Die Vorhersagbarkeit von Aktienkursen

    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Silber
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.887
      Anlass dieses Threads sind die zahlreichen Beiträge über den Verfall des Dollars und die damit verbundenen Diskussionenen ob es Sinn macht auszucashen.

      Vorweg muss ich sagen das ich auf dem Gebiet KEIN Fachmann bin und deswegen alle Informationen die ich hier weitergebe mit entsprechender Vorsicht zu betrachten sind. Jedoch wenn man vernünftige Quellen zur Verfügung hat reicht auch der gesunde Menschenverstand aus um die wesentlichen Mechanismen zu verstehen.
      Daher habe ich mich entschlossen euch diese Informationen weiterzugeben da ich sehe das bezüglich dieses Themas hier bei einigen Leuten ziemlich grosse Verwirrung herrscht.

      Man sieht ja nur allzuoft irgendwelche 'Fachmänner' in den Medien Aussagen treffen wie : 'Den Kurs der und der Aktie sehe ich zu dem und dem Zeitpunkt auf diesem Wert'.
      Wieso sind solche Angaben absoluter Unsinn ?
      Wenn wirklich bekannt wäre wie eine Aktie sich in der Zukunft entwickelt würde natürlich jeder der diese Information hat Aktien ver- bzw. ankaufen solange bis der Preis genau dort ankommt da man ja auf diese Weise einen sicheren Gewinn machen würde.
      Eine Aussage wie : 'In den USA ist eine Rezession zu erwarten' ist letzlich genau das gleiche da hier zwar nicht explizit gesagt wird wo welcher Kurs in der Zukunft sein wird, aber implizit werden daraus entsprechende Prognosen gefolgert.
      D.h. sobald neue Informationen in das System einfliessen verändert sich auch der Preis einer Aktie entsprechend. Das bedeutet alle Kursänderungen in der Zukunft sind ausschliesslich von Ereignissen in der Zukunft (die neue Informationen bezüglich des Werts der Aktie liefern) abhängig.
      Da man nicht weiss was in der Zukunft passiert liegt die Vermutung nahe das man Aktienkurse absolut nicht vorhersagen kann und das diese sich zufällig entwickeln.
      (edit : Da hier wohl unklar war wie es gemeint ist. Man kann vorraussagen das im Mittel alle Aktien steigen aber welche Aktien sich wann und wie entwickeln ist vollkommen zufällig - präziser die Ereignisse die zu Kursänderungen führen sind zufällig)

      edit : Der Absatz war wohl etwas wirr und irreführend für einige (keine Ahnung wieso ^^ ) . Ich beschränke mich mal auf das Ergebnis.
      Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen das man in der Vergangenheit im Allgemeinen nicht in der Lage war den Kurs von Aktien vorherzusagen und das die Kurse sich zufällig (mit allgemeiner Tendenz nach oben) entwickelt haben.

      Wenn man also Aktienkurse nicht vorhersagen kann wieso können dann Daytrader damit Geld verdienen ?
      Auch hierzu existiert eine entsprechende Studie die ein sehr interessantes Ergebnis liefert. Dort wurden im Zeitraum 1995 - 1999 die Handelsdaten von 925841 Daytradern untersucht. Das Ergebnis ist erstaunlich, nach Abzug der kosten (Gebühern etc.) ist der durchschnittliche Daytrader im Minus. Um es in der Pokersprache zu sagen absolute Experten auf dem Gebiet sind nicht mal in der Lage den Rake zu schlagen.
      Daraus kann man natürlich noch nicht zwangsläufig folgern das es nicht möglich ist korrekte vorhersagen zu treffen da ja auch ein Teil der Daytrader Fische sein könnten die den Schnitt ruinieren.

      Wenn also wissenschaftlich ziemlich eindeutig bewiesen ist das man Kurse im allgemeinen nicht vorhersagen kann (ausser das die Gesammtheit der Kurse steigt) wieso tun dies dann dauernd irgendwelche Experten ?
      edit : wegediert, will ja hier keine Bänker beleidigen - war etwas unüberlegt von mir - sorry.

