weniger tilt durch varianzarme moves

    • Lyseroto
      Lyseroto
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 1.270
      Ich möchte hier gerne eine Diskussion starten zu einem Thema, das mich seit einiger Zeit bereits beschäftigt:

      Kann man seine eigene Winrate dadurch erhöhen, dass man von "optimalen" Spielzügen auf geringfügig schlechtere Spielzüge umsteigt, die aber varianzärmer sind und man daher weniger tiltet?


      Meine Idee:
      Man spielt relativ solides Poker und hätte eine relative winrate von 3BB/100. Hin und wieder treten swings im normalen bereich auf. Dadurch kommt es regelmäßig dazu, dass man (mehr oder weniger stark) von seinem A-game abweicht und dadurch Geld verliert bzw. weniger gewinnt als man es ohne tilt tun würde.

      Dadurch sinkt die Winrate von 3BB/100 longterm auf 1BB/100.

      Wenn man jetzt standartmäßig mehrere Spielzüge in sein Spiel einbaut, die varianzärmer sind und dadurch die extremen swings ausbleiben/sich reduzieren, spiele ich dadurch zwar nicht mehr so +EV wie mit "optimalen" moves, aber da ich nicht mehr/weniger tilte könnte eventuell so meine winrate longterm auf 2BB/100 steigen!


      Ich hoffe auf viel Beteiligung. Postet einfach alles was euch dazu einfällt!
  • 14 Antworten
    • Chrisia90
      Chrisia90
      Bronze
      Dabei seit: 13.02.2008 Beiträge: 1.500
      deine ausführungen mögen zwar stimmen.

      ABER: wenn du rel. schnell "on tilt" bist, sollte die Lösung des Problems nicht sein, dich seltener in solch marginale Situationen zu bringen, um so dem Tilt, weniger "Angriffsfläche" zu bieten.
      zum anderen ist es ja auch so, dass auf höheren Limits die Edge immer kleiner wird, sodass man auf eben diese marginalen situationen angewiesen ist.
    • BodyAttack
      BodyAttack
      Bronze
      Dabei seit: 25.10.2006 Beiträge: 668
      Strategy:

      Stop tilting..
    • lechuckpoker
      lechuckpoker
      Gold
      Dabei seit: 16.05.2007 Beiträge: 1.492
      jep, tilten ist der leak

      stop it and go for variance :D
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.460
      Du meinst, dass sich die Winrate gleich um 2 PT/BB verringert von 3 PT/BB nur von varianzärmeren Spiel, das ist schon sehr sehr viel.
      Dann ist dein Tiltfaktor recht hoch.

      Du kannst ein paar tightere Moves machen und bisl mehr folden oder weniger dünnere Valuebets announcieren, klar, warum nicht.
      Ich würde an deiner Stelle jedoch den Tiltfaktor versuchen so gut wie möglich zu senken, damit du dein A-Game gut spielen kannst, sodass die Winrate eher nach oben geht, anstatt du mit angezogener Handbremse rumfahren willst, nur weil du leicht tiltest.


      Versuche deinen Skill in persönlichem Selbstmanagement zu überdenken, die feste Ziele zu basteln, feste Zeiten, damit du dich somit ein bisl kontrollieren kannst, und du Ideen entwickelst, wie du deine Person, die sich schnell ärgert dazu bringen kannst, dass sie sich nicht so schnell ärgert.

      Dann hast du longterm definitiv mehr vom Pokern am EV, aber auch am Spaß, weil du frei und gelöst für deinen Erfolg im Poker sorgst, aber auch für deinen Persönlichen.
    • Lyseroto
      Lyseroto
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 1.270
      die situation is nicht auf mich und mein tiltverhalten bezogen, ist nur so ein gedankengang, der mich beschäftigt.

      es geht nicht darum, ob man schnell oder nicht schnell auf tilt kommt!
      Es ist einfach fakt, dass so gut wie jeder mehr oder weniger stark/regelmäßig von seinem A-game abweicht.

      Auf "höheren" limits wird die edge zwar kleiner, aber sie ist doch noch so groß, dass man auch mit nicht 100% optimalen moves noch gut gewinne erzielen kann. Oder wer sagt von sich, dass er auf midstake wie FL 5/10 oder NL 200 perfekt spielt?


      @BodyAttack: danke für deinen konstruktiven beitrag! Ich geb mir hier mühe eine halbwegs ordentliche diskussionsbasis zu schaffen und dann kommt so ein mist! Spam bitte ein anderes forum zu falls du nichts sinnvolles mit deiner zeit anfangen willst.
    • Wody
      Wody
      Black
      Dabei seit: 23.01.2007 Beiträge: 3.737
      Original von texinho
      Auf "höheren" limits wird die edge zwar kleiner, aber sie ist doch noch so groß, dass man auch mit nicht 100% optimalen moves noch gut gewinne erzielen kann. Oder wer sagt von sich, dass er auf midstake wie FL 5/10 oder NL 200 perfekt spielt?
      NL200 gehört nicht zu den Midstakes. Manche würden es ja noch zu den Micros zählen.

      Meiner Meinung nach ist tighter=Varianzärmer. Und halt die Draws oft passiver spielen.
    • Lyseroto
      Lyseroto
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 1.270
      @lechuckpoker: siehe post @bodyattack!

