Wie reagiere ich post-flop auf reraises/caller?

    • ameisenmann
      ameisenmann
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 2.787
      Hallo,
      mir ist klar, dass man keine pauschale Antwort darauf finden kann, aber nachdem ich gestern 20$ verloren habe auf NL5, hat mich das zum nachdenken gebracht...ich versuche mal, paar situationen darzustellen.

      1.) nehmen wir an, ich raise preflop mit AK, bekomme 1 caller, bin nach dem flop OOP:
      der flop ist trocken und keine bildkarten. villain callt meine conti...
      da denke ich doch, dass er mit nem pocketpair preflop gecallt hat und jetzt evtl. sein set komplett hat oder ein OP mit TT oder so.
      andererseits denke ich, dass er evtl. nur callt, um zu sehen, ob ich eine second barrel mache. wenn ich checke, raist er eh und der pot ist seins. wenn ich die second barrel mache, hab ich viel geld mit nix investiert und weiß nicht wie gut ich bin, muss aber denken, ich bin geschlagen, wenn er callt. also generell c/f spielen, wenn nach der conti nix kommt? was wäre, wenn ich am turn TP treffe?
      versuchen, den pot klein zu halten? (set hat mich trotzdem beat)

      2.) wenn ich mit einem pocket preflop ein raise calle und mein set treffe, lieber aggressiv spielen und evtl. am flop oder turn AI gehen oder mit 2/3 pot-size bets auf value? hab auf NL5 oft die situation, dass die mich runter callen mit meinen 2/3 bets und ich dann ausgerivert werde. ist zwar von denen schlecht gespielt, weil ich ihnen nicht die odds gegeben habe, aber das bringt mir mein geld auch nicht zurück. in solchen situationen denke ich mir, wärst du mal früher AI.

      3.) wann sollte ich den gesamten stack riskieren? wirklich nur bei sehr starken gemachten händen? ich spiele nach SHC und habe aber das gefühl, dass ich im allgemeinen zu oft raise und mich dann am turn und river verrenne, weil ich eine mittelstarke gemachte hand (schwaches twopair oder toppair+guter kicker) zum showdown bringen will und dann wieder von einer callingstation ausgerivert werde...

      ist auf NL5 allg. eher eine passivere spielweise zu empfehlen?
      ich habe einen spieler beobachtet, der an 2 tischen bereits über 10$ hatte bei NL5. er hatte folgende stats:

      hände: ca. 300
      VIP%: 27
      Preflop-raise%: 2-3
      PostFlopAggr: etwas über 2 (also rot)

      ich analysiere das so, dass er kaum selber raist preflop, sondern immer nur reincallt mit guten assen oder pokets und auf ein monster hofft. Postflop spielt er dann sehr aggressiv. hat oft am turn und river noch reraises angebracht und musste selten eine hand zeigen. hat aber relativ wenig gespielt.
      irgendwas scheint er ja richtig gemacht zu haben.
      sollte man bei dem limit also einfach auf ein monster warten und dann voll rein betten?

      ich habe vorher NL10 sss gespielt und finde NL5 deshalb etwas seltsam. die callen teilweise sehr irrational und viel. aggressiv zu spielen, halte ich da nicht für allzu klug, da ich zu oft ausgerivert wurde...

      wäre euh für tipps auf NL5 sehr dankbar :)
  • 6 Antworten
    • locutus24
      locutus24
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2007 Beiträge: 2.464
      1) wenn er deine Conti called, würde ich (ausser du hast nen Read das er oft Floated) c/f spielen wenn du am Turn nicht improvest. Wenn du am Turn triffst, würde ich weiter betten gegen die Callingstations auf NL5, du solltest aber (sofern möglich) vermeiden mit TP um deinen Stack zu spielen.

      2)Valuebetten ist meistens schon korrekt. Wenn du immer mit Monstern overbettest, wirst du readable und dich callen für gewöhnlich keine schlechteren Hände mehr.

      3)mit was schlechterem als Top Two versuche ich es zu vermeiden um Stacks zu spielen. Natürlich kannst du nicht immer mit TP folden wenns teuer wird, aber das ich sehr von Reads abhängig. Auf NL5 würde ich starke Raises respektieren. Je höher der Raise, desto stärker die Hand stimmt meistens

      Mit diesen Stats ist er in meinen Augen ein Fish, der auch mal mit starken Händen trapped. Das Hauptproblem am Limpen von starken Assen ist das du oft mit TP im multiwaypot dastehen wirst-------->schlecht
    • sorcerer2118
      sorcerer2118
      Bronze
      Dabei seit: 12.05.2007 Beiträge: 62
      Hallo Ameisenmann.
      Ich habe das Limit zwar nicht wirklich gespielt, hoffe aber dennoch hilfreich zu sein.

      zu 1) Auf dem Limit callen doch alle sehr sehr loose postflop. Daher würde ich empfehlen auf Contis bei ungeeigneten Boards zu verzichten. Auf Second Barrels würde ich fast komplett verzichten. Günstige Boards sind (z.B. K72) solche mit einer High-Card und 2 Lowcards. In Multiway-Pots würde ich da auch eher nicht contibetten. Wenn denn jemand schon deine Conti callt und du nichts trifft würde ich c/f spielen.

      zu 2) Das hängt auch vom jeweiligen Gegner ab. Wenn er aggressiv ist, kannst du ihn barreln lassen. Ist er eher passiv würde ich barreln. Achte aber immer darauf gegen mögliche Draws zu protecten. Wenn dich so ein Fisch wegluckt ist das natürlich bitter. Aber als Trost: Auf lange Zeit verliert er natürlich Geld.

      zu 3) Wann du deinen Stack riskiert hängt natürlich auf vom Gegner und vom Board ab. Schwaches Toppair ist aber (meistens) zu wenig für einen Stack. Bei starken Madehands (Straßen, Flush, Sets, gutes 2pair) siehts hingegen gut aus.