      Die zweite Vermutungen die ich habe ist allerdings noch plausibler.
      Banken verdienen Geld wenn Leute Aktien handeln, d.h. durch streuung solcher Information wie 'der Dollar wird weiter fallen' wird an Leuten Geld verdient die dann Dollar in Euro tauschen.
      D.h. Leute die daran Geld verdienen wären auch irgendwie schön blöd wenn sie plötzlich sagen würden : 'Die sinnvollste Art Geld in Aktien zu investieren ist sie zu kaufen und dann damit möglichst wenig zu handeln'.
  • 17 Antworten
    • dersl88
      dersl88
      Bronze
      Dabei seit: 09.02.2007 Beiträge: 3.821
    • abakusschwarz
      abakusschwarz
      Black
      Dabei seit: 30.04.2007 Beiträge: 1.598
      sorry, bei dem Unsinn, den du hier rauslässt kommt mir gleich die Galle hoch. Es ist schön, dass du dich in Zeitungen und Anlegermagazinen etwas mit dem Thema auseinandersetzt. Glaube allerdings nicht, du kannst damit in wenigen Tagen ein neues Weltbild erschaffen.

      Du scheinst mathematisch begabt (Zinseszins und Dreisatz wowol) hast aber glaube ich das Grundprinzip einer Aktie nicht wirklich verstanden.

      Im Forum schreiben ist -EV, also Kurzfassung:

      Aktienkurs*Anzahl Aktien=Wert der Unternehmung

      Dieser Wert ändert sich durch die Gewinne und so beeinflussen Konjunkturdaten halt die Gewinne, was dazu führt dass die Unternehmung Wert verliert/oder weniger dazu gewinnt. Im Prinzip kommt jedes Quartal eine Gewinnmeldung heraus und diese Höhe wird erwartet und damit bereits gehandelt. Stellt sich etwas anderes ein wie hohe Rohstoffpreise, sinken die Kurse, da weniger Gewinn erwartet wird. Die Kontrolle folgt dann in einem Quartal.

      Nichts da mit schauen wir mal die Kurven vom letzten Jahr an blablabla. Dies zählt auch dazu, ist aber nicht das Fundament von Aktien.
    • Grinzold
      Grinzold
      Bronze
      Dabei seit: 29.11.2007 Beiträge: 268
      Grundlegend hast du erstmal Recht, Aktienkurse lassen sich nicht wirklich vorhersehen, kurzfristig erst recht nicht.

      Original von OrcaAoc
      Eine Aussage wie : 'In den USA ist eine Rezession zu erwarten' ist letzlich genau das gleiche da hier zwar nicht explizit gesagt wird wo welcher Kurs in der Zukunft sein wird, aber implizit werden daraus entsprechende Prognosen gefolgert.
      Das hingegen stimmt nicht. Zwar ist so eine Aussage recht unsicher, aber ein wirtschaftlicher Abschwung lässt sich schon erahnen; z.B. aufgrund der Stimmung im Land oder besonderen Ereignissen.
      So eine Aussage wird normalerweise ja nicht durch Chartanalyse getroffen. ;)

      Original von OrcaAoc
      D.h. sobald neue Informationen in das System einfliessen verändert sich auch der Preis einer Aktie entsprechend. Das bedeutet alle Kursänderungen in der Zukunft sind ausschliesslich von Ereignissen in der Zukunft (die neue Informationen bezüglich des Werts der Aktie liefern) abhängig.
      Da man nicht weiss was in der Zukunft passiert liegt die Vermutung nahe das man Aktienkurse absolut nicht vorhersagen kann und das diese sich zufällig entwickeln.
      Das stimmt auch nicht ganz, der Aktienkurs von erfolgreichen Unternehmen steigt logischer Weise im Durchschnitt stärker als der von schlechten Unternehmen (sollte klar sein) - er ist also nicht im eigentlichen Sinn zufällig (genau wie die BR eines Pokerspielers).
      Die meisten Leute können zwar nicht gut einschätzen, ob ein Unternehmen gut oder schlecht ist, aber es ist durchaus möglich.
      Folglich kann man zwar nicht wissen wann der Kurs wie stark steigen oder sinken wird, aber man kann sehr wohl sagen: Der Kurs von diesem Unternehmen wird eher mehr steigen als der von jenem.