      @dodadodadoda: ich glaub ihr versteht mich falsch!
      ich will keine tips wie ich meinen tilt in den griff krieg. das weiß ich schon selbst, viel mehr hab ich damit eher weniger probleme.

      auch die zahlen, die ich verwendet hab 1/2/3 BB/100 sind wild aus der luft gegriffen.
    • Lyseroto
      Lyseroto
      Bronze
      Dabei seit: 18.01.2007 Beiträge: 1.270
      Original von Wody
      Meiner Meinung nach ist tighter=Varianzärmer.
      Und halt die Draws oft passiver spielen.
      ist wirklich tighter immer varianzärmer?
    • smooly
      smooly
      Bronze
      Dabei seit: 26.05.2006 Beiträge: 425
      Ich glaube dass tilt die sache nicht ganz beschreibt.
      tilten tut man ja während einer Session oder so, während Varianz eine eher längerfristige Entwicklung beschreibt.
      Die swings in deiner BR kannst du schon stark beeinflussen wenn du NL spielst, wobei dass dann auch wieder keine Varianz ist :-)

      Jetzt im Ernst, es kann beim Pokern sehr lange loosing streaks geben, die psychisch extrem belastend sind (was aber kein tilt ist).
      Man kann da aber auf den kleinen limits (so bis Nl200 würde ich sagen) durch ABC-Poker seine swings minimieren denke ich.
    • zweiblum88
      zweiblum88
      Bronze
      Dabei seit: 09.05.2006 Beiträge: 2.397
      interessant wären halt die ptbb/100 und die std-abweichung aus PT von verschiedenen Spielertypen.
    • JustgAMblin
      JustgAMblin
      Bronze
      Dabei seit: 09.01.2007 Beiträge: 11.439
      @ OP

      ich danke dir für diese anregung!! habe schon lange mal darüber nachgedacht zu diesem thema einen fred aufzumachen! hab mich aber immer bisher ein bischen gescheut :rolleyes:

      habe ähnliche gedankengänge wie du und bin auch davon überzeugt dass man es auf den "schwachen" niedrigen limits schaffen kann durch eine, ich nenn es jetzt mal, passivere, spielweise seine swings deutlich reduzieren kann!!

      mMn lässt sich durch diese spielweise verhindern, dass "wenn" man bei großen swings sich nicht mehr unter kontrolle halten kann, dass man weniger "tiltet" eben bedingt durch diese großen swings im poker!

      ergo>>> die chance seine BR zu verballern ist mMn geringer mit angesprochener
      strategie!!

      ich würde mich über einen weiterführenden gedankengang zu diesem thema freuen!

      MFG =)

      PS: wenn etwas unklar geschrieben oder beschrieben ist einfach fragen =)
    • Dodadodadodada
      Dodadodadodada
      Black
      Dabei seit: 25.02.2006 Beiträge: 4.460
      Achso. Es klang so, als wäre der Tilt dein großes Problem.


      Ich habe bei mir festgestellt, dass ich gerne tight beginne, und dann doch looser und looser spiele, dadurch viele Hände overplaye und das gar nicht mitkriege. Denke das ist bei Vielen so.


      Daher ist es natürlich gut, in einigen Spots eher tighter zu denken und lieber auf Spots zu schippen, die für Einen ungefährlicher sind, da man ne größere Equity an was auch immer hat, und der schwächere Gegner sich dadurch linken lässt.
    • Goliath1000
      Goliath1000
      Bronze
      Dabei seit: 19.08.2006 Beiträge: 3.618
      also ich bin stark tiltgefährdet und mich kostet mein tilt, der alle 2-3 wochen einmal durchschlägt sehr viel

      aber es hilft wenig, sein spiel tighter zu gestalten oder mehr zu folden

      denn... auch wenn du sehr nitty bist, wie ich, kommt es vor, dass du in einer session 3-4 mal weggeluckt wirst... was willst du denn ändern, wenn du mit AA/KK preflop all in gehst?
      oder set vs FD for max protection pusht?
      oder set over set situationen

      tiltgefährdet ist man dennoch

      ich bin der rock schlechthin mit 12/9 auf SH und ich komme mir sehr weak vor in einigen situationen... doch ich folde lieber einmal zuviel als mein stack zu riskieren mit ner marginalen hand

      aber ich tilte dennoch

      letzte session zB wurde ich in 30 min nur ge-3-bettet oder gefloated, oder am river weggeluckt, ohne dass ich varianzreiche moves gemacht habe... ich habe tapfer gefoldet und versucht, marginale hände wegzulegen

      nach 30 min, ohne eine hand zu gewinnen bzw kaum bis zum SD zu gehen merkte ich Mr. Tilt, wie er ankklopfte und sagte: "Die verarschen dich alle! push einfach mal was!"

      die beste strategy ist nicht ein tighteres und/oder weakeres spiel, sondern an seiner psyche zu arbeiten...
      ich versuche verstärkt, mir kurzfristige ziele zu setzen und nicht das geld als geld, sondern als reine BR zu betrachten
      mir zu sagen, dass es zum pokern gehört, geblufft oder weggeluckt zu werden

      aber ich bin noch weit entfernt vom tiltfreien spiel

      goli
    • Kyroka
      Kyroka
      Bronze
      Dabei seit: 09.11.2006 Beiträge: 938
      Elements of Poker von Tommy Angelo Kann sein, dass du es nur direkt über seine Webseite bestellen kannst.

      Ich denke man muss einfach analysieren was einen zum tilten bringt. Wer kennt nicht den Bad Beat am River, bei dem man sich im Ärger nur noch vage erinnert, dass man die Hand normalerweise preflop foldet...

      Nits sind auf der anderen Seite auch oft besonders tiltgefährdet, weil sie eben extrem darauf angewiesen sind, dass ihre wenigen starken Hände auch durchkommen.