      Das Preflop-Spiel von dem Fisch solltest du nicht übernehmen, aber auf Monster warten und dann voll reinbetten trifft es schon sehr gut.
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      Original von ameisenmann

      1.) nehmen wir an, ich raise preflop mit AK, bekomme 1 caller, bin nach dem flop OOP:
      der flop ist trocken und keine bildkarten. villain callt meine conti...
      da denke ich doch, dass er mit nem pocketpair preflop gecallt hat und jetzt evtl. sein set komplett hat oder ein OP mit TT oder so.
      andererseits denke ich, dass er evtl. nur callt, um zu sehen, ob ich eine second barrel mache. wenn ich checke, raist er eh und der pot ist seins. wenn ich die second barrel mache, hab ich viel geld mit nix investiert und weiß nicht wie gut ich bin, muss aber denken, ich bin geschlagen, wenn er callt. also generell c/f spielen, wenn nach der conti nix kommt? was wäre, wenn ich am turn TP treffe?
      versuchen, den pot klein zu halten? (set hat mich trotzdem beat)
      Das läßt sich so nicht sagen. Imho hat eine gute Strategie eine Mischung von c/f, Bet/fold und c/r AI Semibluff. Kommt auf den Gegner und die Situation an.
      Shania ist deine Freundin
      Und TP durchfeuern.

      Original von ameisenmann
      2.) wenn ich mit einem pocket preflop ein raise calle und mein set treffe, lieber aggressiv spielen und evtl. am flop oder turn AI gehen oder mit 2/3 pot-size bets auf value? hab auf NL5 oft die situation, dass die mich runter callen mit meinen 2/3 bets und ich dann ausgerivert werde. ist zwar von denen schlecht gespielt, weil ich ihnen nicht die odds gegeben habe, aber das bringt mir mein geld auch nicht zurück. in solchen situationen denke ich mir, wärst du mal früher AI.
      Wenn er checkt musst du betten. Und zwar einen unverdächtigen Betrag den du sonst auch benutzt. Check behind ist auf NL10 mit einem Set eine Sünde.
      Wenn er bettet hast du mehr Varainten. Raise Flop, raise Turn oder raise River
      Und Sets werden bei trockenem Board kaum ausgedrawt.

      Original von ameisenmann
      3.) wann sollte ich den gesamten stack riskieren?
      Wenn du vorne liegst

      Original von ameisenmann
      ist auf NL5 allg. eher eine passivere spielweise zu empfehlen?
      Nein

      Original von ameisenmann
      ich habe einen spieler beobachtet, der an 2 tischen bereits über 10$ hatte bei NL5. er hatte folgende stats:

      hände: ca. 300
      VIP%: 27
      Preflop-raise%: 2-3
      PostFlopAggr: etwas über 2 (also rot)
      Fisch

      Original von ameisenmann
      irgendwas scheint er ja richtig gemacht zu haben.
      20$ sagen gar nichts. Er bleibt ein Fisch
    • ameisenmann
      ameisenmann
      Bronze
      Dabei seit: 01.12.2007 Beiträge: 2.787
      danke für eure hilfreichen tips. hab heute sogar gewinn gemacht. habe etwas tighter gespielt, dafür mit deutlicheren raises. preflop etwas mehr vorsicht walten lassen und schon scheints zu laufen.
    • tomdoe2701
      tomdoe2701
      Bronze
      Dabei seit: 22.10.2006 Beiträge: 811
      Original von ameisenmann
      ist auf NL5 allg. eher eine passivere spielweise zu empfehlen?
      ich habe einen spieler beobachtet, der an 2 tischen bereits über 10$ hatte bei NL5. er hatte folgende stats:

      hände: ca. 300
      VIP%: 27
      Preflop-raise%: 2-3
      PostFlopAggr: etwas über 2 (also rot)

      irgendwas scheint er ja richtig gemacht zu haben.
      sollte man bei dem limit also einfach auf ein monster warten und dann voll rein betten?

      Aggro-Fisch-Stats ;)

      Auch schlechtes Spiel wird mal belohnt ;)

      Ich kann mich noch gut an einen Gegner erinnern, der 4 Stacks deep war, als ich mich an den Tisch setzte. Auch sehr aggressiv preflop wie postflop.
      Nach 40 (sic) Händen war er broke (einen Stack konnte ich auch noch abgreifen :D ).

      Nur weil jemand deepstacked ist bedeutet nicht, daß er auch gut spielt ;)

      Ich spiele recht gerne gegen Deepstacks auf den Micros, weil sie sich dann gerne mal überschätzen und etwas leichtsinnig werden (sehr subtile Form des Tilts ;) ).
    • DestructOne
      DestructOne
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2006 Beiträge: 2.049
      Vor allem auf Party gibt es viele deepstacked Fische