      Original von OrcaAoc
      Entsprechende Untersuchungen die hierzu durchgeführt wurden belegen auch genau das. Wenn man Eine Zufallsfolge von Kursänderungen einer fiktiven Aktie mit der Entwicklung einer tatsächlichen Aktie vergleicht kann man mit mathematischen Methoden NICHT herausfinden welches die fiktive und welches die tatsächliche Kursententwicklung ist.
      Weiterhin hat man die Kursentwicklungen aus der Vergangenheit untersucht. Das Ergebnis hat genau obige Vermutung bestätigt, die Kursentwicklungen waren rein zufällig und zu keinem Zeitpunkt vorhersagbar.
      S.o.: Du kannst z.B. auch nicht vorhersehen wie die Entwicklung einer BR von einem guten Spieler sein wird. Aber wenn du sein bisheriges Spiel analysierst kannst du sehr wohl sagen ob er in 100k Händen eher 10BB/100 Hände oder -10BB/100 Hände haben wird.
    • markes
      markes
      Bronze
      Dabei seit: 14.07.2006 Beiträge: 206
      Ich habe nicht alles gelesen aber ein sag nur ein Stichwort: Informationseffizienzhypothese von FAMA.
      Diese wurde schon so oft empirisch untersucht und behandelt auch die angesprochenen Fälle von techn. Analyse und fundamental Daten. Einfach googlen. Ich habe selber als Diplomarbeit die ukrainischen Börse untersucht und Ineffizienzen entdecken können. Das Problem ist, dass wenn du mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Vorhersage treffen könntest, werden diese "überdurchschnittlichen Gewinne" sehr oft von Transaktionskosten "aufgefressen". usw..
    • Tripper83
      Tripper83
      Bronze
      Dabei seit: 08.01.2008 Beiträge: 4.364
      kann ich meinem Vorredner nur zustimmen. OP redet zwar wirres Zeug, aber was er damit sagen will stimmt im Kern. Aber wie gesagt, wer es genau wissen will, der googelt.
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      Original von markes
      Ich habe nicht alles gelesen aber ein sag nur ein Stichwort: Informationseffizienzhypothese von FAMA.
      Diese wurde schon so oft empirisch untersucht und behandelt auch die angesprochenen Fälle von techn. Analyse und fundamental Daten. Einfach googlen. Ich habe selber als Diplomarbeit die ukrainischen Börse untersucht und Ineffizienzen entdecken können. Das Problem ist, dass wenn du mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Vorhersage treffen könntest, werden diese "überdurchschnittlichen Gewinne" sehr oft von Transaktionskosten "aufgefressen". usw..
      das ist korrekt, es wird fundamental gesehen immer eine gewisse spanne an ineffizienzen vorhanden sein, aufgrund verschiedenster transaktions und suchkosten, informationsasymetrien etc.

      deswegen sind reale finanzmärkte höchstens semiperfekt

      dies sollte aber nur als fundamentales Framework angesehen werden: Stichwort behavioral Finance.

      Irrationalitäten zusammen mit "selbsterfüllenden Prophezeiungen" machen es relativ schwer zu beobachten ob Marktineffizienzen effektiv bestehen oder ob die Werte fundamental begründbar sind, bzw. zu fundamentaldaten werden.

      Beispiel UBS in der Schweiz deren Aktienkurs knapp die Hälfte eingegangen ist wegen der Hypothekenkrise, die der UBS geschadet aber sicher nicht ihren halben Wert vernichtet hat und man davon ausgehen könnte die UBS wäre durch irrationale Angst völlig unterbewertet

      Jedoch könnte der schlechte Aktienkurs einfluss auf die Kunden haben, die effektiv ihre Gelder abziehen etc. Verlust der integrität blablabla => UBS wirklich nur noch halb so viel wert wie vorher, ausgelöst durch ursprüngliche irrationalität die effektiv rational wurde

      => interessantes zeugs...
    • Freo
      Freo
      Bronze
      Dabei seit: 01.02.2007 Beiträge: 1.778
      Aktienkurse würden sich nicht vorhersagen lassen, wenn der Aktienmarkt ein vollkommener Markt wäre; Stichwort Kapitalmarkteffizienz.

