kamera dabei habe und mein Handy noch eines dieser guten alten Dinger mit echten Tasten und ohne irgendwelche Extras ist. Die Tage habe ich versucht, den Sonnenuntergang einzufangen, aber diese dämliche Kugel geht hier sowas von schnell unter...



      Immerhin war ich heute mal wieder einen halben Tag land dort, wo ich mich am besten fühle, weil die Idiotendichte hier am geringsten ist:

    • Goliath1000
      Goliath1000
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 3.618
      sehr geiles posting :)
    • assonfire
      assonfire
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2006 Beiträge: 2.275
      Vielen Dank Goliath!


      Wie schon so oft habe ich mir mal wieder vorgenommen, den Waschbrettbauch am Ende des Regenbogens zu erreichen, und wie jedes Mal glaube ich, dass es dieses Mal funktioniert. Immerhin habe ich dann auch hochmotiviert fast jeden Tag Brasilianisches Jiu Jitsu trainiert, war jeden Morgen schwimmen, habe ein paar Hanteln hin und her bewegt und Yoga gemacht (der dünne Lehrer mit langen Haaren, lila Kleidung und einem Gesicht, in dem man sofort die abgrundtiefe Gutmütigkeit seiner Seele erkennt, das absolute Klischee eines Yogalehrers). Anstelle eines hammerharten Waschbrettbauchs, der hübsche, junge und willige Damen anzieht, war das Resultat aber leider mal wieder ein übler Hexenschuss. Nun laufe ich wie ein 80 Jahre alter Greis durch die Gegend und meine sportlichen Aktivitäten beschränken sich darauf, in Zeitlupe und mit zitternden Armen die Schwimmbeckenleiter hinabzusteigen und mit gutem alten Brustschwimmen mit 2 Km/h durch das Wasser zu treiben. Um meinem neuen physischen Alter von 80 Jahren gerecht zu werden, stöhne ich jedes Mal, wenn ich von einem Stuhl aufstehe, ob zuhause oder im Restaurant.

      Passend zu meinem Seniorendasein bin ich zu dem Treffen der 'Writers Without Borders' gegangen, eine Gruppe von Schreiberlingen jeglicher Art, die sich einmal in der Woche in einem Hinterzimmer eines italienischen Restaurants treffen und Texte besprechen. Bei meinem ersten Treffen erwarteten mich eine alte Frau mit Dutt, die man sich schwer außerhalb einer Bibliothek vorstellen kann und auf die Frage, woher sie käme, „from space“ antwortete (mit deutlichem texanischen Akzent) und ein ebenfalls sehr alter Mann namens James, dessen Zähne und Teile seines Kiefers anscheinend von Krebs dahingerafft worden sind. Nach und nach trudelten weitere Senioren ein und ich dachte mir bereits, was das für ein Riesenreinfall wird. Wie soll ich hier bitte meine Texte vorlesen, in denen es um Koks, Gras, Pilze und Sex geht? Immerhin kamen dann noch ein paar Gestalten mit ein wenig Farbe in den Haaren, aber mit meinen knapp 30 Jahren blieb ich der mit Abstand Jüngste. Die vorgetragenen Texte waren eine interessante Mischung aus meist mittelmäßiger Qualität, was in meinem Fall ein Kompliment ist, da mir allgemein nur sehr wenig gefällt und meine eigenen Text auch nicht besser sind (noch nicht ;-) ). Am interessantesten waren eine Dystopie mit Mönchen, die kreatives Schreiben unterrichten, und der Roman eines amerikanischen Veteranen, der erstaunliche Ähnlichkeit mit Atze Schröder hat, der seine Kriegserlebnisse in Kambodscha aufarbeitet. Absolutes Highlight und Überraschung des Abends war James, der Mann ohne Mund, dessen Text in jedem Satz eine solche Kraft und Magie besaß, dass er sich gemütlich neben die großen Werke der Literatur gesellen kann. Selbst das Vortragen war durch die Betonung den anderen um Längen voraus, man merkt einfach, ob jemand die Wörter abliest oder voll und ganz in seiner Geschichte ist, letzteres ist verdammt schwer zu erreichen. Anschließend habe ich mit ihm unterhalten und Emails ausgetauscht.

      Ansonsten ist nicht all zu viel passiert, was nicht direkt in meinen Roman fließt und im Making-Of zu finden sein wird. Ich habe leider mal wieder den typischen Touri-in-Thailand-Fehler gemacht, und Hühnchenfleisch gegessen, obwohl mir bei dem Geschmack schon klar war, dass es alles andere als frisch ist. Die Konsequenz war, dass ich einen Tag lang mein zwei- bis dreifaches Körpergewicht geschissen habe, aber immerhin musste ich nicht kotzen, was hier immer mal wieder jemandem passiert.
      Letzte Woche dachte ich, ich werde Zeuge eines Amoklaufes, als ich das Einkaufszentrum betreten habe und mir gut 100 panisch kreischende Thais entgegen gekommen sind und mich fast umgerannt haben. Ich bin stehen geblieben, habe mich umgeschaut und überlegt, ob ich auch rennen sollte, aber dann fiel mir auf, dass ein paar wenige sogar am Lächeln waren, und dass die meisten recht jung und weiblich waren. Irgendeine Berühmtheit war unterwegs, und ich bin rückblickend ziemlich froh, dass ich nicht panisch mit gerannt bin, auch wenn das bestimmt ein saulustiges Bild ergeben hätte.

      Immerhin habe ich mich jetzt eingelebt und werde mich öfter mal auf mein Motorrad schwingen, dann gibt es auch bessere Fotos und bessere Geschichten. Weil Posts so ganz ohne Fotos immer langweilig sind, wer liest denn heute schon noch, hier zwei Fotos von meiner letzten Dschungelwanderung:





      Und da behauptet noch jemand, in Thailand wären die Wege nicht gut ausgeschildert...

    • assonfire
      assonfire
      Bronze
      Dabei seit: 30.12.2006 Beiträge: 2.275
      Weil ich sowieso nicht mehr viel spiele und auch keine Lust habe, über Poker zu schreiben, poste ich im Reiseforum weiter.

      hier