      Ausnutzen lässt sich das, in dem man Abweichungen zu einem vollkommenen Markt erkennt und nutzt. Der Aktienmarkt kommt aber sehr, sehr nahe an einen vollkommenen Markt heran.

      Und was die Daytrader angeht, von denen die da ihr Geld vezocken, hört man kaum etwas. Das da viele Daytrader mehr Gewinn machen, als sich durch Zufälle ergibt, glaube ich nicht. Wenn, dann erreichen sie das wohl im wesentlichen durch Informationsvorsprung, also schnellerem Handeln.
    • DasWiesel
      DasWiesel
      Bronze
      Dabei seit: 30.06.2005 Beiträge: 1.185
      Also man muss da zwischen AKtien und Devisen doch klar unterscheiden.

      Der Preis einer Aktie wird einzig und allein von Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Fundamentaldaten des Unternehmens spielen dabei keinerlei Rolle.

      Es ist oft so, daß Aktien von guten Unternehmen steigen. Das liegt aber nur daran, daß dann die Nachfrage nach dieser Aktie steigt. Die Nachfrage steigt, weil Leute die Aktie wegen der guten Daten haben wollen.

      Ist also wenn man so will ne selbsterfüllende Prophezeihung.

      Aber es gibt auch noch andere Gründe warum Leute Aktien kaufen. Vielleicht als langfristige Anlage, vielleicht aufgrund irgendeines Aberglaubens (worunter imho auch die technische Analyse fällt^^), vielleicht um ihren Einfluss auf das Unternehmen zu steigern. Gibt da tausende Gründe...

      Letztendlich muss man eine Prognose darüber anstellen, wie die Leute handeln. Ob und warum sie welche Aktien kaufen oder verkaufen.
      Um Gewinn zu machen muss man das natürlich wissen bevor die Leute ihre Pläne in die Tat umsetzen.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.651
      Viele deiner Fragen hast du schon selbst beantwortet. Es gibt Daytrader, die auf Dauer Geld verdienen. Die meisten schaffen das nicht. Das ist nicht anders wie bei den Pokerspielern.

      Aktienkurse sind nicht zufällig. Mittel- bis langfristig lässt sich ein klarer Trend erkennen: sie gehen nach oben. Dieser Trend wird durch kurzfristige Schwankungen überlagert. Auch das ist wie beim Pokern. Ein guter Spieler erzielt langfristig Gewinne, kann aber durch die Varianz einen erheblichen Teil seiner Sessions auch verlieren. Die kurzfristigen Schwankungen entstehen, weil es zum einen viele Faktoren gibt, die geeignet sind, Kurse zu beeinflussen und zum anderen die Kunst der Informationsverarbeitung bei den Marktteilnehmern unterschiedlich ausgeprägt ist, die diese Faktoren dann unterschiedlich gewichten.

      Warum "Experten" dann bestimmte Aktien empfehlen oder nicht, hat diverse Ursachen. Das hat nicht immer mit gekonnter Informationsverarbeitung zu tun, sondern manchmal auch mit Eigeninteressen, den Interessen des Arbeitgebers oder eines grossen Kunden. Ganz speziell dann, wenn irgendwelche Kursziele angegeben werden. Ansonsten ist auch bei Experten die Fähigkeit zur Informationsverarbeitung unterschiedlich ausgeprägt.

      Wenn der Preis einer Aktie ausschliesslich von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, dann musst man die Faktoren untersuchen, die das Angebot und die Nachfrage beeinflussen. Die Fundamentaldaten eines Unternehmens spielen dabei eine extrem wichtige Rolle.

      Wenn die Nachfrage steigt, weil die Fundamentaldaten gut sind, dann ist das keine selbsterfüllende Prophezeihung, sondern das Ergebnis der Konkurrenz zwischen diesen Fundamentaldaten und den schlechteren Daten eines anderen Unternehmens. Diese Konkurrenz sorgt für den Ausgleich zwischen Renditeerwartung und Risiko beider Unternehmen. Das Ergebnis dieser Konkurrenz ist im Idealfall der faire Preis der Unternehmen. Ein Preis ist dann fair, wenn er keinen Vorteil in Bezug auf Kauf oder Verkauf gegenüber einem anderen fair bewerteten Unternehmen bietet. Natürlich wird der Idealzustand durch Ineffizienzen und neue Nachrichten nie hergestellt, aber die Presischwankungen können durch den ständigen Versuch des Marktes erklärt werden, faire Preise herzustellen.
    • OrcaAoc
      OrcaAoc
      Silber
      Dabei seit: 06.08.2006 Beiträge: 4.887
      Nichts da mit schauen wir mal die Kurven vom letzten Jahr an blablabla. Dies zählt auch dazu, ist aber nicht das Fundament von Aktien.


      Meine güte ich schreibe doch oben gerade das es NICHT möglich ist aus den Daten der Vergangenheit Rückschlüsse auf die Zukunft einer Kursentwicklung zu ziehen (ausser das aus der Untersuchung dieser Daten klar wird das man keine Vorhersagen treffen kann) !

      Dieser Wert ändert sich durch die Gewinne und so beeinflussen Konjunkturdaten halt die Gewinne, was dazu führt dass die Unternehmung Wert verliert/oder weniger dazu gewinnt. Im Prinzip kommt jedes Quartal eine Gewinnmeldung heraus und diese Höhe wird erwartet und damit bereits gehandelt. Stellt sich etwas anderes ein wie hohe Rohstoffpreise, sinken die Kurse, da weniger Gewinn erwartet wird. Die Kontrolle folgt dann in einem Quartal.


      Das ist alles für die Betrachtung ob sich Kurse vorhersagen lassen völlig irrelevant da diese Information immer allen zur Verfügung stehen und der Kurs sich entsprechend anpasst.
      Es geht doch hier gar nicht darum warum Aktien steigen oder fallen, sondern das man Ereignisse die dazu führen (wie die von dir angesprochenen) nicht vorhersagen kann.

      Folglich kann man zwar nicht wissen wann der Kurs wie stark steigen oder sinken wird, aber man kann sehr wohl sagen: Der Kurs von diesem Unternehmen wird eher mehr steigen als der von jenem.


      Wenn man keine Insider Informationen hat ist das einfach falsch. Wenn solche Aktien die besser sind als andere existieren würden dann würde sie natürlich sofort jeder kaufen und der Preis würde automatisch soweit steigen das sie nicht mehr besser sind.

      S.o.: Du kannst z.B. auch nicht vorhersehen wie die Entwicklung einer BR von einem guten Spieler sein wird. Aber wenn du sein bisheriges Spiel analysierst kannst du sehr wohl sagen ob er in 100k Händen eher 10BB/100 Hände oder -10BB/100 Hände haben wird.


      Der Vergleich funktioniert nicht weil es keine Aktien gibt die 'besser' sind als andere (es sei denn man nimmt die Varianz als Kriterium).

      Aktienkurse sind nicht zufällig. Mittel- bis langfristig lässt sich ein klarer Trend erkennen: sie gehen nach oben.


      Wenn du genau hinschaust schreibe ich oben genau dieses, die einzige Aussage die man treffen kann ist das alle Aktien im Mittel nach oben gehen.
      Jedoch kann man keine vernünftigen Vorhersagen treffen welche Aktien wann fallen und welche Aktien wann steigen (das ist zufällig - im Sinne von man kann die Ereignisse die zu Kusrveränderungen führen nicht vorhersagen).
      Deswegen ist es auch nicht Sinnvoll irgendwelche Aktien zu kaufen weil man denkt die sind gut, sondern eine möglichst breite Streuung vorzunehmen um die Varianz zu verringern.

      Es gibt Daytrader, die auf Dauer Geld verdienen. Die meisten schaffen das nicht. Das ist nicht anders wie bei den Pokerspielern.


      Doch hier gibt es einen Unterschied, wenn man die Gruppe der Daytrader betrachten sind das die Leute die potentiell die grösste Edge haben. Das ist etwa so als würde man alle Diamond member bei Ps.de betrachten und dann sehen das diese im Schnitt den Rake nicht schlagen können. D.h. natürlich nicht das man keine Edge haben kann aber es legt nahe das die Edge selbst wenn man auf dem Gebiet sehr gut ist und sich Vollzeit damit beschäftigt minimal ist. Daraus kann man wiederum folgern das es für einen Laien unmöglich ist eine Edge gegenüber dem Markt zu haben.



      Ich wollte hier nicht darauf eingehen wie die Sache im Detail funktioniert, sondern den Usern hier im Forum grob erklären wieso solche Aussagen wie 'Der Kurs der und der Aktie wird zu diesem Zeitpunkt dort sein' oder 'Der Dollar sinkt auf jedenfall noch weiter' ziemlich grosser Unsinn sind.
      Die von euch angesprochenen Sachen wie Marktineffizienz, Selbst Erfüllende Prophezeiung etc. spielen einfach für den Laien kaum eine Rolle da er sie nicht ausnutzen kann.
      Wenn man einen Sachverhalt möglichst verständlich ohne Fachworte und relativ knapp darstellen will ist es unumgänglich das man nicht jeded Details erfassen kann und an stellen wo dies Sinnvoll ist den Sachverhalt etwas vereinfacht darstellt.
      Wenn das den Experten hier zu noobig ist dann ist das ok ^^
      Aber der Text ist eigentlich auch mehr für die Leute gedacht die kein Bock haben sich Stundenlang durch Fachbücher/Zeitschriften durchzuarbeiten und trotzdem wissen wollen was von dieser der-dollar-sinkt-
      auf-jedenfall Hysterie zu halten ist.
    • R4ph4
      R4ph4
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 1.933
      Original von OrcaAoc
      Das ist alles für die Betrachtung ob sich Kurse vorhersagen lassen völlig irrelevant da diese Information immer allen zur Verfügung stehen und der Kurs sich entsprechend anpasst.
      Es geht doch hier gar nicht darum warum Aktien steigen oder fallen, sondern das man Ereignisse die dazu führen (wie die von dir angesprochenen) nicht vorhersagen kann.

      Folglich kann man zwar nicht wissen wann der Kurs wie stark steigen oder sinken wird, aber man kann sehr wohl sagen: Der Kurs von diesem Unternehmen wird eher mehr steigen als der von jenem.


      Wenn man keine Insider Informationen hat ist das einfach falsch. Wenn solche Aktien die besser sind als andere existieren würden dann würde sie natürlich sofort jeder kaufen und der Preis würde automatisch soweit steigen das sie nicht mehr besser sind.
      Naja jeder nennenswerter Investor eines Unternehmens, besonders Fondsgesellschaften etc treffen das Managemtent des unternhemens und haben die Infos aus erster Hand meistens schneller als der Restmarkt...

      Schau dir mal verschiedene Bewertungsmodelle von Aktien an, zB DCF. Das ist dann fundamentale Analyse. Die kann klar auch erstmal danebenliegen weil die Börse emotionsgeleitet ist (gier vs. panik) jedoch liegst du mit ner fundamentalen analyse langfristig eigentlich nicht falsch wenn man davon ausgeht, dass die Daten mit denen du in deinem Modell(cashflows, aufträge, ebit marge etc) realitätsnah sind...

      Auf kurzfristigen Handelszeitraum funktioniert charttechnik sehr gut, vor allem bei devisenmärkten. Grund ist mitlerweile hauptsächlich, dass so viele danach handeln...

      Achso und zu den kaufemphelungen:
      Die werden rausgegeben um Umsatz zu generieren. Ein Broker KANN NIEMALS sagen die Aktie halten (kursziel erreicht) weil er sonst keinen umsatz generiert an dem er verdient....
      Leute wie Markus Frick machen es so: man kauft sich über wochen / monate hinweg mit nischentiteln ein, die alles andere als liquide sind.
      dann gibt man die kaufemphelung an seine börsenletter-jünger. die kaufen und du verkaufst. natürlcih gibts da dann schöne bewegungen nach oben weil die dinger so iliquide sind und jedes bißchen nachfrage den kurs treibt.
    • Denz
      Denz
      Bronze
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 15.517
      Irgendwie lustig das man über den Staatsvertrag und Spielsucht redet während an der Börse jeder ganz legal sein Erspartes crashen kann und dies sogar noch öffentlich propagiert werden darf^^
    • Paxinor
      Paxinor
      Bronze
      Dabei seit: 24.02.2006 Beiträge: 1.172
      Original von Denz
      Irgendwie lustig das man über den Staatsvertrag und Spielsucht redet während an der Börse jeder ganz legal sein Erspartes crashen kann und dies sogar noch öffentlich propagiert werden darf^^
      QFT...

      die meisten machen ja wirklich nix anderes... n wenig "traden"

      pure luck....

      aber dann wettern wenn irgend ne firma konkurs geht, und sie ihr ganzes erspartes verloren haben, weil alles in die selbe firma investiert

      und die "wirtschaftsbosse" sind dann die bösen
    • R4ph4
      R4ph4
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2007 Beiträge: 1.933
      Original von Denz
      Irgendwie lustig das man über den Staatsvertrag und Spielsucht redet während an der Börse jeder ganz legal sein Erspartes crashen kann und dies sogar noch öffentlich propagiert werden darf^^
      QFT

      -->In CHina ist das noch viel extremer - da gibts halt auch keine Casinos oder Wettbüros. Statt letzterem gibts da echt so Brokerbüros wo jeder schnell zocken kann in der mittagspause^^
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.651
      @OrcaAoc: offenbar gehst du von der Gültigkeit der random walk Hypothese aus. Die ist aber widerlegt.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Random-Walk-Theorie

      Aktienkurse sind nicht zufällig.

      Die efficient market Theorie, aus der sich die random walk Hypothese ergibt, ist auch widerlegt. Selbst wenn man annehmen würde, dass jeder Marktteilnehmer die gleichen Informationen hat (was sicher nicht der Fall ist, da viele Markteilnehmer einfach nur Meinungsführern folgen ohne eigene Recherche vorzunehmen), ist doch die Fähigkeit, diese Informationen richtig zu verarbeiten ganz bestimmt unterschiedlich ausgeprägt. So können zwei Marktteilnehmer trotz gleicher Informationen zu entgegengesetzten Entscheidungen kommen. Dass das so ist, sieht man beispielsweise an den unterschiedlichen Kauf/Verkaufsempfehlungen zu jeweils der selben Aktie. Allein diese Tatsache hebelt die efficient market Theorie komplett aus.

      Wären die Kurse zufällig und wären die Märkte effizient, könnte niemand dauerhaft überdurchschnittliche Gewinne erzielen. Auch das ist historisch widerlegt. Das beste Gegenbeispiel ist Warren Buffet. Zahlreiche andere Gegenbeispiele finden sich in jedem Fondsvergleich. Diese Leute erzielen ihre Gewinne nicht durch Insiderinformationen, sondern durch die Qualität ihrer Informationsverarbeitung.
    • eltazo
      eltazo
      Bronze
      Dabei seit: 06.10.2006 Beiträge: 15.853
      Die ganze börse funktioniert doch nur weil der eine meint mehr zu wissen als der andere.
    • Twonky
      Twonky
      Bronze
      Dabei seit: 27.06.2007 Beiträge: 467
      interessant, dass du nach dieser Grundaussage
      "Vorweg muss ich sagen das ich auf dem Gebiet KEIN Fachmann bin und deswegen alle Informationen die ich hier weitergebe mit entsprechender Vorsicht zu betrachten sind."
      alle möglichen anderen Beiträge als Unfug/grundsätzlich disqualifizieren willst,
      also entweder bist du Experte und willst trollen, oder du bist keiner und willst evtl. auch trollen, oder habe ich da was falsch verstanden :-).

      Interessant finde ich Aussagen, wie alle Aktien sind gleich. (sinngemäss)

      Sorry, das ist Humbug,
      aber mit Aussagen inwieweit irgenwelche Aussagen über kurzfristige Veränderungen vorhersagbar sind oder nicht halte ich mich zurück, weil ich die Psychologie von großen Amerikanischen Pensionsfond "zum Glück" noch nciht verstanden habe *g*

      Gruß
      Twonky
      der schon immer sagt, Chatanalyse ist Gaubenssache, sie funktioniert nur, weil/wenn genug dran glauben :-)